Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü
Kapitel
Vers
Schrift öffnen

07-27 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 7. Kapitel, 27. Vers: Gehe über die Gegensatzpaare hinaus

Play

Krishna sagt zu Arjuna:

„Durch die Täuschung aus den Gegensatzpaaren, die aus Wunsch und Abneigung entstehen, Oh Bharata, werden alle Wesen bei der Geburt verwirrt.“

Krishna beschreibt so, warum wir Gott nicht erkennen. Ein Grund, weshalb wir Gott nicht erkennen, sind die so genannten Dvandvas, die Dualitäten. Gott ist Einheit, Gott ist in allem. Wenn wir Gott erfahren wollen, gilt es, alles bedingungslos anzunehmen. Auch wenn wir manchmal Wahlen treffen müssen, Entscheidungen treffen müssen, und natürlich mal sagen, das wollen wir machen und das andere nicht, heißt das noch lange nicht, dass wir uns deshalb von Gott trennen sollten und dass wir Gott nur in dem einen und nicht im anderen sehen wollen.

Ein sehr machtvolles Instrument, zur bedingungslosen Gotteserfahrung zu kommen, ist, über die Dvandvas hinauszuwachsen, über die Gegensatzpaare hinauszuwachsen. Mache das zum Thema vielleicht für heute, vielleicht für morgen, vielleicht für die ganze Woche. Werde dir bewusst, welche Dvandvas in deinem Leben eine Rolle spielen und wo dein Mögen und Nicht-Mögen hingeht. Und mache es dir vielleicht zur Aufgabe, aus dieser Sklaverei dieses Mögens und Nicht-Mögens hinauszuwachsen. Vielleicht magst du es warm, aber nicht kalt. Vielleicht magst du es kälter, aber nicht wärmer. Schaue, dass du lernst, dich im Warmen wie im Kalten wohler zu fühlen. Das ist etwas ganz Banales, aber so machtvoll und so wichtig. Genauso auch, werde dir bewusst, wie du vielleicht dein Essen magst. Gesalzener, weniger gesalzen, mehr so, mehr so. Lerne auch dort, weniger Sklave zu sein. Natürlich ist es ok, zu schauen, dass dir das Essen schmeckt, aber versklave dich nicht an ganz konkrete Wünsche, wie Essen beschaffen zu sein hat oder wie Menschen zu dir sprechen sollen oder wie viele Aufgaben dein Chef dir heute geben sollte. Oder – falls du Yogalehrer, Yogalehrerin bist – wie deine Schüler sich zu verhalten haben, wie oft sie zu Hause geübt haben sollten usw.

Schaue, wie häufig du in diese Dvandvas hineinkommst, in diese Gegensatzpaare, und wie oft du dich dann für eins von beiden entscheidest. Befreie dich davon, löse dich davon. Erkenne, letztlich ist alles göttlich und es kommt, was kommen soll. Du hast zwar Aufgaben und musst dich letztlich entscheiden, aber dein Glück hängt nicht davon ab, dass alles genau so ist, wie du es gerne hättest. Es ist also ein besonderes Thema, sich mit den Dvandvas, den Gegensatzpaaren auseinanderzusetzen und den Wünschen, die du hast. Frage dich, wie kannst du die Wünsche überwinden und alles mehr annehmen? Wie kannst du Entscheidungen treffen und trotzdem in der Einheit bleiben?

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.