{"id":2929,"date":"2009-02-14T20:00:40","date_gmt":"2009-02-14T19:00:40","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=2929"},"modified":"2016-12-13T13:55:03","modified_gmt":"2016-12-13T12:55:03","slug":"18-14-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/18-14-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"18-14 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Das sind also f\u00fcnf verschiedene Aspekte bzw. Voraussetzungen, die beim <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Handeln\" target=\"_blank\">Handeln<\/a> allgemein und beim Schaffen bzw. Ausleben von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/\" target=\"_blank\">Karma<\/a> beteiligt sind.<\/p>\n<p>1) Es braucht einen <strong>K\u00f6rper,<\/strong> eine konkrete Form, wo dieses Geschehen stattfindet. Angenommen, es findet jenseits der Verk\u00f6rperung statt oder auf dem Sirius, dann ist es f\u00fcr uns erst einmal nicht weiter von Belang. Selbst wenn ein Stern in ein paar Millionen Lichtjahren Entfernung explodiert, haben wir zun\u00e4chst nichts damit zu tun. Damit das Karma \u00fcberhaupt f\u00fcr uns von Belang ist, spielt der konkrete individuelle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/K\u00f6rper\" target=\"_blank\">K\u00f6rper<\/a> eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p>2) Dann braucht es einen <strong>Handelnden<\/strong>. Angenommen, da ist nur einfach ein K\u00f6rper, ohne dass <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bewusstsein\" target=\"_blank\">Bewusstsein<\/a> dahinter ist, dann ist das auch nicht weiter von Belang. Angenommen, das Bewusstsein, die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Seele\" target=\"_blank\">Seele<\/a>, das <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana\/\" target=\"_blank\">Prana<\/a>, wie immer man es bezeichnen will, h\u00e4tte diesen K\u00f6rper l\u00e4ngst verlassen und nun passiert irgend etwas mit dem K\u00f6rper, dann spielt es keine gro\u00dfe Rolle. Bewusstsein und K\u00f6rper m\u00fcssen zusammen sein.<\/p>\n<p>3) Man braucht auch <strong>Sinne<\/strong>. Angenommen, man h\u00e4tte keine Sinnesorgane, dann m\u00f6gen K\u00f6rper und Bewusstsein da sein, aber man bekommt nichts von der Au\u00dfenwelt mit.<\/p>\n<p>Das gibt es \u00fcbrigens auch, n\u00e4mlich bei sogenannten Locked-in-Patienten. Das sind Menschen, die eine weitestgehende L\u00e4hmung haben. Beim vollen Locked-in haben sie keinerlei Sinneserfahrung, kriegen nichts von der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> mit und k\u00f6nnen sich nicht mitteilen. Ihr K\u00f6rper ist trotzdem lebendig und wird k\u00fcnstlich ern\u00e4hrt. Gleichzeitig sind sie bei vollem Bewusstsein, also nicht im Koma. Manchen dieser Locked-in-Patienten gelingt es heutzutage, sich \u00fcber Hirnwellenmuster, die auf einen Computerbildschirm \u00fcbertragen werden, doch irgendwie mitzuteilen. Wenn aber alle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Karmendriya\" target=\"_blank\">Karma Indriyas<\/a>, die Handlungsorgane, vollst\u00e4ndig funktionsunf\u00e4hig sind, k\u00f6nnen sie \u00fcberhaupt nicht handeln und dann geschieht nat\u00fcrlich auch kein Karma.<\/p>\n<p>4) Mit \u201c<strong>verschiedenen Funktionen<\/strong>\u201d ist das Spiel der Energien der Organe inklusive der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Psyche\" target=\"_blank\">Psyche<\/a> und des Geistes gemeint, w\u00e4hrend man handelt \u2013 all die unz\u00e4hligen verschiedenen Funktionen des K\u00f6rpers und alles, was dabei auf geistiger, emotionaler und gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfiger Ebene abl\u00e4uft. Angenommen, man hat keine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gef\u00fchl\" target=\"_blank\">Gef\u00fchle<\/a> und keine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Emotion\" target=\"_blank\">Emotionen<\/a>, dann kann Karma auch nicht wirklich ablaufen. Zum Menschen geh\u00f6rt Gef\u00fchl dazu. Und selbst wenn kein offensichtliches Gef\u00fchl da ist, ist es ein Gef\u00fchl der Leere und der K\u00e4lte.<\/p>\n<p>5) Und die <strong>\u201cherrschende Gottheit\u201d.<\/strong> Im Sanskrit steht hier \u201c<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Daiva\" target=\"_blank\">daiva<\/a>\u201d, Engelswesen. leuchtend. Das bedeutet, wenn auf der menschlichen Ebene etwas passiert, passiert immer auch etwas auf einer subtilen Ebene. Es gibt nichts, was wir erfahren, was nicht irgendwo auch einen subtileren, feinstofflicheren Aspekt h\u00e4tte.<\/p>\n<p><em>Praktische Anwendung:<\/em><\/p>\n<p>Wenn einem etwas Bestimmtes begegnet (Karma) kann man sich an diese f\u00fcnf Aspekte erinnern, die Begebenheit nach diesen f\u00fcnf Aspekten analysieren und manchmal hilft das, sich davon zu l\u00f6sen. Angenommen, man steckt in einer Emotion drin, dann kann man beobachten:<\/p>\n<p>1) Die <strong>k\u00f6rperliche Reaktion<\/strong>: Das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Herz\" target=\"_blank\">Herz<\/a> pocht ein bisschen schneller, der Magen-Darm-Trakt ist vielleicht auch beeinflusst, vielleicht sp\u00fcrt man Kopfschmerzen oder ein Ziehen oder einen Druck im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bauch\" target=\"_blank\">Bauch<\/a> dabei usw.