{"id":81,"date":"2011-10-12T10:50:44","date_gmt":"2011-10-12T08:50:44","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=81"},"modified":"2015-08-13T14:33:44","modified_gmt":"2015-08-13T12:33:44","slug":"es-kommt-zum-krieg-mahabharata-teil-9","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/es-kommt-zum-krieg-mahabharata-teil-9\/","title":{"rendered":"9. Es kommt zum Krieg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-18850 alignleft\" src=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Kurukshetra1.jpg\" alt=\"Die gro\u00dfe Schlacht zu Kurukshetra\" width=\"580\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Kurukshetra1.jpg 580w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Kurukshetra1-150x106.jpg 150w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/Kurukshetra1-540x380.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 580px) 100vw, 580px\" \/>Duryodhana war in der Zeit des Exils der Pandavas nicht unt\u00e4tig gewesen. Er hatte ein Terrorregime errichtet, in dem die Menschen unterdr\u00fcckt wurden. Eine Diktatur, in der die Menschen nicht mehr ihre Meinungen frei \u00e4u\u00dfern durften, wo Duryodhanas G\u00fcnstlinge in den Hauptpositionen waren.\u00a0Es gab ein paar Gerechte im Reich. Diese dachten, wenn Duryodhana jetzt 13 Jahre das K\u00f6nigreich regieren soll, dann ist es gut, dass er ein paar Leute hat, die gut und gerecht sind. Deshalb haben sie sich darauf eingelassen, ihm zu dienen. Sie hatten einen Eid auf ihn geschworen. Und jetzt waren sie gebunden durch diesen Eid. <a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Gro\u00dfe Lehrer, wie <em>Bhishma, Drohna <\/em>und andere dienten jetzt auf der Seite von Duryodhana. Duryodhana lachte den Boten der f\u00fcnf Pandavas aus und sagte: \u201eVerschwindet wieder in euren Wald, da ist sowieso der beste Platz f\u00fcr Euch. Ich regiere das K\u00f6nigreich weiter.\u201c<\/p>\n<p>Die Pandavas beratschlagten, was zu tun sei. Sie riefen Krishna zu Hilfe. <a title=\"Krishna\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\">Krishna <\/a>war ein K\u00f6nig, der Dwaraka regierte. Er war mit seinem Volksstamm den \u201eYadavas\u201c ausgewandert weil er nichts mit Kriegen zu tun haben wollte. Krishna hatte die Vision, einen idealen Staat zu bauen. Einen materiell reichen Staat, wo die Menschen friedvoll miteinander leben, wo alles ist, was die Menschen brauchen, wo die Spiritualit\u00e4t gelebt wird und die Menschen meditieren. Krishna baute auch eine starke Armee auf, um zu verhindern, dass Menschen, die auf dem Festland neidisch waren, in den Staat eindringen und ihn erobern konnten.<\/p>\n<p>Jetzt war Krishna aber nicht nur ein K\u00f6nig, sondern er war auch ein Freund von Arjuna. Er hatte ihn schon vorher zu deren Jugendzeiten und im Exil \u00f6fters mal besucht. Aus diesem Grund baten die Pandavas Krishna zu vermitteln. Und Krishna sagte zu Duryodhana: \u201eWenn du ihnen nicht die H\u00e4lfte des K\u00f6nigreichs geben willst, dann gib ihnen wenigstens einen Teil davon.\u201c Duryodhana lehnte das ab. Daraufhin \u00fcberlegten die Pandavas, was ihre Aufgaben sind. Ist es ihre Aufgabe f\u00fcr das K\u00f6nigreich Krieg zu f\u00fchren, oder ist es ihre Aufgabe wegzugehen und wieder im Exil zu leben? Sie beratschlagten und kamen zu folgendem Ergebnis: \u201eGut, wir waren im Exil sehr zufrieden, meditieren k\u00f6nnen wir dort genauso gut wie im K\u00f6nigreich. Wir bekommen alles was wir brauchen. Gehen wir wieder ins Exil\u201c Doch als sie diesen Beschluss im K\u00f6nigreich verk\u00fcndet hatten, kamen alle Untertanen aus dem K\u00f6nigreich und sagten: \u201eDas k\u00f6nnt ihr uns nicht antun. Die 13 Jahre Tyrannei haben wir nur deshalb ausgehalten, weil wir wussten, dass ihr zur\u00fcckkommt und wieder regiert. Duryodhana hatte Angst davor, dass ihr zur\u00fcckkommt. Deshalb hat er sich auch etwas zur\u00fcckgehalten. Wenn er wei\u00df, dass von euch keine Gefahr mehr droht -und es droht keine Gefahr der Rebellion mehr, weil es keine Anf\u00fchrer mehr gibt- dann sterben wir.