{"id":961,"date":"2011-02-25T20:00:38","date_gmt":"2011-02-25T19:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=961"},"modified":"2015-06-24T14:33:15","modified_gmt":"2015-06-24T12:33:15","slug":"04-03-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/04-03-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"04-03 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> sagt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\">Arjuna<\/a>, dass das, was er ihn eben gelehrt hat, nichts Neues ist. Er hat es schon andere gelehrt. Diese Aussage machen die meisten Weisen. Ein wirklicher selbstverwirklichter <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\">Mensch<\/a> wird selten sagen, dass er etwas grundlegend Neues bringt. Die \u00e4ltesten Schriften sind die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_veden.html\">Veden<\/a>. Die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/Upanischaden\/Vorwort1.htm\">Upanishaden<\/a>, als Teile der Veden, enthalten eigentlich schon alles <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wissen\" target=\"_blank\">Wissen<\/a>. Das widerspricht nat\u00fcrlich etwas dem westlichen Fortschrittsglauben. Wir nehmen an, wir sind kl\u00fcger als unsere Eltern. Unsere Eltern haben angenommen, sie w\u00fcssten mehr als unsere Gro\u00dfeltern. Und diese waren ganz davon \u00fcberzeugt, dass sie mehr wussten als die Urgro\u00dfeltern usw. D.h. wir sind um vielfaches kl\u00fcger als die Menschen vor 1000 Jahren. Aber wenn wir die uralten Upanishaden lesen, stellen wir fest, dass da das h\u00f6chste Wissen schon enthalten ist. Auch Jesus selbst hat gesagt:<\/p>\n<p>\u201eIhr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin das Gesetz oder die Propheten aufzul\u00f6sen; ich bin nicht gekommen, um aufzul\u00f6sen, sondern zu erf\u00fcllen\u201c, Matth\u00e4us (5, 21-26).<\/p>\n<p>An manchen Stellen in der Bibel gebraucht er zwar Formulierungen wie:<\/p>\n<p>&#8222;Ihr habt geh\u00f6rt, dass gesagt worden ist &#8218;Auge f\u00fcr Auge, Zahn f\u00fcr Zahn&#8216;. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas B\u00f6ses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schl\u00e4gt, dann halt ihm auch die andere hin&#8220;. Matth\u00e4us (5, 21-26)<\/p>\n<p>So scheint er etwas Neues zu sagen. Aber tats\u00e4chlich ist selbst das ist nichts Neues. In den Qumram Schriftrollen hat man Beweise gefunden, dass <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Jesus.html\" target=\"_blank\">Jesus<\/a> diese Dinge auch nicht als erster gesagt hat, sondern alte Weisheitsworte gelehrt hat. Krishna sagt die Lehren der <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/\" target=\"_blank\">Bhagavad Gita<\/a> auch nicht als Erster. Hier erkennen wir einen Unterschied zwischen dem westlichen und dem \u00f6stlichen Denken. Im westlichen Denken spricht man oft von \u201eReligionsgr\u00fcndern\u201c, die ganz allein die Grundlagen einer Religion gelegt haben. In der Realit\u00e4t gibt es eigentlich keine Religion, die wirklich von einem Gr\u00fcnder\/Stifter gegr\u00fcndet worden ist. Viele sagen, Jesus h\u00e4tte das Christentum begr\u00fcndet. So ganz stimmt das aber nicht. Die meisten Jesusworte gab es schon vorher. Jesus war auch nicht daf\u00fcr verantwortlich, wie das Christentum heute ist. Paulus ist, mindestens nach Meinung vieler Theologen, erheblich einflussreicher gewesen f\u00fcr die christlichen Lehren als Jesus selbst. Die Paulusbriefe sind f\u00fcr die heutige Interpretation des Christentums oft wichtiger als die Aussage der Evangelien selbst. Ich m\u00f6chte hier christliche Leser um Verzeihung bitten. Ich meine, wie viele Pfarrer auch: Es ist gut, sich der historischen Tatsachen bewusst zu sein. Man kann ja auch die historischen Entwicklungen als inspiriert durch den Heiligen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> sehen, und so die Bibel auch trotz Kenntnis der historischen Entwicklungen als Heilige Schrift ansehen (wie ich es tue). So steckt in jeder spirituellen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-tradition\/\" target=\"_blank\">Tradition<\/a> immer eine Abfolge von verschiedenen Meistern. Und es