{"id":976,"date":"2011-02-15T20:00:31","date_gmt":"2011-02-15T19:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=976"},"modified":"2015-06-25T08:26:25","modified_gmt":"2015-06-25T06:26:25","slug":"04-13-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/04-13-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"04-13 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> sagt, dass die vier Kasten nach <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Guna\" target=\"_blank\">Guna<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/\" target=\"_blank\">Karma<\/a> geschaffen worden sind. Er interpretiert <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kaste\" target=\"_blank\">Kasten<\/a> anders als es in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Indien\" target=\"_blank\">Indien<\/a> vorherrschend ist. Die Inder glauben, in eine Kaste komme man durch <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/\" target=\"_blank\">Geburt<\/a>. Krishna glaubt in eine Kaste komme man nach Guna.<\/p>\n<p>Es gibt drei Gunas:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sattva\" target=\"_blank\">Sattva<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Rajas\" target=\"_blank\">Rajas<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tamas\" target=\"_blank\">Tamas<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Brahmane\" target=\"_blank\">Brahmanen<\/a> gelten als rein sattvig. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kshatria\" target=\"_blank\">Kshatrias<\/a> gelten als sattvig-rajassig gemischte Kaste. Die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vaishya\" target=\"_blank\">Vaishyas<\/a> gelten als rajassig-tamassig gemischte Kaste und die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Shudra\" target=\"_blank\">Shudras<\/a> als rein tamassige Kaste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei den Brahmanen \u00fcberwiegt der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wunsch\" target=\"_blank\">Wunsch<\/a> nach <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Moksha\" target=\"_blank\">Moksha<\/a>. Bei den Kshatrias \u00fcberwiegt der Wunsch nach <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/karma-gesetz\/4-karma-gesetz-der-evolution\/dharma-und-karma.html\" target=\"_blank\">Dharma<\/a>. Bei den Vaishyas \u00fcberwiegt der Wunsch nach <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Artha\" target=\"_blank\">Artha<\/a> und bei den Shudras \u00fcberwiegt der Wunsch nach Karma. Jeder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a> hat alle vier W\u00fcnsche: <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kama\" target=\"_blank\">Kama<\/a> \u201eSinnesbefriedigung\u201c, Artha \u201eReichtum und Ansehen\u201c, Dharma, \u201edas Richtige zu tun und Gerechtigkeit in die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> hineinzubringen\u201c und Moksha, \u201eder Wunsch nach <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Befreiung\" target=\"_blank\">Befreiung<\/a>\u201c.<\/p>\n<p>Moksha ist nat\u00fcrlich der sattvigste Wunsch. Dharma ist eine Mischung aus Sattva und Rajas, man ist aktiv, verfolgt etwas f\u00fcr ein sattviges Ziel. Der Vaishnava ist auch aktiv, will aber einfach reich werden und Ansehen haben. Gerade <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Reichtum\" target=\"_blank\">Reichtum<\/a> haben zu wollen ist etwas eher tamassiger. Der Shudra will im Wesentlichen seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sinne\" target=\"_blank\">Sinne<\/a> befriedigen, was eher tamassig ist.