{"id":3850,"date":"2017-07-01T16:38:54","date_gmt":"2017-07-01T14:38:54","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/?p=3850"},"modified":"2017-07-03T12:17:22","modified_gmt":"2017-07-03T10:17:22","slug":"1-kapitel-vers-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/1-kapitel-vers-17\/","title":{"rendered":"Kapitel 1, Vers 17"},"content":{"rendered":"<h3>Deutsche \u00dcbersetzung:<\/h3>\n<p>Samprajnata samadhi (samadhi mit Erkenntnis) wird von Denken, \u00dcberlegen, Freude und reinem Ich-Gef\u00fchl begleitet.<\/p>\n<h3>Sanskrit Text:<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">vitarka-vic\u0101ra-\u0101nanda-asmit\u0101-rupa-anugam\u0101t-sa\u1e41praj\u00f1\u0101ta\u1e25 ||17||<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1.5em; text-align: left;\"><strong>\u0935\u093f\u0924\u0930\u094d\u0915\u0935\u093f\u091a\u093e\u0930\u093e\u0928\u0928\u094d\u0926\u093e\u0938\u094d\u092e\u093f\u0924\u093e\u0930\u0941\u092a\u093e\u0928\u0941\u0917\u092e\u093e\u0924\u094d\u0938\u0902\u092a\u094d\u0930\u091c\u094d\u091e\u093e\u0924\u0903 \u0965\u0967\u096d\u0965<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">vitarka vichara ananda asmita rupa anugamat sanprajnatah ||17||<\/p>\n<h3>Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung:<\/h3>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\">vitarka = Ahnung, Meinung, Denken<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">vic\u0101ra = Erfahrung, Kontemplation, \u00fcberlegen, nachdenken<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">\u0101nanda = Gl\u00fcck, Freude, Gl\u00fcckseligkeit<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">asmit\u0101 = Einheitswahrnehmung, Ich-Gef\u00fchl<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">r\u016bpa = Form, Natur<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">asmit\u0101-r\u016bpa = Einheitswahrnehmung mit der Natur \/ eigenen Form<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">anugam\u0101t = aus diesen Schritten<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">sa\u1e41praj\u00f1\u0101ta = vollkommenes Wissen, vollkommene Erkenntnis<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"responsive-tabs\">\n<h2 class=\"tabtitle\">Kommentar<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>Das ist eine abstrakte <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Raja_Yoga\" target=\"_blank\">Raja Yoga<\/a>\u2013<a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\" target=\"_blank\">Meditationstechnik<\/a> in vier beziehungsweise sieben Stufen.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Meister f\u00fchrt diese Technik sofort zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samadhi\" target=\"_blank\"><em>sam\u00e2dhi<\/em><\/a>, aber auch wir k\u00f6nnen sie ab und zu ausprobieren, selbst wenn wir keine gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> sind und nur Vorstufen \u00fcben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Interpretationen dieser<em> samadhi<\/em>-Zust\u00e4nde und Meditationstechniken. Eine davon, die Shri Karthikeyan erkl\u00e4rt hat, ist:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/patanjali-raja-yoga-sutra\/01-17-kommentar-sukadev\/vergleich-2\/\" rel=\"attachment wp-att-699\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-699\" title=\"Vergleich\" src=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Vergleich1.png\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Vergleich1.png 825w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Vergleich1-300x183.png 300w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Vergleich1-540x329.png 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px\" height=\"369\" width=\"603\"\/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savitarka\" target=\"_blank\"><em>Savitarka<\/em><\/a> ist Meditation \u00fcber die physischen Elemente in Raum und Zeit, die Identifikation mit dem Universum der Erscheinungen in Raum und Zeit.