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06-44 Kommentar Swami Sivananda

Der Mensch, der vom Yoga abgekommen war, wird durch die Kraft der Samskaras aus der Praxis des Yoga zu dem Ziel gebracht, das er in seiner letzten Geburt angestrebt hatte, auch wenn er sich dessen vielleicht nicht bewußt ist, und auch wenn er vielleicht durch die Kraft schlechten Karmas nicht gewillt ist, den Weg der Yogadisziplin in Angriff zu nehmen. Wenn er keine sehr schlechten Handlungen verübt hat, die seine yogischen Neigungen überlagern könnten, wird er seine Yogapraktiken in dieser Geburt durch die Kraft yogischer Samskaras, die er in seiner letzten Geburt durch Yogapraktiken geschaffen hat, mit großer Intensität fortsetzen. Wenn die schlechten Handlungen stärker sind, werden die Neigungen für Yoga für einige Zeit überlagert und unterdrückt. Sobald die Früchte aus den schlechten Handlungen aufgebraucht sind, wird sich die Kraft yogischer Samskaras zu manifestieren beginnen. Er wird intensiv mit der Praxis des Yoga beginnen und die endgültige Glückseligkeit des Lebens erlangen.

Selbst ein Fragender, in dem der Wunsch nach Kenntnis des Yoga entfacht ist, geht über das Wort Brahmans hinaus, d.h. über die Veden. Er erhebt sich über den, der die vedischen Riten und Zeremonien ausführt. Er ist über die Verwirrung durch Formen und Rituale hinausgegangen. Er ist mit bloßen Zeremoniell nicht zufrieden. Er dürstet nach einer höheren Befriedigung als jener, die aus den Sinnesobjekten stammt. Wer nur über die Grundlagen des Yoga Wissen zu erhalten wünscht, findet Befreiung von Shabda-Brahma, d.h. von den Auswirkungen vedischen Rituale und Zeremonien. Wenn das bereits für den zutrifft, der nur auf der Suche ist, wieviel erhabener muß dann die Situation des Menschen sein, der tatsächlich Yoga praktiziert oder kennt, oder der in Nirvikalpa Samadhi ruht? Er wird vollkommen frei sein von den Auswirkungen vedischen Rituale und Zeremonien. Er wird die ewige Seligkeit und den immerwährenden Frieden des Ewigen genießen.

Dem Suchenden, der alleine Moksha zu erlangen wünscht, erwächst keine Sünde aus Nichthandeln, auch nicht, wenn er allen verbindlichen und unverbindlichen oder gelegentlichen Pflichten entsagt. Er geht über das »Wort Brahmans« (die Schriften, die Veden) hinaus.

Wenn das für einen Sucher gilt, der keinerlei spirituelle Neigungen oder Samskaras aus der letzten Geburt hat, wieviel erhabener muß dann der Zustand des Schülers sein, der schon in der letzten Geburt Yoga praktiziert und in der gegenwärtigen Geburt mit Yoga begonnen und allen weltlichen Aktivitäten entsagt hat?

Vom starken Wunsch nach Befreiung getrieben macht er in dieser Geburt intensives Sadhana. Er wird durch die Kraft der guten Samskaras aus der letzten Geburt geradezu gezwungen und beginnt unwillkürlich Yoga zu praktizieren.

In diesem Vers betont der Herr, daß im Yoga niemals irgendeine Anstrengung umsonst ist. Auch die geringste Bemühung zeitigt früher oder später in dieser oder einer anderen Geburt ihre Wirkung. Daher besteht auch für den trägsten spirituell Strebenden kein Grund zur Entäuschung.

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