<\/p>\n<p>Im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Alltag\" target=\"_blank\">Alltag<\/a> kann man beobachten, dass verschiedene Menschen zu verschiedenen Kasten geh\u00f6ren. Es gibt Menschen, die wollen sich im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig engagieren. Sie freuen sich, wenn ihre Arbeit nicht zu anstrengend ist, und wenn Familie und <a href=\"http:\/\/www.kinder-yoga.cc\/\" target=\"_blank\">Kinder<\/a> so sind, wie sie es sich w\u00fcnschen, wenn das Haus sch\u00f6n eingerichtet ist und sie einmal im Jahr nach Mallorca fahren k\u00f6nnen oder die Fu\u00dfballmannschaft regelm\u00e4\u00dfig gewinnt oder sie ein paar Freundinnen haben, mit denen sie \u00fcber Lippenstifte und Haarfarben sprechen k\u00f6nnen. Dann sind Shudras relativ zufrieden.<\/p>\n<p>Den Shudras r\u00e4t Krishna in einem sp\u00e4teren Kapitel einfache Arbeiten zu machen. Ihnen zu raten, sich \u00fcberm\u00e4\u00dfig zu engagieren, w\u00fcrde sie nur \u00fcberfordern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann gibt es Menschen, bei denen \u00fcberwiegt der Wunsch nach Artha. Sie wollen reich werden. Was sie an Reichtum haben, reicht ihnen nie aus. Sie sind stark rajassig und wollen Anerkennung und Ruhm bekommen. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> r\u00e4t ihnen Kaufmann zu werden. Sie sollen versuchen in der Wirtschaft reich zu werden. Es gilt: Wenn egoistische Kaufleute die Wirtschaft leiten, dann floriert sie. Und das braucht es auch. Angenommen wir h\u00e4tten in der Wirtschaft nur Menschen, die sehr freundlich sind, dann h\u00e4tten wir keine florierende Wirtschaft. Sie w\u00fcrden nicht immer wieder neue Erfindungen machen wollen. Wichtig ist nur, dass die Vaishyas von den Kshatrias kontrolliert werden m\u00fcssen. Es muss gerechte Regeln geben. Es muss darauf geachtet werden, dass die Vaishyas sich an diese Regeln halten. In Aufsichtsr\u00e4ten, in der Verwaltung und der Regierung m\u00fcssen eher Kshatrias sein. Menschen, denen es nicht um das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geld\" target=\"_blank\">Geld<\/a>, sondern eher um das Gemeinwohl geht. Politiker, Administration, Rechtsanw\u00e4lte, \u00c4rzte usw. sollten am besten Kshatrias sein. Dem eisernen Zeitalter wird nachgesagt, dass es ein gro\u00dfes Problem hat. Es soll n\u00e4mlich nicht gen\u00fcgend echte Kshatrias geben, die bereit sind, all diese Funktionen zu erf\u00fcllen. Deshalb \u00fcbernehmen Shudras diese Positionen, die nur ein bequemes Leben wollen oder Vaishyas, die bestechlich sind und denen es um den eigenen Vorteil und den eigenen Ruhm geht.<\/p>\n<p>Ich behaupte, dass die Mehrheit der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a>, die in die Politik geht, zun\u00e4chst einmal das Gemeinwohl im Sinn hat \u2013 zumindest auf kommunalpolitischer Ebene. Politiker zu sein, ist nicht besonders angenehm. Irgendwann bekommt man Macht und Macht korrumpiert. Es entsteht Frustration, weil man ungerecht von Parteikollegen, von W\u00e4hlen etc. behandelt worden ist und will sich infolgedessen schadlos halten und entsch\u00e4digt werden f\u00fcr die erlittenen Ungerechtigkeiten. Sie halten sich nicht mehr an Dharma, sondern kommen zu Adharma und werden zu kleinen Duryodhanas. In der Demokratie gibt es immer noch den Vorteil, dass man sie abw\u00e4hlen kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes gibt es die Brahmanen. Sie streben nach <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Moksha\" target=\"_blank\">Moksha<\/a>, der Befreiung. Von Beruf sollten sie <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Priester\" target=\"_blank\">Priester<\/a> oder Lehrer werden oder einfachen Arbeiten nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dies sorgt daf\u00fcr, dass sie ausreichend <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> haben f\u00fcr ihre spirituelle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Praxis\" target=\"_blank\">Praxis<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben dem reinen Kastenwesen gibt es aber auch Mischformen. Im Westen geh\u00f6rt die Mehrheit der spirituellen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspiranten<\/a> zu einer Mischform. Sie haben den Wunsch nach Moksha, nach Befreiung. Gleichzeitig haben sie aber auch ein gro\u00dfes Gerechtigkeitsbed\u00fcrfnis, was bedeutet, dass sie sich f\u00fcr soziale und politische Ziele engagieren sollen. Manche haben vielleicht auch ein gewisses Vaisyhatalent. Sie k\u00f6nnten dann entweder in die Wirtschaft gehen und versuchen, ethische Prinzipien in die Wirtschaft zu tragen oder versuchen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a>, sehr systematisch zu verbreiten.