<\/p>\n<p>Man wird sich zun\u00e4chst des K\u00f6rpers bewu\u00dft und des Bewu\u00dftseins hinter diesem K\u00f6rper. Dann geht man dazu \u00fcber, festzustellen, da\u00df dieser physische K\u00f6rper nicht im abstrakten Nichts lebt, sondern in st\u00e4ndigem Austausch mit seiner Umwelt. Luft str\u00f6mt in die Lungen, wird ein Teil des K\u00f6rpers. Wir atmen Kohlendioxid aus, das in unseren Zellen entsteht. Warum sollten wir uns mit dem Kohlendioxid nur so lange identifizieren k\u00f6nnen, solange es beispielsweise in unserem Fu\u00df ist? Wir k\u00f6nnen versuchen, die Luft in uns und drau\u00dfen zu sp\u00fcren. Man kann tats\u00e4chlich nicht nur den physischen K\u00f6rper wahrnehmen, sondern auch die Luft darum herum. Ebenso kann man das Zwitschern der V\u00f6gel und das Rauschen der B\u00e4ume oder des Baches nicht nur h\u00f6ren, sondern sein Bewu\u00dftsein darauf ausdehnen.<\/p>\n<p>Die westliche Theorie der Wahrnehmung w\u00fcrde sagen, da\u00df von einem Objekt Klangschwingungen ausgehen, die in die Luft gelangen, sich als Welle bis zum Ohr fortpflanzen und dort die Geh\u00f6rkn\u00f6chelchen in Bewegung setzen. Dies f\u00fchrt zu verschiedenen Impulsen, die im Gehirn als Klang interpretiert werden.<\/p>\n<p>Die<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samkhya\" target=\"_blank\"><em> samkhya<\/em><\/a>-Theorie sagt, unser Bewu\u00dftsein geht zum Objekt hin; dadurch werden wir uns des Objektes bewu\u00dft. Auch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rupert_Sheldrake\" target=\"_blank\">Sheldrake<\/a> sagt \u2013 ohne sich auf die <em>samkhya<\/em>-Philosophie zu beziehen \u2013, da\u00df es bestimmte Ph\u00e4nomene der Wahrnehmung gibt, die wir eigentlich mit unserer normalen westlichen Sichtweise nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, sondern damit, da\u00df man sich zu dem Objekt hin ausdehnt. Ich fand es sehr interessant, da\u00df Sheldrake von einer ganz anderen Warte aus zu einer \u00e4hnlichen Aussage kommt, n\u00e4mlich da\u00df es nicht oder nicht allein so ist, da\u00df Klangschwingungen in unser Bewu\u00dftsein eindringen, sondern da\u00df unser Bewu\u00dftsein mittels der betreffenden Sinneswahrnehmung nach au\u00dfen geht und wir die Dinge wahrnehmen, weil unser Bewu\u00dftsein zu ihnen geht.<\/p>\n<p>Und das k\u00f6nnen wir ganz gezielt machen: Wir gehen mit dem Bewu\u00dftsein zu den Objekten, die wir sinnlich wahrnehmen: vielleicht die Erde, auf der wir sitzen, die Luft, die wir auf der Haut sp\u00fcren (besonders wenn sie sehr warm oder kalt ist oder wenn es windig ist), und zu den Dingen, die wir h\u00f6ren. Man kann diese <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\" target=\"_blank\">Meditation<\/a> sogar mit offenen Augen in der Natur machen: sich hinsetzen, Dinge anschauen und versuchen, sie zu sp\u00fcren, ihr Wesen zu erfassen, in sie hineinzugehen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich geht <em>savitarka<\/em> so weit, da\u00df wir das ganze Universum sp\u00fcren. Wir sp\u00fcren, ich bin das ganze Universum und das Unendliche hinter dem Universum.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Schritt, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvitarka\" target=\"_blank\"><em>nirvitarka<\/em><\/a>, ist schwer zu erkl\u00e4ren. <em>Nirvitarka<\/em> ist Identifikation mit dem Universum jenseits von Raum und Zeit, das Erfassen des Prinzips des K\u00f6rpers beziehungsweise des Universums an sich. Wir identifizieren uns mit dem Bewu\u00dftsein hinter der Gesamtheit des Universums.