{"id":2234,"date":"2009-10-12T20:00:19","date_gmt":"2009-10-12T18:00:19","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=2234"},"modified":"2016-04-07T13:02:26","modified_gmt":"2016-04-07T11:02:26","slug":"12-19-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/12-19-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"12-19 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Freund\" target=\"_blank\">Freund<\/a> und Feind gleich erachtet\u201c: Eigentlich w\u00e4re es noch besser, gar nicht zwischen Freunden und Feinden, zwischen Gegnern und Freunden, zu unterscheiden, sondern zu sehen, dass wir alle Geschwister Gottes sind. Von au\u00dfen gibt es <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a>, die einem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gute\" target=\"_blank\">Gutes<\/a> tun wollen und es gibt durchaus auch Menschen, die einem Schlechtes tun wollen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Jesus.html\" target=\"_blank\">Jesus<\/a> sagte: \u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Liebe\" target=\"_blank\">Liebe<\/a> deine Feinde.\u201c Bis zu einem gewissen Grade hat mich dieses Wort immer gest\u00f6rt und zwar deshalb, weil es aussagt, dass man Feinde hat. Genau das st\u00f6rt mich daran. Besser w\u00e4re: \u201eLiebe alle Menschen, auch die, die dir B\u00f6ses tun.\u201c Eigentlich sind sie deine Freunde, denn sie helfen dir, dass dein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/\" target=\"_blank\">Karma<\/a> gut abl\u00e4uft. Ich habe immer wieder geschrieben: Wir ernten die Fr\u00fcchte unserer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Handlung\" target=\"_blank\">Handlungen<\/a>, wir bekommen die Lektionen, die wir brauchen und das sind nicht nur die sch\u00f6nen, sondern auch die weniger sch\u00f6nen Sachen. Wenn uns jemand Steine in den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Weg<\/a> legt oder auf die F\u00fc\u00dfe oder gegen den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kopf\" target=\"_blank\">Kopf<\/a> wirft, w\u00f6rtlich und im \u00fcbertragenen Sinne verstanden, dann ist er auch ein Instrument unseres Karmas. Wir k\u00f6nnen ihm gegen\u00fcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mitgef\u00fchl\" target=\"_blank\">Mitgef\u00fchl<\/a> haben, vor allem, wenn es aus B\u00f6sartigkeit getan wurde. Dann erntet er schlechtes Karma. Ich ernte die Fr\u00fcchte meiner Handlungen und bekomme die Lektionen, die ich brauche, um spirituell zu wachsen und der andere schafft sich negatives Karma. Also gilt es, ihm <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dankbar\" target=\"_blank\">dankbar<\/a> zu sein, Mitgef\u00fchl zu haben und f\u00fcr ihn zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gebet\" target=\"_blank\">beten<\/a>. Wenn man Karma wirklich verstanden hat, f\u00e4llt auch das Vergeben leichter, wenigstens intellektuell. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Emotion\" target=\"_blank\">Emotion<\/a> ist noch einmal etwas anderes. Diese Einstellung, manapamanayoh, also gleich sein, mit gleichm\u00fctigem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> gegen\u00fcber Freunden, die freundlich zu einem sind wie auch denen gegen\u00fcber, die weniger freundlich bis b\u00f6sartig zu einem sind, ist nicht immer einfach. Auch hier kann man \u00fcberlegen, ob es noch jemandem gibt, dem man aus tiefstem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Herz\" target=\"_blank\">Herzen<\/a> Groll entgegenbringt, vielleicht auch noch mit Grund, und ob es es nicht kl\u00fcger w\u00e4re, ihm zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vergebung\" target=\"_blank\">vergeben<\/a>.<\/p>\n<p>Man kann es auch von einer anderen Warte aus sehen. Angenommen, jemand hat einem wirklich etwas B\u00f6ses angetan. Es gibt Menschen, die gr\u00e4ssliche <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/gemeinschaft\/erfahrungen\/\" target=\"_blank\">Erfahrungen<\/a> von Missbrauch, Misshandlung usw. gemacht haben. Vielleicht bist sogar du oder jemand aus deinem Bekanntenkreis davon betroffen. Man k\u00f6nnte sagen, dass jemand, der so etwas Gr\u00e4ssliches erlebt hat, doch gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr hat, jemandem innerlich <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Groll\" target=\"_blank\">Groll<\/a> entgegen zu bringen. Und manche Psychologen sagen, dass so eine Phase