{"id":65,"date":"2011-10-12T11:15:26","date_gmt":"2011-10-12T09:15:26","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=65"},"modified":"2015-08-18T13:36:59","modified_gmt":"2015-08-18T11:36:59","slug":"duryodhana-yudhishtira-und-draupadi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/duryodhana-yudhishtira-und-draupadi\/","title":{"rendered":"6. Duryodhana, Yudhishtira und Draupadi"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-18851\" src=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/pandavas1.jpg\" alt=\"Yudhisthira mit Draupadi auf dem Thron\" width=\"280\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/pandavas1.jpg 280w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2011\/10\/pandavas1-150x199.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/>Duryodhana gefiel nat\u00fcrlich gar nicht, dass Yudhishtira jetzt der machtvollste Herrscher Indiens war. Er wusste aber auch, dass er Yudhishtira nicht offen bek\u00e4mpfen konnte. Deshalb ersann er eine List. Er lud Yudhishtira zum W\u00fcrfelspiel ein. Yudhishtira hatte n\u00e4mlich eine kleine Eigenart, ein Laster<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>. Yudhishtiras Eigenart nun war, dass er eine Spielschw\u00e4che hatte. Wenn er einmal anfing um Geld zu spielen, dann konnte er nicht mehr aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Weil er das wusste, gab es in seinem K\u00f6nigreich keine Spiele um Geld. Er selbst war sehr konsequent darin, Spiele \u00fcberhaupt gar nicht erst anzufangen, weil er wusste, dass das ausarten w\u00fcrde. Demzufolge hatte er schon seit Jahren nicht mehr gespielt und war kein guter Spieler mehr. Es gab aber folgende Regel: Wenn ein K\u00f6nig den anderen K\u00f6nig einlud, dann musste der andere K\u00f6nig kommen. Wenn er nicht erschien oder wenn er eine Einladung ausschlug, dann galt das als Beleidigung, auf die normalerweise die\u00a0Kriegserkl\u00e4rung folgte. Da Yudhishtira keinen Krieg wollte, nahm er Duryodhanas Einladung an. Und weil es in seinem K\u00f6nigreich nie Gl\u00fccksspiel gegeben hat, konnte er auch niemanden bitten an seiner Statt zu spielen. Duryodhana dagegen hatte einen gewieften Falschspieler, n\u00e4mlich einen Onkel namens <em>Shakuni<\/em>, der an seiner Stelle spielte. Das hatte zur Folge, dass Yudhishtira ein Spiel nach dem n\u00e4chsten verlor. Er verlor erst etwas Kleines, dann etwas Gr\u00f6\u00dferes und dann immer mehr. Schlie\u00dflich verlor er alles an Geld und Besitzt\u00fcmern, was er hatte. Zuletzt spielte er auch noch um seine Familie. Er verlor erst seine Br\u00fcder, dann sich selbst und zum Schluss auch noch ihre gemeinsame Frau, namens<em> Draupadi<\/em>. Die f\u00fcnf Pandavas hatten zusammen eine Frau, n\u00e4mlich Draupadi.<\/p>\n<p>Es gab mal eine Zeit, wo die Kauravas Mordanschl\u00e4ge auf die Pandavas ver\u00fcbt hatten. Die Pandavas haben es \u00fcberlebt und sich infolgedessen eine Weile zur\u00fcckgezogen und als <a title=\"Brahman\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/Art_Brahman.html\" target=\"_blank\">Brahman<\/a>en verkleidet, um nicht erkannt zu werden. Eines Tages gab es dann eine Brautschau bzw. Br\u00e4utigamschau. Die Braut sollte derjenige bekommen, der einen Bogen spannen und dann mit diesem Bogen einen Pfeil durch sieben hintereinander liegende \u00d6sen hindurch schie\u00dfen konnte. Arjuna schaffte das mit Leichtigkeit. Freudestrahlend kam er dann am Abend nach Hause zur Mutter und sagte: \u201eRat mal Mutter, was ich heute auf meinem Bettelgang bekommen habe.\u201c Seine Mutter antwortete: \u201eWas auch immer es ist, teilt es unter euch f\u00fcnfen auf.\u201c F\u00fcr die Pandavas galt das Wort der Mutter als heilig. Daher mussten alle f\u00fcnf Draupadi heiraten. Zun\u00e4chst war es f\u00fcr alle etwas befremdend. Doch mit der Zeit gew\u00f6hnten sie sich daran eine gemeinsame Frau zu haben. Neben Draupadi hatten die einzelnen Pandavas aber auch Nebenfrauen gehabt. Arjuna z.B. hatte zwei oder drei Frauen gehabt, genauso auch <em>Bishma<\/em>. Nur Yudhishtira war gl\u00fccklich und zufrieden mit Draupadi als alleiniger Frau. Daher verspielte er sie zuletzt.