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18-68 Kommentar Sukadev

Vielleicht bist du selbst Yogalehrer oder hast einen anderen lehrenden oder beratenden Beruf. Die meisten, die so tätig sind, wissen, dass man beim Unterrichten öfter das Gefühl hat, eine höhere Kraft fließt durch einen hindurch.

Krishna ermutigt uns, das Wissen weiter zu geben. Yoga zu lehren, nicht nur die Bhagavad Gita, ist der größte Dienst, den wir erweisen können. Und es ist oft die einfachste und machtvollste Weise, selbst spirituell zu wachsen.

Krishna hat viel über Karma Yoga gesprochen. Dieses Karma-Yoga Gefühl kann man vermutlich am leichtesten erfahren, wenn man unterrichtet.

Mit unserer Yogastunde wollen wir allen Menschen helfen, egal ob sie jung, alt, mittel-alt, dick, dünn oder in der Mitte sind, ob sie freundlich, unfreundlich sind und so weiter. Gerade im Hatha Yoga fällt es einem besonders leicht, diese uneigennützige Liebe zu Menschen zu entwickeln. Zum Beispiel, wenn am Anfang alle ganz entspannt daliegen. Man weiß, der Mensch hat einen schweren Tag hinter sich und legt sich ein bisschen zum Entspannen hin, voller Vertrauen, und wir öffnen uns und bitten Gott durch uns hindurch zu wirken. Wir schicken den Schülern Energie und geben weiter, was wir selbst wissen, so gut wie wir können.

Lehren ist Fließen lassen

Selbst wenn man zeitweise in schwierigen Lebenssituation steht, alle möglichen Probleme hat, die den Geist etwas durcheinander bringen, ist die effektivste Weise, den Geist wieder spirituell auszurichten, über spirituelle Themen zu sprechen. Wenn man andere etwas lehrt, kommt irgendwie Gott und inspiriert einen. Deshalb ist das Lehren von Yoga, spirituelle Vorträge zu geben, Meditation anzuleiten an sich Sadhana, spirituelle Praxis.

Swami Vishnu hat oft gesagt, „Manchmal mögt ihr Zeit haben, euch vorzubereiten auf einen Vortrag oder ein Seminar, manchmal auch nicht. Wenn ihr Zeit habt, dann bereitet euch vor. Wenn ihr keine Zeit habt, wendet euch demütig an Gott und bittet Swami Sivananda darum, dass er durch euch hindurch wirkt. Dann werdet ihr feststellen, manchmal sind gerade diese Vorträge etwas ganz Besonderes. Denn in solchen Situationen seid ihr besonders demütig, richtet euch noch mehr an Gott und dann fließt genau das durch euch hindurch, was in dem Moment für euch und eure Teilnehmer richtig und wichtig ist.” – Auch das darf man wieder nicht missverstehen. Es heißt nicht, dass man sich aus Trägheit oder Überheblichkeit nie vorbereitet und kurz vorher an Gott oder Swami Sivananda denkt und erwartet, dass dann alles von selbst läuft. Aber es gibt Situationen, wo man einfach keine Zeit hat oder sonstige Umstände einen an der Vorbereitung hindern, und dann kann man auf “Fernsteuerung” umschalten.

Ich hatte diesbezüglich einmal eine interessante Erfahrung, das ist jetzt schon über zwölf Jahre her. Ich sollte eine Yogalehrer-Ausbildung außerhalb des Ashrams unterrichten, als einziger Lehrer, also von morgens sechs bis abends 22 Uhr, denn sonst gab es niemanden, der das hätte unterrichten können. Das war ich gewohnt, das war weiter nichts Außergewöhnliches. Nur – am Tag vor dem Abflug hatte ich 39,8°C Fieber. Was tun? Da waren über zwanzig Leute, die ihre Tickets gebucht hatten und an der Ausbildung teilnehmen wollten. – Ich habe dann Aspirin geschluckt, das hat das Fieber etwas gesenkt, da ich sonst nie Medikamente nehme, und so habe ich den Flug überstanden. Danach war ich in einer Art Trancezustand. Bevor ich in den Unterricht gegangen bin, hat sich alles um mich gedreht. Sobald ich mich hingesetzt habe und angefangen habe zu unterrichten, Vorträge und Yogastunden zu geben, war ich klar und es ist geflossen. Ich war wach, habe aber mehr beobachtet was da so durch mich hindurch floss als dass ich selbst etwas gemacht hätte. Am Ende der Stunde oder des Vortrags bin ich weitestgehend kollabiert und habe mich nur noch mühselig ins Zimmer geschleppt. Da habe ich wirklich von ganzem Herzen auf Fernsteuerung umgeschaltet und habe Sivananda gesagt, „Dein Wille geschehe. Bitte fließ Du durch mich. Mein Körper kann gar nichts mehr machen. Jetzt musst Du Dich um alles kümmern.“ – Gut, und nach einer Woche war ich auch wieder gesund und es war alles in Ordnung. Den Rest der Ausbildung konnte ich dann bei klarem Bewusstsein geben.

Manchmal gibt einem Gott solche Erfahrungen, so dass man weiß, „Lehren ist fließen lassen.“ Es ist nicht die eigene Intelligenz, die etwas macht und nicht das eigene Prana – auch wenn es wichtig ist, Pranayama zu machen – sondern die Inspiration fließt durch uns hindurch.

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