{"id":4639,"date":"2017-07-06T14:21:45","date_gmt":"2017-07-06T12:21:45","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/?p=4639"},"modified":"2017-07-06T14:26:14","modified_gmt":"2017-07-06T12:26:14","slug":"3-kapitel-vers-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/3-kapitel-vers-5\/","title":{"rendered":"Kapitel 3, Vers 5"},"content":{"rendered":"<h3>Deutsche \u00dcbersetzung:<\/h3>\n<p>Dadurch (durch samyama) entsteht Meisterung und das Licht direkten Wissens.<\/p>\n<h3>Sanskrit Text:<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">tajjay\u0101t praj\u00f1\u0101loka\u1e25 ||5||<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1.5em; text-align: left;\"><strong>\u0924\u091c\u094d\u091c\u092f\u093e\u0924\u094d \u092a\u094d\u0930\u091c\u094d\u091e\u093e\u0932\u094b\u0915\u0903 \u0965\u096b\u0965<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">tajjayat prajnalokah ||5||<\/p>\n<h3>Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung:<\/h3>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\">tad = das, dort, daraus<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">jaya = Meisterschaft, Herrschaft, Beherrschung<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">praj\u00f1a = h\u00f6heres Bewusstsein, direktes Wissen, vollkommenes Wissen<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">\u0101loka = alles was wahrgenommen werden kann, Licht, Sichtbare<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"responsive-tabs\">\n<h2 class=\"tabtitle\">Kommentar<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>Wer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samyama\" target=\"_blank\"><em>samyama<\/em><\/a> auf irgendeine Sache ausf\u00fchrt, bekommt das volle Wissen (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prajna\" target=\"_blank\"><em>prajna<\/em><\/a>) und die volle Meisterschaft (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jaya\" target=\"_blank\"><em>jaya<\/em><\/a>) dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Eine ganz praktische Anwendungstechnik: Angenommen, jemand will seine Uhr reparieren. Er k\u00f6nnte daf\u00fcr <em>samyama<\/em> auf die Uhr ausf\u00fchren. Er konzentriert sich ganz auf die Uhr. Er versucht, die Uhr zu ersp\u00fcren. Und schlie\u00dflich versucht er, mit der Uhr zu verschmelzen. So geht er in die Essenz der Uhr hinein. Und dann wei\u00df er pl\u00f6tzlich, was an der Uhr kaputt ist. Das ist eine Vorstufe. Und wenn er aus <em>samyama<\/em> herauskommt, wei\u00df er, was er machen mu\u00df, um die Uhr wieder zum Laufen zu bringen. Oder, wenn er noch tiefer in <em>samyama<\/em> hineingeht, repariert er die Uhr, ohne etwas zu tun. Allein dadurch, da\u00df er sich auf die Uhr konzentriert, kann er die Uhr beherrschen. Gerade wenn er dabei ist, wieder herauszukommen \u2013 solange er drin ist, tut er nichts, er ist nur darin verschmolzen \u2013, im Moment des \u00dcbergangs, kann er die Uhr ver\u00e4ndern. Das gilt f\u00fcr jedes beliebige Objekt.<\/p>\n<p>Man kommt von selbst in diesen Zustand. Es geschieht einfach. Um wieder herauszukommen, geben sich <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\">Yogis<\/a> normalerweise vorher Suggestionen, um von der \u00fcberbewu\u00dften Ebene her wieder ins Tagesbewu\u00dftsein zu kommen.<\/p>\n<p>Nehmen wir einmal das Beispiel eines schmerzhaften Knies. Angenommen, wir haben ein Knieproblem. Da k\u00f6nnten wir Verschiedenes machen: Wir k\u00f6nnten <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kriya_Yoga\" target=\"_blank\"><em>kriya yoga<\/em><\/a> machen, also \u00fcber <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tapas\" target=\"_blank\">tapas<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swadhyaya\" target=\"_blank\">swadhyaya<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ishvara_Pranidhana\" target=\"_blank\">ishvara pranidhana<\/a><\/em> erst einmal logisch analysieren, was passiert ist, was den Schmerz ausgel\u00f6st