{"id":11591,"date":"2016-12-14T11:42:41","date_gmt":"2016-12-14T10:42:41","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/hatha-yoga-pradipika\/?p=11591"},"modified":"2023-11-08T15:24:50","modified_gmt":"2023-11-08T14:24:50","slug":"1-kapitel-vers-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/hatha-yoga-pradipika\/1-kapitel-vers-15\/","title":{"rendered":"1. Kapitel, Vers 15"},"content":{"rendered":"<h3>Deutsche \u00dcbersetzung:<\/h3>\n<p>\u00dcberessen, \u00dcberanstrengung, Schw\u00e4tzen und Regelh\u00f6rigkeit; | oberfl\u00e4chliche Geselligkeit und Unbest\u00e4ndigkeit, durch diese sechs [Untugenden] geht das Yoga verloren.<\/p>\n<h3>Sanskrit Text:<\/h3>\n<ul>\n<li>aty\u0101h\u0101ra\u1e25 pray\u0101sa\u015b ca prajalpo niyama-graha\u1e25 |<br \/>\njana-sa\u1e45ga\u015b ca laulya\u1e41 ca \u1e63a\u1e0dbhir yogo vina\u015byati ||15||<\/li>\n<li><span style=\"font-size: 1.5em;\">\u0905\u0924\u094d\u092f\u093e\u0939\u093e\u0930\u0903 \u092a\u094d\u0930\u092f\u093e\u0938\u0936\u094d\u091a \u092a\u094d\u0930\u091c\u0932\u094d\u092a\u094b \u0928\u093f\u092f\u092e\u093e\u0917\u094d\u0930\u0939\u0903 \u0964<br \/>\n\u091c\u0928\u0938\u0919\u094d\u0917\u0936\u094d\u091a \u0932\u094c\u0932\u094d\u092f\u0902 \u091a \u0937\u0921\u094d\u092d\u093f\u0930\u094d\u092f\u094b\u0917\u094b \u0935\u093f\u0928\u0936\u094d\u092f\u0924\u093f \u0965\u0967\u096b\u0965<\/span><\/li>\n<li>atyaharah prayasash cha prajalpo niyama grahah |<br \/>\njana sangash cha laulyam cha shadbhir yogo vinashyati ||15||<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Wort-f\u00fcr-Wort-\u00dcbersetzung:<\/h3>\n<ul>\n<li>aty\u0101h\u0101ra\u1e25 : \u00dcberma\u00df im Essen (<a title=\"Atyahara\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Atyahara\">Atyahara<\/a>)<\/li>\n<li>pray\u0101sa\u1e25 : (unangemessene) Anstrengung, \u00dcberanstrengung (<a title=\"Prayasa\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prayasa\">Prayasa<\/a>)<\/li>\n<li>ca: und (<a title=\"Cha\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Cha\">Cha<\/a>)<\/li>\n<li>prajalpa\u1e25 : Geschw\u00e4tz, unbesonnene Worte (<a class=\"new\" title=\"Prajalpa (Seite nicht vorhanden)\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/index.php?title=Prajalpa&amp;action=edit&amp;redlink=1\">Prajalpa<\/a>)<\/li>\n<li>niyama : (unangemessene) Regel(n), Gel\u00fcbde, Observanz(en, <a title=\"Niyama\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Niyama\">Niyama<\/a>)<\/li>\n<li>graha\u1e25 : Sichklammern (an), Bestehen, Versessensein (auf, <a title=\"Graha\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Graha\">Graha<\/a>)<\/li>\n<li>jana : (mit) Leute(n, <a title=\"Jana\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jana\">Jana<\/a>)<\/li>\n<li>sa\u1e45ga\u1e25 : (unpassender) Umgang, Verkehr (<a title=\"Sanga\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sanga\">Sanga<\/a>)<\/li>\n<li>ca: und<\/li>\n<li>laulya\u1e41 : Unruhe, Unbest\u00e4ndigkeit, Gier, Verlangen (<a title=\"Laulya\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Laulya\">Laulya<\/a>)<\/li>\n<li>ca : und<\/li>\n<li>\u1e63a\u1e0dbhi\u1e25 : durch (diese) sechs (<a title=\"Shash\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Shash\">Shash<\/a>)<\/li>\n<li>yoga\u1e25 : (der) <a title=\"Yoga\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yoga\">Yoga<\/a><\/li>\n<li>vina\u015byati : geht verloren, wird zunichte, wird wirkungslos (vi + <a title=\"Nash\" href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nash\">na\u015b<\/a>) \u00a0 ||15||<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Kommentare &#8211; Audio &#8211; Video<\/h3>\n<div class=\"responsive-tabs\">\n<h2 class=\"tabtitle\">Brahmananda<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>Die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gel%C3%BCbde\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gel\u00fcbde<\/a> sind solche Dinge, wie z. B. in kaltem Wasser fr\u00fch am Morgen zu baden, Mahlzeiten (nur) in der Nacht einzunehmen, und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/seminartipp\/yoga-und-fasten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fasten<\/a>.<\/p>\n\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Vishnu-devananda<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>15. Der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Yogi<\/a> geht durch \u00dcberessen, harte k\u00f6rperliche Arbeit, zu viel Reden, das Einhalten von (unpassenden) Gel\u00fcbden, schlechte Gesellschaft und Unbest\u00e4ndigkeit zugrunde.