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15-20 Kommentar Swami Sivananda

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Guhyatamam: Das tiefste Geheimnis.
Buddhiman meint hier einen Kenner des Selbst oder des Atman.

Selbsterkenntnis, welche die Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod und Freisein von den Banden des Karma gibt, wird in diesem Vers gepriesen. Wenn diese sehr tiefe Lehre richtig verstanden, erkannt oder verwirklicht wird, macht sie den Menschen weise und bringt ihm Erleuchtung. Danach gibt es für ihn nichts mehr zu wissen, nichts mehr, worum er sich bemühen müßte. Er hat das Ziel des Lebens, den Zweck menschlicher Existenz, erreicht. Er ist am Ende seiner Reise angelangt. Sein Streben nach Selbstverwirklichung ist vorbei. Er hat Vollkommenheit erreicht. Er hat vollständiges Wissen vom höchsten Wesen. Er erlangt Brahma Jñana. Er bewegt sich im Bewußtsein des Göttlichen. Er sieht das Selbst überall. Er lebt in Brahman. Er sieht alles Tun als Sein göttliches Spiel.

Wenn man Brahman verwirklicht, hat man alle Pflichten des Lebens erfüllt. Man ist aus den Banden von Karma befreit. Man wird Jivanmukta, ein erleuchteter Weiser, der das Körperbewußtsein, die drei Eigenschaften der Natur, die drei Bewußtseinszustände (Wachzustand, Traum und Tiefschlaf), die Gegensatzpaare und den Kreislauf von Geburt und Tod überwunden hat. Er weiß ganz genau, daß die Wiedergeburt zerstört worden ist, daß das, was getan werden mußte, getan worden ist, daß er dieses höchste Ziel des Lebens erreicht hat, und daß es nichts mehr zu tun oder zu lernen gibt. Er hat das tiefe Geheimnis des Lebens verstanden – das Rätsel dieses Universums. Er ist Sarvavit – allwissend.

Die ganze Gita wird Wissenschaft genannt und doch wird hier das fünfzehnte Kapitel allein als Wissenschaft dargestellt, um es hervorzuheben. Das fünfzehnte Kapitel enthält die Quintessenz der Gita, der Upanishaden und Veden. Das ist die Butter, die aus der Milch der Gita aufgeschlagen worden ist. Es wurde gesagt, daß: »Der, der den Feigenbaum kennt, den Veda kennt« (XV.1). Der Herr hat auch gesagt: »Ich kann in allen Veden erkannt werden« (XV.15). Nur wenn ein Mensch die oben gelehrte Wissenschaft kennt, wird er weise – nicht anders. Jede Pflicht, die ein Brahmane höchster Geburt zu erfüllen hat, ist erfüllt worden durch das Erlangen von Selbsterkenntnis. »Alle Handlungen gipfeln in ihrer Gesamtheit in Erkenntnis.« (IV.33). »Das ist die Erfüllung der Geburt, besonders eines Brahmanen; weil der Zweimalgeborene all seine Pflichten erfüllt, nur indem er dies erreicht, nicht anderes.« sagt Manu Smriti.

Wenn du diese Wahrheit über das höchste Wesen von Mir gehört hast, bist du ein glücklicher Mensch und hast all deine Pflichten erfüllt; du hast Selbstverwirklichung erreicht.
Durch die Verwendung der Begriffe Anagha und Bharata deutet Shri Krishna an, daß, wenn sogar ein gewöhnlicher Mensch Selbsterkenntnis erreichen und ein Kritakritya werden kann, wenn er dieses fünfzehnte Kapitel kennt, dann umso mehr Arjuna, der ohne Sünde war und in einer vornehmen Familie mit göttlichen Eigenschaften geboren worden ist? Der Herr zeigt durch die Verwendung des Wortes Anagha auch an, daß der Guru, der Brahman kennt, das tiefste Geheimnis mitteilen muß (die Wissenschaft vom Selbst), und nur an Menschen, die dazu bereit sind, die ohne Unreinheiten des Herzens sind oder Schwanken des Geistes, die ruhig sind und versehen mit den vier Mitteln zur Rettung (siehe III.3). Der Mensch mit unreinem Geist ist nicht fähig, die Wahrheit zu erfassen. Der Sünder mit irregeführtem Verstehen verzerrt die Wahrheit und ebnet so den Weg der Zerstörung für sich selbst und seine Anhänger.

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