{"id":3827,"date":"2017-07-01T14:51:22","date_gmt":"2017-07-01T12:51:22","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/?p=3827"},"modified":"2026-03-01T17:46:31","modified_gmt":"2026-03-01T16:46:31","slug":"1-kapitel-vers-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/1-kapitel-vers-14\/","title":{"rendered":"Kapitel 1, Vers 14"},"content":{"rendered":"<h3>Deutsche \u00dcbersetzung:<\/h3>\n<p>Sie (die \u00dcbung) bekommt ein festes Fundament, wenn sie lange Zeit, ohne Unterbrechung, mit aufrichtiger Hingabe und Eifer ausgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<h3>Sanskrit Text:<\/h3>\n<p style=\"text-align: left;\">sa tu d\u012brghak\u0101la nairantarya satk\u0101ra-\u0101dara-\u0101sevito d\u1e5b\u1e0dhabh\u016bmi\u1e25 ||14||<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 1.5em; text-align: left;\"><strong>\u0938 \u0924\u0941 \u0926\u0940\u0930\u094d\u0918\u0915\u093e\u0932 \u0928\u0948\u0930\u0928\u094d\u0924\u0930\u094d\u092f \u0938\u0924\u094d\u0915\u093e\u0930\u093e\u0926\u0930\u093e\u0938\u0947\u0935\u093f\u0924\u094b \u0926\u0943\u0922\u092d\u0942\u092e\u093f\u0903 \u0965\u0967\u096a\u0965<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">sa tu dirghakala nairantarya satkara adara asevito dridhabhumih ||14||<\/p>\n<h3>Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung:<\/h3>\n<ul>\n<li style=\"text-align: left;\">sa = das, das gleiche<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">tu = in der Tat, jedenfalls<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">d\u012brgha = lange<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">k\u0101la = Zeit<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">nairantarya = ohne Unterbrechung<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">satk\u0101ra = Ernsthaftigkeit, Sorgfalt, aufrichtige Hingabe<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">\u0101dara = Eifer; Respekt, R\u00fccksicht auf andere<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">\u0101sevita = ge\u00fcbt, befolgt, fortgesetzt<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">d\u1e5b\u1e0dha = fest, fundiert<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">bh\u016bmi = Grund, Fundament, Erde<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hinweis: in manchen Manuskripten (auch im Buch von Sukadev &#8222;Die Yoga-Weisheit des Patanjali f\u00fcr Menschen von heute&#8220; findet man als Vers<br \/>\nsa tu d\u012brghak\u0101la nairantarya satk\u0101ra-\u0101sevito d\u1e5b\u1e0dhabh\u016bmi\u1e25,<br \/>\nalso ohne &#8222;\u0101dara&#8220;. Diese Version ist wahrscheinlich die \u00e4ltere.<br \/>\nDann w\u00e4re die \u00dcbersetzung:<br \/>\nSie (die \u00dcbung) bekommt ein festes Fundament, wenn sie lange Zeit ohne Unterbrechung mit aufrichtiger Hingabeausgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<div class=\"responsive-tabs\">\n<h2 class=\"tabtitle\">Kommentar<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>Viele Menschen praktizieren jahrelang <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yoga<\/a>, aber nur ab und zu. Wenn man ohne Unterbrechung zwanzig Jahre lang Yoga praktiziert, dann ist das Bewu\u00dftsein des G\u00f6ttlichen schon etwas weiter entwickelt. Vom Yoga gibt es keine Pause. Der spirituelle <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weg<\/a> ist so, wie wenn man eine Kugel den Berg hochschiebt. Was passiert, wenn wir eine Pause machen und die Kugel loslassen? \u2013 Sie rollt den Berg wieder hinunter, zumindest ein St\u00fcck. Es gibt nat\u00fcrlich Ausnahmef\u00e4lle, wo jemand pl\u00f6tzlich die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbstverwirklichung\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Selbstverwirklichung<\/a> erreicht, wenn entsprechende<em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samskaras\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> samskara<\/a>s<\/em> (Eindr\u00fccke im Unterbewu\u00dftsein) aus fr\u00fcheren Leben vorhanden sind. Aber im Normalfall m\u00fcssen wir die Kugel den Berg hochschieben und d\u00fcrfen sie nicht wieder loslassen. Wir sollten uns auf dem spirituellen Weg nicht eine Weile ausruhen. Lange Zeit bedeutet also bis zur Verwirklichung!