{"id":2913,"date":"2009-02-22T20:00:35","date_gmt":"2009-02-22T19:00:35","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=2913"},"modified":"2016-12-13T12:34:16","modified_gmt":"2016-12-13T11:34:16","slug":"18-06-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/18-06-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"18-06 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Auch an \u201cgute\u201d Handlungen wie <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yajna\" target=\"_blank\">Yajna<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dana\" target=\"_blank\">Dana<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tapas\" target=\"_blank\">Tapas<\/a> soll man sich nicht verhaften. Best\u00e4ndig und konsequent darin zu sein, ist gut, sich damit v\u00f6llig zu identifizieren und daran zu haften ist nicht so gut.<\/p>\n<p>Nehmen wir ein Beispiel f\u00fcr das Anhaften an seiner <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Spirituelle_Praxis\" target=\"_blank\">spiritueller Praxis<\/a> (tapas):<\/p>\n<p>Angenommen, du \u00fcbst jeden Tag <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\" target=\"_blank\">Asanas<\/a> auf eine bestimmte Weise und wei\u00dft, die Asanas tun dir ganz besonders gut.<\/p>\n<p>Was einem gut tut, daran ist man logischerweise auch ein bisschen verhaftet.<\/p>\n<p>Und dann passiert eines Tages etwas, du verknackst dir zum Beispiel das Fu\u00dfgelenk und kannst eine Weile einige Asanas nicht mehr in der gewohnten Weise machen, zum Beispiel den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-uebungen\/yoga-sonnengruss\/\" target=\"_blank\">Sonnengru\u00df<\/a>, die kreuzbeinige Sitzhaltung usw. Wenn du nun sehr verhaftet bist, hast du nicht einfach einen verknacksten Fu\u00df und ein bisschen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yogatherapie\/frage-antwort\/schmerzen\/\" target=\"_blank\">Schmerzen<\/a>, sondern zus\u00e4tzlich \u00e4rgerst du dich \u00fcber dich selbst, \u00fcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> und die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> und zermarterst dir das Gehirn: \u201eWas habe ich falsch gemacht?\u201c, \u201eAlles was ich bisher gemacht habe, muss sicher falsch gewesen sein, dass ich mir jetzt den Fu\u00df verknackst habe.\u201c<\/p>\n<p>So macht man sich das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Leben\" target=\"_blank\">Leben<\/a> schwer, weil man an der gewohnten Weise, Dinge zu tun, h\u00e4ngt. Wenn der Fu\u00df l\u00e4ngst wieder heil ist, schwirrt er immer noch im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> herum und man \u00fcberlegt, was man alles falsch gemacht haben k\u00f6nnte und was einem das sagen wollte \u2013 das kenne ich von relativ vielen spirituellen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspiranten<\/a>.<\/p>\n<p>Wenn man nicht so verhaftet ist, findet man sich halt mit der Situation ab und wandelt die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Praxis\" target=\"_blank\">Praxis<\/a> entsprechend ab.<\/p>\n<p>Unser <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hund\" target=\"_blank\">Hund<\/a> hatte sich mal den Fu\u00df verknackst. Er hat einfach eine Weile lang den Fu\u00df ein bisschen geschont, ansonsten war er genauso fr\u00f6hlich wie sonst auch. Er hat sich deswegen nicht selbst in Frage gestellt und die Menschen in seiner Umgebung auch nicht. Er hat nicht \u00fcberlegt, was er falsch gemacht haben k\u00f6nnte und sein Urvertrauen ist nicht ersch\u00fcttert worden. Er hatte einfach einen verknacksten Fu\u00df, nach ein paar Tagen wurde es besser und nach einer Woche hat man nichts mehr davon gemerkt.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel:<\/p>\n<p>Regelm\u00e4\u00dfige Praxis f\u00fchrt grunds\u00e4tzlich zu mehr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Energie\" target=\"_blank\">Energie<\/a>, Gl\u00fccksgef\u00fchlen und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gesundheit\" target=\"_blank\">Gesundheit<\/a>. Aber oft gibt es Phasen, wo man sich nach dem \u00dcben von Asanas, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pranayama\" target=\"_blank\">Pranayama<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation\/\" target=\"_blank\">Meditation<\/a> ganz besonders toll f\u00fchlt. Man schwebt auf Wolken, Energie und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Inspiration\" target=\"_blank\">Inspiration<\/a> flie\u00dfen, wir spr\u00fchen vor Unternehmungslust und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbstvertrauen\" target=\"_blank\">Selbstvertrauen<\/a>. \u2013 Und dann ist diese besondere Hochphase auch mal wieder zu Ende, vielleicht weil wir etwas weniger <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zeit\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> zum \u00dcben haben oder eine Trockenphase zu durchlaufen haben. Eine zu enge <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftung\" target=\"_blank\">Verhaftung<\/a> daran, dass die Praxis jeden Tag auf dieselbe Weise wirken muss, sollten wir daher meiden.<\/p>\n<p><strong>Anhaftung ist eine Sache des Geistes<\/strong><\/p>\n<p>Eine kleine Geschichte dazu: Zwei M\u00f6nche gingen eines Tages eine Stra\u00dfe entlang und kamen an eine Furt. Dort stand eine Frau, die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Angst\" target=\"_blank\">Angst<\/a> hatte, den Flu\u00df zu durchqueren.