f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Heilung\" target=\"_blank\">Heilung<\/a> durchaus hilfreich sein kann. Aber eine andere Sichtweise w\u00e4re: Warum soll ich dem Menschen, der mir \u00fcbel mitgespielt hat, mehr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Macht\" target=\"_blank\">Macht<\/a> \u00fcber mein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> geben als all denen, die mich freundlich behandelt haben? Ich gebe einem Menschen Macht \u00fcber mein Leben, indem ich ihn hasse, indem ich Groll gegen ihn hege oder Rachegedanken gegen ihn habe. Ich schenke dem Menschen, der mir am meisten Schlechtes angetan hat, das, was am wertvollsten ist: meine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufmerksamkeit\" target=\"_blank\">Aufmerksamkeit<\/a>, meine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gedanke\" target=\"_blank\">Gedanken<\/a>, meine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zeit\" target=\"_blank\">Zeit<\/a>, meine Pl\u00e4ne und Phantasien. Ist das w\u00fcnschenswert? Manche Menschen kommen \u00fcber diesen psychologischen Kunstgriff dazu, dass sie dem Menschen, der ihnen all das angetan hat, nicht eine solche Macht \u00fcber sich geben. Stattdessen will man ihm letztlich vergeben und bekommt so eine gewisse <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Freiheit\" target=\"_blank\">Freiheit<\/a> zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen auch Grenzen setzen und da ist es in Ordnung, sich zu wehren. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-tradition\/swami-vishnu-devananda\/\" target=\"_blank\">Swami Vishnu<\/a> hat gesagt: \u201eSolange man sich mit dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/K\u00f6rper\" target=\"_blank\">K\u00f6rper<\/a> identifiziert, solange gibt es auch die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufgabe\" target=\"_blank\">Aufgabe<\/a>, den K\u00f6rper zu verteidigen.\u201c Die meisten der Leser dieses Buches werden so ehrlich sein zu sagen, dass sie sich noch mit dem K\u00f6rper identifizieren. Wenn jemand kommen und versuchen w\u00fcrde, auf dich einzuschlagen, w\u00e4re es in Ordnung, dass du dich verteidigst. Angenommen, du identifizierst dich gar nicht mehr mit dem K\u00f6rper und wei\u00dft \u201eich bin die unsterbliche <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Seele\" target=\"_blank\">Seele<\/a>\u201c, dann w\u00fcrdest du auch keinen Grund sehen, diesen konkreten K\u00f6rper zu verteidigen.<\/p>\n<p>Zu Swami Sivananda kam eines Tages im Jahr 1950 ein Attent\u00e4ter, der ihn mit einer Axt umbringen wollte. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\" target=\"_blank\">Swami<\/a> <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\" target=\"_blank\">Sivananda<\/a> blieb bei den ersten Axthieben einfach ruhig sitzen. Er hatte ausnahmsweise einen Turban auf, sodass der erste Schlag auf den Turban kam und seitlich abrutschte. Beim zweiten Schlag traf der Attent\u00e4ter eine S\u00e4ule. Swami Sivananda soll laut Berichten eine gro\u00dfe Beule gehabt haben, einem anderen Bericht nach sogar geblutet haben. Swami Vishnu, damals sein pers\u00f6nlicher Assistent, ist dann dem Attent\u00e4ter in den Arm gesprungen und hat ihn niedergerungen. Die ersten Worte Swami Sivanandas zu Swami Vishnu waren: \u201eVishnu Swami, m\u00e4\u00dfige deinen Zorn.\u201c Die erste Sorge Swami Sivanandas galt dem Mann, der ihn beinahe umgebracht h\u00e4tte, dass dieser zu heftig angefasst w\u00fcrde. Swami Vishnu war ein Hatha <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\">Yogi<\/a> und hatte, obwohl er sehr klein und sehr schm\u00e4chtig war, viel <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kraft\" target=\"_blank\">Kraft<\/a>.<\/p>\n<p>So hei\u00dft es: Wenn wir uns nicht mehr mit unserem K\u00f6rper identifizieren, k\u00fcmmert sich <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> um ihn. Dann brauchen wir den K\u00f6rper nicht mehr zu verteidigen. Solange wir uns aber noch identifizieren, ist es unsere Aufgabe, uns um den K\u00f6rper zu k\u00fcmmern. Wir k\u00f6nnen das auch aus Mitgef\u00fchl demgegen\u00fcber tun, der uns umbringen m\u00f6chte. Wenn er uns umbringt, schafft er sich schlechtes Karma, und das wollen wir nicht zulassen. Wenn jemand dich bestiehlt, schafft er sich schlechtes Karma. Wenn du deine Sachen sicherst, verhinderst du, dass sich der andere schlechtes Karma einf\u00e4ngt. Man k\u00f6nnte einwenden, das dies