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14-09 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 14. Kapitel 9. Vers: Steigen und fallen der drei Gunas

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„Sattvam sukhe sanjayati rajah karmani bharata jnanam avrtya tu tamah pramade sanjayaty uta.“
Sattva bindet an Glück, Rajas an Handlung, Oh Arjuna, während Tamas wahrlich alles Wissen verhüllt und an Unachtsamkeit bindet.“
Krishna spricht hier, wie in den letzten und in den nächsten Versen der Bhagavad Gita, über Sattva, Rajas und Tamas, drei Eigenschaften der Natur, die immer da sind, überall. Sattva bindet an Glück. Es gibt wunderbare, schöne sattvige Momente. Z.B. wenn du eine tiefe Meditation hattest, wenn das Mantrasingen besonders inspirierend war, vielleicht während oder nach einer Yogastunde, vielleicht während einer Begegnung mit einem Menschen. Du fühlst dich so glücklich und so schön. Dann bist du gebunden daran. Wenn du anschließend aus deiner Meditation kommst und es kommt ein Mensch, der nicht so freundlich zu dir ist oder der dich nicht so freundlich anschaut oder der schlecht gelaunt ist, dann denkst du: „Ach, wäre ich doch weiter in der Meditation. Ach, wäre ich doch mit Menschen zusammen, die immer nur glücklich sind oder sehr spirituell sind.“ Du bist verhaftet. Oder, heute ist die Yogastunde sehr schön, in einer Woche gehst du wieder zur Yogastunde und sie ist nicht so schön. Dann bedauerst du das: „Ach, letzte Woche war es doch viel besser. Was ist los mit meinem Yogalehrer?“ Oder du hast mit einem Menschen eine sehr spirituelle Erfahrung und nachher hast du mit diesem Menschen eine andersartige Erfahrung. Dann denkst du: „Oh, warum war das nicht so wie gestern?“ Sattva bindet an Glück. Sei nicht verhaftet an Glück. Genieße den Moment, wo du besonders glücklich bist. Erkenne, jeder glückliche Moment ist wie eine Offenbarung Gottes. Aber sei dir bewusst, das dauert nicht lange, irgendwann ist es vorbei. Zwar ist deine wahre Natur Glück, aber im Alltag erlebst du diese sattvigen Momente nur kurzfristig. Rajas bindet an Handlung. Die Aufgabe von Rajas ist es, dich zu Aktivität zu bringen, damit du dein Karma erfüllen kannst, deine Aufgaben tun kannst und die Sachen erfahren kannst, die du erfahren solltest, um zu wachsen. Die Schwierigkeit ist, Rajas führt dich dazu, dass du gebunden bist an Handlung, dass du auch dann handeln willst, wenn es vielleicht nicht mehr der richtige Zeitpunkt dafür ist, wenn es vielleicht der Moment ist, zu meditieren. Wenn du abends meditieren willst, plötzlich fällt dir ein, du musst noch die Wohnung saubermachen, du musst noch dieses vorbereiten, du musst noch jenes vorbereiten. Du bist gebunden an die Handlung und du willst das und das erreichen und du bedauerst, dass du nicht so erfolgreich warst. Vielleicht, dass niemand dich dafür gelobt hat, wo du dich doch so eingesetzt hast. Sei also nicht verhaftet an die Handlung. Tue das, was getan werden muss. Tamas, Trägheit, kann Unachtsamkeit sein, auch zu Traurigkeit und Melancholie werden. Die Aufgabe des Tamas ist, dich auch mal zur Ruhe zu bringen, damit du dich erholen kannst. Aber Tamas führt auch zu Unachtsamkeit. Manchmal, wenn du unachtsam bist, ist der Moment gekommen, einen Moment lang ruhig zu sein, einen Moment lang innezuhalten, neue Kraft zu sammeln. Aber Menschen, die manchmal in dieser Unachtsamkeit sind, die machen immer weiter und sie denken, es stimmt, was sie dort gerade denken. Freue dich über glückliche Momente, tue das, was getan werden soll und entspanne, wenn es nötig ist. So bist du nicht verhaftet an Sattwa, nicht an Rajas und nicht an Tamas.

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