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09-20 Kommentar Swami Sivananda

Viele Suchende steigen auf der Leiter des Yoga bis zu einer gewissen Höhe. Sie werden hilflos von den Versuchungen der höheren Ebenen weggespült (der Himmel, die Ebene der himmlischen Wesen, usw). Sie verlieren ihre Unterscheidungskraft und das rechte Verstehen und dabei verlieren sie sich selbst in himmlischen Vergnügungen. Die Bewohner der höheren Ebenen, die Lichtwesen, führen die Aspiranten auf vielfältige Weise in Versuchung. Sie sagen ihnen: »Oh Yogis, eure Askese und Leidenschaftslosigkeit, eure spirituellen Praktiken und göttlichen Eigenschaften finden großen Gefallen bei uns. Das ist die Ebene eures endgültigen Verweilens, die ihr durch eure Verdienste und Askesen erreicht habt. Wir alle sind eure Diener, befolgen eure Anweisungen und führen euer Gebot und Geheiß aus. Hier ist euer himmlischer Wagen. Ihr könnt euch überallhin bewegen. Hier sind die himmlischen Maiden, die euch aufwarten. Sie werden euch mit himmlischer Musik erfreuen. Hier ist der ›wunscherfüllende Baum‹, der euch alles geben wird, was ihr wünscht. Hier ist himmlischer Nektar in einer goldenen Schale, der euch unsterblich machen wird. Hier ist der himmlische See der höchsten Freude. In diesem See könnt ihr nach Belieben schwimmen.«

Der arglose Yogi wird von den Einladungen der Götter und den süßen blumigen Reden leicht mitgerissen. Er erlangt falsche Freude und Zufriedenheit. Er meint, er hätte das höchste Ziel des Yoga erreicht. Er erliegt den Versuchungen, und seine Energie zerstreut sich in verschiedene Richtungen. Sobald seine Verdienste erschöpft sind, kommt er auf diese irdische Ebene zurück. Er wird auf der spirituellen Leiter von neuem mit dem Aufstieg beginnen müssen. Aber der leidenschaftslose Yogi mit starker Unterscheidungskraft weist diese Einladungen der Götter erbarmungslos zurück, schreitet auf dem spirituellen Weg kühn voran und bleibt nicht stehen, solange er nicht die höchste Sprosse auf der Leiter des Yoga, den höchsten Gipfel auf dem Hügel des Wissens, Nirvikalpa Samadhi, erreicht hat. Er ist sich völlig bewußt, daß himmlische Freuden ebenso wertlos sind wie die Freuden in dieser Welt der Illusion. Die himmlischen Freuden sind subtil, außerordentlich intensiv und überaus berauschend. Deshalb kann der unvorsichtige, nicht wachsame und weniger leidenschaftslose Sucher diesen Versuchungen der höheren Ebenen leicht erliegen.

Auch in dieser physischen Ebene, im Westen und in Amerika, wo es Wohlstand im Übermaß gibt, viele Dollars und Gold, erfreuen sich die Menschen an subtilen und intensiven Sinnesvergnügungen. Täglich bringen die Wissenschafter neue Erfindungen, neue Formen von Sinnesvergnügungen, um die frechen und revoltierenden Sinne zu befriedigen. Selbst ein aus Indien stammender Mensch der Mäßigung mit einfachen Lebensgewohnheiten wird zu einem anderen Menschen, wenn er einige Zeit lang in Amerika oder Europa lebt. Er erliegt den Versuchungen. So ist die Kraft von Maya. So ist der Einfluß der Versuchung. So ist die Kraft der Sinne. Der Mensch mit starker Unterscheidungskraft, andauernder Leidenschaftslosigkeit, einer großen Kraft zur Selbstanalyse und dem brennenden Verlangen nach Befreiung kann den Versuchungen widerstehen, und nur er allein kann wirklich glücklich sein. Er allein kann das höchste Ziel des Lebens, endgültige Glückseligkeit, die erhabene Vision des Unendlichen, erreichen. Wer Somasaft trinkt, wird von Sünden gereinigt.

Opfer: Wie Agnistoma, Jyotistoma. Sie verehren Mich wie die Vasus und andere Gottheiten (Rudras und Adityas) durch Opfer wie Agnistoma.

Indra ist der Herr der Götter. Er heißt Satakratu, denn er hat hundert Opfer gebracht. Die göttlichen Freuden sind die übernatürlichen Freuden des Himmels.

Divya-Bhoga: Eine Freude, die jenseits dessen liegt, was der Mensch erreichen kann, ein Vergnügen, das nur der himmlische Körper der Götter empfinden kann, oder das die Götter im Himmel gewähren. Der Begriff Bhoga meint Sinnesfreuden. Die himmlischen Freuden sind zwar sehr subtil, aber sie sind doch nur Sinnesfreuden. (Vgl.II.45)

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