{"id":743,"date":"2011-06-22T20:00:19","date_gmt":"2011-06-22T18:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=743"},"modified":"2014-12-08T16:31:35","modified_gmt":"2014-12-08T15:31:35","slug":"02-39-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/02-39-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"02-39 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sankhya\" target=\"_blank\"><strong>Sankhya<\/strong><\/a> ist in der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/\" target=\"_blank\">Bhagavad Gita<\/a> der Name f\u00fcr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana_Yoga\" target=\"_blank\">Jnana Yoga<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga.html\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> des <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wissen\" target=\"_blank\">Wissens<\/a>) verbunden mit <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Entsagung\" target=\"_blank\">Entsagung<\/a>.<\/p>\n<p>In der Einleitung habe ich \u00fcber die sechs klassischen Philosophiesysteme geschrieben. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> versteht unter Sankhya etwas Umfassenderes als was \u201eSankyha\u201c im Kontext der sechs Philosophiesysteme bedeutet. Die sechs Philosophiesysteme waren zu Krishnas <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\" target=\"_blank\">Zeiten<\/a> noch nicht fertig ausformuliert. Wenn Krishna in der Bhagavad Gita von Sankhya spricht, dann ist es zum einen eben das System von Sankhya, wie ihr es kennt: Das Zusammenspiel der zwei Urprinzipien <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Purusha\" target=\"_blank\">Purusha<\/a> (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Seele\" target=\"_blank\">Seele<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bewusstsein\" target=\"_blank\">Bewusstsein<\/a>) und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prakriti\" target=\"_blank\">Prakriti<\/a> (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Natur\" target=\"_blank\">Natur<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Universum\" target=\"_blank\">Universum<\/a>). Zum anderen subsummiert Krishna auch das Vedantasystem von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/Art_Brahman.html\" target=\"_blank\">Brahman<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Atman\" target=\"_blank\">Atman<\/a> unter Sankhya. Krishna ist ein gro\u00dfer Praktiker. Er legt auf philosophische Pr\u00e4zision nicht allzu gro\u00dfen Wert. Deshalb kann die Bhagavad Gita auch so unterschiedlich interpretiert werden. Sie hat hier gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit mit der christlichen Bibel: Auch da gibt es die unterschiedlichsten sich widersprechenden Konfessionen und Theologien, die sich aus der Bibel begr\u00fcnden. Wie <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Jesus.html\" target=\"_blank\">Jesus<\/a> kommt es auch Krishna mehr auf das Praktische an. Es ist wichtig zu verstehen: \u201eIch bin nicht der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/K\u00f6rper\" target=\"_blank\">K\u00f6rper<\/a>. Ich bin nicht die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Emotion\" target=\"_blank\">Emotion<\/a>. Ich bin nicht die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/Wonne\/Gedanke.html\" target=\"_blank\">Gedanken<\/a>\u201c. Das sagt Krishna klar. Da ist er eindeutig. Aber ob das jetzt hei\u00dft, dass die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> eins ist mit Brahman oder getrennt ist von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Brahman\" target=\"_blank\">Brahman<\/a>, dar\u00fcber l\u00e4sst er sich nicht aus. Ob die Welt eine relative <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wirklichkeit\" target=\"_blank\">Wirklichkeit<\/a> hat, wie das die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dwaita\" target=\"_blank\">Dwaita<\/a> <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vedanta\" target=\"_blank\">Vedanta<\/a> sagt oder ob sie g\u00e4nzlich unwirklich ist, wie <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Adwaita\" target=\"_blank\">Adwaita<\/a> sagt, auch das sagt er nicht so genau. Es gibt zwar den einen Vers (II 16), wo er sagt: \u201eDas Unwirkliche hat kein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sein\" target=\"_blank\">Sein<\/a>, das Wirkliche hat kein Nichtsein.