hei\u00dft, es gibt auch eine Abfolge von Gottinkarnationen wie Jesus und Krishna. Diese sind nochmals etwas anderes als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Heilige\" target=\"_blank\">Heilige<\/a> wie Paulus, Vivekananda oder Laotse. Letztlich ist die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_wahrheit.html\">Wahrheit<\/a> in allen spirituellen Traditionen \u00fcberall \u00e4hnlich und im Tiefsten Inneren auch gleich. Wir sollten uns aber immer bewusst sein, dass der Denkansatz der Einheit aller Religionen ein yogischer Denkansatz ist. Wenn ihr mal in den Dialog mit manchen Christen tretet, solltet ihr Euch dessen bewusst sein. Viele Christen gehen davon aus, dass die Weltreligionen nicht im Wesentlichen gleich sind. Manche Christen werfen den fern\u00f6stlichen Religionen vor, dass sie die Ausspr\u00fcche von Jesus vereinnahmen w\u00fcrden. Sie werfen den fern\u00f6stlichen Religionen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Buddhismus\" target=\"_blank\">Buddhismus<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_hinduismus.html\">Hinduismus<\/a> vor, einen unzul\u00e4ssigen Einheitsbrei schaffen zu wollen. Auch diesen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Glaube\">Glauben<\/a> muss man anerkennen und dessen muss man sich bewusst sein. Aber wenn man als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\">Yogi<\/a> die Bibel liest, wird man st\u00e4ndig an die Aussagen der Yogaschriften erinnert. Ich muss zugeben, ich finde eigentlich kaum Unterschiede. Letztlich sind die Unterschiede in den Interpretationen innerhalb einer Religion erheblich gr\u00f6\u00dfer als die Unterschiede zwischen den Religionen, meine ich. Mir geht es sogar im Gespr\u00e4ch mit christlichen Gespr\u00e4chspartnern so, dass ich viele Bibelaussagen sehr viel leichter verstehen und annehmen kann als der betreffende Gespr\u00e4chspartner. Manchmal, wenn ich in Gottesdienste gehe und der Pfarrer dann predigt, dann windet er sich manchmal so unter dem, was er vorlesen muss. Als Yogi denkt man: \u201eEs gibt da doch eigentlich keine Schwierigkeit. Wenn man ein bisschen was vom Feinstofflichkeit und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/\" target=\"_blank\">Karma<\/a> und Einheit von allem versteht, ist es doch ganz offensichtlich. Warum hat er so gro\u00dfe Schwierigkeiten damit? Warum windet er sich so?\u201c<\/p>\n<p>Aber ihr m\u00fcsst euch bewusst sein, dass die Vorstellung der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Einheit\" target=\"_blank\">Einheit<\/a> aller Weltreligionen letztlich eine \u00f6stliche Vorstellung ist, die es im Osten schon immer gab und die man schon in den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/Upanischaden\/Vorwort1.htm\">Upanishaden<\/a> findet: Es gibt eine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wahrheit\" target=\"_blank\">Wahrheit<\/a>, aber viele Weisen sie zu sehen und viele <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Wege<\/a>, sie zu erreichen. In den Worten eines von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\" target=\"_blank\">Swami<\/a> <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-tradition\/swami-vishnu-devananda.html\" target=\"_blank\">Vishnu-devananda<\/a> geschriebenen Liedes: \u201eDer Namen sind viele, aber Gott ist eins. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_liebe.html\">Liebe<\/a> deinen N\u00e4chsten wie dich selbst. Der Wege sind viele, aber Wahrheit ist eins. Liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Krishna erkl\u00e4rt uns, dass er nichts Neues erz\u00e4hlt, und dass er sich immer wieder inkarnieren wird. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> versteht das zun\u00e4chst einmal nicht, bzw. er nimmt es w\u00f6rtlich:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krishna sagt Arjuna, dass das, was er ihn eben gelehrt hat, nichts Neues ist. Er hat es schon andere gelehrt. Diese Aussage machen die meisten Weisen. Ein wirklicher selbstverwirklichter Mensch wird selten sagen, dass er etwas grundlegend Neues bringt. Die \u00e4ltesten Schriften sind die Veden. 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