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18-17 Kommentar Swami Sivananda

Ich werde dir, Oh Arjuna, die Charakteristika eines Menschen erklären, der Aktivität transzendiert und sich über die Bande von Karma erhoben hat.

Wenn Selbstsucht und Ichgedanken vernichtet worden sind, und wenn man auf Wunsch und persönlichen Verdienst verzichtet hat, können Handlungen nicht binden. Dieser Mensch weiß, daß das Selbst nicht vernichtet wird, wenn der Körper vergeht. In ihm ist nicht die Vorstellung, der Handelnde zu sein. Der Akt des Tötens an sich wird in seinem Fall notwendig für den Frieden und die Harmonie der Welt. Sein wunschloses Töten ist wie das Töten eines Mörders durch den Vollstrecker und den Richter zum Besten der Gemeinschaft und zum Erhalten von Frieden und Harmonie auf der Welt.

Ein Mensch, dessen Verstand ausgebildet, dessen Verstehen rein und dessen Verstand entwickelt ist, der die Schriften kennt, sich mit dem Studium der Schriften beschäftigt, der logisches Wissen besitzt und durch die Instruktionen seines Lehrers gut ausgebildet ist, ist absolut frei von der egogebundenen Idee: »Ich bin der Handelnde.«.Er weiß ganz genau, daß die Natur, Guna, das eigene Wesen, alle Handlungen vollführt. Also denkt er: »Ich bin der stumme Beobachter aller Aktivität. Ich bin nicht der Handelnde. Diese fünf (der Körper, der Handelnde, usw.), die dem reinen, handlungslosen Selbst durch Unwissenheit überlagert sind, sind die Ursachen aller Handlungen. Ich tue gar nichts. Die Sinne bewegen sich zwischen den Sinnesobjekten. Die Eigenschaften (Gunas) bewegen sich in ihren Gegenstücken in den Sinnen, welche wieder ihrerseits das Produkt der Gunas sind. Ich kenne die Essenz der Eigenschaften und ihrer Funktionen. In meiner Essenz bin ich gliedlos. Wie kann Handlung oder Tätigkeit mir zugeschrieben werden? Ich bin ohne Hände, Beine, Füße, Atem und Geist. Ich bin immer rein, malkellos, unbeweglich und unveränderlich.« Er wird niemals bereuen: »Ich habe etwas Schlechtes getan. Ich hätte es so machen sollen. Ich habe etwas Böses getan. Ich werde in die Hölle kommen.« Er ist immer weise. Er kann niemals etwas Schlechtes tun. Sein Wille unterscheidet sich nicht vom kosmischen Willen. Sein Wille hat sich mit dem Willen des Herrn verbunden. Alles, was er tut, tut nur der Herr. Er hat keinen eigenen Willen. Er sieht richtig. Obwohl er tötet, begeht er nicht die Tat des Tötens. Er wird nicht gebunden durch die Früchte einer bösen Tat als Auswirkung dieser Tat. Er ist jenseits von Gut und Böse, jenseits der Gegensatzpaare, da er Selbsterkenntnis besitzt.

Es wird eingewendet: »Die Aussage, daß er nicht tötet, obwohl er Menschen tötet, ist in sich widersprüchlich.«

Wir sagen: »Dieser Einwand ist wirklich nicht haltbar. Vom weltlichen Standpunkt aus sagt der Herr obwohl er tötet, denn der Mensch identifiziert das Selbst mit dem Körper, usw. und denkt Ich bin der Mörder. Vom transzendentalen Standpunkt aus, wie oben erläutert, sagt der Herr: Er tötet nicht, er ist nicht gebunden.

Ein weiterer Einwand: »Das Selbst handelt in Verbindung mit dem Körper, usw. – ›Wer dieses isolierte Selbst als den Handelnden sieht……..‹« (XVIII.16)

Wir sagen: »Dieser Einwand hält nicht stand. Wie der allgegenwärtige Äther aufgrund seiner Feinstofflichkeit unberührt bleibt, so wird auch das Selbst, das sich überall im Körper befindet, nicht berührt. Dieses unsterbliche, unveränderliche, gleichbleibende, gestaltlose, eigenschaftslose Selbst handelt nicht und wird nicht berührt, obwohl es im Körper ist, wie der Kristall von der roten Farbe der Blume, mit der er in Berührung kommt, nicht berührt wird, so wie die Sonne nicht von der Augenkrankheit berührt wird. Nur etwas Veränderliches kann sich mit etwas anderem verbinden und zum Handelnden werden. Das Selbst ist immer isoliert, unabhängig und frei. Dieses Selbst ist unveränderlich (II.25). Die Eigenschaften bewegen sich zwischen den Eigenschaften (III.28). Obwohl Er im Körper ist, handelt Er nicht. (XIII.31). Handlungen werden von den Eigenschaften geschmiedet (III.27). In der Brihadaranyaka Upanishad (4,3,7) findest du: »Man könnte sagen, es meditiert: man könnte sagen, es bewegt sich.« Durch Nachdenken können wir zum selben Schluß kommen:

»Das Selbst ist unteilbar, alldurchdringend, unendlich, gliedlos, ohne Teile, unabhängig, immer frei und unveränderlich. Daher können Handlungen des Körpers niemals der Wirksamkeit des Selbst zugeschrieben werden.

Die Handlungen des einen können wahrlich nicht auf einen anderen übergehen, der sie nicht getan hat. So wie das Blau nicht dem Himmel angehört, Silber nicht der Perlmutter und Wasser nicht der Luftspiegelung, so kann auch das, was aus Unwissenheit dem Selbst zugeschrieben wird, Ihm nicht angehören. Die Veränderungen, die im Körper auftreten, gehören zum Körper, aber nicht zum reinen handlungslosen Selbst, das immer der Betrachter, der stumme Zeuge ist. Daher ist es richtig, wenn man sagt, daß der Weise, der frei ist von Ichgedanken und allen Unreinheiten des Geistes, weder tötet noch gebunden ist, obwohl er tötet.«

In Kapitel II.19 stellte der Herr fest – »Er tötet nicht, und wird auch nicht getötet.« In Kapitel II.20 sagte Er: »Das Selbst ist ungeboren, ewig und ohne Anfang und Ende; das Selbst wird nicht erschlagen, wenn der Körper getötet wird. Der Herr hat hier und da angesprochen, daß das Selbst durch Tätigkeit nicht berührt wird, daß für den Weisen keine Notwendigkeit zum Handeln besteht. Er schließt, daß der Weise »weder tötet noch gebunden ist«, und faßt die Lehre der Gita zusammen. Die Lehre der Gita ist in diesem Vers abgeschlossen worden. Sannyasins, die keinen Ichgedaken haben, werden von Karma nicht berührt. Die drei Früchte der Handlung, nämlich schlecht, gut und vermischt (siehe Vers 12 oben), fallen ihnen nicht zu. Diese weltlichen Menschen, die im Ichgedanken handeln und Früchte erwarten, werden durch ihre Handlungen befleckt. Sie sind gezwungen, die Früchte ihrer Handlungen zu genießen und immer wieder geboren zu werden. (Vgl.II.19; V.7)

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