{"id":2971,"date":"2009-01-15T20:00:37","date_gmt":"2009-01-15T19:00:37","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=2971"},"modified":"2016-12-29T14:28:18","modified_gmt":"2016-12-29T13:28:18","slug":"18-44-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/18-44-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"18-44 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vaishya\" target=\"_blank\">Vaishya<\/a> ist jemand, der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geld\" target=\"_blank\">Geld<\/a> verdienen will. Er zieht seine Befriedigung daraus, wirtschaftlichen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erfolg\" target=\"_blank\">Erfolg<\/a> zu haben und dar\u00fcber gesellschaftliches Ansehen zu erlangen.<\/p>\n<p>Ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Shudra\" target=\"_blank\">Shudra<\/a> will sich nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig engagieren, sondern ein bequemes <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Leben\" target=\"_blank\">Leben<\/a> f\u00fchren. Solange er ein Dach \u00fcber dem Kopf, etwas anzuziehen, zu essen und zu trinken hat, in der Familie alles o.k. ist, seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ruhe\" target=\"_blank\">Ruhe<\/a> nicht gest\u00f6rt wird und er ab und zu in <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-urlaub\/\" target=\"_blank\">Urlaub<\/a> fahren kann, ist er ganz zufrieden.<\/p>\n<p>Vermutlich wirst du beim Lesen feststellen, dass die Mehrheit der Menschen in deiner Umgebung in eine dieser Kategorien f\u00e4llt. Nat\u00fcrlich muss man sich vor Verallgemeinerungen, \u00dcberheblichkeit und Klassifizierungen h\u00fcten, denn wenn man <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mensch\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> nur von au\u00dfen beurteilt und \u00fcber einen Kamm schert, wird man ihnen nicht gerecht. Dennoch kann es auch im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Alltag\" target=\"_blank\">Alltag<\/a> hilfreich sein, zu erkennen, welcher Typus bei einem Menschen vorherrscht, um ihn so besser zu verstehen und besser auf ihn eingehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Kastenwesen als Typologie<\/strong><\/p>\n<p>Jemandem, der von seinem Temperament her <strong>Shudra<\/strong> ist, sollte man nicht versuchen zu erkl\u00e4ren, er m\u00fcsse doch seine Talente zum Vorschein bringen, er m\u00fcsse doch an sich arbeiten und sich nicht einfach mit dem begn\u00fcgen, was jetzt da ist. Solange die eigene Fu\u00dfballmannschaft nicht absteigt oder der Lidschatten zur Tapete passt, ist soweit alles in Ordnung. Es gibt Menschen, deren Gespr\u00e4che sich haupts\u00e4chlich um solche Dinge drehen. Das ist einfach ihr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swabhava\" target=\"_blank\">Swabhava<\/a>, ihre Grundveranlagung, in dieser <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Inkarnation\" target=\"_blank\">Inkarnation<\/a>.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich haben sie auch alles andere in sich, denn jeder Mensch tr\u00e4gt alles in sich und ist eine Inkarnation Gottes in seiner ganz individuellen Auspr\u00e4gung. Aber Menschen mit einer solchen Veranlagung \u00fcberfordert man schlichtweg, wenn man sie zu etwas anderem bewegen will.<\/p>\n<p>Solchen Menschen darf man auch nicht sagen, \u201eMach\u2019 <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a>, um die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbstverwirklichung\" target=\"_blank\">Selbstverwirklichung<\/a> zu erreichen.