{"id":855,"date":"2011-04-01T20:00:35","date_gmt":"2011-04-01T18:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=855"},"modified":"2015-06-23T16:01:56","modified_gmt":"2015-06-23T14:01:56","slug":"03-29-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/03-29-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"03-29 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Wir identifizieren uns mit unserem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/K\u00f6rper\" target=\"_blank\">K\u00f6rper<\/a>. Wir \u00fcberlegen, ist er sch\u00f6n oder nicht sch\u00f6n? Ist er von guter oder eher von schlechter <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/seminare\/interessengebiet\/gesundheit\/\" target=\"_blank\">Gesundheit<\/a>? Ist unser Denken klar oder nicht klar? Ist unser <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana.html\">Prana<\/a> hoch oder nicht hoch?<\/p>\n<p>Alles in uns ist <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sattwig\" target=\"_blank\">sattwig<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Rajassig\" target=\"_blank\">rajassig<\/a> oder <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tamassig\" target=\"_blank\">tamassig<\/a>. Trotzdem sollten wir nicht denken, dass die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> sowieso unwirklich ist und ich deswegen machen kann, was ich will. Das ist nicht das Richtige.<\/p>\n<p>Es gab einmal einen Sch\u00fcler, der zu einem Lehrer ging. Der Lehrer sagte zu ihm: \u201eDie ganze Welt ist unwirklich. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/Art_Brahman.html\">Brahman<\/a> allein ist wirklich. Brahman ist das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbst\" target=\"_blank\">Selbst<\/a> hinter allen Wesen. Es gibt nur ein einziges unendliches Selbst.\u201c Daraufhin antwortete der Sch\u00fcler: \u201eDas klingt gut.\u201c Und er ging in eine Gastst\u00e4tte und bestellte sich ein gro\u00dfes Essen. Als es dann ans Bezahlen ging sagte er: \u201eIch bin nicht der K\u00f6rper, du bist nicht dieser K\u00f6rper. Ich bin <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Atman\">Atman<\/a>. Du bist <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Atman\">Atman<\/a>. Wir sind alle eins. Warum sollte das universelle Selbst sich selbst etwas bezahlen?\u201c<\/p>\n<p>Nachdem der Kellner kein Geld von dem Sch\u00fcler einnehmen konnte, kam der Wirt zu dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspiranten<\/a> und er bekam die gleiche Geschichte zu h\u00f6ren. Daraufhin nahm der Wirt einen Stock und verpr\u00fcgelte unseren Aspiranten. Der Aspirant wanderte dann mit vielen blauen Flecken zu seinem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Guru\">Guru<\/a> und sprach: \u201eDu, Guru, deine Philosophie funktioniert nicht.\u201c \u201eWieso funktioniert die nicht?\u201c fragte der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Guru\">Guru<\/a>. \u201eNa ja, ich habe das ausprobiert und der Wirt hat mich daraufhin geschlagen.\u201c Der Guru antwortete: \u201eWenn du sagst, ich bin das Selbst hinter allem, dann bist du nicht nur das Selbst hinter dem Wirt, der dir etwas zu Essen gibt, sondern dann bist du auch das Selbst hinter dem Wirt, der dich verpr\u00fcgelt hat. Also, wor\u00fcber beschwerst du dich?\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir so weit entwickelt sind, hinter allem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> zu sehen, dann ist das eine Sache. Solange wir das nicht sehen k\u00f6nnen, sollten wir den Regeln des Lebens folgen.<\/p>\n<p>Eine zweite Geschichte, die diese Lehre verdeutlicht, ist eine Geschichte von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Shankara\" target=\"_blank\">Shankara<\/a>. Shankara war ein gro\u00dfer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana_Yoga\" target=\"_blank\">Jnana Yoga<\/a> <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a>, der einen K\u00f6nig als Sch\u00fcler hatte. Mit dem K\u00f6nig diskutierte er oft und viel. Er forderte ihn oft auf, nicht so verhaftet an sein K\u00f6nigreich zu sein. Die Welt sei unwirklich und Brahman allein sei wirklich. Und das Selbst sei nichts als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Brahman\" target=\"_blank\">Brahman<\/a>. Es sei zwar gut, dass er sich um das K\u00f6nigreich k\u00fcmmere, aber er sollte das nicht \u00fcberbewerten. Letztlich sei alles <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Maya\" target=\"_blank\">Maya<\/a>, alles Illusion. Shankara riet dem K\u00f6nig, zu meditieren und f\u00fcr sein Selbst zu sorgen. Der bekam das so oft von Shankara zu h\u00f6ren, dass es ihn schon v\u00f6llig nervte. Eines Tages dachte er bei sich: \u201eDem Shankara werde ich eine Lektion erteilen.