Hirndreherei ist. Aber eine ganze Menge dessen, was wir im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> machen, k\u00f6nnte als Hirndreherei ausgelegt werden. Man macht vielleicht das gleiche wie vorher, nur mit einer anderen, mit einer liebevolleren, mitf\u00fchlenderen Einstellung. Man f\u00fchlt sich dann gl\u00fccklicher und erweitert sein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bewusstsein\" target=\"_blank\">Bewusstsein<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> fragt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> an mehreren Stellen: Wie verh\u00e4lt sich jemand, der ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> ist, der seinen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> beherrscht, der ein Selbstverwirklichter, der in der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weisheit\" target=\"_blank\">Weisheit<\/a> ist? Im 2. Kapitel fragt Arjuna: Wie geht er, wie steht er, wie schaut er, wie sitzt er? Arjuna meint: Irgendwie muss ein Verwirklichter \u00e4u\u00dferlich doch anders sein. Vielleicht schreitet er sehr bed\u00e4chtig, vielleicht schaut er sehr w\u00fcrdevoll, vielleicht schaut er ganz dem\u00fctig. Krishna geht mit keinem Wort darauf ein. Er gibt nirgendwo \u00e4u\u00dfere Kennzeichen von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verwirklichung\" target=\"_blank\">Verwirklichung<\/a>. Selbstverwirklichte k\u00f6nnen schnell oder langsam gehen, gro\u00df oder klein sein, unterschiedliche Temperamente haben. Gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weise\" target=\"_blank\">Weise<\/a> k\u00f6nnen sich genauso verhalten wie andere auch, sie k\u00f6nnen gehen wie andere auch, die innere Einstellung ist aber eine andere.<\/p>\n<p>\u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ehre\" target=\"_blank\">Ehre<\/a> und Schmach gleich erachtet.\u201c Tue das, was zu tun ist. Ob andere das gut finden oder auch nicht, ist nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig wichtig. Das hei\u00dft aber nicht, dass uns die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gef\u00fchl\" target=\"_blank\">Gef\u00fchle<\/a> der anderen nicht wichtig sind. Zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ahimsa\" target=\"_blank\">ahimsa<\/a> geh\u00f6rt auch, dass wir die Gef\u00fchle anderer nicht verletzen wollen. Aber ob der andere das gut findet oder nicht, wenn es etwas ist, das wichtig ist zu tun, ist das andere nicht so wichtig.<\/p>\n<p>\u201eK\u00e4lte und Hitze\u201c: es ist nicht so wichtig, ob es mal k\u00e4lter oder w\u00e4rmer ist. Man kann eine Menge an <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/schuld-und-leid\/\" target=\"_blank\">Leid<\/a> in seinem Leben beseitigen, indem man seinen Wohlf\u00fchltemperaturbereich ausdehnt. Eine der gr\u00f6\u00dften Auseinandersetzungen in Yoga <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ashram\" target=\"_blank\">Ashrams<\/a> und vielen <a href=\"http:\/\/mein.yoga-vidya.de\/profile\/Yogastunden\" target=\"_blank\">Yogastunden<\/a> ist: T\u00fcr auf oder T\u00fcr zu, Fenster auf oder Fenster zu. Biologisch gesehen kann der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a> zwischen 12 Grad und 40 Grad nackt sitzen, ohne dass es ihm etwas ausmachen w\u00fcrde. Ein Luftzug schafft keine Erk\u00e4ltungsgefahrerh\u00f6hung. Es wurden Versuche gemacht und Menschen in Luftzug gesetzt und andere nicht. Diejenigen, die im Luftzug waren, hatten nicht h\u00e4ufiger eine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erk\u00e4ltung\" target=\"_blank\">Erk\u00e4ltung<\/a> als die anderen. Nur die, die im Luftzug waren, haben ihre Erk\u00e4ltung dann darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt. Genauso geht es auch mit Regen und nass werden. In Amerika wurden dazu gro\u00dfe Versuche gemacht. Ganze Studentenkohorten sind auf diese <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weise\" target=\"_blank\">Weise<\/a> \u00fcberpr\u00fcft worden. Einige sind nass in den Regen gegangen, andere nicht, und dann sind sie in R\u00e4ume mit schon Erk\u00e4lteten hineingekommen. Man hat gemessen, wieviel Prozent tats\u00e4chlich die Viren bekommen haben. Ob sie einen Zug hatten oder nicht, ob sie warm angezogen waren, war unerheblich. Ob sie nass waren, ob sie kalte oder warme F\u00fc\u00dfe hatten,alles war unerheblich. Nur die, die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krankheit\" target=\"_blank\">krank<\/a> wurden, haben es nachher auf ihre kalten F\u00fc\u00dfe oder ihr Nasswerden, den Luftzug oder die kalte Temperatur geschoben. Wir k\u00f6nnen also ganz beruhigt in der N\u00e4he der T\u00fcr sitzen.