\u201c Sie sind eher zum Yoga zu bewegen, wenn man sagt, \u201eMach\u2019 Yoga, dann f\u00fchlst du dich besser, siehst f\u00fcnf Jahre j\u00fcnger aus und gef\u00e4llst anderen besser. Du bist ges\u00fcnder und kannst dein Leben besser und l\u00e4nger genie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Vaishyas<\/strong> kann man motivieren und ihnen Yoga nahe bringen, indem man ihnen sagt, \u201eDu kriegst mehr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Energie\" target=\"_blank\">Energie<\/a>, dann kannst du l\u00e4nger arbeiten und hast trotzdem mehr Ausstrahlung. Du bekommst mehr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Charisma\" target=\"_blank\">Charisma<\/a>, deine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Intuition\" target=\"_blank\">Intuition<\/a> wird st\u00e4rker und so kannst du auch mehr Erfolg haben.\u201c<\/p>\n<p>Oder man stellt fest, man hat Talente in der freien Wirtschaft, au\u00dferdem macht es einem Spa\u00df und man genie\u00dft es auch, ein bisschen mehr Geld zu verdienen, vielleicht auch, um es nachher anderen weiterzugeben.<\/p>\n<p>Man hat also ein gewisses Vaishya-Temperament, und das kann man dann auch einsetzen. Es w\u00e4re vermutlich nicht falsch, wenn die Vorstandsvorsitzenden gro\u00dfer Unternehmen Yoga praktizierten. Denn eine florierende Wirtschaft kommt letztlich allen zugute. Sicher kommt man dabei auch gelegentlich in ethische Konflikte \u2013 wie bei allem, was man auf der relativen Ebene tut. Und dann kann man auf dieser Ebene die Grunds\u00e4tze der Bhagavad Gita f\u00fcr ein ethisches Leben und die bestm\u00f6gliche Entscheidungsfindung anwenden.<\/p>\n<p>Einem <strong>Kshatriya<\/strong>-Typ k\u00f6nnte man zum Beispiel Yoga empfehlen mit den Worten: \u201eDu gewinnst mehr Energie, um dich f\u00fcr das Positive einzusetzen und beugst einem Burn-out vor.\u201c Die heutigen Kshatryas engagieren sich f\u00fcr das Gemeinwohl, in B\u00fcrgerinitiativen, in der \u00d6kologiebewegung, in karitativen Vereinen oder setzen sich zum Beispiel auch als Rechtsanw\u00e4lte, in der Verwaltung und in der Politik idealistisch f\u00fcr das Gemeinwohl ein. Ich kenne eine ganze Reihe Politiker und ich habe das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gef\u00fchl\" target=\"_blank\">Gef\u00fchl<\/a>, die Mehrheit der Politiker will sich wirklich f\u00fcr das Gemeinwesen einsetzen, ihre Kshatriya-F\u00e4higkeiten auf positive Weise nutzen. Oft stossen sie mit ihren Idealen an Grenzen und schmei\u00dfen den Kram hin. Menschen, die sich so engagieren, kann man helfen, indem man sie ermutigt: \u201eYoga hilft dir, dass du <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kraft\" target=\"_blank\">Kraft<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Inspiration\" target=\"_blank\">Inspiration<\/a> bekommst und auch mit Entt\u00e4uschungen besser umgehen kannst. Wer sich f\u00fcr das Gemeinwohl, f\u00fcr etwas <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gutes\" target=\"_blank\">Gutes<\/a>, einsetzt, muss auch immer wieder mit Frust umgehen lernen.\u201c<\/p>\n<p>Wenn sich jemand sehr \u00fcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ungerechtigkeit\" target=\"_blank\">Ungerechtigkeiten<\/a> \u00e4rgert, kann das ein Zeichen sein, dass in seiner <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prakriti\" target=\"_blank\">Prakriti<\/a> dieses Kshatriya-Temperament angelegt ist. Dann sollte er\/sie sich bem\u00fchen, auch etwas in dieser Richtung tun, denn dann kann es sein, dass sich aus dieser Svabhava, diesem Grundtemperament, seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufgabe\" target=\"_blank\">Aufgabe<\/a> ergibt. Gl\u00fccklicherweise k\u00e4mpft man in der heutigen Zeit nicht mit Schwert und Pfeilen, sondern zum Beispiel mit Petitionen, Unterschriftensammlungen, Gespr\u00e4chen, Gr\u00fcndung von Vereinen, Parteien, B\u00fcrgerinitiativen usw.