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07-15 Kommentar Sukadev

Krishna verwendet eine relativ krasse Ausdruckweise, um uns zu erklären, was überhaupt Dämonen sind.

Von Dämonen, den so genannten Asuras, wird in den verschiedenen Schriften immer wieder gesprochen. In einem dualistischen Weltbild wird die Welt als Kampf zwischen den Guten und den Bösen gesehen. Dieser dualistische Ansatz, der in vielen Religionen weit verbreitet war und ist, wo es Himmel und Hölle und Teufel und Gott gibt, ist Ursprung von vielem Leiden. Aus einem solchen Weltbild kommt fast notwendigerweise dauerhafter Kampf und Krieg. Denn man muss das Böse identifizieren und bekämpfen. Und da jeder unter Böse etwas anderes versteht, wird es aufgrund dieses Weltbildes nie Frieden geben. Kampf führt zu Inquisition, zu Kreuzzügen, Hexenverbrennungen in damaliger Zeit und Glaubenskriegen in heutiger Zeit. Wenn wir dieses Prinzip verstehen, dann verstehen wir den Fanatismus. Der Fanatiker hat Gutes zum Ziel und schafft unendliches Leiden.

Es gilt, diese Form des Dualismus aufzulösen und aus Einheit und Mitgefühl zu handeln. Krishna wendet sich gegen Fanatismus. Er kann nichts daran ändern, dass in den Schriften von Asuras gesprochen wird. Er weiß, dass Arjuna mit dem Konzept von „Asuras“ aufgewachsen ist. Aber Krishna kann den Ausdruck „Asuras“ mitfühlend definieren und damit relativieren. Asuras sind für ihn einfach „Getäuschte“. Ein Getäuschter wiederum ist laut diesem Vers jemand, der Gott nicht sucht. Wenn er Gott auch im Moment nicht sucht, kann es sein, dass er irgendwann später wieder nach Gott sucht. Dann ist er kein Asura mehr. Das ist auch eher die Lehre Jesu: Selbst der größte Sünder kann der größte Heilige werden. Heutzutage würde glücklicherweise kaum jemand mehr sagen, dass jemand, der nicht nach Gott sucht, ein Dämon wäre. Asura könnte man vielleicht besser mit „Getäuschter“ übersetzen. Da jedoch die meisten Bhagavad Gita Übersetzungen „Asura“ mit „Dämon“ übersetzen, mache ich das hier auch. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass Krishna unter „Asura“ etwas anderes versteht als was gemeinhin unter „Dämon“ verstanden wird.

Wie kommt als das Böse in der Welt?

Die moderne Evolutionsbiologie und auch die humanistische Psychologie versuchen zu erklären, dass das Böse ursprünglich mal sinnvoll im Leben der Menschen war. Jede menschliche Regung war irgendwann in irgendeinem Kontext mal sinnvoll. Als „böse“ wird es empfunden, wenn diese Regungen/Tendenzen in einem unangebrachten Kontext sich manifestieren. Aufgabe wäre es zu schauen, wie man es wieder in die richtige Richtung steuern kann. Dies halte ich für einen sehr guten Ansatz.

Krishna sagte in den vorigen Versen, dass letztlich alles aus ihm, also aus Gott, stammt, Gutes wie auch (scheinbar) Schlechtes. Dies halte ich für den besten Ansatz.

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