<\/p>\n<p>Und was hei\u00dft eigentlich \u201eSelbstverwirklichung\u201c? Die Antwort des Yoga lautet: <em>yogash chitta vritti nirodhah<\/em> \u2013 im Geist sind keine Gedanken mehr, wir ruhen in unserem wahren Wesen und haben die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Einheit\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einheit<\/a> erreicht mit dem Unendlichen. Dann sind wir befreit. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kaivalya\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Kaivalya<\/em><\/a> (Freiheit; reines Bewu\u00dftsein) ist erreicht. Es gibt keine Notwendigkeit mehr f\u00fcr uns, da\u00df noch etwas geschieht.<\/p>\n<p>Im System der sieben <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bhumika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">bhumika<\/a>s<\/em>, den sieben Stufen der Erkenntnis, werden drei Stufen von Selbstverwirklichten erw\u00e4hnt. Auf der vierten <em>bhumika, asamshakti<\/em> (\u201edurch nichts ber\u00fchrt\u201c) arbeitet der Yogi das <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>karma<\/em><\/a>, das f\u00fcr diesen K\u00f6rper vorgesehen ist, bewu\u00dft ab. Aber er wei\u00df, nicht er handelt, sondern <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gott<\/a> handelt durch ihn. Ein solcher <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yogi<\/a> wird als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jivanmukta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>jivanmukta<\/em><\/a>, lebendig Befreiter, bezeichnet und hat das sogenannte Doppelbewu\u00dftsein: Zum einen ist er sich des G\u00f6ttlichem hinter allem bewu\u00dft, zum anderen hat er aber auch noch ein <em>sattviges<\/em> (rein, erhoben) Ego. Er kann das ganze Universum im allgemeinen sp\u00fcren und gleichzeitig parallel diesen seinen besonderen K\u00f6rper und diesen seinen Geist. Der <em>jivanmukta<\/em> macht nichts mehr wirklich aus eigenem Willen, sondern weil das <em>karma<\/em> es erfordert. Sein K\u00f6rper und Astralk\u00f6rper haben noch ein <em>karma<\/em>, das ablaufen mu\u00df und dazu ist es notwendig, da\u00df er zwischendurch in sein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ego\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ego<\/a> hineingeht. Und er wei\u00df, das <em>karma<\/em> dieses K\u00f6rpers l\u00e4uft ab als Teil des g\u00f6ttlichen Willens. Er sp\u00fcrt den K\u00f6rper, kann auch Emotionen und alles andere empfinden, aber er wei\u00df, da\u00df dies nur ein Teil von ihm ist. So \u00e4hnlich, wie wir den ganzen K\u00f6rper und gleichzeitig auch einen Finger als Teil davon sp\u00fcren k\u00f6nnen. Wenn es notwendig ist, den Finger zu bewegen, dann bewege ich den Finger. Ich sp\u00fcre mich zwar immer noch als der ganze K\u00f6rper, aber ich bewege halt nur den Finger. Gleichzeitig geht aber auch mein Herzschlag weiter, ohne da\u00df ich mich darum zu k\u00fcmmern brauche, der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Atem\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Atem<\/a> geht weiter, der Magen erf\u00fcllt seine Funktion u.s.w. \u00c4hnlich ist es beim <em>jivanmukta<\/em>. Er wei\u00df, f\u00fcr diesen K\u00f6rper hat er eine besondere Aufgabe, aber er ist gleichzeitig auch eins mit allem. Alles l\u00e4uft ab und ist der g\u00f6ttliche Wille. So wie die Funktionen des K\u00f6rpers ablaufen, ohne da\u00df man eigentlich etwas davon merkt, so l\u00e4uft der gr\u00f6\u00dfte Teil des Lebens, des Universums \u00fcberhaupt, ab. Einiges kann der<em> jivanmukta<\/em> zwar auch beeinflussen, wenn er merkt, da\u00df es notwendig ist oder die g\u00f6ttliche Energie will, da\u00df er etwas von einem \u00fcbergeordneten Standpunkt aus ausf\u00fchrt. Aber ansonsten bewegt er diesen kleinen K\u00f6rper, diesen kleinen Geist und handelt durch sie, bis deren <em>karma<\/em> abgelaufen ist. Auf der f\u00fcnften <em>bhumika, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Padarthabhavini\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">padarthabhavani<\/a><\/em>, ist