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10-31 Kommentar Sukadev

Unter den Bewegungen bin ich der Wind“: Wenn es das nächste Mal windig ist, stelle dich einmal in den Wind. Spüre den Wind auf deiner Haut. Schaue dir das Spiel der Blätter, des Grases, der Zweige im Wind an. Lausche dem Rauschen der Bäume und des Waldes oder höre das Pfeifen des Windes. All das kann dich an Gott erinnern.

Ich bin Rama unter den Kriegern“: Glücklicherweise werden in unseren Breiten keine Kriegshelden mehr verehrt. Zu Arjunas Zeiten war das anders. Und so nannte Krishna dem Arjuna Rama als göttliche Manifestation eines Kriegers.

Unter den Fischen bin ich der Hai“: Haie gehören zu den größten und faszinierendsten Fischen. Welche Fischart lässt dich am ehesten an die Großartigkeit Gottes denken?

Unter den Flüssen bin ich der Ganges“: Der Ganges ist Indiens heiliger Fluss. In Nordindien wäre früher ohne künstliche Bewässerung und damit ohne den Ganges kaum Leben gewesen. Die Ganges-Tiefebene ist bis heute die fruchtbarste Region Indiens und eine der am dichtesten besiedelten Regionen auf der ganzen Welt. Das Ganges-Wasser hat dabei einige Besonderheiten: Es hat antiseptische Eigenschaften, weshalb es nicht so schnell von Bakterien verseucht werden kann. Es schmeckt, insbesondere am Oberlauf, ganz besonders gut. Um Ganga wie die Inder sagen, denn Ganga gilt als weiblich, ranken sich eine Reihe von Legenden. Ganga gilt als göttlichen Ursprungs. Ganga entspringt im Himmel. Ihr Fluss wurde durch Shiva gebändigt. Und Shiva ließ dann aus seinem Haar Ganga auf die Erde fließen. Daher gilt das Wasser der Ganga als reinigend. Viele Sühnerituale werden am Gangesufer zelebriert. Und Ganga selbst wird als Manifestation Gottes verehrt. Mein Meister Swami Vishnu-devananda hat folgende Geschichte erzählt: Er war als Skeptiker aufgewachsen, der vieles im Hinduismus als puren Aberglaube ansah. Dennoch hatte er einen Zugang zur Spiritualität des Yoga. Man könnte ihn einen „aufgeklärten spirituellen Menschen“ nennen. Als er erstmals in Swami Sivanandas Ashram kam, erlebte er am Abend das Ganga Arati. Da werden vor dem Ganges Öllampen und Kampfer geschwenkt sowie Mantras rezitiert. Swami Vishnu dachte: „Wieso verehren die Menschen einen Fluss, der ja letztlich nur aus H²O besteht. Welch ein Unsinn, H²0 zu verehren.“ Während er das dachte, schaute ihm Swami Sivananda in die Augen. Und in diesem Moment hatte Swami Vishnu eine Vision. Er sah plötzlich im Ganges kein Wasser mehr sondern einen Fluss von Licht. Und dieses Licht der Ganga erfüllte alles um sie herum mit Freude. Swami Vishnu empfand tiefes Glück und große Dankbarkeit. In seinem Kopf hörte er eine Stimme: „Es gibt viel mehr auf dieser Welt, als deine Schulwissenschaft kennt“ (ein Shakespeare Zitat).
Für mich gehören Erinnerungen an Ganga Arati in Rishikesh und Haridwar zu den beeindruckendsten Erlebnissen.

Aber nicht nur Ganga ist ein heiliger Fluss. Viele Menschen erfahren Gottes Gegenwart an Flüßen, an Wasserfällen. Flüsse sind auch ein Symbol des Lebens. Wie das Wasser im Fluss dem Ozean hin strebt, so streben Menschen danach, wieder mit Gott eins zu werden. Und so wie sich im Fluss alles ändert, das Fließen selbst aber immer weiter geht, so ändert sich auch im Leben jedes Menschen so vieles immer wieder. Das Fließen zum Ursprung geht dabei immer weiter. Auch hier die Frage an dich: Welcher Fluss oder Flussabschnitt ist für dich besonders großartig? Ich kann mich an meine Zeit in Genf erinnern. Das Yoga-Zentrum, welches ich dort geleitet habe, war in der Nähe der Arve, welche in Genf in die Rhône mündet. Meine schönsten Meditationen hatte ich an einer bestimmten Stelle am Flussufer. Oder hier in der Umgebung von Bad Meinberg fahre ich gerne mit dem Fahrrad an die Weser. Wenn ich dann die Weser entlang fahre, ist das für mich immer eine besondere Erfahrung. Und früher in meiner Kindheit konnte ich stundenlang am Rheinufer oder Naheufer sitzen. Auch da hatte ich tiefe Erfahrungen.

Für Arjuna ist das recht einsichtig, denn das ist alles etwas, was besonders machtvoll ist, etwas, worin man besonders gut Gott sehen kann, und so gibt er eine ganze Reihe von Beispielen.

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