<\/p>\n<p>Und es gibt Brahmanen mit Shudratalenten, die sich nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig viel anstrengen wollen, um Zeit zu haben f\u00fcr die spirituelle Praxis.<\/p>\n<p>Und so gibt es nat\u00fcrlich alle m\u00f6glichen Mischformen, obgleich Krishna die Vermischung der Kasten f\u00fcr schlecht h\u00e4lt. Was versteht er aber unter Vermischung der Kasten? Er versteht darunter z.B., dass Vaishyas die Funktionen von Kshatrias \u00fcbernehmen. Dass also Menschen, denen es um Geld geht, in die Verwaltung gehen um sich dort bestechen zu lassen. Oder jemand, der nicht an <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> glaubt, wird zum Priester. Oder ein Shudra, der es einfach nur bequem haben will, wird irgendwie auf einen h\u00f6heren Posten gehievt, damit man ihn nachher einfach manipulieren kann. Menschen, die nicht das Talent zu dem Geforderten haben, kommen in eine andere Position. Und sie kommen deswegen in eine andere Position, weil diejenigen, die f\u00fcr diese Position eigentlich f\u00e4hig w\u00e4ren, entweder tot sind oder entsagen wollen. Krishna selbst sagt: \u201eIch selbst muss t\u00e4tig sein. Wenn ich mich jetzt zur\u00fcckziehen w\u00fcrde und nur noch meditieren w\u00fcrde, was wollen dann alle spirituellen Aspiranten machen?\u201c Sie w\u00fcrden sich vom Leben zur\u00fcckziehen und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation\/\" target=\"_blank\">meditieren<\/a>. Was w\u00fcrde dann in der Gesellschaft passieren? Es g\u00e4be niemanden mehr, der bereit ist, sich in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ashram\" target=\"_blank\">Ashrams<\/a> zu engagieren. Es g\u00e4be keine spirituellen Menschen mehr, die bereit sind sich in \u00d6kologie, Politik und Wirtschaft zu engagieren, sondern es g\u00e4be nur noch die Shudras und die Vaishyas, die das machen w\u00fcrden und dann h\u00e4tten wir gro\u00dfe Probleme. Wenn Krishna sich ganz zur\u00fcckziehen und nicht mehr lehren w\u00fcrde, dann w\u00fcrden die Brahmanen ihm folgen. Es g\u00e4be nur noch ungl\u00e4ubige Priester, die irgendwelchen Unsinn erz\u00e4hlen, und eine Horde von Einsiedlern, die mit niemandem etwas zu tun haben wollen. Das k\u00f6nnte Krishna unter der Vermischung der Kasten verstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt noch eine zweite Vorstellung davon, wie eine Vermischung der Kasten zustande k\u00e4me: In Indien sind die oberen vier Kasten gar nicht so stark voneinander getrennt, wie wir uns das vielleicht vorstellen. Die Trennung betrifft eher die Kastenangeh\u00f6rigen und die Kastenlosen, die au\u00dferhalb der Gesellschaft stehen.<\/p>\n<p>Um die Kasten nicht untereinander zu vermischen, d\u00fcrfen die Kastenangeh\u00f6rigen einer Kaste nur Mitglieder ihrer eigenen Kaste heiraten und nur mit Kastenmitgliedern ihrer eigenen Kaste zusammen essen.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr, dass sie nicht zusammen essen d\u00fcrfen ist, dass die Brahmanen und die Shudras <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben.html\" target=\"_blank\">Vegetarier<\/a>, die Kshatrias und die Vaishyas Fleischesser waren.