nur wenig <em>karma<\/em> \u00fcbrig. Wenn nur noch wenig <em>karma<\/em> da ist, dann l\u00e4uft es ab, ohne da\u00df man etwas dazutun mu\u00df. Es geschieht einfach. Das Doppelbewu\u00dftsein verschiebt sich mehr in Richtung auf das kosmische Universum. Dann handelt der Mensch tats\u00e4chlich nicht mehr aus eigenem Antrieb, sondern mu\u00df von au\u00dfen dazu gebracht werden. Wenn man ihm dann nichts zu essen gibt, i\u00dft er nichts mehr. Er merkt auch nichts. Solange das <em>karma<\/em> f\u00fcr den K\u00f6rper noch da ist, wird er auch nicht sterben. Der K\u00f6rper braucht dann einfach nichts. Er wird auch keine Vortr\u00e4ge geben, es sei denn, man bittet ihn darum. Wenn man ihn um etwas bittet, macht er es auch. Er ist eigentlich ein Spielball von dem, was Menschen oder das Schicksal von au\u00dfen an ihn herantragen. Die siebte und letzte <em>bhumika<\/em> ist <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Turiya\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>turiya<\/em><\/a>, die endg\u00fcltige Befreiung. Der Yogi tut nichts mehr, er verschmilzt mit dem Absoluten, er existiert nicht mehr als Pers\u00f6nlichkeit, er ist eins mit Gott, immer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sat-cit-ananda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sat-chit-ananda<\/a>, Sein, Wissen und Gl\u00fcckseligkeit.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr den <em>padarthabhavani<\/em>-Zustand (\u201esieht Brahman \u00fcberall\u201c) ist die Geschichte von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jada_Bharata\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jada Bharata<\/a>. Er war in seinem fr\u00fcheren Leben ein K\u00f6nig gewesen und hatte dort bereits die Vorstufen der Selbstverwirklichung erreicht. Um nun in diesem Leben alle Anhaftungen zu vermeiden, entschied er sich, mit niemandem zu sprechen. Als er unterwegs war, begegnete er einem K\u00f6nig, der in einer S\u00e4nfte getragen wurde. Einer der S\u00e4nftentr\u00e4ger hatte sich den Fu\u00df verknackst und so baten die anderen ihn, ob er nicht die S\u00e4nfte mittragen w\u00fcrde. W\u00e4hrend sie weitergingen, sprang Jada Bharata pl\u00f6tzlich hoch, weil auf dem Weg eine Schnecke war, die er erst sp\u00e4t gesehen hatte. Die S\u00e4nfte bewegte sich unsanft und der K\u00f6nig bekam eine Beule. Das wiederholte sich noch einige Male mit verschiedenen Tieren wie Ameisen, Kr\u00f6ten usw., die Jada Bharata am Weg sah und nicht zertreten wollte. Schlie\u00dflich sprang der K\u00f6nig aus der S\u00e4nfte, nahm sein Schwert und rief zornig: \u201eWei\u00dft du nicht wer ich bin? Ich bin der Herr \u00fcber Leben und Tod und du wagst es, das zu tun?\u201c Nun \u00f6ffnete Jada Bharata zum ersten Mal den Mund und sagte: \u201eOh gro\u00dfer K\u00f6nig, du denkst du bist Herr \u00fcber Leben und Tod und kannst noch nicht einmal deinen eigenen Geist beherrschen. Du kannst vielleicht diesen K\u00f6rper t\u00f6ten, aber das Selbst kannst du nicht t\u00f6ten.\u201c<\/p>\n<p><em>Abhyasa<\/em> ist also die Bem\u00fchung \u00fcber lange Zeit ohne Unterbrechung um diesen Zustand der Befreiung. Sicher wird es am Anfang Unterbrechungen geben, ab und zu denkt man an etwas anderes, manchmal mu\u00df man sich auch entspannen \u2013, aber grunds\u00e4tzlich sollte man jeden Tag meditieren, die Praktiken ausf\u00fchren, \u00fcber einen langen Zeitraum, ohne ein paar Wochen oder Monate auszusetzen. Es gibt Zeiten, wo wir die Praktiken intensivieren und es gibt Zeiten, wo man weniger <em><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">asanas<\/a><\/em>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pranayama\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>pranayama<\/em><\/a> und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meditation<\/a> \u00fcbt, daf\u00fcr mehr im Rahmen des t\u00e4glichen Lebens handelt. Aber insgesamt sollte man jeden Tag diese Praktiken durchf\u00fchren und an den Gedanken, an der Bewu\u00dftheit des G\u00f6ttlichen, arbeiten. Das ist wichtig. Dann wird es irgendwann tats\u00e4chlich ohne Unterbrechung sein, mit aufrichtiger Hingabe und Begeisterung, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Satkara\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">satkara<\/a>, nicht nur mechanisch.