<\/p>\n<p>Wenn ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Raum\" target=\"_blank\">Raum<\/a> stinkt, hei\u00dft das nicht, dass er weniger Sauerstoff enth\u00e4lt. Man sagt zwar: \u201eIch bekomme keinen Sauerstoff.\u201c Bei einer wesentlichen \u00c4nderung des Sauerstoffgehaltes w\u00fcrden wir reihenweise umfallen. Zum Beispiel samstagabends im Sivananda Saal: letzten Samstag waren ca. 500 Menschen im Raum und aus irgendwelchen Gr\u00fcnden setzen sich immer die an die T\u00fcren, die es gerne warm haben und es gr\u00e4sslich finden, wenn die T\u00fcren aufgemacht werden. Das ist nat\u00fcrlich auch immer ein Ph\u00e4nomen, das mich zum <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Denken\" target=\"_blank\">Denken<\/a> anregt. Wenn es jemandem zieht, warum setzt er sich dann ausgerechnet an die T\u00fcre? Wenn man dann sagt, man bekommt keine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Luft\" target=\"_blank\">Luft<\/a> und messen w\u00fcrde, wieviel Luft hier im Raum w\u00e4re, ist genauso viel Luft drinnen wie drau\u00dfen. Selbst der Sauerstoffgehalt \u00e4ndert sich fast nicht. Man kann messen wieviel Ein- und Ausatmungen, wieviel Kubikmeter Luft hier sind. Selbst wenn man die T\u00fcren luftdicht verschlie\u00dfen w\u00fcrde und alles andere auch, h\u00e4tten wir einige Stunden Sauerstoff, ohne dass uns das beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde. Das einzige, was noch zus\u00e4tzlich in der Luft ist, sind die Ausd\u00fcnstungen der Menschen, die aber auch nicht weiter dramatisch sind, au\u00dfer dass es riecht. Stickige Luft hat also nicht weniger Sauerstoff als andere. In anderen L\u00e4ndern wird z.B. viel seltener gel\u00fcftet als in Deutschland. Deshalb haben die Menschen keinen Sauerstoffmangel. Wir k\u00f6nnen also lernen, den Temperaturwohlf\u00fchlbereich zu erh\u00f6hen. Das kann man trainieren indem man sich, wenn es besonders kalt ist, bewusst an die T\u00fcr setzt und die T\u00fcr aufmacht. Oder man setzt sich ein anderes Mal dahin, wo die Luft besonders warm\/schlecht\/stickig ist. Das ist ein Beispiel, das nat\u00fcrlich nicht jedermanns Sache ist und auch seine Grenzen hat. Das Wichtige: Du kannst lernen, dich im K\u00e4lteren und im W\u00e4rmeren wohlzuf\u00fchlen. Wenn man alleine ist, kann man das tun, was man f\u00fcr das Optimalste h\u00e4lt. Man kann einen gro\u00dfen Teil an Lebenszufriedenheit hinzugewinnen, wenn man sagt, ich lerne, mich im W\u00e4rmeren, im K\u00e4lteren, im Zug, in der stickigen Luft wohlzuf\u00fchlen, solange ich es nicht \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>Noch ein paar andere kleine Tipps zum Gl\u00fccklichsein: Wenn du mit dem Auto einen Parkplatz suchst, nimm den erstbesten Parkplatz und schaue nicht, ob du noch einen n\u00e4heren findest. Die Wahrscheinlichkeit ist recht gro\u00df, dass der erste Parkplatz entweder der n\u00e4chste ist oder mindestens, dass du schneller an deinem Ziel bist, wenn du aussteigst und den Rest zu Fu\u00df gehst, als wenn du dreimal um den Block f\u00e4hrst. Allein schon in der frischen Luft zu Fu\u00df zu gehen erh\u00f6ht das Gl\u00fccksgef\u00fchl. Besser noch: Fahre gleich mit dem Fahrrad oder gehe zu Fu\u00df, wenn das m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Ein anderer Ratschlag: Wenn du im Supermarkt (z.B. im Naturkostsupermarkt\u2026) vor sechs Kassen stehst, nimm die mit der l\u00e4ngeren Schlange. Die Wahrscheinlichkeit ist gro\u00df, dass sie genauso schnell ist, wie die anderen Schlangen auch. Du erwartest, dass sie langsamer ist und wenn sie dann schneller ist als die anderen, freust du dich. Wenn sie genauso schnell ist, freust du dich auch. Und wenn sie langsamer ist, brauchst du nicht zu \u00e4rgern, da du das sowieso angenommen hast. Dann hast du die Gelegenheit, bewusst zu atmen, ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Mantras.html\" target=\"_blank\">Mantra<\/a> zu wiederholen, Gottes Gegenwart zu sp\u00fcren, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sch\u00f6nheit\" target=\"_blank\">Sch\u00f6nheit<\/a> wahrzunehmen. Oder mit einem Menschen Kontakt aufzunehmen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kannst du dir vornehmen, dich \u00fcber jeden Moment des Wartens