\u201c Shankara ging am n\u00e4chsten Tag die Stra\u00dfe entlang zum Palast und der K\u00f6nig hatte befohlen, dass niemand auf der Stra\u00dfe sein sollte. Dann lie\u00df er einen wild gemachten Elefanten durch die Stra\u00dfen rennen um Shankara zu erschrecken.<\/p>\n<p>Als Shankara den Elefanten sah, kletterte er schnell auf einen Baum hoch. Er war in guter k\u00f6rperlicher Verfassung. Der Baum grenzte an ein Haus und Shankara schaffte es auf den Balkon zu kommen. Hinter dem Balkonfenster war der K\u00f6nig, lachte und sagte: \u201eOh Shankara, du hast gesagt, das Selbst ist hinter allen Wesen und alles Weltliche ist Maya. Wieso bist du jetzt vor dem Elefanten weggelaufen?\u201c Shankara antwortete verschmitzt dem K\u00f6nig: \u201eWas erz\u00e4hlst du da? Wo ist ein Elefant? Wo ist jemand den Baum hochgeklettert? Wo ist \u00fcberhaupt etwas passiert?\u201c<\/p>\n<p>Wenn wir von der h\u00f6chsten Ebene aus argumentieren, und das sollten wir ruhig \u00f6fters tun, im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/MandukyaUpanishad\/6Bewusstsein.htm\">Bewusstsein<\/a>, dass wir den ganzen Tag nichts gemacht haben, dann ist das eine Ebene der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wirklichkeit\" target=\"_blank\">Wirklichkeit<\/a>. Aber es gibt noch eine andere Ebene der Wirklichkeit und auf dieser Ebene m\u00fcssen wir handeln. Auf dieser Ebene sollen wir auch keinen Unsinn treiben. Es gilt: Wir <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Handeln\" target=\"_blank\">handeln<\/a> f\u00fcr das Wohlergehen aller. Wir sind uns bewusst, dass das, was wir tun, auch ein Beispiel f\u00fcr andere ist. Krishna argumentiert hier \u00e4hnlich wie Kant in seinem \u201eKategorischen Imperativ\u201c. Handle stets so, dass die Maxime des Handelns als Grundprinzip einer allgemeinen Gesetzgebung dienen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Heutzutage haben wir nicht mehr das positive Verst\u00e4ndnis von Gesetzen. Zurzeit von Kant waren Gesetze eine gro\u00dfe Errungenschaft. Adel, K\u00f6nige und Geistlichkeiten haben sich um keine Gesetze geschert. Dass man dann Gesetze hat, die das Zusammenleben und Wohl von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> regeln, das war was Gutes. Die Gesetze mussten auch bestimmte Grundlagen, Maximen haben. Im Rechtsstaat bauen sie erst einmal auf den Menschenrechten auf.<\/p>\n<p>Wenn alle Menschen aus einer \u00e4hnlichen Motivation heraus handeln wie wir, w\u00fcrde das das menschliche Zusammenleben f\u00f6rdern? So \u00e4hnlich sagt es <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> hier. Manchmal kann man sich fragen: \u201eHandele ich wirklich so, dass die Grundprinzipien meines Handelns auch von anderen \u00fcbernommen werden k\u00f6nnen und, dass das menschliche Zusammenleben dadurch gut gestaltet wird? Oder hoffe ich, dass sich nur die anderen an Regeln halten, und ich tun und lassen kann, was ich will, in der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hoffnung\" target=\"_blank\">Hoffnung<\/a>, dass keiner es merkt?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir identifizieren uns mit unserem K\u00f6rper. Wir \u00fcberlegen, ist er sch\u00f6n oder nicht sch\u00f6n? Ist er von guter oder eher von schlechter Gesundheit? Ist unser Denken klar oder nicht klar? Ist unser Prana hoch oder nicht hoch? Alles in uns ist sattwig, rajassig oder tamassig. Trotzdem &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/03-29-kommentar-sukadev\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Weiterlesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[214,28],"class_list":["post-855","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-03-kapitel","tag-3-kapitel-29-vers","tag-kommentar-sukadev"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/855","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=855"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/855\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=855"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=855"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=855"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}