haben k\u00f6nnte. Wir k\u00f6nnen R\u00f6ntgenbilder anfertigen oder eine Magnetresonanztomographie machen lassen, durch Tasten etwas Genaueres herauszufinden versuchen, Fachb\u00fccher lesen \u2013 also Selbststudium, Befragung. Wir k\u00f6nnen auch etwas tun, <em>tapas<\/em>: Sei es, da\u00df wir warme Umschl\u00e4ge machen, die Stelle einsalben, die H\u00e4nde auflegen, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Energie\" target=\"_blank\">Energie<\/a> hinschicken, das <em>Om-tryambakam<\/em>-Heilmantra wiederholen, Kohlwickel darauf geben, krankengymnastische \u00dcbungen ausf\u00fchren, Fahrrad fahren oder es operieren lassen. Und wenn alles nichts n\u00fctzt und der Arzt feststellt, da\u00df es sich um eine degenerative Krankheit wie Arthritis, Arthrose oder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yogatherapie\/uebungsreihen\/stoffwechsel-immunsystem\/rheuma-arthrose-arthritis-osteoporose.html\" target=\"_blank\">Rheuma<\/a> handelt, dann kann man nochmals alles m\u00f6gliche ausprobieren, zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/seminartipp\/yoga-und-fasten.html\" target=\"_blank\">Fasten<\/a>, auf Trennkost oder Rohkost oder ayurvedische <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-ernaehrung.html\" target=\"_blank\">Ern\u00e4hrung<\/a> umsteigen u.s.w. Und wenn das alles nichts n\u00fctzt, kommt die n\u00e4chste Stufe, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ishvara_Pranidhana\" target=\"_blank\"><em>ishvara pranidhana<\/em><\/a>, die Hinwendung zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a>: Loslassen. Erkennen: Damit mu\u00df ich leben, das ist meine Aufgabe, mein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dharma\" target=\"_blank\"><em>dharma<\/em><\/a>, irgendwie wird es auch seine Richtigkeit haben.<\/p>\n<p>Aber jenseits von <em>tapas<\/em>, etwas tun, <em>swadhyaya<\/em>, analysieren, <em>ishvara pranidhana<\/em>, loslassen, gibt es als vierte M\u00f6glichkeit <em>samyama<\/em>, die volle Konzentration auf das Knie. Man versucht, das Knie zu sp\u00fcren, in es hineinzugehen, mit dem Knie zu verschmelzen. Und wenn es wirklich gelingt, sich ganz in das Knie hineinzuversetzen, wenn man f\u00fchlt: \u201eKnie\u201c \u2013 nicht mehr: \u201eIch beobachte das Knie\u201c, sondern einfach nur \u201eKnie\u201c \u2013, wenn das Bewu\u00dftsein ganz im Knie ist, dann wei\u00df man vielleicht nachher, was dem Knie fehlt und was man tun kann. Es kann auch sein, da\u00df allein die Tatsache, da\u00df man mit vollem Bewu\u00dftsein in dem Knie ist und das Knie ganz erf\u00e4hrt, dauerhaft alle Knieprobleme heilt. Wichtig ist, hineinzugehen, ohne zu denken: \u201eWie furchtbar, wie kann das sein, ich mache jetzt seit zwanzig Jahren <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga.html\" target=\"_blank\">Yoga<\/a>, ern\u00e4hre mich vegetarisch, mache Sport \u2013 und trotzdem habe ich Knieprobleme. Das kann nicht sein. Warum ich?\u201c oder \u201eWas habe ich schon wieder falsch gemacht? Immer mache ich etwas falsch\u201c. All diese Gedanken m\u00fcssen weg. Einfach volle Konzentration auf das Knie, ohne zu urteilen, ohne zu analysieren. Aus der vollen Konzentration kann direktes Wissen kommen.<\/p>\n<p>Man kann also die <em>samyama<\/em>-Technik anwenden bei <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/ayurveda\/leben-nach-ayurveda\/gesundheit-und-krankheit-aus-ayurvedischer-sicht.html\" target=\"_blank\">Krankheiten<\/a>. Bei eigenen Krankheiten, aber auch bei Krankheiten von anderen Menschen. Gute \u00c4rzte sind solche, die eine Krankheit und den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> als Ganzes intuitiv ersp\u00fcren, \u201esich in den anderen hineinversetzen\u201c, wie es so sch\u00f6n hei\u00dft, und was, w\u00f6rtlich genommen,<em> samyama<\/em> ist. In der Medizin wird das selten erw\u00e4hnt, aber es ist ausreichend bekannt. Ein guter Arzt ist nicht der wissenschaftlichste Arzt, sondern derjenige, der ein Gesp\u00fcr f\u00fcr den Menschen hat. Er stellt Fragen, schaut den Menschen an und erfa\u00dft dann in etwa, was falsch ist, was nicht stimmt. Also, ein guter Arzt sp\u00fcrt, f\u00fchlt und macht mehr oder weniger <em>samyama<\/em> auf den Patienten, wenn auch nur ganz kurz.