<\/p>\n<p>Mir selbst wird das immer bewusst, wenn ich meine Familie besuchen gehe. Im Ashram essen wir alle <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben.html\" target=\"_blank\">vegetarisch<\/a>. Bei gr\u00f6\u00dferen Familienfeiern gibt es \u00f6fters mal Fleisch. Ich f\u00fchle mich nicht besonders wohl dabei, versuche aber niemanden zum Konvertieren zu bewegen. Wenn man regelm\u00e4\u00dfig nur mit Menschen zusammen isst, die Vegetarier sind, dann stellt man fest, dass es in K\u00fcchen, in denen Fleisch verarbeitet wird nicht sehr gut riecht. Die Vorstellung, dass da etwas in einem Topf <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben\/kochkurs.html\">gekocht<\/a> wird, wo ansonsten Fleisch darin <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben\/kochkurs.html\">gekocht<\/a> wird, gibt einem kein positives <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gef\u00fchl\" target=\"_blank\">Gef\u00fchl<\/a>.<\/p>\n<p>In meiner engeren Familie essen wir oft <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben.html\">vegetarisch<\/a>, da mein \u00e4lterer Bruder, meine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mutter\" target=\"_blank\">Mutter<\/a> und ich Vegetarier sind, meine Mutter dann nur <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben.html\">vegetarisch<\/a> kocht und mein Vater und mein anderer Bruder aus Solidarit\u00e4t dann ebenfalls auf Fleisch verzichten, wenn wir zu Hause essen oder auch ins Restaurant gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Grund, warum sie nicht kasten\u00fcbergreifend heiraten sollen ist, dass Menschen verschiedener Kasten verschiedene Ansichten haben, wie das Leben zu leben ist. Angenommen eine Frau will ein sch\u00f6nes, ruhiges, angenehmes Leben f\u00fchren und der Mann will erfolgreich in der Firma sein und verbringt deshalb sieben Tage die Woche 16 Stunden in der Firma, dann gibt es gewisse Konflikte in der Ehe zu den Zeiten, in denen sie sich mal treffen.<\/p>\n<p>Oder ein weiteres Beispiel: Wenn die Frau sehr engagiert ist bei Greenpeace oder anderen Vereinen und der Mann irgendwo in einer Firma Vorstandsvorsitzender sitzt, dann gibt es Konflikte.<\/p>\n<p>Oder angenommen, einer der Partner will unbedingt die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbstverwirklichung\" target=\"_blank\">Selbstverwirklichung<\/a> erreichen, und der andere Partner sieht die Erf\u00fcllung des Lebens darin, in 5-Sterne Hotels zu \u00fcbernachten und vornehm zu essen, dann entstehen Konflikte. Man kann diese Konflikte mit viel Toleranz l\u00f6sen. Einfach ist es aber nicht. Und damit die Grundlebensentw\u00fcrfe stimmen, ist es hilfreich, wenn man einen Partner hat, der grunds\u00e4tzlich einen \u00e4hnlichen Lebensentwurf hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Charakteristikum des eisernen Zeitalters ist, dass man zuerst eine gewisse <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> seines Lebens einer Kaste angeh\u00f6rt und sp\u00e4ter einer anderen Kaste. Es gibt relativ viele Menschen, auch unter den Wirtschaftsbossen, die 30 Jahre lang alles gemacht haben, um Verm\u00f6gen zu verdienen. Dann haben sie anfangen zu denken wie die Kshatrias und sich \u00fcberlegt, wie sie anderen Menschen helfen und sich f\u00fcr gute Zwecke in der Welt engagieren k\u00f6nnen. Georg Soro ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr. Er hat sich sehr f\u00fcr den wirtschaftlichen Aufbau von Osteuropa engagiert und mehrere Milliarden Dollar Spenden gegeben, die f\u00fcr den Aufbau von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/center.html\">Schule<\/a>n und Universit\u00e4ten, verwendet werden sollten.<\/p>\n<p>Als Westler d\u00fcrfen wir die Kastentrennung der Inder nicht \u00fcberbetonen. Es gab schon einen Kastenlosen, der Pr\u00e4sident Indiens wurde; es gab eine Frau als Premierministerin; es wurde beinahe eine Italienerin zur Premierministerin, wenn sie das nicht abgelehnt h\u00e4tte; Sonja Gandhi ist als Parteichefin t\u00e4tig.<\/p>\n<p>Nach indischem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Glaube\" target=\"_blank\">Glauben<\/a> wird man in eine Kaste geboren. Krishna wehrt sich gegen diesen Glauben. Krishna sagt, dass unsere Eigenschaften, unsere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Guna\" target=\"_blank\">Gunas<\/a> die Kastenzugeh\u00f6rigkeit bestimmen und nicht unsere Geburt.