Atma Bodha – Vers 27

Seil und Schlange – eine bekannte Analogie

Atma Bodha – Vers 27

Deutsche Übersetzung:

So wie der Mensch, der das Seil für eine Schlange hält, von Furcht überwältigt wird, so wird auch der, der sich für ein Ego (Jiva) hält, von Furcht überwältigt. Die selbst-zentrierte Individualität in uns gewinnt die Furchtlosigkeit zurück, wenn sie erkennt, dass sie kein Jiva, sondern selbst die Höchste Seele ist.

Sanskrit Text:

rajjusarpavad ātmānaṃ jīvaṃ jñātvā bhayaṃ vahet ।
nāhaṃ jīvaḥ parātmeti jñātaṃ cen nirbhayo bhavet ॥ 27 ॥

रज्जुसर्पवदात्मानं जीवं ज्ञात्वा भयं वहेत् ।
नाहं जीवः परात्मेति ज्ञातं चेन्निर्भयो भवेत् ॥ २७ ॥

rajjusarpavad atmanam jivam jnatva bhayam vahet |
naham jivah paratmeti jnatam chen nirbhayo bhavet || 27 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • rajju-sarpa-vat : wie (Vat) ein Seil (Rajju) für eine Schlange (Sarpa)
  • ātmānam : sich selbst (Atman)
  • jīvam : für eine Individualseele (Jiva)
  • jñātvā : haltend („erkennend“, jñā)
  • bhayam : Furcht (Bhaya)
  • vahet : man hat, empfindet (“trägt”, vah)
  • na : nicht (Na)
  • aham : ich (bin, Aham)
  • jīvaḥ : die Individualseele
  • parātmā : (sondern) das höchste Selbst, die  Allseele (Paratman)
  • iti : so, in dieser Weise (Iti)
  • jñātam : erkannt wurde (Jnata)
  • ced : wenn (Ched)
  • nirbhayaḥ : furchtlos (Nirbhaya)
  • bhavet : man wird (bhū)     ॥ 27 ॥

Kommentar von Sukadev Bretz

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