<\/p>\n<p>Ist man schon l\u00e4ngere Zeit auf dem spirituellen Weg, besteht die Gefahr, da\u00df die Praxis irgendwann einmal mechanisch wird. Praktiziert man jahrelang jeden Tag die gleiche <em>asana<\/em>-Reihe, mu\u00df man ab einem bestimmten Punkt mit Langeweile k\u00e4mpfen, oder man f\u00e4ngt an, w\u00e4hrend des \u00dcbens andere Gedanken zu spinnen. Dann ist es besonders wichtig, sich immer wieder zu vergegenw\u00e4rtigen, warum man \u00fcberhaupt \u00fcbt, sich zu konzentrieren, bewu\u00dft zu atmen, <em>mantras<\/em> (Sanskritwort oder -vers) zu wiederholen, eventuell auch die Praxis etwas zu \u00e4ndern, damit der Geist wieder neuen Enthusiasmus bekommt. Die Praktik sollte von ganzem Herzen kommen, nicht halbherzig sein.<\/p>\n<p>Bei den meisten Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcben, gibt es auch Trockenperioden. Und es ist besser, mechanisch zu \u00fcben als gar nicht. Es ist besser, nur dazusitzen und in der Meditation \u00fcber Gott und die Welt nachzudenken \u2013 oft mehr \u00fcber die Welt als \u00fcber Gott \u2013, als sich gar nicht hinzusetzen. Andere haben Phasen, wo sie in der Meditation zwischendurch einnicken. Es ist besser, dies durchzustehen als ganz aufzuh\u00f6ren. Man sollte daf\u00fcr sorgen, da\u00df diese Perioden nicht zu lange dauern. Dazu mu\u00df man erst einmal pr\u00fcfen, ob es einen Grund daf\u00fcr gibt. Es kann sein, da\u00df man in seinem Eifer den Schlaf zu sehr reduziert hat und somit einfach mehr Schlaf braucht. Oder man ist aus irgendeinem Grund niedergedr\u00fcckt. Man kann angehende Diabetes haben, die behandelt werden mu\u00df. Unreinheiten k\u00f6nnen sich im K\u00f6rper angesammelt haben, so da\u00df man mehr <em><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/kriya.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kriya<\/a>s<\/em> (Reinigungs\u00fcbungen) machen sollte. Es kann aber auch sein, da\u00df der Geist einfach gegen die Monotonie streikt. Wichtig ist, sich immer wieder zu bem\u00fchen, sich neu zu motivieren, zu versuchen, neuen Enthusiasmus aufzubringen. Anstelle der normalen Reaktion nachzugeben \u2013 die Praxis gef\u00e4llt einem nicht, also wird aufgeh\u00f6rt oder etwas ganz anderes gemacht \u2013, ist es kl\u00fcger, sich zu \u00fcberlegen, was man tun k\u00f6nnte, um die Praktiken (wieder) befriedigender zu machen.<\/p>\n<p>Es hei\u00dft ja, alle Antworten sind eigentlich in uns. Die Kunst ist, die richtigen Fragen zu stellen, dann kommen auch die Antworten. Schon allein dadurch, da\u00df man regelm\u00e4\u00dfig praktiziert, entsteht im Lauf der Zeit ein immer st\u00e4rkerer Wunsch danach. Man f\u00fchlt sich einfach nicht mehr wohl, wenn man einmal nicht ge\u00fcbt hat. Oft passiert es, da\u00df das Energieniveau sinkt, wenn die Praktiken eine Weile etwas reduziert wurden, weil man einfach weniger Zeit hatte. Hat man weniger Energie, sinkt auch die Motivation zu praktizieren und so bewegt man sich in einer Abw\u00e4rtsspirale. Man hat keine Lust, zu praktizieren, sondern eher das Gef\u00fchl, sich mal ausruhen und entspannen zu m\u00fcssen, weil man so hart gearbeitet hat. Gut, das kann man sich auch mal kurze Zeit g\u00f6nnen. Aber dann mu\u00df man <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Viveka\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>viveka<\/em><\/a>, die Unterscheidungskraft, einschalten und sich klarmachen, da\u00df der Wunsch, weniger zu praktizieren, daher kommt, da\u00df man eine Weile weniger praktiziert hat und infolgedessen das Energieniveau gesunken ist. Und wie bringe ich das Energieniveau wieder hoch? Nicht, indem ich weiterhin nichts mache, sondern indem ich wieder vermehrt praktiziere. Und wenn die eigene Anstrengung nicht ausreicht, sucht man sich eben Hilfe und geht zum Beispiel eine Weile in einen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ashram\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>ashram<\/em><\/a>, an einen Ort, wo die gesamte Energie und Atmosph\u00e4re hilfreich, unterst\u00fctzend und aufbauend wirken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Swami Sivananda<\/a> hat in einem seiner B\u00fccher geschrieben: \u201eEs mag Tage geben im Leben eines Aspiranten, wo er keine Zeit hat zu essen. Es mag Tage geben, wo er keine Zeit hat zu schlafen. Aber es sollte keinen Tag geben, wo er keine Zeit hat zu meditieren. Denn ein Tag ohne Meditation ist wie zwei verlorene Tage.