Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü
Kapitel
Vers
Schrift öffnen

09-02 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 9. Kapitel, 2. Vers: Aus selbstloser Hilfe entsteht Verbindung

Play

Krishna, der Lehrer, spricht zu Arjuna:

„Das ist die königliche Wissenschaft, das königliche Geheimnis und die höchste Läuterung, die zu verwirklichen ist. Zu verwirklichen ist sie durch direkte, intuitive Erfahrung, die rechtschaffen ist, leicht auszuführen und unvergänglich.“

Krishna will hier dem Arjuna erklären, was er im weiteren Kapitel besprechen wird. Und er sagt, es ist eine königliche Wissenschaft. Es ist nicht irgendein Wissen. Du kannst so viel Verschiedenes lernen und so viel Verschiedenes wissen und das mag alles auch seinen Sinn und seinen Zweck haben. Im Yoga geht es aber nicht um irgendein Wissen, es geht um königliches Wissen, höchstes Wissen. Er sagt, königliches Geheimnis. Geheimnis heißt, es ist nicht allen bekannt. Und selbst wenn Menschen hören, dass es das gibt, sie wissen es immer noch nicht. Bhagavad Gita ist zwar das bekannteste Buch in Indien, wird mehr gelesen als jedes andere Buch. Dennoch, das, was Krishna im 9. Kapitel beschreibt, bleibt weiter Geheimnis, denn, es ist nicht ganz so einfach zu verwirklichen. Auch wenn Krishna dort sagt, „leicht auszuführen“. Es ist die höchste Läuterung. Läuterung bedeutet, letztlich können wir an uns selbst arbeiten. Es gilt, die Unreinheiten zu beseitigen. Es gilt, sich zu verbessern. All das hat seinen Sinn. Es ist gut, sich gesund zu ernähren. Es ist gut, gesunde Körperübungen zu machen. Es ist gut, eine reine Sprache zu haben. Es ist gut, mit Menschen freundlich umzugehen. Es ist gut, zu lernen, sich von Wünschen und Emotionen zu lösen. All das sind gute und wichtige Dinge. Aber die höchste Läuterung, ist zu erkennen: „Wer bin ich wirklich? Was ist die Essenz hinter allem?“ Die höchste Läuterung ist, aufzuhören, sich zu identifizieren mit Körper und Geist. Und er sagt, dies ist zu verwirklichen durch direkte, intuitive Erfahrung. Zu der höchsten Läuterung zu kommen und damit die Identifikation aufzugeben mit Körper, Denken und Persönlichkeit, mit Fühlen, Wollen und Mögen, dies ist zu erreichen durch direkte, intuitive Erfahrung, die Erfahrung: „Aham Brahmasmi. Ich bin eins mit der Weltenseele. Ja, ich bin die Weltenseele selbst.“ Die Erfahrung: „Satchidananda Swarupo Ham. Meine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit. Ich bin nicht beschränkt auf Körper und Denken. Ich bin das Unendliche und Ewige.“ Dies gilt es, zu erfahren. Wenn wir dieses erfahren, dann haben wir alles erreicht.

Er sagt, diese Erfahrung ist rechtschaffen. Das heißt, tugendhaft. Das heißt, sie ist erstrebenswert, sie ist gut. Und sie steht auch in Verbindung mit tugendhaftem Handeln. Spirituelle Erfahrung macht einen nicht verantwortungslos, sondern im Gegenteil, wenn man sich als eins und verbunden fühlt mit allem, wird man aus der Liebe heraus handeln, man wird freundlich handeln, man wird aus dem Gefühl der Einheit heraus gute Werke tun. Umgekehrt, wenn man tugendhaft ist, wenn man gute Werke tut, anderen hilft und dient, hilft das auch, die Verbindung mit allem zu spüren. Du kannst das heute einmal versuchen. Oder vielleicht morgen, je nachdem, wann du diese Zeilen liest. Nimm dir vor, etwas Gutes zu tun, jemand anderem zu helfen. Und dann, während du ihm hilfst, oder nachdem du ihm geholfen hast, spüre die Verbindung mit ihm oder mit ihr. Und so kommt aus einer guten Handlung eine Verbindung. Nicht das Gefühl: „Oh, ich bin ein toller Hecht, ich habe was Großartiges gemacht. Der andere war hilfsbedürftig, ich habe ihm geholfen. Ich bin ja so gut.“ Das ist nur eine beschränkte Hilfe. Wenn du dagegen hilfst und merkst, „wir sind verbunden, wir sind eins“, dann wird es großartig, dann wird es schön, dann wird aus dieser Hilfe eine direkte intuitive Erfahrung.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.