<\/p>\n<p>2) Man stellt fest, das <strong>Bewusstsein<\/strong> wird davon auch beeinflusst: Es ist vielleicht etwas getr\u00fcbt und nicht so klar wie sonst.<\/p>\n<p>3) Als n\u00e4chstes kann man schauen, was passiert mit den einzelnen <strong>Sinnen<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Mantras.html\" target=\"_blank\">Mantras<\/a> h\u00f6ren sich vielleicht nicht mehr so an wie vorher. Die Gesichter der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mensch\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> sehen anders aus als vorher. Die Arme und Beine f\u00fchlen sich wie gel\u00e4hmt an, oder haben umgekehrt die Tendenz, sehr flink zu sein.<\/p>\n<p>4) W\u00e4hrend man so die Handlungsorgane und Sinnesorgane beobachtet, sieht man auch, wie alles miteinander <strong>funktioniert<\/strong>, ineinander greift und zu einem Ganzen, n\u00e4mlich einer bestimmten Reaktion\/Handlung f\u00fchrt.<\/p>\n<p>5) Dieses Funktionieren wiederum ist faszinierend und man kann erkennen, wie wunderbar der menschliche Organismus bzw. das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren in der Welt ist. Und dass es letztlich auch einen h\u00f6heren Zusammenhang gibt. Daf\u00fcr steht \u201e<strong>Daiva<\/strong>\u201c, die \u201cGottheit\u201d &#8211; f\u00fcr einen <strong>h\u00f6heren Sinn<\/strong>, den das Ganze letztlich hat. Hinter all dem, was ich jetzt k\u00f6rperlich, mit den Sinnen, geistig, emotional usw. erfahre, ist auch irgendwo ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Licht\" target=\"_blank\">Licht<\/a>, ein Strahlen, das sich dabei manifestiert. Jedes Karma, das ich erfahre, hat auf einer subtileren h\u00f6heren Ebene auch seinen Sinn.<br \/>\nWenn man Dinge oder Situationen so anschaut, f\u00e4llt es einem etwas leichter, sich nicht ganz davon wegschwemmen zu lassen.<\/p>\n<p>Dasselbe gilt f\u00fcr die eigene <strong>Handlung<\/strong>. Um sich nicht zu sehr mit der Handlung zu identifizieren, kann man, wenn man im Begriff ist etwas zu tun, \u00fcberlegen: \u201eIch werde jetzt das und das machen. Dazu muss der K\u00f6rper sich so und so bewegen und das Bewusstsein muss auch daran beteiligt sein. Handlungsorgane und Sinnesorgane brauche ich auch dazu, die machen dabei das und das, z.B. die H\u00e4nde bewegen sich oder die Beine, oder die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Augen\" target=\"_blank\">Augen<\/a> m\u00fcssen genau hinschauen usw. Dann m\u00fcssen Verbindungen zwischen all dem geschaffen werden. Verschiedene Funktionen wie <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana\/\" target=\"_blank\">Prana<\/a>, Emotionen und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Denken\" target=\"_blank\">Denken<\/a> sind beteiligt. Gleichzeitig wei\u00df ich, von allein kann ich nichts machen, deshalb muss da auch eine g\u00f6ttliche <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kraft\" target=\"_blank\">Kraft<\/a> dahinter sein, Daiva.\u201c Wenn man all das sieht, kann man sich von all dem l\u00f6sen, tun, was notwendig ist und dabei verhaftungslos bleiben.<\/p>\n<p>Das ist der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana_Yoga\" target=\"_blank\">Jnana-Yoga-<\/a><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Weg<\/a> der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftungslosigkeit\" target=\"_blank\">Verhaftungslosigkeit<\/a>, eben dieses Analysieren, Beobachten und dann L\u00f6sen. Das ist eine wichtige Technik des Sankhya-Philosophiesystems.<\/p>\n<p>\u201c<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sankhya\" target=\"_blank\">Sankhya<\/a>\u201d hei\u00dft klassifizieren, in Bestandteile aufl\u00f6sen, mit dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ziel\" target=\"_blank\">Ziel<\/a>, sich davon zu l\u00f6sen. Im Sankhya-System selbst sind solche Aufz\u00e4hlungen noch sehr viel detaillierter und daher teilweise logischer aufgebaut als in der Bhagavad Gita, wo <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> \u00f6fter Aufz\u00e4hlungen einf\u00fchrt, um uns zu helfen, eine Logik hineinzubringen oder etwas besser zu verstehen.<\/p>\n<p>Und wie macht es ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bhakta\" target=\"_blank\">Bhakta<\/a>? \u201eOh Gott, ich tue alles f\u00fcr Dich.\u201c und \u201eOh <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a>, Du schaffst mir all diese Aufgaben.\u201c, \u201eOh Gott, Du gibst mir dieses Karma.\u201c, \u201eOh Gott, ich bin verzweifelt, ich wei\u00df nicht weiter, ich kriege es nicht allein geschafft, hilf Du mir. Ich nehme <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zuflucht\" target=\"_blank\">Zuflucht<\/a> bei Dir, bitte hilf mir.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das sind also f\u00fcnf verschiedene Aspekte bzw. Voraussetzungen, die beim Handeln allgemein und beim Schaffen bzw. Ausleben von Karma beteiligt sind. 1) Es braucht einen K\u00f6rper, eine konkrete Form, wo dieses Geschehen stattfindet. 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