\u201c Die Kugel, die wir hochschieben, rollt dann ein ganzes St\u00fcck wieder hinunter. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogananda\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Paramahamsa Yogananda<\/a> war da noch radikaler. Er sagt, ein Tag ohne Meditation ist eine Woche R\u00fcckschritt. Das ist zwar nicht so ganz w\u00f6rtlich zu nehmen, aber es ist schon sehr wichtig, jeden Tag zu meditieren. Mit den <em>asanas<\/em> mal einen Tag auszusetzen, ist nicht ganz so tragisch. Aber die Meditation sollte man wirklich t\u00e4glich \u00fcben \u2013 ohne Unterbrechung und mit aufrichtiger Hingabe.<\/p>\n<p>Als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sri_Karthikeyan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Shri Karthikeyan<\/a>, ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Meister<\/a> aus dem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/service\/indienreise\/sivananda-ashram.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sivananda-Ashram in Rishikesh<\/a>, der unser Seminarhaus ein-, zweimal im Jahr besucht und Vortr\u00e4ge h\u00e4lt, das letzte Mal hier war, ist mir nochmals richtig klargeworden, f\u00fcr wie wichtig <a href=\"http:\/\/mein.yoga-vidya.de\/page\/yoga-vidya-satsang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>satsang<\/em><\/a>, das Zusammensein mit Weisen und anderen spirituellen Menschen, im traditionellen Yoga gehalten wird. Dem Yoga wird oft vorgeworfen, er mache einsam oder sei Nabelschau. Aber im klassischen Yogasystem ist das \u00fcberhaupt nicht der Fall. Vielen Menschen mit emotionalen und schweren anderen Problemen hat Shri Karthikeyan empfohlen, ein paar Wochen hierher in den <em>ashram<\/em> zu kommen. Wenn man eine Weile hier ist, verschwinden die Probleme von selbst. Die Umgebung und der Umgang mit positiven, spirituellen Menschen, in Verbindung mit einem disziplinierten Tagesablauf, heilen sehr stark.<\/p>\n<p>Dabei mu\u00dfte ich daran denken, da\u00df wir hier tats\u00e4chlich \u00f6fter wirklich verzweifelte Menschen haben. Sie haben eine Trennung oder sonstige psychische Krisen hinter sich bzw. stecken mittendrin, wissen nicht, was sie im Leben wollen oder leiden unter k\u00f6rperlichen oder seelischen Krankheiten. Nach ein paar Wochen kann man guten Gewissens sagen, da\u00df sie mit einem ganz neuen Lebensgef\u00fchl wieder hinausgehen. Gerade Menschen mit gro\u00dfen psychischen Schwierigkeiten leben in einer spirituellen Umgebung mit positiven Menschen richtig auf.<\/p>\n<p>Auf der psychischen Ebene ist<em> satsang<\/em> also etwas sehr Wichtiges. Leider bietet unsere Gesellschaft auf diesem Gebiet nicht sehr viel. Es gibt zwar die station\u00e4re Therapie, aber dort ist die Mehrheit der Menschen psychisch gest\u00f6rt. Alkoholiker sind dann zum Beispiel nur mit Alkoholikern zusammen, so da\u00df es auch eine riesige R\u00fcckfallrate gibt. Es ist schon allein n\u00fctzlich und wohltuend, eine Weile lang aus der gewohnten Umgebung herausgerissen zu werden, um seinen Geist in neue Bahnen zu lenken und zu schulen. Aber eigentlich w\u00e4re es gut, wenn es mehr Gemeinschaften von positiven Menschen g\u00e4be, wo Menschen in psychischen und sonstigen Schwierigkeiten einfach dazusto\u00dfen und eine Zeitlang mitleben k\u00f6nnten. Das war fr\u00fcher in Gro\u00dffamilien durchaus \u00fcblich. Wenn es beispielsweise einem <a href=\"http:\/\/www.kinder-yoga.cc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kind<\/a> nicht gut ging, lebte es ein paar Wochen woanders, vielleicht bei der Gro\u00dfmutter oder wurde von einem anderen Teil der Familie eine Weile aufgenommen, um sich zu erholen und ihm etwas Distanz zu verschaffen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn es so etwas auch f\u00fcr Erwachsene g\u00e4be \u2013 ein positives, erhebendes Umfeld. Das gilt auf der emotionalen und noch mehr auf der spirituellen Ebene. Wenn es einem spirituell nicht so gut geht, mu\u00df man die Gesellschaft anderer spiritueller Menschen suchen, idealerweise f\u00fcr ein paar Tage oder Wochen in einen<em> ashram<\/em>, ein Kloster oder eine spirituelle Gemeinschaft ziehen. Das erhebt.