<\/p>\n<p>Und jemand mit <strong>Brahmana<\/strong>-Temperament macht Yoga, um zur h\u00f6chsten <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erkenntnis\" target=\"_blank\">Erkenntnis<\/a> zu kommen. F\u00fcr jemanden, der gern meditiert, gerne <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\" target=\"_blank\">Asanas<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pranayama\" target=\"_blank\">Pranayama<\/a> macht, ansonsten aber weder \u00fcberm\u00e4\u00dfiges berufliches Interesse hat noch Interesse, sonstige Heldentaten zu vollbringen oder etwas Bestimmtes zu erreichen, k\u00f6nnte die richtige Weise sein, f\u00fcr eine einfache Arbeit zu sorgen, mit der er seinen Lebensunterhalt verdient und ansonsten seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zeit\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> mit spirituellen Praktiken verbringt.<\/p>\n<p>In der Praxis mischen sich die Grundtypen.<\/p>\n<p>Ein spiritueller Mensch, also Brahmana, ist zum Beispiel oft gleichzeitig ein Shudra. Er will ein einfaches Leben f\u00fchren, hat einen Schmalspur-Job, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und ansonsten will er Zeit haben f\u00fcr seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Spiritualit\u00e4t\" target=\"_blank\">Spiritualit\u00e4t<\/a>.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig vermischen sich auch Brahmana- und Kshatriya-Z\u00fcge. Man will sich f\u00fcr eine gute Sache einsetzen, engagiert sich auch daf\u00fcr, ist aber gleichzeitig am H\u00f6chsten interessiert.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich gibt es eine Menge Menschen, die wirtschaftlichen Erfolg suchen und auch haben und gleichzeitig auf dem spirituellen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Weg<\/a> sind, also eine Mischung von Vaishya- und Brahmana-Lebensstil. Die Spiritualisierung des Alltagslebens ist ja geradezu das zentrale Thema der <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/\" target=\"_blank\">Bhagavad Gita<\/a>, dass man n\u00e4mlich besonders und gerade durch das \u201cnormale\u201d allt\u00e4gliche Leben\u00a0 spirituell wachsen kann.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat jeder Mensch Bed\u00fcrfnisse auf allen Ebenen und alle Anteile sind in jedem Menschen angelegt, aber eben in unterschiedlicher Intensit\u00e4t und Auspr\u00e4gung. Und bei den meisten Menschen \u00fcberwiegen mindestens in einer bestimmten Phase ihrer Biographie eine oder zwei dieser Ebenen.<\/p>\n<p>Am Anfang der Bhagavad Gita ist von der Gefahr der Vermischung der Kasten die Rede. Die w\u00f6rtliche Interpretation ist, dass Menschen verschiedener Kasten heiraten. Aber es hat in einem anderen Sinn eine hochaktuelle Bedeutung: Heutzutage ist es nicht ganz so einfach, sich selbst einzuordnen und somit sein Leben und seine Ziele klar auszurichten. Im Extremfall f\u00fchlt man sich in allen vier Grundrichtungen zugeh\u00f6rig und somit zerrissen und richtungslos.<\/p>\n<p>Im Wesentlichen kommt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> zu der Schlussfolgerung: Aus der eigenen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Natur\" target=\"_blank\">Natur<\/a> heraus ergeben sich gewisse Verpflichtungen. Und je nachdem, welche Natur, welche F\u00e4higkeiten, welche Talente, welche Motive man hat, hat man entsprechende Verpflichtungen und Aufgaben. Aus der Prakriti, der Wesensnatur, welche sowohl die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Motivation\" target=\"_blank\">Motivation<\/a> wie auch die Talente umfasst, die in einem angelegt sind, ergeben sich <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pflicht\" target=\"_blank\">Pflichten<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufgabe\" target=\"_blank\">Aufgaben<\/a>, Lebensstile und Lebenswege.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Vaishya ist jemand, der Geld verdienen will. Er zieht seine Befriedigung daraus, wirtschaftlichen Erfolg zu haben und dar\u00fcber gesellschaftliches Ansehen zu erlangen. Ein Shudra will sich nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig engagieren, sondern ein bequemes Leben f\u00fchren. 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