<\/p>\n<p>Das sind Warnungen. Gewisse Dinge werden euch keinen Erfolg bringen; ihr werdet das Ziel nicht erreichen. Harte k\u00f6rperliche Arbeit z. B. Wenn ihr intensiv <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Asanas<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pranayama\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pranayama<\/a> praktiziert, k\u00f6nnt ihr nicht zehn Stunden Holz f\u00e4llen. Reduziert es eben. Ein kaltes Bad kann zu einer bestimmten Zeit gut sein, aber nicht w\u00e4hrend intensivem Pranayama. E s wird eure Nerven zertr\u00fcmmern. In solchen Zeiten ist nur ein warmes Bad erlaubt. Ebenso solltet ihr nicht nahe beim Feuer sitzen. So wie ihr euch w\u00e4hrend dieses intensiven <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_sadhana.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sadhana<\/a>s nicht mit <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben\/yoga-ernaehrung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nahrung<\/a> \u00fcberladen k\u00f6nnt, d\u00fcrft ihr zu einer solchen Zeit nicht l\u00e4nger als drei bis vier nichts essen, da dies den K\u00f6rper schw\u00e4cht. Ihr solltet eine leichte, ausgewogene, festgelegte Di\u00e4t einhalten. Geht nicht in Extreme. Ebenso esst auch nicht vor dem Schlafengehen, weil ihr sonst am fr\u00fchen Morgen nicht f\u00e4hig seid, richtig Pranayama auszuf\u00fchren.<\/p>\n\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Sukadev<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>15. Der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\">Yogi<\/a> geht durch \u00dcberessen, harte k\u00f6rperliche Arbeit, zuviel Reden, das Einhalten von unpassenden Gel\u00fcbden, schlechte Gesellschaft und Unbest\u00e4ndigkeit zugrunde.<\/p>\n<p>Was jetzt jeder Einzelne darunter verstehen will, das muss jedem Einzelnen \u00fcberlassen sein.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft nicht, dass man deshalb stirbt. Aber die Yogaschwingung des Yogis, dann ist man n\u00e4mlich kein Yogi mehr. Das gilt nat\u00fcrlich in besonderem Ma\u00dfe, wenn man intensiv praktiziert. Aber diese Verse \u00fcber die Grundlagen, im Grunde genommen auch die n\u00e4chsten Verse gehen alle \u00fcber die Yamas und Niyamas. Da sind erst mal zwei Vorverse, und dann ein Vers \u00fcber die Yamas und dann eine Vers \u00fcber die Niyamas. Gut, also all das gilt es zu vermeiden. Nat\u00fcrlich, das erste ist \u00dcberessen.<\/p>\n<p>\u2013 Es gilt zu vermeiden zu \u00dcberessen.<\/p>\n<p>Wenn man zuviel isst, dann ist es schwierig, anschlie\u00dfend den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_geist.html\">Geist<\/a> zu erheben, Skorpion zu machen und Pfau zu machen und solche Sachen, aber \u00fcber den Essensaspekt will ich jetzt nicht zu viel reden. Auch wenn er immer der faszinierendste ist. Die klassische Menge der Speise ist, den Magen halb mit fester Nahrung zu f\u00fcllen, ein Viertel mit fl\u00fcssiger Nahrung zu f\u00fcllen und ein Viertel zur Verehrung von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Shivatext.html\">Shiva<\/a> freizulassen. Also, der Swami <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\">Sivananda<\/a> schreibt, es w\u00e4re immer gut, ein klein wenig hungrig zu sein. Kleiner Hunger ist auch so was wie ein kleines <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana.html\">Prana<\/a>, das man immer hat. Also nicht \u00dcberessen.<\/p>\n<p>\u2013 Harte k\u00f6rperliche Arbeit<\/p>\n<p>das freut jetzt einige, zumindest einige Mitarbeiter vom Haus, die schon immer gedacht haben, die Kisten zu tragen w\u00e4re schwere k\u00f6rperliche Arbeit, also man muss sehen, was harte k\u00f6rperliche Arbeit ist. Harte k\u00f6rperliche Arbeit. Wobei ihr wissen m\u00fcsst, was im alten Indien als harte k\u00f6rperliche Arbeit bezeichnet wird, das ist was anderes, als was Menschen heute als harte k\u00f6rperliche Arbeit bezeichnen. Also wenn ihr mal einen Schrank von hier nach dort transportiert, oder einen gro\u00dfen Kochtopf ein bisschen umr\u00fchrt, das ist nicht harte k\u00f6rperliche Arbeit. Aber wenn ihr von morgens bis abends auf dem Feld arbeitet, und zwar nicht mit Maschinen, sondern von acht Uhr morgens bis zwanzig Uhr abends dort schwer die Erde umw\u00fchlt, vielleicht mit einer Schaufel, noch dazu mit einer Holzschaufel, das ist dann schwer, die Energie zu finden,<a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/kundalini-yoga\/kundalini-erfahrung\/spirituelle-erfahrungen.html\"> spirituell<\/a> zu praktizieren und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/Art_Pranayama.html\">Pranayama<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\">Asanas<\/a> zu machen. Also zu harte k\u00f6rperliche Arbeit, dass man dann nur noch kaputt und geschafft nach Hause kommt, das ist jetzt nicht so geeignet.