Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü
Kapitel
Vers
Schrift öffnen

08-13 Kommentar Sukadev

Krishna gibt in diesen Versen eine Anleitung, wie man sterben kann. Wenn man merkt, dass man stirbt, ist es gut, die Tore zu verriegeln. Mit den „Toren“ sind die fünf Handlungsorgane und die fünf Wahrnehmungsorgane gemeint. Wenn wir merken, dass wir sterben, vertrauen wir die Welt Gott an. Wir sagen: „Meine Firma, mein Yogacenter, meine Familie, meine Verwandten, meine Yogaschüler, mein Haus, mein Hund, meine Katze und mein Kanarienvogel, vertraue ich dir an. Ich lasse das alles jetzt los. Und ich brauche auch nicht noch einmal zu schauen, was ich alles verpasst habe, sondern ich lasse einfach alles los, verriegele die Tore nach außen.“ Vorher ist es gut, seinen weltlichen Nachlass geregelt zu haben, damit die Nachkommenschaft es einfach hat und keine Erbkriege machen muss.

Dann wird der Geist ins Herz eingeschlossen. Wenn wir den Geist im Herzen eingeschlossen haben, was ein Zwischenschritt ist, bringen wir ihn zusammen mit dem Lebensatem in den Kopf Richtung Ajna oder Sahasrara Chakra, der Öffnung Brahmans am Scheitel. Im Normalfall wird das als der beste Ort angesehen, an dem man den Körper verlassen kann. Dann wiederholen wir unser Mantra im Bewusstsein der Bedeutung, dass es eine Anrufung Gottes ist, verlassen rezitierend den Körper und erreichen das höchste Ziel, sofern unser Karma, unser Prana und unsere Samskaras es zulassen. Wenn wir unser Karma noch nicht genügend ausgearbeitet haben, dann kommen wir wenigstens in höhere Welten und im nächsten Leben schon frühzeitig mit Yoga in Kontakt. Selbst wenn Angehörige während wir sterben, fest an uns denken, bleiben wir in höheren Sphären. Die spirituelle Kraft ist viel stärker als alles andere. Nur wenn der Geist unentschlossen ist und die Samskara der Meditation noch nicht fest begründet war, erreichen einen die Gedanken der Verwandten.

Es kann auch geschehen, dass man zwar den Körper mit einer Kurzvision von Gott verlässt. Doch dann bleibt man oft noch eine Weile in dieser Bhurloka, von der man auch noch einmal kurz Lichtgedanken an die Hinterbliebenen schicken und sie Gott anvertrauen kann. Bekannt ist, dass die meisten großen Meister, wenn sie ihren Körper verlassen, ihren engeren Schülern noch einmal erscheinen. Jesus erschien am dritten Tage seinen Jüngern. Shri Yukteshwar erschien Yogananda. Einige Schüler Yoganandas hatten die Vision von Yoganananda. Swami Vishnu hatte die Vision von Swami Sivananda. Auch der heilige Franziskus soll einer Reihe von Schülern nach seinem Tod erschienen sein. Dessen Schülern war es fast peinlich, diese Wahrnehmung zu formulieren, denn sie wollten nicht der Häresie beschuldigt werden.

Generell ist es gut, der physischen oder spirituellen Nachkommenschaft noch einmal Licht zu schicken von der Bhurloka aus und sich dann bewusst zu machen: „Es ist nicht meine Aufgabe für die Familie weiter zu sorgen, sondern zu Gott zu gehen.“

Ich möchte noch eine kleine Geschichte erzählen, die das verdeutlicht:

Es war einmal ein Schüler, der für eine Weile zu seinem Meister ging. Eines Tages sagte er zu seinem Meister: „Meister, ich will jetzt heiraten, und wenn ich dann geheiratet habe, danach werde ich wieder mit spirituellen Praktiken beginnen.“

Der Meister antwortete: “Heiraten ist ganz in Ordnung, aber nach der Hochzeit praktiziere weiter.“

Sagt der Schüler: “Meister, ich werde soviel zu tun haben nach der Hochzeit. Ich muss meine Familie gründen und sie finanziell absichern. Aber wenn ich das geschafft habe, dann werde ich weiter praktizieren.“ Daraufhin der Meister leicht zweifelnd: „Gut, wenn es nicht anders geht, dann mache es so.“