in deinem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> zu freuen und als Gelegenheit f\u00fcr spirituelle Praxis zu nutzen. Wenn du in einem Stau landest, freue dich, denn es schafft mehr M\u00f6glichkeiten, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Mantras.html\" target=\"_blank\">Mantras<\/a> zu wiederholen, ist eine Gelegenheit Mantras zu h\u00f6ren oder zu singen. Das sind ein paar einfache Methoden, wie man kleine Quellen von Leid aus dem Leben r\u00e4umen kann und ein paar Quellen von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Freude\" target=\"_blank\">Freude<\/a> erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>\u201eGleichm\u00fctig in <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vergn\u00fcgen\" target=\"_blank\">Vergn\u00fcgen<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Schmerz\" target=\"_blank\">Schmerz<\/a>, frei von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftung\" target=\"_blank\">Verhaftung<\/a>. Wem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tadel\" target=\"_blank\">Tadel<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Lob\" target=\"_blank\">Lob<\/a> gleichviel ist.\u201c: Freue dich am Lob und gib es gleich weiter an Gott. Wenn jemand sagt: \u201eHast du toll gemacht\u201c, gib das weiter an Gott: \u201eDanke, dass du das durch mich so gemacht hast. Danke, dass ich dein Instrument sein konnte.\u201c Wie Krishna im 11. Kapitel sagt: \u201eIch habe alles gemacht.\u201c Bei Tadel kann man das gleiche sagen: \u201eGott, das hast du nicht richtig gemacht. Wenn du es besser gewollt h\u00e4ttest, h\u00e4ttest du es mir sagen sollen. Oder du h\u00e4ttest mir etwas anderes geben sollen.\u201c Das ist eine M\u00f6glichkeit. Die andere M\u00f6glichkeit ist eigentlich die bessere: Wenn dich jemand tadelt, dann \u00fcberlege, ob vielleicht auch etwas Wahres darin liegt. Nicht in dem Sinne: \u201eWas bin ich f\u00fcr ein schlechter <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a>, wieder schaffe ich es nicht.\u201c Vielmehr im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sinne\" target=\"_blank\">Sinne<\/a> von: \u201eIch bin neugierig, was ich vielleicht noch verbessern kann.\u201c Eine konstruktive Weise mit Kritik umzugehen, ist, sich sicher zu sein, das Beste gegeben zu haben. Jetzt sagt mir jemand etwas. Dann kann ich \u00fcberlegen, ob etwas Wahres daran ist. Dann bin ich erst einmal froh, dass es gesagt wurde, atme dreimal ein und aus, bedanke mich daf\u00fcr und wenn innerlich etwas heraussprudelt, schweige ich. Die beste Reaktion auf Kritik ist, sich zuerst zu bedanken und dann zu <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Schweigen\" target=\"_blank\">schweigen<\/a>, weder zu schimpfen noch zu klagen. Dann kann man dar\u00fcber nachdenken und eventuell sogar <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dankbar\" target=\"_blank\">dankbar<\/a> sein, dass es einem gesagt wurde, ansonsten h\u00e4tte man es vielleicht f\u00fcr den Rest des Lebens so weiter gemacht. Oder, wenn nichts dran ist, kann man auch dankbar sein f\u00fcr die Gelegenheit, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gleichmut\" target=\"_blank\">Gleichmut<\/a> zu \u00fcben. Dann kann man noch \u00fcberlegen, ob man es dem anderen erkl\u00e4rt oder nicht. Wir m\u00fcssen aber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wissen\" target=\"_blank\">wissen<\/a>, dass nicht jeder versteht, was wir tun und dass es nicht jeder gut findet. Gerade die Menschen, die wir m\u00f6gen, sollen doch gut finden, was wir tun. Warum sollten sie eigentlich? Sie m\u00fcssen es nicht, wir k\u00f6nnen sie trotzdem m\u00f6gen. Also Lob und Tadel \u2013 wir k\u00f6nnen gleichm\u00fctig sein, wir k\u00f6nnen uns \u00fcber beides freuen und wir k\u00f6nnen von beidem lernen.<\/p>\n<p>Ich meine eine eigenartige <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Entwicklung\" target=\"_blank\">Entwicklung<\/a> unter <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspiranten<\/a> entdeckt zu haben: Meine Beobachtung zumindest ist, dass die Menschen vor 20 Jahren ein mehr rajassiges Ego hatten. Wenn sie kritisiert wurden, meinten sie, sie h\u00e4tten Recht, haben sich verteidigt oder den Kritisierenden als dumm oder unwissend bezeichnet. Also ein eher <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pita\" target=\"_blank\">Pita<\/a>-m\u00e4\u00dfiges Ego. Heute haben mehr Apiranten eine Art <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/ayurveda\/ayurveda-typen\/ayurveda-typen-vata\/\" target=\"_blank\">Vata<\/a>-m\u00e4\u00dfiges Ego: Wenn man sie kritisiert, brechen sie zusammen, sagen oder <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Denken\" target=\"_blank\">denken<\/a>: \u201eIch tauge nichts, bin nicht gut genug.