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07-29 Kommentar Sukadev

An Freiheit von Alter und Tod denkt der heutige Aspirant weniger als früher. In früheren Zeiten war es eine wichtige spirituelle Motivation, sich von Alter und Tod befreien zu wollen. Wir leben heute in einer Zeit, wo Alter, Krankheit und Tod weggeschoben werden. Mit diesen will man nichts zu tun haben. Viele Menschen denken: Sterben tun nur die anderen und wenn wir Yoga üben, werden wir nie krank. Die Alten, das sind immer die, die 15 Jahre älter sind als wir. Das sind drei unbewusste Aberglauben, die wir haben. Jeder hatte schon jemanden in der Familie, der gestorben ist. Und wir wissen alle, dass wir sterben werden.

Rüdiger Dahlke zitierte in einem seiner Vorträge mal eine Umfrage. Da wurde gefragt, wo Menschen gerne sterben würden. Die meisten haben geantwortet: „Wenn schon, dann zuhause“. Die meisten Menschen denken also: „Eigentlich sterbe ich nicht.“

Die meisten Menschen wünschen sich gesund und plötzlich in hohem Alter zu sterben. Sie wollen kein Pflegefall sein. Es gibt diesen plötzlichen Tod. Aber es ist doch sehr viel wahrscheinlicher, dass Menschen im Alter nach einem Schlaganfall oder einem Herzinfarkt oder durch Alzheimer Jahre lang zum Pflegefall werden, bevor sie sterben. Auch die meisten der großen Meister und Heiligen hatten im Alter verschiedenste Krankheiten.

Es ist eine gute Übung in Vairagya, mal ein Altersheim zu besuchen. Es ist eine fast ebenso gute Übung, mit älteren Verwandten zu sprechen. Mir wird immer wieder bewusst, dass wahrscheinlich die eigene Zukunft auch so aussieht.

Physisch sterben wir irgendwann. Außer durch frühen Tod sind Alter und Krankheit nicht zu vermeiden. Wenn wir durch geschickte Yogapraktiken ein paar zusätzliche gesunde Jahre hinzugewinnen, ist das gut. Wir erhalten so ein paar weitere Jahre der Übung, uns nicht mit dem Körper zu identifizieren und dem ganzen Leid, das damit zusammenhängt. Durch Zuflucht bei Gott können wir wahrhafte Befreiung von Alter, Krankheit und Tod erreichen. Der Körper wird weiter Alter, Krankheit und Tod unterworfen sein. Aber wir erfahren die Einheit mit Brahman, erfahren, dass wir nicht der Körper sind, sondern das Unsterbliche Selbst.

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