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11-19 und 11-20 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 11. Kapitel, 19. und 20. Vers: Gotteserfahrung ist immer mit Bewusstseinserweiterung verbunden

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Bhagavad Gita, 11. Kapitel, 19. Vers
„Anadi-madhyantam ananta-viryam-ananta-bahum sasi-surya-netram pasyami tvam dipta-hutasa-vaktram sva-tejasa visvam idam tapantam.“
Übersetzung:
„Ich sehe Dich ohne Anfang, Mitte und Ende, unendlich in Deiner Macht, mit endlosen Armen, Sonne und Mond sind Deine Augen und das lodernde Feuer ist Dein Mund, der das ganze Universum mit Deinem Strahlen erwärmt.“
Arjuna, der Schüler, hat eine Vision, eine Vision Gottes, und er sieht seinen Lehrer, Krishna, als Gott selbst. Und er sieht dort diese unendliche, großartige Gestalt. Er hat diese Gotteserfahrung, nach der wir alle streben können. Ich weiß, ich wiederhole mich. Im Grunde genommen ist das fast immer mein Kommentar zu diesen Versen. Strebe nach dem Höchsten, strebe nach Gott. Bitte darum, das Höchste zu erfahren. Es ist das, was wirklich zählt.
20. Vers
„Dieser Raum zwischen Erde und Himmel und alle Bereiche sind allein nur von Dir erfüllt; nachdem sie diese, Deine wunderbare und schreckliche Gestalt gesehen haben, erzittern die drei Welten vor Furcht, Oh Wesen erhabener Seele.“
Interessanterweise sagt Arjuna, die Weisen erzittern vor Furcht. Eine Gotteserfahrung zu machen, ist zunächst etwas Großartiges, du bist erfüllt von Liebe, du bist erfüllt von Freude. Aber weil diese Gotteserfahrung alles Bekannte auch auf den Kopf stellt, kann es auch mit Angst verbunden sein, es kann auch mit Schrecken erfüllt sein. Denn, Gott ist nicht nur schön. Wenn Gott das ganze Universum ist, dann ist er auch alle Grausamkeiten in diesem Universum. Wenn Gott die Schöpfung ist, dann ist er auch die Vergänglichkeit und das Auflösen. Und letztlich, der menschliche Geist vermag Gott gar nicht wirklich zu erfahren. Daher sei auch darauf gefasst, wenn du eine Gotteserfahrung hast, wirst du auch dein kleines Ego überwinden müssen. Es werden auch Erfahrungen kommen, die so großartig sind, dass sie dich vielleicht auch mal erschüttern. Aber du brauchst keine Angst zu haben. Ich persönlich muss sagen, ich habe ja viele Kontakte mit vielen Aspiranten und viele erzählen mir ihre Erfahrungen. Normalerweise sind die Gotteserfahrungen großartig, freudevoll und lieblich. Und ich muss aus eigener Erfahrung auch sagen, für mich waren die Bewusstseinserweiterungserfahrungen und letztlich Erfahrungen der Gegenwart Gottes immer voller Freude und Liebe und etwas, was einfach nur schön war. Letztlich hängt es auch davon ab, wie weit man vorbereitet ist. Arjuna hatte zwar viel praktiziert, aber er hatte nicht so wirklich den philosophischen Kontext. Er hatte die letzten Jahre und Jahrzehnte nicht wirklich so viel gelesen und gelernt über Yoga und Bewusstseinsveränderungen. Ich meine, wenn du weißt, was alles auf dich wartet, wenn du weißt, du bist letztlich eins mit dem Unendlichen, dann brauchst du keine Angst zu haben, wenn du es tatsächlich erfährst. Jemand, der bisher der festen Überzeugung ist, er ist die individuelle Seele, er ist beschränkt, er ist eine Persönlichkeit, wenn der erfährt, dass er nicht die individuelle Persönlichkeit ist, sondern dass es eigentlich gar keine individuelle Persönlichkeit gibt, sondern nur die unendliche, der ist furchtbar erschreckt. Jemand, der der Überzeugung ist, „ich bin nicht der physische Körper“, wenn er das Körpergefühl verliert in der Meditation, der freut sich dort, denn es ist eine wunderschöne Erfahrung. Nur jemand, der bisher gedacht hat und fest davon überzeugt war, „ich bin der physische Körper“, wenn der eine Erfahrung macht, wo er den physischen Körper transzendiert, der ist erschreckt. Daher, meine Erfahrung und die Erfahrung der Aspiranten, die ich kenne, mindestens der Mehrheit der Aspiranten, ist, Gotteserfahrung ist etwas Großartiges, kein Grund, dich davor ängstigen zu müssen. Transzendierung des Körpers ist eine großartige Erfahrung, etwas Wunderschönes und du kommst ausreichend früh wieder zurück. Daher, danke dafür, wenn du eine solche Erfahrung hast. Verneige dich vor Gott, verehre Gott und setze dann die Lektionen oder das Wissen, die Inspiration, das Berufungserlebnis in den Alltag um.

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