<\/p>\n<p>In <em>savitarka<\/em> versuchen wir zwar auch, das physische Universum als organisches Ganzes wahrzunehmen, aber wir nehmen auch seine Ver\u00e4nderungen wahr. Wir konzentrieren uns darauf, das Universum mit allen seinen Ver\u00e4nderungen als ein organisches Ganzes bewu\u00dft zu sp\u00fcren. Bezogen auf den eigenen K\u00f6rper k\u00f6nnte man sagen, in <em>savitarka<\/em> nimmt man seinen eigenen K\u00f6rper mit all seinen Ver\u00e4nderungen wahr, in <em>nirvitarka<\/em> stellt man fest, der K\u00f6rper ist doch ein Ganzes, jenseits aller Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Diese beiden Bewu\u00dftseinszust\u00e4nde, <em>savitarka<\/em> und <em>nirvitarka<\/em>, lassen sich auch in der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_vedanta.html\" target=\"_blank\"><em>vedanta<\/em><\/a>-Philosophie ausdr\u00fccken. Die Identifikation mit dem physischen Universum als Ganzes ist <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Viratsvarupa\" target=\"_blank\"><em>viratsvarupa<\/em><\/a>. \u201eDas ganze Universum ist mein K\u00f6rper\u201c \u2013 das ist die Erfahrung dieser Meditation, darin m\u00fcndet sie.<\/p>\n<p>Die gleiche Unterscheidung gibt es bei den n\u00e4chsten beiden Stufen, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savichara\" target=\"_blank\"><em>savichara<\/em><\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvichara\" target=\"_blank\"><em>nirvichara<\/em><\/a>. <em>Savichara<\/em>, mit Nachdenken, hei\u00dft, wir identifizieren uns mit dem Prinzip des Nachdenkens im Universum, also mit dem kosmischen Gem\u00fct.<\/p>\n<p>Wenn man den K\u00f6rper wahrnimmt, nimmt man auch Emotionen und Gedanken wahr. Wir k\u00f6nnen das eigene Gem\u00fct, das kosmische Gem\u00fct oder die Psyche einschlie\u00dflich Gedanken und Emotionen wahrnehmen und dabei feststellen, da\u00df unsere Emotionen und Gef\u00fchle nicht unabh\u00e4ngig von anderen Emotionen und Gef\u00fchlen sind. Dann k\u00f6nnen wir versuchen, andere Wesen und Objekte zu erf\u00fchlen, nicht mehr ihren K\u00f6rper, sondern ihre Gedanken und Emotionen. Dann gehen wir noch einen Schritt weiter und f\u00fchlen: \u201eIch bin das Bewu\u00dftsein hinter allen Gedanken und Gef\u00fchlen.\u201c Hinter dem gesamten Universum gibt es nicht nur einen abstrakten Geist, sondern auch ein Gem\u00fct auf der Gef\u00fchls- und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana.html\" target=\"_blank\"><em>prana<\/em><\/a>-Ebene. Dieses Gem\u00fct versuchen wir als Ganzes zu f\u00fchlen. Das ist dann der<em> savichara<\/em>-Zustand, die Identifikation mit dem kosmischen Gem\u00fct. Wir dehnen unser Bewu\u00dftsein aus und f\u00fchlen das gesamte Gem\u00fct hinter der Sch\u00f6pfung. Wir f\u00fchlen die kosmischen Gedanken und Emotionen, die kosmische Energie in allen ihren Ver\u00e4nderungen. Wir k\u00f6nnen nicht jede einzelne Ver\u00e4nderung sp\u00fcren, aber wir merken: Da ist Ver\u00e4nderung, da ist Rhythmus.<\/p>\n<p><em>Nirvichara<\/em> bedeutet, da\u00df wir alle Bindungen \u00fcberschreiten. Wir sp\u00fcren das kosmische Gem\u00fct an sich als eine allumfassende Wirklichkeit, die irgendwie eine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Einheit\" target=\"_blank\">Einheit<\/a> bildet.<\/p>\n<p>Der Erfahrung von <em>savichara<\/em> und <em>nirvichara<\/em> entspricht <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hiranyagarbha\" target=\"_blank\"><em>hiranyagarbha<\/em><\/a> in der <em>vedanta<\/em>, dem kosmischen Geist (\u201ecosmic mind\u201c, nicht das, was man englisch mit \u201espirit\u201c bezeichnen w\u00fcrde; die Unterscheidung im Deutschen ist schwierig, da es f\u00fcr beides nur ein Wort gibt), im Sinne von kosmisches Gem\u00fct.