\u201c Und sie wollen ihre <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verantwortung\" target=\"_blank\">Verantwortung<\/a> abgeben. Fr\u00fcher haben mehr Menschen mit Worten zur\u00fcck geschossen, wenn man sie kritisiert hat, heute scheinen mehr Menschen sehr z\u00fcgig zu kapitulieren. Nicht jeder und nicht alle, aber tendenziell gibt es dazu eine gewisse Neigung. Ich wei\u00df nicht, ob das tats\u00e4chlich so ist oder ob es nur daran liegt, dass allgemein bei Yoga Vidya die Menschen dem\u00fctiger sind und nicht denken, dass sie die allein selig machende <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_wahrheit.html\" target=\"_blank\">Wahrheit<\/a> gefunden haben. Vielleicht zieht das andere Menschen an. In jedem Fall ist es gewaltfreier\u2026<br \/>\nIn der Stress-Forschung spricht man vom Flucht-Kampf-Mechanismus: Bei wahrgenommener Gefahr kann man entweder fliehen oder k\u00e4mpfen. Bei manchen Aspiranten ist der Kampf-Reflex gr\u00f6\u00dfer, bei manchen mehr der Flucht-Reflex. Krishna will dich, zumindest beim Umgang mit Kritik, zu einer anderen, einer gleichm\u00fctigeren und bewussteren Reaktionsweise anleiten. Du sollst also allein wegen Kritik nicht gleich k\u00e4mpfen oder fliehen. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\" target=\"_blank\">Swami Sivananda<\/a> hat ein Lied komponiert, dessen vierte Zeile lautet: \u201eBear insult, bear injury, highest Yoga \u2013 trage Beleidigungen und Kr\u00e4nkungen, das ist der h\u00f6chste <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a>.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWer schweigsam ist, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mauni\" target=\"_blank\">Mauni<\/a>\u201c: Das soll nicht hei\u00dfen, gar nicht mehr zu reden. Krishna und Arjuna unterhalten sich ja gerade\u2026 Es ist aber gut, ab und zu mal einen Tag zu schweigen. Es ist gut, dass wir in der Lage sind, den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mund\" target=\"_blank\">Mund<\/a> zu halten. Swami Sivananda hat immer gesagt: Manche Menschen haben \u201eLingual diarrhea\u201c \u2013 Sprachdurchfall, sie k\u00f6nnen keinen Moment lang <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ruhe\" target=\"_blank\">Ruhe<\/a> geben. Es gibt einen Witz von einem Arzt, der eine Patientin hatte, die er untersuchen sollte und die die ganze Zeit redete. Dann sagte er, sie solle die Zunge heraus strecken, obwohl er gar nicht in den Mund hineinschauen musste. Schlie\u00dflich konnte die Frau es nicht mehr aushalten und fragte, warum sie die Zunge rausstrecken solle, obwohl er gar nicht in den Mund reinschaue. Der Arzt antwortete, damit er sie endlich untersuchen k\u00f6nnte und sie mal Ruhe gibt&#8230; Man sollte in der Lage sein, auch ruhig zu sein, schweigsam zu sein und nat\u00fcrlich auch in der Lage, mit anderen zu kommunizieren. Je nachdem wozu wir neigen, k\u00f6nnen wir schauen, welcher Ratschlag f\u00fcr uns am besten ist.<\/p>\n<p>\u201eMit allem zufrieden ist\u201c &#8211; santushto, jemand der von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Santosha\" target=\"_blank\">Santosha<\/a> (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zufriedenheit\" target=\"_blank\">Zufriedenheit<\/a>) erf\u00fcllt ist.<\/p>\n<p>\u201eOhne Heim, ohne zuhause\u201c: Was meint Krishna damit? Wir alle wollen in verschiedenster Hinsicht ein Zuhause haben. Wir wollen ein physisches Zuhause, Haus, Wohnung, Zimmer, Bett. Dann haben wir noch ein anderes Zuhause, die Menschen, die zu uns geh\u00f6ren, die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Familie\" target=\"_blank\">Familie<\/a>, das Volk, der Volksstamm \u2013 ich bin Bayer, Lipper, ich bin Badenser, Pf\u00e4lzer, Rheinhesse\u2026 So k\u00f6nnen wir uns identifizieren, da f\u00fchlen wir uns Zuhause. Das hat alles seine Probleme: Wir identifizieren uns mit etwas Begrenztem, mit etwas Verg\u00e4nglichem. Unser Zuhause kann abbrennen, die Menschen, die wir m\u00f6gen, k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich jemand anderen m\u00f6gen oder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/yoga-reinkarnation-lehren\/kunst-des-sterbens\/\" target=\"_blank\">sterben<\/a>. Identifikation f\u00fchrt immer wieder zu <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/schuld-und-leid\/\" target=\"_blank\">Leid<\/a> und wenn du dich zu sehr mit etwas identifizierst, ist das auch wieder Abgrenzung von jemand anderem. Kriege entstehen zwischen Nationen, Zwistigkeiten zwischen Volks- und Religionsgemeinschaften, zwischen Fans von verschiedenen Fu\u00dfball-Clubs. Das Kl\u00fcgste ist, zu sagen: \u201eDie ganze Welt ist mein\u00a0 Zuhause\u201c oder \u201eSo ein kleines vor\u00fcbergehendes Zuhause habe ich jetzt auch.