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11-09 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 11. Kapitel, 9. Vers: Arjuna macht die Gotteserfahrung

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„Sanjaya uvaca evam ukta tato rajan maha-yogesvaro harih darsayam asa parthaya paramam rupam aisvaram.“
Sanjaya sprach:
„Nach diesen Worten, Oh König, zeigte der große Herr des Yoga, Krishna Hari, Arjuna seine höchste Gestalt, seine höchste Gestalt als der Herr des ganzen Universums, als Ishwara.“

 

Vielleicht erinnerst du dich, Sanjaya ist der Erzähler. Der Erzähler erzählt die Mahabharata-Schlacht dem blinden König Dhritarashtra. Und Dhritarashtra will wissen, was geschah überhaupt auf dem Schlachtfeld. Sanjaya erzählt das. Und Sanjaya erzählt also, dass Krishna dem Arjuna seine höchste Gestalt zeigt als Ishwara. Gott kann menschliche Gestalt annehmen. Auf eine gewisse Weise könnte man auch sagen, jeder Mensch ist eine Verkörperung Gottes. Letztlich gibt es ja nichts anderes als Gott. Und Krishna zeigt jetzt Arjuna seine höchste Gestalt als Ishwara selbst. Natürlich, auch wenn man sagt, jeder einzelne Mensch kann eine Verkörperung Gottes sein, gibt es doch so etwas wie Avatar, eine Herabkunft Gottes. Das würde jetzt zu weit führen, darüber zu sprechen. In einem vorigen Kapitel habe ich dazu ja einiges gesagt. Und wenn Gott als Inkarnation auf die Welt kommt, kann er seinem Verehrer genau das zeigen, was er braucht, um sich zu entwickeln. Und er kann dem Menschen auch die Vision der höchsten Gestalt geben. Genau das, beschreibt Sanjaya, machte Krishna. Arjuna, der Schüler, der seit Jahrzehnten praktiziert hatte, der bereit war, auf alles zu verzichten, um das Richtige zu tun, der viele Jahre in der Askese gelebt hatte, der letztlich Zuflucht zu Krishna gesucht hatte, der darum gebeten hatte, „bitte, lass mich Dich erfahren, lass mich Dein Selbst erfahren“, dieser wird jetzt tatsächlich die Gotteserfahrung machen. Es kann uns ein Trost sein, dass Arjuna Jahrzehnte gebraucht hatte. Es geschah nicht plötzlich auf einmal. Gotteserfahrung ist eine Frage der Anstrengung und der Gnade. Wann die Gnade kommt, wissen wir nicht. Aber sie kommt vor allem dann, wenn wir uns selbst bemühen, wenn wir Sehnsucht danach haben und dann loslassen.

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