{"id":2887,"date":"2009-04-08T20:00:10","date_gmt":"2009-04-08T18:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=2887"},"modified":"2016-12-10T09:38:10","modified_gmt":"2016-12-10T08:38:10","slug":"17-22-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/17-22-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"17-22 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Man gibt jemand widerstrebend etwas, nach dem Motto: \u201eWenn es unbedingt sein muss, hier hast du es halt\u2026\u201c \u2013 schon wenn man das nur denkt, wird es ein tamasiges Geschenk. Wenn man jemandem etwas gibt, sollte es mit <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Respekt\" target=\"_blank\">Respekt<\/a> und nat\u00fcrlich auch mit <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Liebe\" target=\"_blank\">Liebe<\/a> geschehen.<\/p>\n<p>\u2026.<strong>an eine nicht w\u00fcrdige Person<\/strong>\u2026: <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami_Nityananda\" target=\"_blank\">Swami Nityananda<\/a>, ein Sch\u00fcler von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\" target=\"_blank\">Swami<\/a> <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\" target=\"_blank\">Sivananda<\/a>, der in Delhi in den Slums vieles getan hat, eine Schule, ein Waisenhaus, medizinische Versorgung und andere soziale Werke aufgebaut hat, sagt immer: \u201eWenn du in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Indien\" target=\"_blank\">Indien<\/a> bist, gib ja keinem Kind Geld.\u201c In Indien herrscht Schulpflicht, und wenn die <a href=\"http:\/\/www.kinder-yoga.cc\/\" target=\"_blank\">Kinder<\/a> tags\u00fcber um Geld betteln gehen, dann tun sie es nicht aus eigenem Antrieb, sondern weil sie entweder von den Eltern dazu angehalten werden oder, noch h\u00e4ufiger, es gibt mafia-artige Strukturen, wo Kinder eingesammelt und gezwungen werden, zu betteln, und deshalb gehen sie nicht in die Schule. Als Folge davon w\u00e4chst eine weitere Generation von Kindern heran, die keine Schulbildung hat, und so wird der Kreislauf nie durchbrochen. Deshalb sollte man seiner Empfehlung zufolge unter keinen Umst\u00e4nden Kindern Geld geben. Sachwerte \u2013 eine Banane, ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-buch\/\" target=\"_blank\">Buch<\/a> oder ein spirituelles Comic \u2013 ist schon eher ok, dann sieht man, wie das Kind darauf reagiert.<\/p>\n<p>Das gilt \u00fcbrigens nicht nur f\u00fcr Indien. Es gab mal eine Weile in Frankfurt eine Zeit, da standen an jeder Ecke bosnische oder kroatische Kinder mit herzzerrei\u00dfendem Gesichtsausdruck und haben Passanten angebettelt. Damals war ich gerade in Frankfurt und weil es mich interessiert hat, was das Kind nachher mit dem Geld macht, habe ich es eine Weile lang beobachtet. Nachdem es von etwa 20 Passanten Geld bekommen hatte, ist es um die Ecke gegangen. Da stand ein dicker Mercedes mit einem gut gen\u00e4hrten Mann, dem hat es das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geld\" target=\"_blank\">Geld<\/a> abgeliefert und ist dann wieder zur\u00fcck auf den Platz zum Betteln gegangen. An solchen Missst\u00e4nden sind nicht nur die Mafiosi schuld, sondern auch diejenigen, die den Kindern Geld geben. Denn wo eine solche Tendenz ist, Kindern auf der Stra\u00dfe Geld zu geben, zieht es solche Methoden nach sich.