Der Schüler schuftete lange Zeit. Er bekam auch einige Kinder. Als er es geschafft hat finanziell abgesichert zu sein, kam der Meister zu ihm und sagte: „Bist du jetzt bereit wieder zu praktizieren?“

Antwortete der Schüler: “Oh Meister, meine Kinder brauchen eine ganz besondere Schulbildung, und dafür muss ich ein bisschen härter arbeiten. Wenn alle Kinder mit der Bildung fertig sind, dann werde ich mehr praktizieren.“

So kam es, dass die Kinder ihr Studium abgeschlossen hatten, eine Arbeitsstelle gefunden, und der Schüler selbst durch seine harte Arbeit noch reicher geworden war.

Erneut fragte der Meister den Schüler: „Bist du jetzt bereit zu praktizieren?“ Sagt der Schüler: „Tja Meister, jetzt muss ich mich darum kümmern, dass alle meine Kinder gut heiraten.“ In der damaligen Zeit war es Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass Ihre Kinder gut verheiratet wurden. Der Meister nahm die Antwort des Schüler hin und als er bemerkte, dass alle Kinder verheiratet waren, kam er zurück und fragte den Schüler erneut: „Bist du jetzt bereit wieder zu praktizieren?“ Antwortete der Schüler: „Nein, jetzt muss ich mich um die Enkel kümmern.“ Der Schüler wurde immer älter und war schließlich zu krank um sich um die Enkel zu kümmern. Da kam der Meister zu ihm und sprach: „Bist du jetzt bereit zu praktizieren?“ Antwortete der Schüler, Zähne waren ausgefallen, das Augenlicht war nicht mehr da, er hat fast nichts mehr gehört: „Meister, ich bin immer noch so wichtig, ich muss mich weiter um die Familien kümmern.“ Er war vermutlich der Einzige, der das noch gedacht hat und mit diesem Gedanken ist er einige Zeit später gestorben. Der Meister ging in tiefe Meditation und stellte dem Schüler erneut die Frage:„Bist du jetzt bereit um zu meditieren?“ „Nein, ich muss mich jetzt darum kümmern, dass der Schatz den ich für die Familie angeschafft habe und der im Garten des Hauses verbuddelt ist, geschützt ist.“ Um das zu gewährleisten inkarnierte er im nächsten Leben als eine Schlange und nahm seinen Wohnsitz bei dem Schatz, um ihn so bewachen zu können. Jetzt wurde es dem Meister zu bunt. Bis dahin hatte er große Treue zu seinem Schüler bewiesen. Er ging zu den Enkeln des Schülers und sagte: „Ihr wisst ja wo der Schatz ist, buddelt ihn aus, da ist eine böse Schlange.“ Die Familie buddelte mit großer Vorsicht den Schatz aus, gelangt an die Schlange und schlug sie tot. Dann fragte der Meister den Schüler in der Astralwelt: „Bist du jetzt bereit, wieder zu praktizieren?“ Und der Schüler sagte: “Ja.“

Ich werde manchmal gefragt, ob alle Meister sich so verhalten. Diese Frage kann ich nicht eindeutig beantworten. Es heißt, wenn man einmal eine Beziehung zu einem Meister aufgebaut hat, dann wird der Meister sich um den Schüler kümmern. In dieser Geschichte schien es so, dass der Meister unsterblich war.

Auch werde ich öfters gefragt, ob man in die Zwischenebenen Wissen mitnimmt oder nur geistige Entwicklung und Fähigkeiten. In den Zwischenebenen behalten wir unser Wissen. Erst wenn wir inkarnieren erleiden wir eine Amnesie. Aber auch in den Zwischenebenen sollten wir uns nicht zu lange Gedanken darüber machen, wie wir uns um unsere Familie kümmern können. Wir müssen unsere Familie Gott anvertrauen. Generell sollten unsere Familienpflichten uns nicht davon abhalten, spirituell zu praktizieren. Man kann glücklicherweise auch beides miteinander verbinden, Berufs- und Familienleben mit spirituellem Leben. Auch wenn die Familienmitglieder festgestellt haben, dass man über ein schlechtes Gewissen die Menschen am besten von spirituellen Praktiken abhalten kann, sollten wir üben.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.