<\/p>\n<p>Man kann die<em> samyama<\/em>-Konzentration auch in den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/index.html\" target=\"_blank\">Hatha Yoga<\/a>-\u00dcbungen anwenden. Eigentlich kann man sie generell \u00fcberall einsetzen. Zum Beispiel auch, wenn Menschen mit verschiedenen Beschwerden und Krankheiten in eine <a href=\"http:\/\/mein.yoga-vidya.de\/profile\/Yogastunden\" target=\"_blank\">Yogastunde<\/a> kommen. Eine Reaktionsm\u00f6glichkeit w\u00e4re zum Beispiel, den Menschen zu sp\u00fcren, zu f\u00fchlen. Man kann sich auch innere Fragen stellen und versuchen, das Unterbewu\u00dftsein oder das \u00dcberbewu\u00dftsein daran arbeiten zu lassen. Wenn jemand in der Familie oder im Freundeskreis irgendwelche Schwierigkeiten hat, kann man versuchen, sich in ihn hineinzuversetzen, in die Krankheit, in das Problem hineinzusp\u00fcren. So kann man <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vidya\" target=\"_blank\">Wissen<\/a> \u00fcber das Problem erlangen und vielleicht auch Wissen \u00fcber die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Heilung\" target=\"_blank\">Heilung<\/a> oder L\u00f6sung. Und angenommen, man w\u00e4re in der Lage, in <em>samadhi<\/em> hineinzukommen, dann k\u00f6nnte man die Krankheit des Menschen sogar heilen. Wobei hier Yogis sagen w\u00fcrden, das k\u00f6nnte auch ein Mi\u00dfbrauch der Kraft sein, denn ein Yogi wendet die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Siddhi\" target=\"_blank\"><em>siddhis<\/em><\/a> nicht an, sie sind eine gro\u00dfe Versuchung. Deshalb ist das alles ein zweischneidiges Schwert. F\u00fcr sich selbst ist es sicher in Ordnung \u2013 letztlich ist es unsere Aufgabe, unseren K\u00f6rper gesund zu halten. Wir haben diesen K\u00f6rper bekommen und m\u00fcssen uns um ihn k\u00fcmmern. Uns selbst k\u00f6nnen wir mit <em>samyama<\/em> auch heilen, da spricht nichts dagegen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> k\u00f6nnte alle heilen, wenn er wollte. Er tut es aber nicht, wenn er merkt, das ist jetzt nicht seine Aufgabe und in dem Moment auch nicht im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\" target=\"_blank\"><em>karma<\/em><\/a> des betroffenen Menschen. Man mu\u00df vorher das G\u00f6ttliche anrufen und fragen: \u201eBitte hilf mir, wenn Heilen jetzt das Richtige ist, und halte mich ab, wenn es jetzt nicht das Richtige ist.\u201c Wir m\u00fcssen diese <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Demut\" target=\"_blank\"><em>Demut<\/em><\/a> haben. Ein ganz gro\u00dfer Meister wird sich nicht mehr um den K\u00f6rper k\u00fcmmern und nicht einmal mehr seinen eigenen K\u00f6rper heilen. Er wird das machen, was notwendig ist, und sagen: \u201eGottes Wille geschehe.\u201c Ob der K\u00f6rper gesund ist oder nicht, spielt aus seiner Sicht nicht so eine gro\u00dfe Rolle. Wenn er noch <em>karma<\/em> hat, das er ausarbeiten, ausleben mu\u00df, wird er gesund erhalten, wenn er kein <em>karma<\/em> mehr hat, eben nicht. Er wird den K\u00f6rper nat\u00fcrlich auch nicht mi\u00dfbrauchen, denn dazu gibt es wiederum auch keine Veranlassung, aber er wird auch nicht so besorgt um ihn sein. Denn f\u00fcr einen gro\u00dfen Meister spielt es keine Rolle, ob er noch im K\u00f6rper ist oder woanders, ob der K\u00f6rper <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yogatherapie\/frage-antwort\/schmerzen.html\" target=\"_blank\">Schmerzen<\/a> hat oder nicht \u2013 was ist der Unterschied? Er f\u00fchlt das ganze Universum. Wieso sollte er jetzt dieser einen Zelle so viel mehr Aufmerksamkeit schenken! Aber das liegt f\u00fcr die meisten von uns, glaube ich, noch in der Zukunft!