<\/p>\n<p>Etwas \u00e4hnlich Grenzwertiges in Indien ist, wenn man Kr\u00fcppel am Stra\u00dfenrand sieht und ihnen Geld gibt. Das sind oft Menschen, denen als Kind ein Arm abgeschlagen wurde, damit sie leichter betteln k\u00f6nnen. So lange Verkr\u00fcppelung das Betteln erleichtert, wird es weiter viele Kr\u00fcppel in Indien geben. Viel sinnvoller ist es, das Geld gemeinn\u00fctzigen Institutionen zu geben, die es tats\u00e4chlich verwenden f\u00fcr bessere Bildung, f\u00fcr eine Verbesserung der Wohn- und sozialen Verh\u00e4ltnisse. Es gibt auch gemeinn\u00fctzige Stationen, die k\u00fcnstliche Gliedma\u00dfen herstellen, da sind die Inder inzwischen f\u00fchrend. Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen \u00fcber solche Initiativen, die mit einfachsten Mitteln sehr gute Prothesen herstellen. Solchen Institutionen sollte man dann eben helfen, oder solchen, die anderweitig Kranken helfen. Individuelle Bettelgaben sind im Normalfall keine echte <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hilfe\" target=\"_blank\">Hilfe<\/a>. Wer helfen will, sollte es so machen, dass dem Bettelunwesen nicht Vorschub geleistet wird.<\/p>\n<p>Ich habe das jetzt nur als Beispiele gebraucht. Es g\u00e4be noch viele andere Beispiele f\u00fcr \u201ew\u00fcrdiges Schenken\u201c.<\/p>\n<p>Zum Beispiel im Umgang mit den eigenen Kindern. Generell wird in der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erziehung\" target=\"_blank\">Erziehung<\/a> geraten, einem Kind ein festes Taschengeld zu geben, aber nicht im Einzelfall, wenn ein Kind bettelt: \u201eMami, ich br\u00e4uchte noch das, k\u00f6nntest du mir bitte\u2026\u201c. Damit erzieht man Menschen zur Bettelei. Sie werden konditioniert, dass sie <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Denken\" target=\"_blank\">denken<\/a>, wenn ich nur ausreichend lange quengele, bekomme ich es. Das funktioniert ab einem gewissen Alter nicht mehr. Man zieht so eine Generation von Menschen heran, die meint, Lamentieren f\u00fchre dazu, dass man etwas erreicht. Besser w\u00e4re in so einem Fall zum Beispiel zu sagen: \u201eGut, der Rasen ist zu m\u00e4hen, oder das Bad zu putzen, wenn du das machst, kriegst du noch etwas daf\u00fcr.\u201c Dass also Kinder und Jugendliche lernen, wenn sie mehr haben wollen, m\u00fcssen sie etwas daf\u00fcr tun. Also hier ein Geschenk ohne Gegenleistung zu geben, ist f\u00fcr Heranwachsende nicht hilfreich, im Gegenteil.<\/p>\n<p><strong>\u201e\u2026 unrechte Gaben am unrechten Ort\u201c:<\/strong> Wenn man <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> spirituelle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weisheit\" target=\"_blank\">Weisheit<\/a> gibt, die daf\u00fcr nicht offen sind, dann ist es auch kein sattwiges Geschenk. Wir m\u00fcssen \u00fcberlegen und wissen, wie sprechen wir wann zu wem. Angenommen, man gibt an einer Reha-Klinik in einem Kurort einen Vortrag, dann wird man anders \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> sprechen als bei einem Treffen von spirituellen Traditionen, wo Buddhisten und andere spirituelle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> dabei sind. Und so m\u00fcssen wir aufpassen, dass wir auch mit gro\u00dfer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bewusstheit\" target=\"_blank\">Bewusstheit<\/a> geben.<\/p>\n<p>Oder jemand will mit dem Rauchen aufh\u00f6ren und bittet uns um eine Zigarette. Sie ihm zu geben, w\u00e4re eine tamasige Gabe. Man verhindert damit, dass er sich von seiner <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sucht\" target=\"_blank\">Sucht<\/a> <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Befreiung\" target=\"_blank\">befreien<\/a> kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man gibt jemand widerstrebend etwas, nach dem Motto: \u201eWenn es unbedingt sein muss, hier hast du es halt\u2026\u201c \u2013 schon wenn man das nur denkt, wird es ein tamasiges Geschenk. 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