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Stufe,<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sananda\" target=\"_blank\"><em> sananda<\/em><\/a> (mit Wonne), ist eigentlich die Konsequenz aus dem Vorhergehenden. Wenn es uns gelingt, uns als das Gem\u00fct hinter allem, was geschieht, zu f\u00fchlen, ist das mit Wonne und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_liebe.html\" target=\"_blank\">Liebe<\/a> verbunden. Ananda, Wonne, schlie\u00dft immer <em>prema<\/em>, Liebe, ein und umgekehrt ist Liebe immer auch Wonne. Manchmal fragt man sich bei der abstrakten <em>vedanta<\/em>-Philosophie, wo die Liebe hinter dem Ganzen bleibt. Die Liebe ist in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ananda\" target=\"_blank\"><em>ananda<\/em><\/a> enthalten. Wenn wir uns auf der k\u00f6rperlichen, geistigen und emotionalen Ebene eins f\u00fchlen mit allen Wesen, dann entsteht ganz nat\u00fcrlicherweise eine umfassende Liebe und Wonne, \u00e4hnlich, wie auch Jesus gesagt hat: \u201eLiebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.\u201c Mein Selbst ist in mir wie auch im N\u00e4chsten.<\/p>\n<p>Auf dieser Stufe der Meditation h\u00f6rt man auf, das ganze Wesen, das kosmische Gem\u00fct, zu sp\u00fcren. Statt dessen nimmt man einfach diese allumfassende Liebe und Wonne wahr.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zum n\u00e4chsten Schritt, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sasmita\" target=\"_blank\"><em>sasmita<\/em><\/a>, der Identifikation mit dem kosmischen \u201eIch bin\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Asmita\" target=\"_blank\"><em>Asmita<\/em><\/a> werden wir noch im Rahmen des zweiten Kapitels als individuelles Ego kennenlernen. Dort gilt es als Teil der <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kleshas\" target=\"_blank\">kleshas<\/a><\/em>, der Ursachen des Leidens.<\/p>\n<p>Aber hier ist <em>asmita<\/em> nicht als individuelles Ego gemeint, sondern als kosmisches Ego, als das kosmische Gef\u00fchl \u201eIch bin\u201c. Dieses kosmische \u201eIch bin\u201c-Gef\u00fchl m\u00fcndet schlie\u00dflich in den letzten Teil, in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Asamprajnata\" target=\"_blank\"><em>asamprajnata<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Die unteren sechs Stufen gelten als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samprajnata\" target=\"_blank\"><em>samprajnata<\/em><\/a> = mit Bewu\u00dftsein. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prajna\" target=\"_blank\"><em>Prajna<\/em><\/a> hei\u00dft Erkenntnis, <em>samprajna<\/em> = mit Erkenntnis. Dabei machen wir konkrete Erkenntnisse.<\/p>\n<p><em>Asamprajnata<\/em> hei\u00dft \u201eohne Erkenntnisse\u201c: Wir machen keine Erkenntnisse, sondern sind reines Bewu\u00dftsein. Wir sind einfach: die Erfahrung reinen Seins. Dies schlie\u00dft auch weiter Wonne ein, schlie\u00dft auch weiter das kosmische Ich ein, das reine Selbst, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Purusha\" target=\"_blank\"><em>purusha<\/em><\/a>, transzendiert sie aber alle. Das ist der <em>nirodha<\/em>-Zustand oder, wie man im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana_Yoga\" target=\"_blank\">Jnana Yoga<\/a> in der <em>vedanta<\/em>-Philosophie sagen w\u00fcrde, der Zustand von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvikalpa_Samadhi\" target=\"_blank\"><em>nirvikalpa samadhi<\/em><\/a>, die Selbstverwirklichung.