\u201c Da erscheint es so, dass Krishna auf <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Advaita_Vedanta\" target=\"_blank\">Advaita Vedanta<\/a> hinaus will. Aber in anderen Versen scheint es so, als ob er von einer dualistischeren Sicht ausgeht. Sicher ist: Was wir denken, was die Welt ist, das ist sie nicht wirklich. Aber ob es jetzt tats\u00e4chlich eine Welt gibt, oder keine Welt gibt, und die Welt nur eingebildet, ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Traum\" target=\"_blank\">Traum<\/a> ist, das l\u00e4sst Krishna ein bisschen offen. Dass die Welt nicht so ist, wie wir sie wahrnehmen, d\u00fcrfte allen Menschen klar sein. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet gibt es keine Farben, es gibt nur Schwingungen. Wie wir die Welt wahrnehmen, ist von wissenschaftlichem Standpunkt aus betrachtet, ein Zusammenspiel von dem, was au\u00dfen in der Welt ist und was unser Gehirn daraus macht. Und seit <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-psychologie.html\" target=\"_blank\">Psychologie<\/a> Volksgut geworden ist, ist jedem Menschen klar, dass ein und dasselbe Ereignis von zwei verschiedenen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert wird. Ein einfaches Beispiel: Heute ist die Temperatur um 10 Grad gestiegen. Gestern war noch Schnee drau\u00dfen, heute ist der Schnee geschmolzen. Manche finden es toll, dass es jetzt so viel w\u00e4rmer ist. Andere finden es schade, dass der Schnee weg ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der \u00dcbersetzung muss man aufpassen. In den meisten deutschen \u00dcbersetzungen der Bhagavad Gita wird \u201e<a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\" target=\"_blank\"><strong>Karma<\/strong><\/a>\u201c \u00fcbersetzt als \u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Handlung\" target=\"_blank\">Handlung<\/a>\u201c. Meist wenn ihr in einer deutschen \u00dcbersetzung der Bhagavad Gita \u201eHandeln\u201c, \u201eHandlung\u201c lest, steht im Sanskrittext \u201eKarma\u201c. Der Sanskrit-Ausdruck Karma ist jedoch viel vielschichtiger als der deutsche Ausdruck Handlung. Karma hei\u00dft sowohl \u201ehandeln\u201c, als auch \u201eResultat des Handelns\u201c, als auch das \u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gesetz\" target=\"_blank\">Gesetz<\/a> des Karmas\u201c. Daher \u00fcbersetze ich diesen Vers am liebsten: \u201eWenn du die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weisheit\" target=\"_blank\">Weisheit<\/a> des Yoga besitzt, Oh <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\">Arjuna<\/a>, wirst du die Bande des Karma abwerfen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eBande des Karma\u201c hei\u00dft Verschiedenes: Zum einen hei\u00dft es, dass wir verhaftet sind an das, was wir tun und daher gebunden sind. Zum anderen gibt es das Gesetz des Karma: Wenn wir <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gutes\" target=\"_blank\">Gutes<\/a> tun, bekommen wir gutes Karma, wenn wir schlecht handeln, bekommen wir schlechtes Karma. Das Ziel des Yoga ist es, weder gutes noch schlechtes Karma zu bekommen. Wir sollten ohne <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftung\" target=\"_blank\">Verhaftung<\/a> und ohne <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Identifikation\" target=\"_blank\">Identifikation<\/a> handeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sankhya ist in der Bhagavad Gita der Name f\u00fcr Jnana Yoga (Yoga des Wissens) verbunden mit Entsagung. In der Einleitung habe ich \u00fcber die sechs klassischen Philosophiesysteme geschrieben. Krishna versteht unter Sankhya etwas Umfassenderes als was \u201eSankyha\u201c im Kontext der sechs Philosophiesysteme bedeutet. Die sechs Philosophiesysteme &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/02-39-kommentar-sukadev\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Weiterlesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[152,28],"class_list":["post-743","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-02-kapitel","tag-2-kapitel-39-vers","tag-kommentar-sukadev"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=743"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=743"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}