<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens auch in Deutschland Kasten. In Deutschland ist die soziale Mobilit\u00e4t erheblich schlechter als in Indien und den meisten L\u00e4ndern dieser Welt. Ein Sohn von jemandem, der seit 20 Jahren arbeitslos ist, hat sehr geringe Chancen auf die Uni zu gehen und reich zu werden. W\u00e4hrenddessen in Indien der Sohn eines Kastenlosen durchaus gro\u00dfe Chancen hat, einen Studienplatz zu erwerben und Computerspezialist zu werden. In Indien gibt es die so genannte umgekehrte Diskriminierung. Gerade um die wirtschaftliche Ungleichheit, die es vor 150 Jahren gab, aufzul\u00f6sen, gibt es bestimmte Mengen an F\u00fchrungsposten in der Regierung und eine bestimmte Menge von Studienpl\u00e4tzen, die f\u00fcr die Kastenlosen reserviert sind. Die indische Gesellschaft ist de facto sehr viel durchl\u00e4ssiger als man es im Westen gemeinhin denkt und sie haben erheblich h\u00f6here Mobilit\u00e4t als wir hier in Deutschland.<\/p>\n<p>Einzig und allein bei Hochzeiten und Essensgewohnheiten sind die Kasten streng voneinander getrennt. Die meisten Betriebskantinen l\u00f6sen diese Vorgaben damit, dass nur Brahmanen als K\u00f6che eingestellt werden. Dann k\u00f6nnen n\u00e4mlich alle das Essen verzehren. Und somit ist <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/vegetarisch-leben\/kochkurs.html\">Koch<\/a> heutzutage in Indien der Beruf, der \u00fcberwiegend von Brahmanen auge\u00fcbt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Historisch betrachtet wei\u00df man nicht, wann genau der Schnitt war, wo es nicht mehr hie\u00df, dass man in eine Kaste durch Geburt kommt, sondern durch Guna. Man wei\u00df auch nicht, ob es wirklich so war oder ob das nachtr\u00e4glich von Krishna uminterpretiert worden ist. Die westlichen Indologen glauben daran, dass irgendwann um 1500 v.Chr. hellh\u00e4utige Indoeurop\u00e4er in Nordindien einmarschiert, die indische Urbev\u00f6lkerung zu Shudras gemacht, und die oberen drei Kasten f\u00fcr sich vorbehalten haben. Die Adligen der Eroberer, wurden zu Kshatrias, die urspr\u00fcnglich als die h\u00f6chste Kaste galten und deren Priesterfamilien wurden dann zu Brahmanen, deren H\u00e4ndler und Kaufleute zu Bauern, die den Handel und die Bestellung der Felder \u00fcbernommen haben. Die Urbev\u00f6lkerung wurde versklavt und zu Shudras gemacht.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wurde versucht, diese offensichtlich schreiende Ungerechtigkeit irgendwie religi\u00f6s zu rechtfertigen. Was daf\u00fcr spricht ist, dass die oberen Kasten eine hellere Hautfarbe haben und je niedriger die Kaste, umso dunkler die Hautfarbe. Dies trifft aber nur in Nordindien zu. In S\u00fcdindien sind die Brahmanen manchmal noch dunkler als die Shudras.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich werde \u00f6fters gefragt, ob es da neuere Erkenntnisse die Urbev\u00f6lkerung betreffend gibt, da diese ja auch schon alle ein Schriftsystem hatten. Meine Antwort lautet ja. Es ist ausgesprochen komplex und es gibt ganz unterschiedliche Ansichten.<\/p>\n<p>Amerikanische Indologen neigen dazu, dass z.B. die vedische Kultur durchaus die Kultur der Ureinwohner war und dass die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_veden.html\" target=\"_blank\">Veden<\/a> nicht erst durch die Indogermanen entstanden sind. Es soll sie schon vorher gegeben haben. Sp\u00e4ter kann es eine Einwanderung gegeben haben oder eben auch nicht. Sie begr\u00fcnden ihre Theorie damit, dass schon die Veden von hellh\u00e4utigeren und dunkelh\u00e4utigeren Menschen sprechen. Und es gibt ein paar Indikatoren daf\u00fcr, dass die Veden \u00e4lter sind.<\/p>\n<p>Nach westlicher Indologie sind sie von 1500-800 v. Chr. geschrieben worden. Ein Indikator f\u00fcr diese Theorie ist, dass ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/tod\/himmel-und-hoelle.html\" target=\"_blank\">Himmel<\/a> mit spezifischen Sternenbildern beschrieben wird. Diese Sternenbilder gab es um 3000 v. Chr. und 4000 v. Chr. Weil die Erde sich regelm\u00e4\u00dfig dreht, ist alle 2000 Jahre alles um 30 Grad ge\u00e4ndert. Und um 1900 gab es jemanden, der beweisen wollte, dass der Sternenhimmel \u00e4lter ist als 1500 Jahre v. Chr.