<\/p>\n<p>Selbst wenn wir noch keine spirituellen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> sind, k\u00f6nnen wir diese Meditationstechnik \u00fcben und andeutungsweise ihre Stufen erf\u00fchlen, auch wenn sie nicht sofort zu echtem <em>asamprajnata samadhi<\/em> f\u00fchrt. Es ist uns vielleicht m\u00f6glich, das Bewu\u00dftsein auszudehnen, zu merken: \u201eIch bin das Bewu\u00dftsein hinter dem physischen Universum, ich bin das Bewu\u00dftsein hinter dem kosmischen Gem\u00fct.\u201c Vielleicht gelingt es uns nicht gleich auf der ganzen kosmischen Ebene, aber doch so, da\u00df wir mindestens unsere Umgebung und deren Emotionen, Gedanken, Gef\u00fchle, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana.html\" target=\"_blank\"><em>prana<\/em><\/a>, erf\u00fchlen k\u00f6nnen. Das k\u00f6nnen wir immer weiter ausdehnen, bis wir <em>sananda<\/em>, die Liebe und Wonne dahinter sp\u00fcren. Vielleicht gelingt es uns, <em>sasmita<\/em>, das Bewu\u00dftsein, das \u201eIch bin\u201c-Gef\u00fchl, zu erleben und einen Moment lang im reinen Sein zu verharren.<\/p>\n<p>All diese Schritte sind zun\u00e4chst nur das Bem\u00fchen um Konzentration, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dharana\" target=\"_blank\"><em>dharana<\/em><\/a>. Es kann uns gelingen, auf jeder Ebene voll zu verschmelzen in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dhyana\" target=\"_blank\"><em>dhyana<\/em><\/a> (Kontemplation) und schlie\u00dflich wird es wirklich <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samadhi\" target=\"_blank\"><em>samadhi<\/em><\/a> (\u00fcberbewu\u00dfter Zustand).<\/p>\n<p>Es gibt also die vier Stufen von <em>samprajnata samadhi<\/em>: <em>vitarka, vichara, ananda, sasmita<\/em>, die sp\u00e4ter noch weiter unterteilt werden in <em>savitarka<\/em> und <em>nirvitarka<\/em> sowie <em>savichara<\/em> und <em>nirvichara<\/em>.<\/p>\n<p>Statt sie nun auf dieser kosmischen Ebene zu betrachten, kann man diese Stufen auch als konkrete Meditationsthemen auffassen, wie es <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-tradition\/swami-vishnu-devananda.html\" target=\"_blank\">Swami Vishnu-devananda<\/a> gerne machte:<\/p>\n<ul>\n<li><em>&nbsp;<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vitarka\" target=\"_blank\">Vitarka<\/a><\/em> in diesem Sinne ist Meditation \u00fcber Gegenst\u00e4nde, die wir aus dem physischen Universum kennen, zum Beispiel eine Kerzenflamme, das Meer, einen Klang, also Elemente in Raum und Zeit.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vichara\" target=\"_blank\"><em>Vichara<\/em><\/a> ist Meditation \u00fcber Elemente au\u00dferhalb des physischen Universums, also Urprinzipien, Archetypen o.\u00e4. Dazu geh\u00f6ren beispielsweise <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Mantras.html\" target=\"_blank\"><em>mantras<\/em><\/a> (Sanskritklang, -formel, -vers) oder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/chakra.html\" target=\"_blank\"><em>chakras<\/em><\/a> (Energiezentren) oder G\u00f6tter. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Shivatext.html\" target=\"_blank\">Shiva<\/a> zum Beispiel ist keine Gestalt, die es auf der physischen Ebene gibt, sondern ein kosmisches Prinzip im ganzen Universum.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sananda\" target=\"_blank\"><em>Sananda<\/em><\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sasmita\" target=\"_blank\"><em><\/em><em>sasmita<\/em><\/a> sind dann noch subtiler. Meditationsgegenstand auf der <em>sananda<\/em>-Ebene ist Liebe, reine Liebe zu Gott, und <em>sasmita<\/em> bedeutet, ganz in das umfassende Gef\u00fchl des \u201eIch bin\u201c hineinzugehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wir k\u00f6nnen die Einteilung auch nach <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Koshas\" target=\"_blank\"><em>koshas<\/em><\/a>, den K\u00f6rperh\u00fcllen, vornehmen:<\/p>\n<ul>\n<li>Die <em>vitarka<\/em>-Meditation dreht sich um die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Annamaya_Kosha\" target=\"_blank\"><em>annamaya kosha<\/em><\/a> (Nahrungsh\u00fclle) und spielt sich auf der Ebene des Physischen ab.