<\/p>\n<p>Im Hatha Yoga und bei manchen Psychotherapien, wo man versucht, einfach nur zu ersp\u00fcren, wendet man die <em>samyama<\/em>-Technik an. Bei den Therapien wird es oft dann aber auch in Worte gefa\u00dft. Wenn man es \u00fcberhaupt nicht in Worte fa\u00dft, sondern einfach nur mit dem Bewu\u00dftsein voll hineingeht, dann kommt man zur Essenz der Sache.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich ist nicht jedes intuitive Gesp\u00fcr gleich <em>samyama<\/em>. Wir hatten ja von den drei Formen der direkten Wahrnehmung gesprochen: Es gibt die Sinneswahrnehmung, die instinktive Wahrnehmung und die \u00fcberbewu\u00dfte Wahrnehmung, die eben aus <em>samyama<\/em> kommt.<\/p>\n<p><em>Samyama<\/em> ist eine entspannte Konzentrationsform, Konzentration auf eine Sache an sich, die im Idealfall bis zu <em>samadhi<\/em> f\u00fchrt. Der typische Yoga-Aspirant wird normalerweise nicht geradewegs in <em>samadhi<\/em> eingehen, wenn er sich um <em>samyama<\/em> bem\u00fcht. Deshalb werden auch die Wirkungen nicht gleich so weitreichend sein wie von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Patanjali\" target=\"_blank\">Patanjali<\/a> beschrieben, aber es werden sich doch gewisse Wirkungen einstellen, die in diese Richtung gehen. Deshalb kann man auch als normaler <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspirant<\/a> diese Konzentrationstechniken benutzen. Wir k\u00f6nnen sie nutzen, wir k\u00f6nnen sie gebrauchen \u2013 nur m\u00fcssen wir aufpassen, da\u00df wir sie nicht mi\u00dfbrauchen. Es sind n\u00e4mlich sehr, sehr machtvolle Techniken.<\/p>\n<p>Man sollte sich allerdings nicht einzig und allein auf diese Technik spezialisieren. Ich hatte einmal in einem Seminar eine Teilnehmerin, die sagte, sie halte nichts von Affirmationen, Visualisierung und Geisteskontrolle. Das einzig Notwendige sei es, den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> auf etwas zu konzentrieren, ohne zu beurteilen. Wenn sie nicht so viele psychische Probleme gehabt h\u00e4tte, h\u00e4tte ich sie bei dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Glaube\" target=\"_blank\">Glauben<\/a> gelassen. So habe ich versucht, ihr klarzumachen, da\u00df das allein nicht alle anderen Techniken ersetzen kann, mit denen man an sich selbst arbeiten sollte. Es gibt eine gewisse Gefahr dabei. Wenn man in bestimmte unangenehme psychische Zust\u00e4nde wie <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Depression\" target=\"_blank\">Depression<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/leben-nach-dem-tod\/trauer-beerdigung.html\" target=\"_blank\">Trauer<\/a> und \u00e4hnliches mit dem ganzen Bewu\u00dftsein hineingeht, kann es zwar sein, da\u00df es hilft, aber es kann genauso gut sein, da\u00df es stattdessen noch tiefer in diese Zust\u00e4nde f\u00fchrt.<\/p>\n<p>In vielen Situationen mu\u00df man erst einmal pr\u00fcfen, ob man nicht die anderen Techniken anwenden kann, die Patanjali in den vorherigen Kapiteln erw\u00e4hnt hat. Wir k\u00f6nnen zum Beispiel unseren Geist ablenken, an etwas anderes denken, an einen Aspekt der Wahrheit. Erinnere dich an das erste Kapitel: \u201eWenn Hindernisse im Geist kommen, sollte man sich auf einen Aspekt der Wahrheit konzentrieren\u201c (I 32). Oder im zweiten Kapitel die Anwendung von <em>tapas<\/em>, <em>swadhyaya, ishvara pranidhana<\/em>: Versuchen, etwas zu begreifen, zu studieren, zu ver\u00e4ndern oder loszulassen, Hingabe an Gott, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gottesverehrung\" target=\"_blank\">Gottesverehrung<\/a>. Manchmal hilft es auch, die richtige Lebenseinstellung zu haben. Und manchmal ist es erforderlich und hilfreich, die ersten Stufen wie <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yamas\" target=\"_blank\">yama<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Niyama\" target=\"_blank\">niyama<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pranayama\" target=\"_blank\">pranayama<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/index.html\" target=\"_blank\">asana<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pratyahara\" target=\"_blank\">pratyahara<\/a><\/em> bewu\u00dft