<\/p>\n<p>Es gilt jetzt im besonderen Ma\u00dfe, wenn man die Pranayamapraxis intensivieren will, dass man dann nicht zu viel macht, was zu intensiv auch k\u00f6rperlich ist. Also angenommen, ihr wollt jetzt mal eine intensive Pranayamapraxis machen, so zwei bis sechs Stunden am Tag, dann w\u00fcrdet ihr auch keinen Hochleistungssport parallel machen, dann w\u00fcrdet ihr auch nicht in die Sauna gehen, obgleich die sonst sehr positiv ist, man w\u00fcrde auch eiskalte Duschen vermeiden, obgleich ihr wisst, dass ich normalerweise Wechselb\u00e4der empfehle gegen Kreislaufbeschwerden, schlechte Durchblutung, Erk\u00e4ltung usw. Aber wenn man intensiv praktiziert, dann will man den K\u00f6rper nicht noch zus\u00e4tzlich schockieren. Genauso, wenn man intensiv Pranayama \u00fcbt, sollte man auch nicht fasten, obgleich Fasten allgemein was Gutes ist. Aber wenn ihr mehr als zwei Stunden am Tag Pranayama macht, dann ist das Fasten nicht angebracht, es sei denn ihr habt das schon l\u00e4nger gemacht und kennt euren K\u00f6rper ausreichend gut.<\/p>\n<p>\u2013 Zu viel reden<\/p>\n<p>nat\u00fcrlich auch. Manche Menschen reden wie ein Wasserfall. Der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\">Swami<\/a> Sivananda hat mal auch lustig gesagt: \u201eManche Menschen leiden unter lingual diarrhoea\u201c, das ist so wie Wortdurchfall. Sie h\u00f6ren nicht mehr auf zureden. Und so sollte man \u00f6fters auch schweigen. Nicht zuviel reden. Nat\u00fcrlich auch nicht zu wenig reden. Ich glaube, im Koran steht etwas, was auch in der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Manu\">Manu<\/a> Smriti steht. Manchmal auch interessant, das man die gleichen Dinge an verschiedenen Stellen findet. Dort hei\u00dft es: Wenn man was sagen will, sollte man erst \u00fcberlegen, ob\u2019s korrekt ist. Wenn\u2019s nicht korrekt ist, wenn\u2019s nicht <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Satya\">Satya<\/a> ist, sollte man den Mund halten. Zweite Frage: Entspricht es <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_ahimsa.html\">Ahimsa<\/a>, Nicht-verletzen? Wenn es Ahimsa nicht entspricht, dann Schweigen. Und als Drittes fragt man: \u201eIst es notwendig, das zu sagen?\u201c Und wenn es nicht notwendig ist, dann schweigt man. Wenn man das jetzt w\u00f6rtlich n\u00e4hme, dann w\u00fcrde man wahrscheinlich kaum mehr sprechen. Also, nicht zu viel reden. Das gilt nat\u00fcrlich mehr f\u00fcr Menschen, die eine Neigung haben, viel zu reden. Menschen, die eher sch\u00fcchtern sind, k\u00f6nnten <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/wie-lerne-ich-yoga.html\">lernen<\/a>, mutiger zu sein.<\/p>\n<p>\u2013 Das Einhalten von unpassenden Gel\u00fcbden.<\/p>\n<p>Z.B. kann man sagen: \u201eVon heute an werde ich nie mehr \u00e4rgerlich werden.\u201c Was bringt ein solches Gel\u00fcbde? Nur ein schlechtes <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gewissen.html\">Gewissen<\/a>. Es gibt eine Geschichte von jemandem, der hat jahrelang sich damit besch\u00e4ftigt, seinen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_geist.html\">Geist<\/a> zur Ruhe zu bringen. Und eines Tages dachte er, jetzt habe ich meinen \u00c4rger bezwungen. Und er schrieb an seine H\u00fctte oben drauf: Ich habe den \u00c4rger bezwungen. Und freudestrahlend ging er raus und hielt Vortr\u00e4ge dar\u00fcber, \u00fcber die \u00dcberwindung des \u00c4rgers. Und dann kamen Leute zu ihm und der eine sagte: \u201eOh Gro\u00dfer, wie hast du deinen \u00c4rger bezwungen?\u201c \u201eJa, ich habe alles <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> anvertraut, ich habe zu Gott gebetet, und durch die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gnade\">Gnade<\/a> Gottes bin ich ohne \u00c4rger geworden.\u201c Da kam der n\u00e4chste und sagte: \u201eHast du wirklich deinen \u00c4rger bezwungen? Das kann ich gar nicht glauben.\u201c \u201eJa, hab ich.\u201c \u201eWas hast denn du noch gemacht?\u201c \u201eIch hab meditiert und jeden Tag zwanzig Minuten gesagt: \u201eIch bin geduldig, OM, OM, OM.\u201c Da kam der N\u00e4chste und sagte: \u201eWar das wirklich alles? Und du hast den \u00c4rger wirklich bezwungen?\u201c Und so kamen st\u00e4ndig Leute und fragten: \u201eHast du den \u00c4rger bezwungen?\u201c Und schlie\u00dflich, nach dem Hundertsten: \u201eWIE OFT SOLL ICH EUCH DENN NOCH SAGEN, DASS ICH DEN \u00c4RGER BEZWUNGEN HAB!