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02-15 Kommentar Sukadev

Wir sind schon unsterblich. Wir brauchen nichts zu machen, um unsterblich zu werden. Nur haben wir das vergessen. Wir identifizieren uns mit dem Vergänglichen, mit dem Sterblichen.

Das sind jetzt alles Dinge, die ihr wahrscheinlich schon viele Male gehört und gelesen habt. Und eigentlich wollen wir immer aufregendes Neues haben. Doch die größten Weisheiten sind eben sehr einfach und gleich. Wir sind die unsterbliche Seele. Wir vergessen es nur immer wieder. Wir müssen uns immer wieder daran erinnern. Swami Vishnu hat uns öfters gesagt: „Satsang ist, uns an das zu erinnern, was wir immer wieder vergessen.“ Es ist die große Weisheit, wir sind unsterblich und um unsere Unsterblichkeit zu verwirklichen müssen wir lernen in Sukha (Freude) und Dukha (Leiden) gleichmütig zu sein. Er sagt nicht, kein Sukha und Dukha mehr empfinden. Das ist wichtig zu verstehen. Er spricht nicht davon, dass derjenige, der Sukha und Dukha nicht mehr spürt, die Unsterblichkeit erreichen wird, sondern er sagt: Wer gleichmütig ist, in Sukha und Dukha, erreicht die Unsterblichkeit. Der Weise kann also durchaus auch Schmerz empfinden. Auch bei Swami Vishnu konnte ich sehen, dass er körperliche Gebrechen und infolgedessen auch Schmerz empfunden hat. Es gab auch Situationen, wo nichts geklappt hat und Swami Vishnu sehr ärgerlich geworden ist. Meist ist sein Ärger aber kurze Zeit später wieder verflogen. Der Ärger war da, erfüllte eine bestimmte Funktion, war dann aber wieder verschwunden und nicht erheblich.

Diese Lehren hat er öfters uns engeren Schülern vermittelt. Er betonte auch immer wieder, dass man alle Emotionen, die scheinbar Guten und die scheinbar Schlechten, Gott darbringen kann. Im Grunde genommen ist es alles ein Lila. Wir bringen alles Gott dar. Dann sind wir gleichmütig auch dann, wenn wir mal nicht gleichmütig sind…

 

Angenommen man hat leichte Knieprobleme im rechten Knie. Wenn wir da jetzt nur sagen würden: „Ach, da ist ein Knieproblem, dann muss ich halt eine zeitlang in der Meditation anders sitzen.“ würden vermutlich die Knieprobleme verschwinden. Aber was denken wir?

„Oh, ich habe jetzt Knieprobleme, habe ich mich verletzt? Könnte ich einen Meniskusschaden haben? Werde ich jemals wieder meditieren können? Und wenn ich nicht richtig sitzen kann, dann werde ich niemals richtig meditieren können. Ich habe das ja schon mal gehabt, jetzt habe ich es wieder bekommen. Mache ich irgendetwas falsch? Mache ich meine Asanas falsch, habe ich mich sonst irgendwie falsch verhalten? Warum passiert mir das? Es ist gerade mit meinen Asanas so gut gegangen und jetzt konnte ich endlich mal den Lotus und was will mir das Knie jetzt sagen?“

Es gelingt uns aus einem Ameisenhaufen einen Mount Everest zu bilden. Aus einer kleinen Erkältung eine Infragestellung unseres gesamten Lebens zu machen.

 

Krishna spricht in der Gita erst von Vergnügen und dann von Schmerz und wer dieses Vergnügen und diesen Schmerz gleich behandelt, empfindet beides durchaus noch. Doch beides ist gleichbedeutend. Wenn wir das so empfinden können, dann sind wir geeignet, die Unsterblichkeit zu erlangen.

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