<\/p>\n\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Audio<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_4202\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3827-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/328_Yoga-Sutra-1-14.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/328_Yoga-Sutra-1-14.mp3\">https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/328_Yoga-Sutra-1-14.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/328_Yoga-Sutra-1-14.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/?powerpress_pinw=3827-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/328_Yoga-Sutra-1-14.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"328_Yoga-Sutra-1-14.mp3\">Download<\/a><\/p>\n<p>1. Fortsetzung:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3827-2\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/329_Uebe-lange-Zeit-ohne-Unterbrechung-mit-aufrichtiger-Hingabe.mp3?_=2\" \/><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/329_Uebe-lange-Zeit-ohne-Unterbrechung-mit-aufrichtiger-Hingabe.mp3\">https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/329_Uebe-lange-Zeit-ohne-Unterbrechung-mit-aufrichtiger-Hingabe.mp3<\/a><\/audio>\n<p><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/329_Uebe-lange-Zeit-ohne-Unterbrechung-mit-aufrichtiger-Hingabe.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[Download]<\/a><\/p>\n<p>2. Fortsetzung:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3827-3\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/330_Yoga-Sutra-1-14-2.mp3?_=3\" \/><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/330_Yoga-Sutra-1-14-2.mp3\">https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/330_Yoga-Sutra-1-14-2.mp3<\/a><\/audio>\n<p><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/330_Yoga-Sutra-1-14-2.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">[Download]<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche \u00dcbersetzung: Sie (die \u00dcbung) bekommt ein festes Fundament, wenn sie lange Zeit, ohne Unterbrechung, mit aufrichtiger Hingabe und Eifer ausgef\u00fchrt wird. Sanskrit Text: sa tu d\u012brghak\u0101la nairantarya satk\u0101ra-\u0101dara-\u0101sevito d\u1e5b\u1e0dhabh\u016bmi\u1e25 ||14|| \u0938 \u0924\u0941 \u0926\u0940\u0930\u094d\u0918\u0915\u093e\u0932 \u0928\u0948\u0930\u0928\u094d\u0924\u0930\u094d\u092f \u0938\u0924\u094d\u0915\u093e\u0930\u093e\u0926\u0930\u093e\u0938\u0947\u0935\u093f\u0924\u094b \u0926\u0943\u0922\u092d\u0942\u092e\u093f\u0903 \u0965\u0967\u096a\u0965 sa tu dirghakala nairantarya satkara adara asevito dridhabhumih ||14|| Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung: sa = das, das gleiche tu = &hellip; <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/1-kapitel-vers-14\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kapitel 1, Vers 14<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[215,3],"tags":[26],"class_list":["post-3827","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-1-kapitel-verse-11-20","category-samadhi-pada","tag-1-kapitel-14-vers"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3827","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3827"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3827\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5722,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3827\/revisions\/5722"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3827"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3827"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/patanjali-raja-yoga-sutra\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3827"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}