\u201c Also, bestimmte Gel\u00fcbde sind nicht passend. Oder ihr macht das Gel\u00fcbde: Ich werde jetzt dreimal am Tag sechs Stunden hintereinander meditieren.<\/p>\n<p>Auf <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sanskrit\">Sanskrit<\/a> steht dort Vrata. Und Vrata ist so ein Vorsatz. Und eben einen nicht passenden Vorsatz zu fassen hilft nicht. Es ist schon gut, einen Vorsatz zu fassen. Das geh\u00f6rt zu den Niyamas im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/index.html\">Hatha Yoga<\/a>, aber ein unpassender Vorsatz ist nicht gut. Es gibt nat\u00fcrlich auch in der andern Richtung unpassende Gel\u00fcbde. Z.B. lege ich jetzt das Gel\u00fcbde ab: Ich werde in diesem Jahr keine Zigarette rauchen. W\u00e4re das sinnvoll? Noch nie habe ich auch nur eine Zigarette an meinen Lippen gehabt, die angez\u00fcndete war. Es macht jetzt keinen Sinn, dass ich ein solches Gel\u00fcbde ablege. Wenn ich jetzt ein solches Gel\u00fcbde ablege: Ich werde jetzt zwei Monate lang keine S\u00fc\u00dfigkeiten essen. W\u00fcrde ich auch hinkriegen, ich hab so was sch\u00f6n \u00f6fters gemacht, das w\u00e4r eine sinnvolle Vrata. Aber es w\u00e4re jetzt auch nicht sinnvoll, wenn ich sagen w\u00fcrde: \u201eVon heute an esse ich gar nichts mehr.\u201c Oder ich sage: \u201eVon heute an meditiere ich sechs Stunden am St\u00fcck.\u201c Im besten Fall kriege ich ein schlechtes Gewissen, im schlimmsten Fall halte ich\u2019s durch und breche mir alle Knie.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt nur dazu, dass ihr die Lust verliert. Man muss in dem Ma\u00dfe \u00fcben, wie es einem selbst entspricht. So sollte man passende Vors\u00e4tze fassen. Es ist durchaus gut, sich Vors\u00e4tze zu fassen. Der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\">Swami<\/a> <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Vishnu.html\">Vishnu<\/a> hat uns gerne gefragt: Wisst ihr, warum man Vors\u00e4tze fasst? Um sie zu brechen. Warum? Vors\u00e4tze zu fassen f\u00fcr etwas, was einem leicht f\u00e4llt, macht keinen Sinn. Ich habs noch nie geschafft, mehr als zwei Schlucke Wein \u00fcber die Lippen zu bringen, da wurd mir immer \u00fcbel. Was mir in der Schulzeit immer ein b\u00f6ses Auslachen der anderen gebracht hat, aber es ging einfach nicht. Von daher besteht hier keine R\u00fcckfallgefahr. Also wenn man sich einen Vorsatz fasst, dann sollte das was sein, was realistisch zu machen ist, aber was doch auch nicht ganz so leicht f\u00e4llt. Und der Swami Vishnu hat noch gesagt, wenn man sich einen Vorsatz fasst, dann sollte man gleich eine Konsequenz einbauen, falls man sich nicht an den Vorsatz h\u00e4lt. Ihr kennt das vielleicht von eurer Kindheit noch. Gute Eltern haben gesagt: \u201eDas darfst du nicht machen, und wenn du sp\u00e4ter nach Hause kommst, dann . . .\u201c \u2013 fruchtete nichts, dann sind sie nicht konsequent gewesen \u2013 dann kann man zB. sagen: \u201eAm n\u00e4chsten Morgen gibt\u2019s kein Fr\u00fchst\u00fcck.\u201c Gut, da k\u00f6nnt ihr euch was Passendes einfallen lassen. Gut, dann<\/p>\n<p>\u2013 durch schlechte Gesellschaft.<\/p>\n<p>Was ist schlechte Gesellschaft? M\u00fcsst ihr selbst entscheiden. Im engsten Sinne ist schlechte Gesellschaft, wenn ihr in der Umgebung seid von Mafiosi, die alle drogens\u00fcchtig sind und jeden Tag jemand anders umbringen. Das ist sehr schlechte Gesellschaft, und diese Gesellschaft ist nicht so sehr geeignet, um <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/\">Yoga<\/a> zu praktizieren. Nur ob wir in schlechter Gesellschaft noch lange Yogis sein werden, ist eine andere Frage. Es h\u00e4ngt jetzt von der eigenen St\u00e4rke ab. Und genau so auch \u2013 vorher wurde von zu viel reden gesprochen. Es nutzt auch nichts, zu viel mit so Leuten zu diskutieren. Oft machen die einem dann mehr Zweifel, als dass man sich inspirieren l\u00e4sst. Man muss schauen, wem kann man was sagen und mit wem kann man \u00fcber was sprechen. Wir brauchen nicht der M\u00fclleimer von anderen Menschen zu sein, wir brauchen nicht der \u2013 Swami <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\">Sivananda<\/a> hat gesagt, mental gymnastics machen, geistige Gymnastiken mit st\u00e4ndiger Diskussion, \u00fcberhitzten Diskussionen, ist alles \u00fcberfl\u00fcssig. Anderen helfen zu wollen, anderen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_dienen.html\">dienen<\/a> zu wollen, gut, und damit seinen st\u00e4ndigen Broterwerb zu t\u00e4tigen, das ist alles gut.