<\/p>\n<p>Da nahm der eine M\u00f6nch die Frau auf seinen R\u00fccken, trug sie durch das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wasser\" target=\"_blank\">Wasser<\/a> und setzte sie auf der anderen Seite ab. Die beiden M\u00f6nche setzten ihren Weg fort.<\/p>\n<p>Nach ein paar Stunden sagte schlie\u00dflich der andere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/M\u00f6nch\" target=\"_blank\">M\u00f6nch<\/a> zu ihm: \u201eDu, da hast du jetzt aber etwas gemacht!\u00a0 Als M\u00f6nch darfst du doch keine Frau ansehen, noch viel weniger ber\u00fchren. Du aber hast die Frau sogar \u00fcber den Fluss getragen.\u201c Da lachte der andere M\u00f6nch: \u201eIch habe die Frau schon vor vier Stunden wieder abgesetzt. Du tr\u00e4gst sie immer noch mit dir herum.\u201c<\/p>\n<p>Also, es ist gut, konsequent zu sein, aber wir sollten dabei nicht starr und unflexibel an den Buchstaben h\u00e4ngen, sondern immer wieder schauen, was in der aktuellen Situation angebracht und m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p><strong>\u201c&#8230; Wunsch nach Belohnung\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Selbst\u00a0 in spirituelle Handlungen kann sich ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wunsch\" target=\"_blank\">Wunsch<\/a> nach Belohnung einschleichen.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Bei <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/\">Yoga Vidya<\/a> gibt es ja unter anderem auch <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/seminare\/interessengebiet\/kundalini-yoga\/\" target=\"_blank\">Kundalini Yoga Seminare<\/a>, wo die Teilnehmer stundenlang sehr intensiv praktizieren, besonders fortgeschrittene Pranayama-Techniken. Manche machen nach einer zwei- oder dreist\u00fcndigen Sitzung eine Riesen-Energieerfahrung, andere bekommen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kraft\" target=\"_blank\">Kraft<\/a>, die die n\u00e4chsten Tage und Wochen anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Oft melden sie sich deshalb noch einmal f\u00fcr ein Kundalini-Yoga-Seminar an und erwarten, dass exakt die gleiche <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erfahrung\" target=\"_blank\">Erfahrung<\/a> wieder kommt. Es kann sein, dass es genauso oder noch sch\u00f6ner ist, es kann aber auch sein, dass es ganz anders wird.<\/p>\n<p>Man erwartet zum Beispiel, dass die Wirbels\u00e4ule hei\u00df wird, dass dieses sanfte wohlige Sch\u00fcttelgef\u00fchl wieder da ist, dass man das Sonnengeflecht hei\u00df sp\u00fcrt und das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Herz\" target=\"_blank\">Herz<\/a> ge\u00f6ffnet. Aus den H\u00e4nden flie\u00dft warme Energie, und wenn man dem <a href=\"http:\/\/www.kinder-yoga.cc\/\" target=\"_blank\">Kind<\/a> mit Magenproblemen zu Hause die Hand auflegt, ist es sofort gesund. Solche Erfahrungen geschehen; das schildern mir Teilnehmer immer wieder. Aber es kann sein, dass es beim zweiten Mal nicht mehr so sein wird. Vielleicht sollte stattdessen die Meditation sehr tief werden. Oder vielleicht sollte das Mehr an Energie einem einfach das Herz weiter \u00f6ffnen, sollte man die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sch\u00f6nheit\" target=\"_blank\">Sch\u00f6nheit<\/a> der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Natur\" target=\"_blank\">Natur<\/a> ganz neu wahrnehmen, die Sch\u00f6nheit der Gesichter der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mensch\" target=\"_blank\">Menschen<\/a>. Aber weil man so sehr darauf achtet und darauf wartet, dass die Wirbels\u00e4ule hei\u00df wird und die Finger vor Energie strahlen, kann nicht das eintreten, was in der Meditation oder sonst jetzt passieren soll und will. Man ist zu verhaftet an die Ergebnisse, an seine Vorstellung des Ergebnisses.<\/p>\n<p>Es ist jedes Mal anders. Und es kann dann segensreich wirken, egal wie es sich \u00e4u\u00dfert, wenn man offen ist f\u00fcr das, was geschehen will und nicht verhaftet ist an konkrete Erwartungen und Wirkungen. Das gilt nat\u00fcrlich nicht nur in diesem Fall, sondern ganz allgemein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch an \u201cgute\u201d Handlungen wie Yajna, Dana und Tapas soll man sich nicht verhaften. Best\u00e4ndig und konsequent darin zu sein, ist gut, sich damit v\u00f6llig zu identifizieren und daran zu haften ist nicht so gut. Nehmen wir ein Beispiel f\u00fcr das Anhaften an seiner spiritueller Praxis &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/18-06-kommentar-sukadev\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Weiterlesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20],"tags":[714,28],"class_list":["post-2913","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-18-kapitel","tag-18-kapitel-6-vers","tag-kommentar-sukadev"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2913","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2913"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2913\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21406,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2913\/revisions\/21406"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2913"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2913"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2913"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}