<\/p>\n<p>Ebenfalls wird in den Veden der Fluss <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Saraswati.html\" target=\"_blank\">Saraswati<\/a> beschrieben, der neben dem Indus verlaufen und irgendwann ausgetrocknet sein soll. Mittels Luftbildern wurde er lokalisiert, Arch\u00e4ologen haben Aushebungen durchgef\u00fchrt und ein Flussbett von einem alten Fluss gefunden, der damals gr\u00f6\u00dfer gewesen sein muss als der Indus und um 1800 v. Chr. ausgetrocknet sein muss. Dies beweist, dass die Veden \u00e4lter als 1800 v. Chr. sind, was der ganzen Theorie der Indogermanischen Einwanderung widerspricht und sie in sich zusammenfallen l\u00e4sst. Es ist wahrscheinlicher, dass die Indoeurop\u00e4er aus Indien stammen, als dass die Indoeurop\u00e4er eingewandert sind. Allerdings wehren sich dann europ\u00e4ische Indologen gegen diese Annahme, da es wenig wirkliche Beweise gibt. Da die Inder immer auf Palmbl\u00e4tter geschrieben haben, findet man sehr wenige Schriftzeichen aus sehr fr\u00fcher Zeit.<\/p>\n<p>Die Inder selbst glauben, dass die Veden \u00e4lter sind. Sie sprechen davon, dass die Veden vor Beginn des eisernen Zeitalters niedergeschrieben worden sind, welches 3227 v. Chr. begann. Im 19. Jahrhundert stellten Max M\u00fcller und andere Sprachwissenschaftler fest, dass <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sanskrit\" target=\"_blank\">Sanskrit<\/a> gro\u00dfe \u00c4hnlichkeiten mit dem Persischen hat und alles zu einer \u00e4hnlichen Sprachfamilie geh\u00f6rt, die dann erst einmal als indogermanisch bezeichnet wurde. Indogermanisch insofern, als diese Sprachwissenschaftler Deutsche waren. Au\u00dferhalb von Deutschland wird es als Indoeurop\u00e4isch bezeichnet. Die Franzosen z.B. f\u00fchlen nicht, dass Franz\u00f6sisch eine Indogermanische Sprache ist. Da die verschiedenen Volksst\u00e4mme, die diese Sprache sprechen, sich irgendwie \u00e4hnlich sehen, m\u00fcssen sie irgendwann irgendwo hergekommen sein und infolgedessen spricht man von einer Indoeurop\u00e4ischen Einwanderung von Europa in mehreren Sch\u00fcben. Man geht davon aus, dass es das in Indien auch gegeben haben muss, obgleich es keine arch\u00e4ologischen Beweise irgendeiner Art gibt, dass Einwanderer zwischen 1500-1200 v. Chr. eingewandert sind. Aber weil es in Europa zu der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\">Zeit<\/a> geschah, nehmen die Indologen an, dass es zur gleichen Zeit auch in Indien passiert sein muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So wissen wir nicht, wie das Kastenwesen tats\u00e4chlich entstanden ist. Laut den Schriften kommt es aus den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Guna\">Gunas<\/a> heraus. Aber ob es zuerst anders war und die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\">Yogis<\/a> versucht haben, das Prinzip umzuinterpretieren und aufzul\u00f6sen ohne gegen das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vertrauen\" target=\"_blank\">Vertrauen<\/a> der anderen zu versto\u00dfen, oder ob es das urspr\u00fcngliche Prinzip war und es dann bequemer war es beizubehalten, anstatt, dass jeder in einer Art Vision Quest herausfinden musste, zu welcher <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Guna\">Guna<\/a> er denn geh\u00f6rt, wei\u00df man bis heute nicht. Das macht die Gesellschaft etwas einfacher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krishna sagt, dass die vier Kasten nach Guna und Karma geschaffen worden sind. Er interpretiert Kasten anders als es in Indien vorherrschend ist. Die Inder glauben, in eine Kaste komme man durch Geburt. Krishna glaubt in eine Kaste komme man nach Guna. 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