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18-16 Kommentar Swami Sivananda

Das Selbst ist stets handlungslos. Es ist ungebunden wie der Äther. Es ist immer der stumme Zeuge. Es ist der Beobachter der Aktivität. Der egoistisch denkende Mensch von geringem Verstehen meint, er wäre der wahrhaft Handelnde, und daher wird er durch Handlungen gebunden. Er wird immer wieder geboren, um die Früchte seiner Handlungen zu ernten. Wer den Körper für Bewusstsein, Gott oder Selbst hält, folgert natürlich, daß das Selbst der Handelnde und Ausführende ist. Wer sich mit dem Körper identifiziert, wer den Körper als das wahre Selbst sieht, hat über sich ein Netz geworfen und führt ein Leben der Täuschung und äußersten Unwissenheit. Er ist gebunden durch die Fesseln und Bande von Karma. Er ist für immer in diesem Körpergefängnis eingeschlossen.

Wer keine Einheit mit Buddhi gefunden hat, wessen Verstehen unrein und nicht ausgebildet ist, und wer das Selbst als Handelnden und Ausführenden sieht, ist sicher ein Mensch mit irregeführtem Verstehen. Er ist getäuscht. Er ist tatsächlich blind. Er sieht nicht, obwohl er Augen hat. Er nimmt nicht die Essenz der Dinge wahr. Er hat keine Vorstellung vom höchsten Prinzip (dem Selbst), das an sich handlungslos ist, das immer als stummer Zeuge der Aktivitäten aller Geiste und Organe aller Wesen anwesend ist, das Geiste, Organe und Lebenskraft bewegt und die Körper zum Handeln veranlaßt, so wie der Magnet die Eisenstücke in Bewegung setzt. Er nimmt die Wahrheit über das Selbst und das Handeln nicht wahr.
Durmati: Ein schlechter Mensch: Ein Mensch von irregeführtem Intellekt oder unentwickeltem Verstehen. Er denkt, er allein wäre Handelnder oder Ausführender. Er versteht nichts. Er hat kein Wissen vom handlungslosen, reinen und aus sich selbst strahlenden Selbst.

Der unwissende Mensch, dessen Verstehen nicht ausgebildet ist, identifiziert sich mit den fünf Ursachen und betrachtet das reine, handlungslose Selbst als Handelnden und Ausführenden der Handlungen, die in Wahrheit von diesen fünf Ursachen ausgeführt werden. Was ist der Grund dafür? Warum sieht er sie so? Weil sein Verstand nicht rein und subtil ist; sein Verstehen (Buddhi) ist nicht in der Praxis der Vedanta ausgebildet worden; er besitzt nicht die vier Mittel zur Befreiung (siehe III.3); sein Verstand ist nicht durch Unterweisung eines spirituellen Lehrers oder Meisters in der Methode der logischen Schlußfolgerung ausgebildet worden.

Wer annimmt, das reine handlungslose Selbst sei Handelnder und Ausführender, ist sicher ein Mensch, dessen Verstehen unausgebildet ist. Er hat kein Wissen vom handlungslosen Selbst und der Handlung. Daher ist sein Verstand irregeführt. Sein Verstand wirkt oder bewegt sich in die falsche Richtung. Sein Verstand bewegt sich in den Furchen oder Bahnen der Sinne. Er läuft wie ein wildes Pferd und führt zu Geburt und Tod. Die Technik von Buddhi Yoga, die in der Gita gelehrt wird, versetzt den Menschen in die Lage, dies wirksam zu verhindern.

Er nimmt die Wahrheit nicht wahr und sieht sie nicht, obwohl er Augen hat. Obwohl er sieht, sieht er nur die äußeren, groben, illusorischen, sich verändernden und vergänglichen Dinge. Er nimmt nicht die eine unsterbliche, unveränderliche und höchst wonnevolle Essenz wahr, die die Grundlage und Substanz von allem ist. Er ist wie der Gelbsüchtige, der alles gelblich sieht, oder wie der an Diplopie Leidende, der viele Monde sieht, oder wie der Mensch, der denkt, daß sich der Mond bewegt, wenn sich die Wolken bewegen, oder wie der Mensch, der in einem Zug sitzend die Vorstellung hat, daß sich die Bäume bewegen, während sich in Wirklichkeit der Zug bewegt. (Vgl. V.15; XIII.30)

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