{"id":808,"date":"2011-04-26T20:00:36","date_gmt":"2011-04-26T18:00:36","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=808"},"modified":"2015-06-05T14:02:59","modified_gmt":"2015-06-05T12:02:59","slug":"03-04-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/03-04-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"03-04 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Das Nichtausf\u00fchren von Handlungen f\u00fchrt nicht zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Naiskarmya\" target=\"_blank\">Naiskarmya<\/a>. In der deutschen \u00dcbersetzung dieses Verses wird das Wort Handlungslosigkeit gebraucht. Eine bessere \u00dcbersetzung w\u00e4re meines Erachtens \u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Freiheit\" target=\"_blank\">Freiheit<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/\" target=\"_blank\">Karma<\/a>\u201c. Wir erreichen also nicht dadurch Freiheit von Karma, indem wir nicht handeln. Einfach nur durch <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Entsagung\" target=\"_blank\">Entsagung<\/a> kommen wir ebenfalls nicht zur <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vollkommenheit\" target=\"_blank\">Vollkommenheit<\/a>. Nehmen wir mal ein Beispiel, wo das Nichtausf\u00fchren von Handlungen zu Karma f\u00fchrt. Angenommen wir gehen die Stra\u00dfe entlang und finden jemanden, der in seinem Blut liegt. Wenn wir einfach an ihm vorbeigehen und nichts tun, dann schaffen wir uns Karma.<\/p>\n<p>Oder ein anderes Beispiel: Angenommen, wir haben eine bestimmte <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufgabe\" target=\"_blank\">Aufgabe<\/a> und erledigen diese nicht, obwohl wir sie erledigen k\u00f6nnten. Dann schaffen wir uns dadurch neues Karma. Es gibt ja auch Dinge, von denen es gut w\u00e4re, wenn wir sie machen w\u00fcrden, aber es gelingt uns einfach nicht.<\/p>\n<p>Dass man nicht einfach durch Entsagung zur Vollkommenheit gelangt ist jedem klar. Angenommen, ihr w\u00fcrdet morgens aufwachen und sagen: \u201eIch hab es wirklich erkannt. W\u00fcnsche f\u00fchren nicht zur <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zufriedenheit\" target=\"_blank\">Zufriedenheit<\/a>. Besitz ebenfalls nicht. Ich \u00fcberschreibe meinen ganzen Besitz <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\" target=\"_blank\">Yoga Vidya<\/a> oder einer anderen gemeinn\u00fctzigen Organisation. Ich werde dann Bettler und lebe von den Bettelgaben, die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> mir auf der Stra\u00dfe geben und laufe nur noch in Lumpen durch die Gegend.\u201c<\/p>\n<p>Frage: \u201eSeid ihr dann vollkommen?\u201c Nein, ihr habt nicht die Vollkommenheit erreicht. Manche, die mal versucht haben, eine Weile so zu leben, z.B. von Deutschland aus den Jakobsweg zu gehen und nur von dem zu <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">leben<\/a>, was die Menschen ihm geben, bezeichnen es als eine interessante <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erfahrung\" target=\"_blank\">Erfahrung<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-tradition\/swami-vishnu-devananda\/\" target=\"_blank\">Swami Vishnu<\/a> hatte auch eine Zeitlang eine Wanderphase, in der er nur von Bettelgaben gelebt hat. Er selbst hatte kein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geld\" target=\"_blank\">Geld<\/a> mitgenommen. Er hat uns Sch\u00fclern einmal erz\u00e4hlt, dass ihm zwei Tage lang niemand etwas zu essen gegeben hat. Er hatte ziemlichen Hunger. Danach kam ein Mann und brachte ihm etwas Getreide, was sehr haltbar war. Es war wie eine Art Trockengrie\u00df, der auch gut schmeckt, weil er gew\u00fcrzt ist. Swami Vishnu freute sich \u00fcber dieses <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gluck.html\" target=\"_blank\">Gl\u00fcck<\/a> und beschloss vorher noch ein Bad zu nehmen und legte den Trockengrie\u00df in seinen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dhoti\" target=\"_blank\">Dhoti<\/a>. Nach dem Bad ergriff er seinen Dhoti, weil er sich anziehen wollte. Der Grie\u00df fiel auf den Boden und war ungenie\u00dfbar. Uns hat er dann gefragt, ob wir sein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/schuld-und-leid.html\" target=\"_blank\">Leiden<\/a> nachvollziehen k\u00f6nnten. Zwei Tage lang hat es gedauert, bis ihm jemand etwas geschenkt hatte, dann hatte er etwas bekommen, hatte sich darauf gefreut und zum Schluss war alles kaputt. Er meinte auch, ein Karma, dass ihm jemand etwas geben sollte, kam und darauf folgte ein anderes Karma, so dass er die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gabe\" target=\"_blank\">Gabe<\/a> wieder verloren hatte. Die Geschichte endete allerdings mit einem Happy End. Swami Vishnu ist ins n\u00e4chste Dorf gegangen und bevor er irgendetwas sagen konnte, hatte der erstbeste Mann ihn auf der Stra\u00dfe zu sich nach Hause zum Essen eingeladen und ihn mit einem gro\u00dfartigen Mahl bewirtet. Das hat er auch als Beispiel verwendet daf\u00fcr, dass sich verschiedene Karmas unmittelbar hintereinander abspielen k\u00f6nnen. Ihr kennt das auch aus anderen Kontexten. Ihr denkt, ihr habt etwas sicher und im n\u00e4chsten Moment ist es verloren. Wenn wir dann <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Trauer\" target=\"_blank\">trauern<\/a>, um das, was wir verloren haben, dann kommt pl\u00f6tzlich etwas Neues.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Nichtausf\u00fchren von Handlungen f\u00fchrt nicht zu Naiskarmya. In der deutschen \u00dcbersetzung dieses Verses wird das Wort Handlungslosigkeit gebraucht. Eine bessere \u00dcbersetzung w\u00e4re meines Erachtens \u201eFreiheit von Karma\u201c. Wir erreichen also nicht dadurch Freiheit von Karma, indem wir nicht handeln. 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