<\/li>\n<li>In der <em>vichara<\/em>-Meditation sind es Objekte in der <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pranamaya_Kosha\" target=\"_blank\">pranamaya kosha<\/a><\/em> (vitale H\u00fclle, Lebensenergie), <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Manomaya_Kosha\" target=\"_blank\"><em>manomaya kosha<\/em><\/a> (Geisth\u00fclle) und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vijnanamaya_Kosha\" target=\"_blank\"><em>vijnanamaya kosha<\/em><\/a> (intellektuelle H\u00fclle). Dazu geh\u00f6ren beispielsweise die Eigenschaftsmeditation, die Energiemeditation oder auch Reflexion, Nachdenken.<\/li>\n<li>In <em>sananda<\/em> und <em>sasmita<\/em> befindet sich die Meditation auf der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Anandamaya_Kosha\" target=\"_blank\"><em>anandamaya kosha<\/em><\/a>-Ebene (Wonneh\u00fclle) und ist sehr abstrakt. Dann sind wir in diesem transzendentalen Gef\u00fchl von Wonne und reinem Sein. Trotzdem verbleibt dort immer noch ein Rest von \u201eIch bin\u201c: ich f\u00fchle Wonne, ich f\u00fchle Liebe\u201c. Das hei\u00dft, es besteht noch Dualit\u00e4t, Getrenntheit, Zweiheit. Deshalb geh\u00f6rt es noch zu <em>samprajnata<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Asamprajnata_Samadhi\" target=\"_blank\">Asamprajnata samadhi<\/a><\/em> tritt ein, wenn alle geistigen Aktivit\u00e4ten aufh\u00f6ren. Es gibt kein Gef\u00fchl mehr von \u201cIch\u201c, \u201eDu\u201c oder \u201eIch erfahre\u201c. Es bleibt nur reines Sein.<\/p>\n<p>Dies beschreibt Patanjali im 18. Vers.<\/p>\n\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Audio<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>.\/.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche \u00dcbersetzung: Samprajnata samadhi (samadhi mit Erkenntnis) wird von Denken, \u00dcberlegen, Freude und reinem Ich-Gef\u00fchl begleitet. Sanskrit Text: vitarka-vic\u0101ra-\u0101nanda-asmit\u0101-rupa-anugam\u0101t-sa\u1e41praj\u00f1\u0101ta\u1e25 ||17|| \u0935\u093f\u0924\u0930\u094d\u0915\u0935\u093f\u091a\u093e\u0930\u093e\u0928\u0928\u094d\u0926\u093e\u0938\u094d\u092e\u093f\u0924\u093e\u0930\u0941\u092a\u093e\u0928\u0941\u0917\u092e\u093e\u0924\u094d\u0938\u0902\u092a\u094d\u0930\u091c\u094d\u091e\u093e\u0924\u0903 \u0965\u0967\u096d\u0965 vitarka vichara ananda asmita rupa anugamat sanprajnatah ||17|| Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung: vitarka = Ahnung, Meinung, Denken vic\u0101ra = Erfahrung, Kontemplation, \u00fcberlegen, nachdenken \u0101nanda = Gl\u00fcck, Freude, Gl\u00fcckseligkeit asmit\u0101 = Einheitswahrnehmung, Ich-Gef\u00fchl r\u016bpa = Form, Natur &hellip; <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/1-kapitel-vers-17\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kapitel 1, Vers 17<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[215,3],"tags":[29],"class_list":["post-3850","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-kapitel-verse-11-20","category-samadhi-pada","tag-1-kapitel-17-vers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3850"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3966,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3850\/revisions\/3966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}