\u201c Ein Heimatgef\u00fchl kann einem eine gewisse Erdung geben. Aber identifiziere dich nicht zu sehr im Sinne von: \u201eDas ist jetzt mein ganzes Zuhause und wehe, es passiert dem irgendetwas.\u201c Letztlich ist die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> unser ganzes Zuhause. Und selbst das stimmt nicht. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> ist unser Zuhause! Die Welt ist auch nur eine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Manifestation\" target=\"_blank\">Manifestation<\/a> Gottes. Gott ist unser Zuhause, dort ist unser Heim. Alles andere ist nur vor\u00fcbergehend.<\/p>\n<p>Man kann auch sagen, dasss wir uns auf dieser Welt auf einer Pilgerreise befinden. Einen Tag ist man hier, einen Tag dort. In <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Indien\" target=\"_blank\">Indien<\/a> ist das auch eine alte Tradition, dass man f\u00fcr eine gewisse Zeit auf Pilgerreise geht, um zu lernen, verhaftungslos zu sein. Auch in Europa ist das eine alte Tradition. Die europ\u00e4ische Pilgerreisen-Tradition wurde in den letzten Jahren wieder verst\u00e4rkt durch die B\u00fccher von Shirley McLaine, Paulo Coelho und Hape Kerkelings Werk \u201eIch bin dann mal weg\u201c. Wir m\u00fcssen nicht f\u00f6rmlich auf eine Pilgerreise gehen, wir sind bereits auf einer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pilgerreise\" target=\"_blank\">Pilgerreise<\/a>, nirgendwo zu Hause, nur mal vor\u00fcbergehend. Das gilt es zu akzeptieren. Dann k\u00f6nnen wir auch akzeptieren, wenn unsere Zuhause \u00f6fters wechseln. Swami Vishnu bezog sich auch gerne auf die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/yoga-reinkarnation-lehren\/\" target=\"_blank\">Reinkarnationslehre<\/a> und meinte: \u201eJeder von Euch war schon einmal Inder, Australier, Afrikaner, Indianer, war vielleicht schon einmal Christ, Moslem, Jude, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_hinduismus.html\" target=\"_blank\">Hindu<\/a>, Buddhist.\u201c Er sagte auch einmal: \u201eVielleicht waren wir in einem fr\u00fcheren Leben alle schon einmal auf einem anderen Planeten.\u201c Aus dieser Geisteshaltung heraus macht Patriotismus oder Religionsfanatismus wenig Sinn. Das w\u00e4re so, als wenn ein Pilger gerade einen Tag lang in einer Stadt weilt und dann mit jemandem einen Kampf anf\u00e4ngt, der \u00fcber diese Stadt eine flapsige Bemerkung macht.<br \/>\nDer gro\u00dfe <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Shankara\" target=\"_blank\">Shankara<\/a> schrieb in einem Gedicht: \u201eWieder wirst du geboren, wieder wirst du sterben. Jeder Mensch, den du siehst, war schon einmal dein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vater\" target=\"_blank\">Vater<\/a>. Jeder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a>, den du siehst, war schon einmal deine\u00a0 <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mutter\" target=\"_blank\">Mutter<\/a>. Verlasse alle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Identifikation\" target=\"_blank\">Identifikationen<\/a> und verwirkliche deine wahre <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Natur\" target=\"_blank\">Natur<\/a>.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDessen Geist nicht schwankt\u201c, sthira, also best\u00e4ndig ist. Nat\u00fcrlich geht unser <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> durch M\u00f6gen und Nichtm\u00f6gen, er geht durch Vergn\u00fcgen und Schmerz. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> meint nicht, dass wir dies nicht haben sollten. Er sagt: \u201eWem Vergn\u00fcgen und Schmerz gleichbedeutend ist, wer frei ist von Verhaftung.