<\/p>\n<p>Der Aristoteles hat gesagt: wir sind ein zoon politicon econ. Der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\">Mensch<\/a> ist ein zoon politicon, das hei\u00dft ein geselliges Wesen. Viele Menschen w\u00fcrden sich als unpolitisch bezeichnen, aber das ist nur unvollst\u00e4ndig. Politik ist das, was die Geselligkeit des Menschen regelt. Also wir sind ein geselliges Wesen. Und econ hat er such gesagt: vernunftbegabt. Nicht ein vern\u00fcnftiges, wohlgemerkt. Die Biologen haben uns zwar als homo sapiens sapiens bezeichnet, das hei\u00dft, der doppelt kluge Mensch. Aber wenn wir uns die Menschen angucken, so doppelt klug sind sie nicht. Aber wir sind vernunftbegabt. Wir k\u00f6nnten die Vernunft einsetzen, wenn wir wollten. Man kann sich das so \u00fcberlegen: Man kann die Vernunft einsetzen, es ist m\u00f6glich. Zu Unrecht wird in spirituellen Kreisen die Vernunft manchmal etwas abgewertet. Und es wird manchmal behauptet, in unserer Gesellschaft w\u00fcrde die Vernunft entwickelt und die Emotion nicht. Meine Behauptung ist: Weder die Vernunft noch das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Herz\">Herz<\/a> wird entwickelt. Wenn man sich die Welt anschaut, was dort gemacht wird, ist das vern\u00fcnftig? Wenn man sich eine Speisekarte anguckt, ist das vern\u00fcnftig? Wenn wir uns angucken, wie Menschen ihr <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/gemeinschaft\/Lebensgemeinschaft.html\">Leben<\/a> verbringen, ist das vern\u00fcnftig? Aber wir sind vernunftbegabt. Ich kann euch mal erz\u00e4hlen, ich habe mal auf einem ganz anderen Gebiet so ein Schl\u00fcsselerlebnis gehabt. Ich hatte ungl\u00fccklicherweise keinen Vater, der wie V\u00e4ter es normalerweise machen, mir beigebracht h\u00e4tte, wie man mit H\u00e4mmern und Schraubenziehern usw. umgeht. Die Mutter hat uns beigebracht, wie man mit Staubsauger und Klob\u00fcrste umgeht. Man Vater hat zwar mit uns Fu\u00dfball gespielt, aber Handwerker war er nicht. Und so hab ich lange die Schwierigkeit gehabt, wenn irgendwo in einem Yogazentrum was zu tun war, war ich reichlich hilflos. Und das ist etwas schwierig. Ich hab festgestellt, Frauen haben es da manchmal leichter. Wenn die hilflos wirken, dann finden die manchmal M\u00e4nner, die f\u00fcr sie im Haus etwas richten. Ich hatte dort gro\u00dfe Schwierigkeiten gehabt, jemand zu finden. Und dann hat mir mal jemand was ganz Banales gesagt. Er hat mir ne Aufgabe gegeben. Da hab ich gesagt: Ich kann das nicht. Ich bin kein Handwerker. Da hat er gesagt: Du musst nur deine Logik verwenden. Und dann geht das schon. Das war so ein Schl\u00fcsselerlebnis. Ich hab gedacht, alles ist logisch. Und tats\u00e4chlich, anschlie\u00dfend konnt\u2019 ich Einiges reparieren, mehr oder weniger gut. Es ist mir dann sogar gelungen, im Frankfurter Zentrum einige Lampen einzubauen, weil ich mir \u00fcberlegt habe, wie es logisch ist. Da habe ich heroische <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/held.html\">Heldentaten<\/a> gekonnt. Das kann man auf vielen Ebenen anwenden, diese Logik. Zu viele Menschen machen sich zu schnell eine Blockade im Kopf, denken, das kann ich nicht, das geht nicht, aber Vieles geht, in dem man einfach seine Vernunft einsetzt. Gut, aber ich wollte eigentlich von der schlechten Gesellschaft sprechen. Zoon politicon \u2013 wir sind ein geselliges Wesen. Das, was die Menschen denken, mit denen wir zu tun haben, davon werden wir ohne Zweifel beeinflusst. Das ist ganz einfach. Daher ist es so wichtig, was wir jetzt im Moment tun, n\u00e4mlich Satsang.<\/p>\n<p>Man braucht nat\u00fcrlich auch was f\u00fcr seine Emotionen, aber um so wichtiger ist es, \u00f6fters mal in eine spirituelle <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/gemeinschaft.html\">Gemeinschaft<\/a> zu kommen, Satsangha zu pflegen. Im engeren Sinne ist das Meditationen, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Mantras.html\">Mantras<\/a> singen und Vortrag. Im weiteren Sinne hei\u00dft Sangha Zusammenkunft mit Sat, mit Menschen, die nach der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_wahrheit.html\">Wahrheit<\/a> streben. Und dann wird dieser Teil in uns st\u00e4rker. Und wenn wir mit Menschen zusammen sind, die andere Ideale haben, dann wird dieser Teil st\u00e4rker. Jetzt k\u00f6nnen wir in unserer Gesellschaft nicht g\u00e4nzlich die Gegenwart von Menschen meiden, die nicht <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/kundalini-yoga\/kundalini-erfahrung\/spirituelle-erfahrungen.html\">spirituell<\/a> sind, noch w\u00e4re das \u00fcberm\u00e4\u00dfig ratsam. Aber es ist durchaus eine Hilfe auf dem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege.html\">Weg<\/a>. Und das ist gut, das \u00f6fters zu pflegen.