\u201c Nach diesen Worten beratschlagten die Pandavas erneut und entschieden sich f\u00fcr ihr Recht zu k\u00e4mpfen. Letztlich nicht f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr die <a title=\"Mensch\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\">Menschen<\/a>, die sie dann regieren w\u00fcrden. <a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Einige K\u00f6nige aus den umliegenden Gebieten sicherten den Pandavas ihre Unterst\u00fctzung zu. Ebenfalls wechselten einzelne alte Heeresf\u00fchrer aus dem alten Reich, die Duryodhana keinen Treueschwur geleistet hatten, zu den Pandavas \u00fcber. Die Mehrheit des Heeres verblieb jedoch bei Duryodhana und weil das Heer augenscheinlich gr\u00f6\u00dfer und m\u00e4chtiger war, wollten auch mehr Leute in dieses Heer eintreten. Sie wollten auf der Seite der Gewinner stehen. Da es offensichtlich erschien, dass Duryodhana gewinnen w\u00fcrde, dachten viele, wir helfen ihm. Er wird uns nachher daf\u00fcr belohnen. Die K\u00f6nigreiche der K\u00f6nige, die die Pandavas unterst\u00fctzen, werden nach deren Niederlage aufgeteilt und Duryodhana wird uns mit Sicherheit etwas von den Reichen abgeben. Nachdem die \u00dcberlegungen abgeschlossen waren, formierten die beiden Armeen sich und trafen sich auf dem Schlachtfeld, dem so genannten <em>Kurukshetra<\/em>. <a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p><em>Karna,<\/em> als st\u00e4rkster Krieger des Heerf\u00fchrers <em>Bhishma,<\/em> k\u00e4mpfte an vorderster Front f\u00fcr seinen K\u00f6nig <em>Duryodhana<\/em>. <em>Arjuna,<\/em> als st\u00e4rkster Krieger, k\u00e4mpfte an vorderster Front unter der F\u00fchrung <em>Bhimas<\/em>\u00a0 f\u00fcr seinen K\u00f6nig <em>Yudhishtira.\u00a0<\/em><span style=\"line-height: 1.7;\">Die Heerf\u00fchrer agierten mehr aus dem Hintergrund und waren nicht in Lebensgefahr. Arjuna hatte jedoch noch eine ganz besondere Unterst\u00fctzung, n\u00e4mlich Krishnas. Krishna diente als Wagenlenker f\u00fcr Arjuna. Eigentlich war das eine Erniedrigung von Krishna. Arjuna war lediglich ein mittelloser Prinz, w\u00e4hrenddessen Krishna ein Herrscher \u00fcber eines der gr\u00f6\u00dften und bedeutungsvollsten K\u00f6nigreiche war. Wie war es dazu gekommen?<\/span><\/p>\n<p>Arjuna ging zu Krishna und bat ihn um Hilfe. Und Krishna sagte: \u201eEigentlich will ich mit diesen K\u00e4mpfen auf dem Festland nichts zu tun haben. Du hast jetzt die Wahl. Du kannst entweder meine Armee haben und ich bleibe hier. Oder du kannst mich haben. Aber ich werde waffenlos sein und werde nicht k\u00e4mpfen. Was w\u00e4hlst du?\u201c Manchmal stehen wir vor schwierigen Entscheidungen. Manchmal k\u00f6nnen wir w\u00e4hlen zwischen <a title=\"Gott\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\" target=\"_blank\">Gott <\/a>oder dem Heer Gottes. Die ganze Welt ist letztlich von Gott geschaffen. Wir sollten uns bewusst machen, ob die Alternative, vor der wir stehen, eine solche ist. Gott selbst ist ohne Waffen. Es erscheint so als ob man erst mal, wenn man Gott w\u00e4hlt, gr\u00f6\u00dfere Nachteile hat. Am Ende stellt sich aber heraus, dass Arjuna und die Pandavas durch Krishnas Ratschl\u00e4ge gewonnen haben.<\/p>\n<p>Arjuna w\u00e4hlte Krishna. Krishna fragte dann Arjuna: \u201eJetzt hast du mich gew\u00e4hlt, was hast du eigentlich davon?\u201c \u201eIch werden nicht k\u00e4mpfen\u201c, sagte Arjuna. \u201eOh Gott, wenn es dir nichts ausmacht, werde bitte mein Wagenlenker dann bist du immer bei mir.\u201c Und dazu geh\u00f6rt auch Bescheidenheit. Gott selbst ist bereit, unser Wagenlenker zu sein.<\/p>\n<p>Beide Heere zogen also auf Kurukshetra, das Schlachtfeld.<\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"90%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Das war ja auch die Schwierigkeit in der Nazi-Diktatur im Dritten Reich 1933-1945. Dort gab es eine Menge von Leuten, die durchaus nicht schlecht waren und die in leitenden Positionen geblieben sind, obgleich sie, wie man aus ihren Tageb\u00fcchern wei\u00df, sehr gegen die Nazidiktatur waren. Sie gingen davon aus, dass wenn sie nicht da sind, dann kommen alle schlimmen SS Leute in die Hauptpositionen. Sie wollten wenigstens helfen, dass es nicht zu schlimm wird. Und dann haben sie den Eid geschworen. So auch einige Gener\u00e4le, die Gener\u00e4le geworden sind, um k\u00fcnftige Kriege zu vermeiden, die durchaus, wie man heute wei\u00df, gegen den Krieg gewesen sind, ihn dann aber doch gef\u00fchrt haben, weil sie diesen Eid geschworen haben. Daraus ist eine gro\u00dfe Lehre entstanden: Einem Diktator soll man nicht dienen. Auch nicht, um das Schlimmste zu verh\u00fcten. Jemandem, der abgrundtief schlecht ist, darf niemand dienen.