<\/p>\n<p>Duryodhana wollte nun seinen Triumph auskosten. Er lie\u00df Draupadi an den Haaren zum K\u00f6nigshof hinziehen. Sie wehrte sich dagegen und erinnerte Duryodhana daran, dass Yudhishtira sie zuletzt verloren hatte. Zuerst verlor Yudhishtira sich selbst in die Sklaverei, wodurch die Ehe automatisch annulliert war. Draupadi geh\u00f6rte nicht mehr zu Yudhishtira. Er hatte deswegen auch nicht das Recht sie zu verspielen. Das sagte Draupadi zu Duryodhana. Duryodhana erwiderte aber, dass das keine Rolle spielt, und sie jetzt trotzdem seine Sklavin sei. Er befahl seinen Hofangestellten: \u201eZieht sie aus und zeigt sie als Nackte hier vor dem K\u00f6nigshof zum Zeichen, dass sie meine Sklavin ist.\u201c Draupadi wandte sich an die Adligen im Raum. Da Duryodhana kein absoluter Herrscher war, h\u00e4tte dieser, wenn alle Adligen dagegen gestimmt h\u00e4tten, keine Chance gehabt, Draupadi als Sklavin zu bekommen. Aber alle Anwesenden waren wie gel\u00e4hmt von der Tatsache, dass die Pandavas alles verloren hatten; dass sie jetzt machtlos waren; dass alles vorbei war; dass Yudhishtira, jetzt am H\u00f6hepunkt seiner Macht, alles verspielt hatte. Draupadi appellierte an die verschiedenen \u00c4ltesten, die dort versammelt waren. Aber keiner traute sich irgendetwas zu sagen.<\/p>\n<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Datei:Draupadi_soll_entkleidet_werden..jpg\" target=\"_blank\"><\/a> Draupadi ruft Krishna zu Hilfe\n<p>Daraufhin wandte sich Draupadi an Krishna. Sie streckte die Arme in die H\u00f6he und sprach: \u201eKrishna, Du allein bist meine Zuflucht.\u201c Krishna war zwar nicht im Raum anwesend, aber Draupadi wusste, dass Krishna eine Inkarnation Gottes war und sich \u00fcberall manifestieren konnte. Als Duryodhana erneut seinen Angestellten befahl Draupadi zu entkleiden, folgten sie seiner Aufforderung. Sie nahmen ihr den Sari<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> weg. Darunter war ein anderer Sari. Auch dieser Sari wurde entnommen. Wieder war ein neuer Sari da. Als die Angestellten irgendwann ein paar Dutzend Saris von Draupadis K\u00f6rper genommen hatten, merkten sie, dass das irgendwie nicht mit rechten Dingen zuging. Draupadis Hilferuf war von <a title=\"Krishna\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\">Krishna <\/a>erh\u00f6rt worden. Auch h\u00f6rten alle Anwesenden noch verschiedene Omen, die Dhritarashtra als Oberk\u00f6nig veranlassten aufzustehen und zu verk\u00fcnden:\u201eOh Draupadi, ich lass dich in die Freiheit und gew\u00e4hre dir auch noch zwei W\u00fcnsche.\u201c Draupadi entgegnete: \u201eLass nur meine M\u00e4nner in die Freiheit zur\u00fcck, die werden daf\u00fcr sorgen, dass ich bekomme, was ich brauche.\u201c Dhritarashtra, der die ganzen schlechten Omen geh\u00f6rt hatte, sagte zu Yudhishtira: \u201eOh, Yudhishtira, du bekommst deine H\u00e4lfte des K\u00f6nigreichs wieder, du bekommst alles wieder zur\u00fcck. Bitte verzeih meinem Sohn, dass er so schlimm gehandelt hat. M\u00f6ge Frieden herrschen in diesem K\u00f6nigreich.\u201c Yudhishtira antwortete: \u201eDanke f\u00fcr deine Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, kein Problem. Von meiner Seite ist alles vergessen.\u201c<\/p>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> in der Mahabharata findet man nicht die rein Guten und rein B\u00f6sen. Man findet durchaus auch Stellen, wo der Duryodhana sehr gro\u00dfherzig und gro\u00dfartig ist und es gibt auch Stellen, wo der Yudhishtira schwach dargestellt wird.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Indisches Kleidungsst\u00fcck. Ein paar Meter langes Tuch.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Duryodhana gefiel nat\u00fcrlich gar nicht, dass Yudhishtira jetzt der machtvollste Herrscher Indiens war. Er wusste aber auch, dass er Yudhishtira nicht offen bek\u00e4mpfen konnte. Deshalb ersann er eine List. Er lud Yudhishtira zum W\u00fcrfelspiel ein. Yudhishtira hatte n\u00e4mlich eine kleine Eigenart, ein Laster[1]. 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