zu kultivieren. Pranayama bereitet den Geist f\u00fcr <em>dharana<\/em> vor. Das sind die Voraussetzungen, um den Geist richtig reif zu machen f\u00fcr die h\u00f6heren Stufen der Konzentration und Transzendierung des Normalbewu\u00dftseins. Wenn wir hier im dritten Kapitel fortgeschrittene Techniken wie die <em>samyama<\/em>-Konzentration kennenlernen, m\u00fcssen wir uns bewu\u00dft sein, da\u00df sie auf den vorhergehenden als Fundament aufbauen und da\u00df sie die anderen Techniken nicht ersetzen, sondern erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Verwirklichte Yogis brauchen nat\u00fcrlich gar nichts. Sie bringen nur einfach den Geist zur Ruhe:<em> Yogash chitta vritti nirodhah<\/em>. Und um das zu erreichen, machen sie die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samprajnata\" target=\"_blank\">samprajnata<\/a>-Meditation in den Stufen, wie wir es kennengelernt haben:<em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savitarka\" target=\"_blank\"> savitarka<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvitarka\" target=\"_blank\">nirvitarka<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savichara\" target=\"_blank\">savichara<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvichara\" target=\"_blank\">nirvichara<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sasmita\" target=\"_blank\">sasmita<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Asamprajnata_Samadhi\" target=\"_blank\">asamprajnata samadhi<\/a><\/em>. (I 17)<\/p>\n\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Audio<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7045\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-4639-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/542-Wie-man-etwas-meistert.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/542-Wie-man-etwas-meistert.mp3\">https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/542-Wie-man-etwas-meistert.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/542-Wie-man-etwas-meistert.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/?powerpress_pinw=4639-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/542-Wie-man-etwas-meistert.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"542-Wie-man-etwas-meistert.mp3\">Download<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche \u00dcbersetzung: Dadurch (durch samyama) entsteht Meisterung und das Licht direkten Wissens. Sanskrit Text: tajjay\u0101t praj\u00f1\u0101loka\u1e25 ||5|| \u0924\u091c\u094d\u091c\u092f\u093e\u0924\u094d \u092a\u094d\u0930\u091c\u094d\u091e\u093e\u0932\u094b\u0915\u0903 \u0965\u096b\u0965 tajjayat prajnalokah ||5|| Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung: tad = das, dort, daraus jaya = Meisterschaft, Herrschaft, Beherrschung praj\u00f1a = h\u00f6heres Bewusstsein, direktes Wissen, vollkommenes Wissen \u0101loka = alles was wahrgenommen werden kann, Licht, Sichtbare Wer samyama auf irgendeine &hellip; <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/3-kapitel-vers-5\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kapitel 3, Vers 5<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[251,5],"tags":[203],"class_list":["post-4639","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-3-kapitel-verse-1-10","category-vibhuti-pada","tag-3-kapitel-5-vers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4639","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4639"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4639\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4642,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4639\/revisions\/4642"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4639"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4639"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4639"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}