<\/p>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.kinder-yoga.cc\/\">Kinder<\/a> werden sehr stark davon beeinflusst, mit wem sie in die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/center.html\">Schule<\/a> gehen. Ich habe es in fast allen Yogafamilien festgestellt: Die Kinder, die sehr yogisch gro\u00dfgezogen werden, leben dann <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben.html\">vegetarisch<\/a>, spielen Harmonium, singen Jaya <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Ganeshatext.html\">Ganesha<\/a>, machen wunderbare <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\">Asanas<\/a>, die sehen ganz gl\u00fccklich und zufrieden aus. Wenn die zw\u00f6lf, dreizehn sind, dann wollen die mit <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/\">Yoga<\/a> nichts mehr zu tun haben. Dann wollen die machen, was die anderen auch machen. Gut, und da typischerweise Yogaeltern tolerante Eltern sind, verbieten die das auch nicht, und mit einem Seufzen unterst\u00fctzen sie dann die Kinder in dem, was sie machen. Wenn man yogische Kinder yogisch gro\u00dfziehen will, brauchen sie auch andere yogische Kinder, das ist ganz banal und ganz einfach.<\/p>\n<p>\u2013 und durch Unbest\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>Unbest\u00e4ndigkeit hei\u00dft? Heute machen, morgen nicht machen. Manche Menschen \u00fcben ein Jahr, und dann ein Jahr nicht. Und dann machen sie ein paar Monate ganz viel, und dann ein paar Wochen nichts. Auf Englisch hei\u00dft das: rolling stone gathers no mose. Wie sagt man auf Deutsch? Rollender Stein sammelt kein Moos, das klingt nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig gut. Ist aber logisch, oder? Auch Moos im \u00fcbertragenen Sinne. Also, wir m\u00fcssen best\u00e4ndig sein. Jetzt d\u00fcrfen wir das mit der Best\u00e4ndigkeit auch nicht missverstehen. Das hei\u00dft nicht, dass wir f\u00fcr den Rest des Lebens jeden Tag das Gleiche machen. Ich halte das f\u00fcr eine gewisse Falle. In unserer modernen Gesellschaft ist es wahrscheinlich keine Falle, die realistisch ist. Wer hat solch ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/gemeinschaft\/Lebensgemeinschaft.html\">Leben<\/a>, dass er \u00fcber Jahre hinweg das Gleiche machen k\u00f6nnte. Aber es w\u00e4re auch nicht gut, weil\u2019s dann zur Gewohnheit wird. Es ist gut, eine Grundpraxis zu haben, einen Minimalpraxis, die man jeden Tag macht bis zur Selbstverwirklichung. Und auf dieser Grundpraxis aufgebaut gibt es Phasen, wo man mehr \u00fcbt, und Phasen, wo man weniger \u00fcbt. Da gibt\u2019s son Wochenende f\u00fcr die meisten so wie jetzt, wo man mehr \u00fcbt, und dann wieder ein paar Wochen, wo man weniger \u00fcbt.<\/p>\n<p>Es ist schon gut, wenn es Phasen gibt, wo ihr intensiver \u00fcbt. Nur sollte man auch nicht die Praxis g\u00e4nzlich lassen. Es sollte immer so eine Grundpraxis geben, die man t\u00e4glich macht. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Patanjali\">Patanjali<\/a> sagt es auch so: Eine Praxis sollte sein Dirgakala, Nairantarya und Sakshatkara Dirgakala \u2013 \u00fcber eine lange <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\">Zeit<\/a>. Nairantarya \u2013 ohne Unterbrechung, und Sakshatkara \u2013 mit aufrichtiger <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hingabe\">Hingabe<\/a> und Enthusiasmus. So kann man praktizieren. Dann gibt es best\u00e4ndigen Fortschritt. Ein gro\u00dfes Hindernis bei all dem ist die Alles-oder-Nichts-Philosophie. Ich werde nicht m\u00fcde, das immer wieder zu erw\u00e4hnen. Manche Mitarbeiter sagen: \u201eJetzt f\u00e4ngt er schon wieder an.\u201c Manche Menschen sagen: \u201eEntweder, ich habe eine Stunde Zeit f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\">Asanas<\/a>, oder ich mache gar nichts.\u201c So eine Analogie: Meine Mutter hat immer gesagt: \u201eEntweder richtig oder gar nicht.\u201c Was in diesem Universum kann man richtig machen? Ich habe noch nichts entdeckt. Jede <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\">Asana<\/a> k\u00f6nnte man besser machen, jede <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\">Meditation<\/a> k\u00f6nnte besser sein, dann w\u00e4re man n\u00e4mlich selbstverwirklicht. Jedesmal, wenn man mit Menschen spricht, k\u00f6nnte man noch herzlicher, noch liebevoller, noch strikter und gleichzeitig liebevoller sein \u2013 es geht immer etwas besser. Vielleicht war es in der fr\u00fcheren Zeit mal m\u00f6glich, das Optimale zu machen.