Suche
  • TIPP: Nutze die Suche, um bestimmte Verse zu finden.
  • z. B.: die Eingabe 01-21 bringt dir 1. Kapitel, 21 Vers.
Suche Menü
Kapitel
Vers
Schrift öffnen

15-01 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 15. Kapitel 1. Vers: Der Yoga des höchsten Geistes

Play

„Sri bhagavan uvaca Urdhva-mulam adhah-sakham asvattham prahur avyayam chandamsi yasya parnani yas tam veda sa veda-vit.“
Krishna sprach:

„Die Weisen sprechen vom unzerstörbaren Feigenbaum, dessen Wurzeln nach oben und dessen Zweige nach unten gerichtet sind, dessen Blätter die Metren oder Hymnen darstellen; wer ihn kennt, kennt die Veden.“

Das 15. Kapitel ist wieder ein sehr philosophisches Kapitel, ein Jnana Yoga Kapitel, ein Kapitel des Wissens. Nachdem Krishna im 14. Kapitel über die Gunas gesprochen hat und damit klare praktische Handlungsempfehlungen für den Alltag gegeben hat, will er uns hier noch einmal führen zu einem philosophischen Gedankengang und damit zu einer tieferen Sichtweise der Welt. Die Welt ist letztlich Brahman, eine Manifestation von Brahman. Shankaracharya sagt: „Die Welt, wie wir sie wahrnehmen, ist unwirklich. Brahman allein ist wirklich. Das Selbst ist eins mit Brahman.“ Aber wie können wir das verstehen? Wie können wir verstehen, dass die Welt letztlich Brahman ist? Eine Möglichkeit sind Analogien. Und die Analogie, die Krishna hier gibt, ist die Analogie eines Baumes. Die ganze Welt ist wie ein Baum. Der ganze Baum ist letztlich eins. Der Baum bildet eine Einheit. Die Einheit des Baumes besteht aus Wurzeln, aus Stamm, aus Ästen, aus Zweigen, aus Blättern, aus Blüten, aus Früchten. Wenn ein Blatt ein anderes sieht, denkt es vielleicht: „Wir sind unterschiedliche Blätter, wir sind ganz anders.“ Aber von einem höheren Standpunkt aus sind beide Blätter Teil des gleichen Baumes. Es mag sein, ein Blatt sieht eine Blüte und denkt: „Oh, die Blüte ist schöner als ich.“ Die Blüte denkt: „Oh, das Blatt gibt es schon länger als mich.“ Und sie können sich miteinander streiten. Aber in Wahrheit ist alles miteinander verbunden. Schau dir die ganze Welt an, schau dir die ganzen Menschen an, schau dir die Tiere an, schau dir die Pflanzen an, schau dir auch die Autos und alles andere an! Letztlich ist alles Teil des allumfassenden Weltenbaumes, genährt durch den gleichen Lebenssaft, nämlich durch die Shakti, die kosmische Energie, genährt durch die gleiche Sonne, nämlich Brahman, das Unendliche, das Ewige. Und so kannst du sagen: „Ja, wir sind alle eins. Wir sind alle miteinander verbunden. Wir sind Teile des gleichen Baumes und bekommen unseren Lebenssaft von der kosmischen Energie, Shakti, bekommen das Licht, das wir brauchen, von Brahman, dem Ewigen, dem Unendlichen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.