\u201c Wir gehen durch verschiedene Geistesinhalte, aber unser h\u00f6herer Geist bleibt ruhig. Wir werden dadurch nicht ersch\u00fcttert, vor allen Dingen nicht in unseren Lebenseinstellungen. Wenn du nur solange spirituell praktizierst, wie es dir gut geht, ist das eine beschr\u00e4nkte Form der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Spiritualit\u00e4t\" target=\"_blank\">Spiritualit\u00e4t<\/a>. Wenn du nur praktizierst, wenn es dir schlecht geht, ist das ebenso beschr\u00e4nkt. Es gilt, eine Best\u00e4ndigkeit in der Praxis zu entwickeln.<br \/>\nVom evolutionsbiologischen Standpunkt aus k\u00f6nnte man auch sagen, Sinneswahrnehmungen, M\u00f6gen und Nichtm\u00f6gen, Emotionen, all das sind evolutionsm\u00e4\u00dfig sinnvolle Formen von Informations\u00fcbermittlung und Verarbeitung sowie in bestimmten Kontexten sinnvolle Reaktionsschemata. Das eigentliche Ich ist davon unber\u00fchrt. Es bleibt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sthira\" target=\"_blank\">sthira<\/a>, innerlich gefestigt. Nimm Sinneswahrnehmungen, Gem\u00fctsschwankungen, Geistesinhalte als Informationen. Siehe deinen Geist als <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Antarkarana\" target=\"_blank\">Antarkarana<\/a>, als inneres Instrument an. Dieses Antarkarana ist dazu da, dir zu helfen, dich in der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> zurechtzufinden. Es ist nicht deine wahre Natur, dein Ich. Es ist ein unvollkommenes Instrument, irrtumsbehaftet und verletzungsanf\u00e4llig. Du selbst bist jenseits davon.<\/p>\n<p>\u201eWer voll <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hingabe\" target=\"_blank\">Hingabe<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_liebe.html\" target=\"_blank\">Liebe<\/a> ist\u201c: Hier gebraucht Krishna die Ausdr\u00fccke <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Bhakti\" target=\"_blank\">Bhakti<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Priya\" target=\"_blank\">Priya<\/a>, \u201eHingabe\u201c und \u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Liebe\" target=\"_blank\">Liebe<\/a>\u201c. Konsequenz der spirituellen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gelassenheit\" target=\"_blank\">Gelassenheit<\/a> ist n\u00e4mlich nicht Erstarrung oder K\u00e4lte sondern im Gegenteil Liebe und Hingabe. Liebe findet seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erf\u00fcllung\" target=\"_blank\">Erf\u00fcllung<\/a> in uneigenn\u00fctziger, umfassender, bedingungsloser Liebe. Damit du wirklich vollst\u00e4ndig und schrankenlos lieben kannst, ist dieser Gleichmut, die Nichtidentifikation, die Erwartungslosigkeit, das bedingungslose Annehmen des anderen \u00e4u\u00dferst hilfreich. Diese Verse kann man auch als Anleitung zu bedingungsloser Liebe ansehen, so wie Jesus es sagte: \u201eLiebe Gott \u00fcber alles und mit all deinem Herzen und liebe deinen N\u00e4chsten wie dich selbst.\u201c Jesus hielt diese beiden Gebote f\u00fcr die Essenz der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Religion\" target=\"_blank\">Religion<\/a>. Und wenn du das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hohelied_der_Liebe\" target=\"_blank\">Hohelied der Liebe<\/a> von Paulus (Korintherbrief) durchliest, wirst du sehr gro\u00dfe Gemeinsamkeiten mit den Lehren Krishnas in den Versen des 12. Kapitels entdecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWer Freund und Feind gleich erachtet\u201c: Eigentlich w\u00e4re es noch besser, gar nicht zwischen Freunden und Feinden, zwischen Gegnern und Freunden, zu unterscheiden, sondern zu sehen, dass wir alle Geschwister Gottes sind. Von au\u00dfen gibt es Menschen, die einem Gutes tun wollen und es gibt durchaus &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/12-19-kommentar-sukadev\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Weiterlesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[567,28],"class_list":["post-2234","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-12-kapitel","tag-12-kapitel-19-vers","tag-kommentar-sukadev"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2234","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2234"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2234\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20561,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2234\/revisions\/20561"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2234"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2234"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2234"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}