<\/p>\n<p>Ich muss gerade eine Geschichte erinnern. Eine Geschichte von einem Ingenieur. Der ging mal in ein Dorf, um da ein paar Wochen zu arbeiten, Elektrizit\u00e4t aufzubauen. Und in der Zeit ging er auch zu einem Dorfschneider und bat ihn, ihm einen Anzug zu machen. Nach einem Monat wollte der Ingenieur nach Hause gehen und den Anzug abholen. Der Schneider sagte: \u201eDer Anzug ist noch nicht fertig.\u201c Zwo Monate sp\u00e4ter kam der Ingenieur wieder, und der Schneider sagte: \u201eNoch nicht fertig.\u201c Ein Jahr sp\u00e4ter kam der Ingenieur wieder, und er hatte den Anzug schon vergessen, da kam der Schneider und hat ihm den Anzug gebracht. Da sagte der Ingenieur: \u201eSo lange hast du gebraucht. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> hat die Welt in sechs Tagen geschaffen.\u201c Da l\u00e4chelte der Schneider, liebevoll strich er um den Anzug und sagte: \u201eSchaut euch den Zustand dieses Anzugs an, und schaut euch den Zustand der Welt an.\u201c<\/p>\n<p>Auf einer anderen Ebene ist die Welt aber vollkommen. Es gibt daf\u00fcr so einen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/frueheres-leben\/beweise-fuer-reinkarnation.html\">Beweis<\/a>, den hat Leibniz mal gebracht. Der hat gesagt: \u201eDamit eine solch gro\u00dfe Welt \u00fcberhaupt in die Existenz kommen konnte, dazu bedarf es eines Demiurgen, eines Sch\u00f6pfers, der so wahnsinnig intelligent ist. Und wenn der so wahnsinnig intelligent ist, dann wird er auch die bestm\u00f6gliche aller Welten schaffen. Also leben wir in der bestm\u00f6glichen aller Welten.\u201c Der Kant hat zwar nachher gesagt, dass das ein Zirkelschluss sei, aber das sei an einer anderen Stelle besprochen. Aber da wir nicht mehr in der Zeit sind von diesen alten Schneidern, die vielleicht ausreichend Zeit hatten, auch zufrieden waren mit dem kleinen H\u00e4uschen ohne Heizung, ohne Fenster, mit zehn Kindern und der Frau, alle in einem Bett klassischerweise, ist es allgemein im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/gemeinschaft\/Lebensgemeinschaft.html\">Leben<\/a> nicht mehr m\u00f6glich, irgendetwas Vollkommenes zu machen, wenigstens wenig kann man nur noch fast vollkommen machen \u2013 die Yogapraxis auch nicht. Und so sollte man seine Minimumpraxis jeden Tag machen und ansonsten tun, was man kann. Und nicht vergessen, ab und zu mal zu intensivieren.<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens zwei gute Zeitpunkte, um die Praxis zu intensivieren. Zum Einen, wenn man gro\u00dfe Lust drauf hat. Und zum Zweiten, wenn man \u00fcberhaupt keine Lust drauf hat. Wenn die Praxis \u00fcberhaupt nicht mehr inspiriert ist, dann braucht man so einen Kickstart. Also einen Tritt in den Hintern kann man auch sagen. Und wenn man\u2019s allein nicht schafft, was macht man dann? Man kommt ins Haus <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/\">Yoga<\/a> Vidya und fasst den festen Entschluss, man haut nicht ab. Auch deshalb, auch typischerweise, wenn man keine Lust hat, dann hat man\u2019s ja vorher schleifen lassen oder mechanisch gemacht. Und wenn man dann in eine spirituelle Umgebung kommt, kommen alle m\u00f6glichen Unreinheiten heraus, und nach einem Tag hat man nur einen gro\u00dfen Wunsch, n\u00e4mlich: <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege.html\">Weg<\/a>! Es nervt einen alles. Ich kann mich erinnern, ich habe in einem Yogazentrum gewohnt, aber ich war noch Student an der Uni, und hatte gerade meine Diplomarbeit geschrieben. Und dadurch hatte ich die Yogapraxis auf mein Minimum, reduziert. Was durchaus eine regelm\u00e4\u00dfige Praxis war, aber nicht mehr so wie vorher mehrere Stunden. Nun hat mir die Zentrumsleiterin geraten, ich solle mir vorher einen Flug buchen in den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ashram\">Ashram<\/a>, und zwar einen nicht zur\u00fcckgebbaren Flug. Ich war damals ein gehorsamer Sch\u00fcler, habe die Vorschl\u00e4ge angenommen und habe das also auch gemacht. Und als ich das Ende der Diplomarbeit erreicht hatte \u2013 es war sogar eine Diplomarbeit mit einem yogischen Thema: Determinanten der Arbeitsmotivation in indischer und westlicher <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-psychologie.html\">Psychologie<\/a> \u2013 da habe ich also alle m\u00f6glicher Rajayogab\u00fccher gelesen daf\u00fcr. Aber Lesen ist eine, Praktizieren ist eine andere Sache. Und so war ich doch etwas mit meinem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_geist.html\">Geist<\/a> in einer anderen Welt, in der akademischen Welt gewesen, und ich hab gedacht, ich brauch jetzt Ruhe, nicht in diesen Ashram, noch dazu hab ich mich dort als Mithelfer gemeldet. Und wenn ihr denkt, dass das hier Chaos ist, dann wart ihr noch nicht in dem Ashram gewesen. Das