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Das ist eine schwierige Entscheidung, vor der immer wieder Menschen stehen. Die USA standen vor dieser Entscheidung im 2. Weltkrieg. Sollten sie das alles geschehen lassen, sich ganz neutral verhalten oder sollten sie eingreifen. Zuerst entschieden sie sich, nicht einzugreifen. Stattdessen haben sie Waffen und Kredite an die Engl\u00e4nder und die Japaner gegeben. Anfangs gaben sie auch noch den Deutschen etwas, aber sp\u00e4ter nur noch den Engl\u00e4ndern und den Russen. Irgendwann sind sie dann von Japan gezwungenerma\u00dfen in den Krieg eingetreten. Wenn die Amerikaner nicht eingetreten w\u00e4ren dann w\u00fcrde Hitler Russland besiegen und ganz Europa beherrschen.<\/p>\n<p>Hier kann man sich nun die Frage stellen, war es die Aufgabe der Amerikaner in den Krieg einzutreten oder nicht? Roosevelt hatte sich daf\u00fcr entschieden. Er h\u00e4tte Hitler weder durch einen gewaltlosen Widerstand noch durch einen Handelsboykott bezwingen k\u00f6nnen. Auch den Polen w\u00e4re es nicht gelungen, Deutschland durch gewaltlosen Widerstand zu bezwingen. Einzig die Deutschen h\u00e4tten mit dieser Ma\u00dfnahme Hitler besiegen k\u00f6nnen. Doch die Zahl derjenigen Deutschen, die gewaltlosen Widerstand leisteten, war zu gering, so dass sie umgebracht wurden. Der gewaltlose Widerstand Gandhis gegen\u00fcber den Engl\u00e4ndern in S\u00fcdafrika hingegen war sehr erfolgreich. Auch in Indien wurden die Engl\u00e4nder durch gewaltlosen Widerstand bezwungen.<\/p>\n<p>Martin Luther King war erfolgreich mit seinem gewaltlosen Widerstand in Amerika, einem Land, das theoretisch der Demokratie verpflichtet war, praktisch aber Bev\u00f6lkerungsteile ausgegrenzt und unterdr\u00fcckt hatte und in dem die \u00f6ffentliche Meinung eine gro\u00dfe Rolle spielte.<\/p>\n<p>In einer echten Diktatur stellt sich immer die Frage, ob dort gewaltloser Widerstand funktionieren w\u00fcrde. In Ostdeutschland hat er funktioniert und zum Zusammenbrechen des Kommunismus gef\u00fchrt. Aber w\u00e4re er auch in anderen Diktaturen erfolgreich? Und gibt es \u00fcberhaupt eine Rechtfertigung f\u00fcr Gewalt? War es richtig, dass die Amerikaner in den zweiten Weltkrieg eingestiegen sind oder h\u00e4tten sie sich raushalten sollen, wie die Mehrheit der Amerikaner das 1940 eigentlich wollte? War es richtig, dass die Amerikaner in Bosnien eingegriffen haben oder h\u00e4tten sie weiterhin die Kriegsparteien sich umbringen lassen sollen, insbesondere die Serben die anderen? War es richtig in den Kosovo einzumarschieren? War es richtig in Afghanistan einzumarschieren? War es richtig, im Irak einzumarschieren? Da kann man dann unterschiedlicher Meinung sein. Und diese Frage stellt sich in der Bhagavad Gita auch. Sie stellte sich vor der Bhagavad Gita und sie stellt sich dann nat\u00fcrlich in der Bhagavad Gita.<\/p>\n<p>Dies ist also die Hintergrundsgeschichte der Bhagavad Gita.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Kshetra hei\u00dft w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt Feld. Damit kann jedes Feld gemeint sein. In dieser Geschichte ist das Schlachtfeld damit gemeint. Kuru bezieht sich auf die Nachfahren des Kurus. In der \u00dcberlieferung der Bhagavad Gita hei\u00dft es, das Kurukshetra sei eigentlich ein heiliges Feld. Auf diesem Feld standen sich nun die Kauravas und die Pandavas gegen\u00fcber.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Buch von Sukadev Bretz &#8222;<a title=\"Die Yoga-Weisheit der Bhagavad Gita f\u00fcr Menschen von heute\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/shop\/product_info.php?info=p569_Die-Yoga-Weisheit-der-Bhagavad-Gita-fuer-Menschen-von-heute-Band1.html\" target=\"_blank\">Die Yoga-Weisheit der Bhagavad Gita f\u00fcr Menschen von heute, Band 1<\/a>&#8222;<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Duryodhana war in der Zeit des Exils der Pandavas nicht unt\u00e4tig gewesen. Er hatte ein Terrorregime errichtet, in dem die Menschen unterdr\u00fcckt wurden. 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