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08-17 Kommentar 2 von Sukadev

Bhagavad Gita, 8. Kapitel, 17. Vers: Die Zeitperspektive ändern

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Krishna, der Lehrer, spricht zu Arjuna:

„Die Menschen, die den Tag Brahmas kennen, der tausend Yugas dauert, und die Nacht, die ebenfalls tausend Yugas währt, kennen Tag und Nacht.“

Krishna will hier unsere Zeitperspektive etwas verändern. Normalerweise denken Menschen in kurzen Zeitabständen. Junge Menschen denken oft, ein paar Wochen oder ein Monat sind sehr lang. Ältere Menschen denken vielleicht in Jahren oder Jahrzehnten. Von einem höheren Standpunkt aus ist die Welt sehr viel älter. Es gibt eine Schrift namens Siddhanta, Surya Siddhanta, und diese spricht von einer Zeiteinteilung. Ich werde sie dir jetzt einfach mal so nennen, wie sie Swami Sivananda rezitiert oder zitiert in seinem Buch „Die Bhagavad Gita, Shrimad Bhagavad Gita“, aus der ich auch die Übersetzung habe. Dort beschreibt er, ein Kali Yuga dauert 432.000 Jahre, das ist das dunkle Zeitalter. Dvapara Yuga dauert 864.000 Jahre. Tetra Yuga, das ist das silberne Zeitalter, dauert 1.296.000 Jahre. Krita Yuga, auch Satya Yuga genannt, das goldene Zeitalter, dauert 1.728.000 Jahre. Diese vier Yugas zusammen geben ein Maha Yuga, also 4.320.000 Jahre. Einundsiebzig dieser Maha Yugas mit zusätzlich einem Sandya, also einer Dämmerung, gibt ein Manvantara, und das sind 308.448.000 Jahre. Ein Manvantara ist ein wichtiger Abschnitt, wo ein Manu regiert. Vierzehn solcher Manvantaras mit einem weiteren Sandya, also Dämmerung oder Zwischenzeitalter, am Ende von 1.728.000 Jahren, sind ein Kalpa von 4.320.000.000 Jahren. Zwei Kalpas davon sind ein Tag und eine Nacht Brahmas von 8.640.000.000 Jahren. Dreihundertsechzig solcher Tage sind ein Jahr Brahmas von 3.110.400.000.000 Jahren. Hundert solcher Jahre ist die Lebensspanne von Brahma, also 311 Billionen Jahre und 40 Milliarden Jahre. Das bedeutet, ein Zeitalter Brahmas, ein Leben Brahmas, sind 311 Billionen Jahre. Insgesamt dauert ein ganzer Schöpfungszyklus und ein Leben von Brahma 311 Billionen Jahre. Das ist schon sehr lange. Die Zeitperspektive ist sehr viel länger als die moderne Kosmologie und die ist ja schon ein gutes Stück weitergegangen. Es ist jetzt unerheblich, ob das wörtlich zu nehmen ist. Es bleibt ja auch die Frage, wie misst man überhaupt Zeit? Wichtig ist, geh mal raus aus deiner kleinen Zeitperspektive. Stelle dir die Frage: „Vor dem Hintergrund dieser langen Zeitalter, wie wichtig ist mein kleines Leben jetzt?“ Was ist wichtig? Wichtig ist das Ewige und das Unendliche. Wichtig ist, dass du im kleinen Leben das tust, was gut ist, aber nicht zu sehr verhaftet bist, und dass du öfters mal lächelst, auch über dich selbst lächelst. Und auch darüber lächelst, wie wichtig du dich selbst und dein kleines Universum nimmst. Vor dem Hintergrund des unendlichen großen Universums und der Ewigkeit ist vieles von dem, was wir tun, gar nicht so erheblich. Daher tue das, was zu tun ist, mit einem Lächeln und heiter und identifiziere dich nicht zu sehr damit.

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