hat damit angefangen, als ich ankam, wusste keiner, dass ich kommen w\u00fcrde. Es war zwar vom Zentrum her angesagt, und geschrieben, die Zentrumsleiterin hat sogar noch telefoniert. Und da hab ich die erste Nacht oben an der Rezeption verbracht, und die zehn Tage da hab ich jede Nacht woanders geschlafen. In zehn Tagen hab ich 14 verschiedene Betten gehabt, wo ich meinen Schlafsack reingesteckt habe, es war also schon schlimm genug, Und dann kam dazu, ich wollte ja zum <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\">Swami<\/a> <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Vishnu.html\">Vishnu<\/a>, der hatte eine Erk\u00e4ltung gehabt und war drei Tage lang nicht da. Und, fand ich, der dort die Vortr\u00e4ge gegeben hat, da brauchte ich auch nicht hin. Gut, jedenfalls nach einem Tag wollte ich sowieso abreisen, aber ich blieb, und nach sechs Tagen gings mir richtig gut. Wenn ich vorher abgereist w\u00e4re, h\u00e4tt ich den Dreh vielleicht nicht gekriegt. Aber nach zehn Tagen, trotz 14 Mal umziehen, nach f\u00fcnf Tagen hatte ich mich dran gew\u00f6hnt, habe ich nur noch lachen m\u00fcssen. Wenn dann der Rudra mir gesagt hat: \u201eSukadev, I think you have to move again\u201c, dann wurd\u2019s schon lustig. Und ich hab geemerkt, all das waren die Aufgaben, die im Ashram zu machen waren. Es war so gut, wie es war, es war genau richtig, es war das, was ich <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/wie-lerne-ich-yoga.html\">lernen<\/a> musste, und ich hatte dann die letzten Tage mehr <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\">Zeit<\/a> gefunden zu meditieren. Also eine gewisse Best\u00e4ndigkeit ist notwendig, und dann ab und zu mal intensivieren. So, jetzt hat er gesagt, wodurch wir zugrunde gehen. Er sagt uns aber auch noch, wodurch wir Fortschritte erzielen.<\/p>\n<p>\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Audio<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n<br \/>\n<div class=\"powerpress_player\" id=\"powerpress_player_7969\"><audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-11591-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/17_Hathayoga_Pradipika.mp3?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/17_Hathayoga_Pradipika.mp3\">https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/17_Hathayoga_Pradipika.mp3<\/a><\/audio><\/div><p class=\"powerpress_links powerpress_links_mp3\" style=\"margin-bottom: 1px !important;\">Podcast: <a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/17_Hathayoga_Pradipika.mp3\" class=\"powerpress_link_pinw\" target=\"_blank\" title=\"Play in new window\" onclick=\"return powerpress_pinw('https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/hatha-yoga-pradipika\/?powerpress_pinw=11591-podcast');\" rel=\"nofollow\">Play in new window<\/a> | <a href=\"https:\/\/jkv3wg.podcaster.de\/download\/17_Hathayoga_Pradipika.mp3\" class=\"powerpress_link_d\" title=\"Download\" rel=\"nofollow\" download=\"17_Hathayoga_Pradipika.mp3\">Download<\/a><\/p><p class=\"powerpress_links powerpress_subscribe_links\">Subscribe: <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/hatha-yoga-pradipika\/feed\/podcast\/\" class=\"powerpress_link_subscribe powerpress_link_subscribe_rss\" target=\"_blank\" title=\"Subscribe via RSS\" rel=\"nofollow\">RSS<\/a><\/p><\/p>\n\n<\/div><h2 class=\"tabtitle\">Video<\/h2>\n<div class=\"tabcontent\">\n\n<p>.\/.<br \/>\n<\/div><\/div><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutsche \u00dcbersetzung: \u00dcberessen, \u00dcberanstrengung, Schw\u00e4tzen und Regelh\u00f6rigkeit; | oberfl\u00e4chliche Geselligkeit und Unbest\u00e4ndigkeit, durch diese sechs [Untugenden] geht das Yoga verloren. Sanskrit Text: aty\u0101h\u0101ra\u1e25 pray\u0101sa\u015b ca prajalpo niyama-graha\u1e25 | jana-sa\u1e45ga\u015b ca laulya\u1e41 ca \u1e63a\u1e0dbhir yogo vina\u015byati ||15|| \u0905\u0924\u094d\u092f\u093e\u0939\u093e\u0930\u0903 \u092a\u094d\u0930\u092f\u093e\u0938\u0936\u094d\u091a \u092a\u094d\u0930\u091c\u0932\u094d\u092a\u094b \u0928\u093f\u092f\u092e\u093e\u0917\u094d\u0930\u0939\u0903 \u0964 \u091c\u0928\u0938\u0919\u094d\u0917\u0936\u094d\u091a \u0932\u094c\u0932\u094d\u092f\u0902 \u091a \u0937\u0921\u094d\u092d\u093f\u0930\u094d\u092f\u094b\u0917\u094b \u0935\u093f\u0928\u0936\u094d\u092f\u0924\u093f \u0965\u0967\u096b\u0965 atyaharah prayasash cha prajalpo niyama grahah | jana &hellip; <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/hatha-yoga-pradipika\/1-kapitel-vers-15\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">1. 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