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10-30 Kommentar Sukadev

Unter den Dämonen bin ich Prahlada“: Selbst unter den Bösen gibt es Gute. Kein Mensch ist nur schlecht. In jedem Menschen ist ein göttlicher Kern. Auch im abgrundtief Schlechten ist das Gute angelegt. Dies verdeutlicht der Mythos um den Dämonen Hiranyakashipu, seinen Sohn Prahlada und Narasimha, dem vierten Hauptavatar von Vishnu: Es war einmal ein Dämon namens Hiranyakashipu. Er war sehr machtvoll. Er vertrieb die Engel aus dem Himmel und versklavte alle Menschen auf der Erde. Er verbot, Gott zu verehren. Wie Stalin und Mao befahl er, dass stattdessen er selbst verehrt werden möge. Hiranyakashipu hatte einen Sohn namens Prahlada. Er schickte diesen Sohn zu den besten Dämonen-Lehrern. Prahlada hörte aber von einer Magd über die Großartigkeit von Vishnu, von Gott selbst. Er entbrannte in tiefer Liebe zu Gott und begann, Vishnu zu lobpreisen und über ihn zu meditieren. Die Lehrer von Prahlada versuchten alles, was sie konnten, um ihn davon abzuhalten. Sie versuchten es im Guten und im Bösen, mit Bestechung und mit Prügel. Als Hiranyakashipu von den „Unarten“ seines Sohnes und seiner Unbelehrbarkeit erfuhr, wollte er ihn töten lassen. Prahlada aber dachte an Vishnu und wiederholte Om Namo Narayanaya. So konnten ihm keine Waffen, kein Gift und auch kein Sturz von einer Klippe etwas anhaben. Schließlich ließ Hiranyakashipu seinen Sohn zu sich holen und fragte ihn: „Wer soll das denn sein, Vishnu?“ Prahlada antwortete: „Vishnu ist der Allumfassende, der Herr des Universums.“ Hiranyakashipu lachte und sagte: „Weißt du nicht, dass ich der Herrscher des Universums bin?“ Prahlada antwortete: „Auch deine Kraft ist letztlich die Kraft von Vishnu.“ Hiranyakashipu: „Wo soll denn dieser Vishnu sein.“ Prahlada: „Gott ist überall.“ Hiranyakashipu: „Ist er auch in dieser Säule?“ Prahlada: „Ja, da ist er auch.“ Hiranyakashipu: „Beweise es mir!“ Kurz nachdem Hiranyakashipu diese Worte gesagt hatte, trat Vishnu aus dieser Säule in Gesalt von Narasimha, halb Mensch, halb Löwe. Er nahm Hiranyakashipu auf seinen Schoß und tötete ihn mit seinen Pranken. Besänftigt durch die Gebete von Prahlada, setzte Narasimha eine gerechte Regierung ein und verschwand. Noch heute wird Narasimha verehrt und ich kenne eine Reihe von Menschen, die Visionen von Gott in der Gestalt von Narasimha hatten. Prahlada als Sohn des Königs der Dämonen beinhaltet, dass auch im Schlimmsten das Gute ist und dass letztlich das Gute langfristig die Oberhand gewinnt, wenn nicht aus eigener Kraft, dann durch die Gnade Gottes.

Unter den Zählsystemen bin Ich die Zeit“: Auch die Mathematik ist eine göttliche Offenbarung. Pythagoras, der große Durchbrüche in der Mathematik bewirkte, betrieb Mathematik als spirituelle Praxis. Über die Beschäftigung mit Zahlen erhielten er und seine Schüler eine tiefe Ehrerbietung von dem Göttlichen. Am geheimnisvollsten aller mathematischen und physikalischen Phänomene ist die Zeit. Zum einen beendet die Zeit alles Relative. Zum anderen ist Zeit nicht intellektuell fassbar. Swami Sivananda sagte einmal: „Erinnere dich immer wieder an Gott. Und wenn du nicht an Gott denken kannst, dann erinnere dich an den Tod.“ Das Erinnern an den Tod hilft, sich nicht zu sehr am Relativen zu verhaften.

Unter den Tieren bin ich der Löwe“: In unseren Breiten wird der Löwe als „König der Tiere“ bezeichnet. So hat man auch in unseren Breiten den Löwen gegenüber großen Respekt.

Unter den Vögeln bin ich Vainateya“: Vainateya ist ein anderer Name für Garuda, dem Reittier von Vishnu, dem Adler. Daher gelten auch die Adler in Indien als heilig. Wer schon einmal einen Adler in den Lüften fliegen gesehen hat, versteht, warum der Adler in besonderem Maße als göttliche Manifestation gilt.

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