{"id":1732,"date":"2010-04-18T20:00:03","date_gmt":"2010-04-18T18:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=1732"},"modified":"2016-02-03T16:01:20","modified_gmt":"2016-02-03T15:01:20","slug":"09-12-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/09-12-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"09-12 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Wenn wir <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> nicht erkennen in einer seiner Gestalten, sagt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a>, sind letztlich alle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hoffnung\" target=\"_blank\">Hoffnungen<\/a> vergebens.<\/p>\n<p>Angenommen, man sagt: \u201eMein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ziel\" target=\"_blank\">Ziel<\/a> des Lebens ist es, nicht <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krankheit\" target=\"_blank\">krank<\/a> zu werden.\u201c Ist das ein gutes Ziel? Angenommen, mein Ziel ist es, gesund zu bleiben, ist das ein gutes Ziel? Nein. Es ist unrealistisch. Warum ist es unrealistisch? Wir werden irgendwann im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> krank werden und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/yoga-reinkarnation-lehren\/kunst-des-sterbens\/\" target=\"_blank\">sterben<\/a>.<\/p>\n<p>Angenommen, unser Ziel ist, reich zu werden. Ist das ein sinnvolles Ziel? Nein. Irgendwann werden wir alle unseren <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Reichtum\" target=\"_blank\">Reichtum<\/a> hinter uns lassen m\u00fcssen. Sp\u00e4testens, wenn wir sterben. Egal wie viel Tausende oder Millionen Euro wir bis dahin angeh\u00e4uft haben.<\/p>\n<p>Es gibt eine sch\u00f6ne Geschichte \u00fcber einen gro\u00dfen indischen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Heilige\" target=\"_blank\">Heiligen<\/a> namens Shivaji. Er war ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/K\u00f6nig\" target=\"_blank\">K\u00f6nig<\/a>. Er war sehr stolz, hat sein K\u00f6nigreich vergr\u00f6\u00dfert, war ein sehr f\u00e4higer Menschenkenner und hatte gute Verwalter gehabt. Die Wirtschaft prosperierte, er konnte sich andere K\u00f6nigreiche einverleiben und dachte von sich, er w\u00e4re gro\u00dfartig. Er war auch fromm und ist regelm\u00e4\u00dfig zur <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Puja\" target=\"_blank\">Puja<\/a> gegangen. Eines Tages konnte er mal nicht zur Puja gehen und hat zu seinem Boten gesagt: \u201eGeh du zu der Puja und bringe mir etwas von dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prasad\" target=\"_blank\">Prassad<\/a> mit.\u201c Der Bote tat wie gehei\u00dfen. Der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Priester\" target=\"_blank\">Priester<\/a> hat ihm aber nicht etwas S\u00fc\u00dfes oder Obst f\u00fcr den K\u00f6nig mitgegeben, sondern ihm stattdessen ein paar zerbrochene Nadeln mitgegeben. Unter den zerbrochenen Nadeln lag ein ganz kleiner Zettel auf dem stand: \u201eSelbst die wirst du nicht mitnehmen.\u201c Der K\u00f6nig bekam nun das Prassad, sah zun\u00e4chst nur die zerbrochenen Nadeln und dachte, der Priester wollte ihn auf den Arm nehmen. Er wollte ihn schon k\u00f6pfen lassen. Aber da sah er unter den zerbrochenen Nadeln den Zettel. Er piekste sich in den Finger, als er ihn hervorholte und las: \u201eSelbst die wirst du nicht mitnehmen.\u201c Da durchzuckte es ihn. Er erkannte seine Dummheit. Er w\u00fcrde nichts mit in den <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/tod\/\" target=\"_blank\">Tod<\/a> nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einige <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> nehmen an, der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sinn_des_Lebens\" target=\"_blank\">Sinn ihres Lebens<\/a> sei es, f\u00fcr ihre <a href=\"http:\/\/www.kinder-yoga.cc\/\" target=\"_blank\">Kinder<\/a> da zu sein. Auch dazu m\u00f6chte ich euch eine kleine Geschichte erz\u00e4hlen. Es ist eine j\u00fcdische Geschichte. Von den Juden hei\u00dft es, dass sie sich ganz besonders um ihre Kinder k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Die Geschichte lautet folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p>Eines Tages kam ein junger Sohn von der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/center\/\" target=\"_blank\">Schule<\/a> nach Hause und brachte eine schlechte Zensur in der Mathearbeit mit. Er zeigte das seiner <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mutter\" target=\"_blank\">Mutter<\/a> und diese sagte zu ihm: \u201eMein Sohn, wie kannst du uns das antun? Unser ganzes <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> haben wir nur darauf verwendet, um f\u00fcr dich und f\u00fcr deine Bildung da zu sein, uns geopfert, unser ganzes Leben \u2013 nur f\u00fcr dich!\u201c Der Junge war jetzt nicht am Boden zerst\u00f6rt, sondern etwas kess und fragte: \u201eUnd wie war das mit deinen Eltern? Haben die sich f\u00fcr dich aufgeopfert?\u201c \u201eJa, selbstverst\u00e4ndlich!\u201c \u201e Und die Gro\u00dfeltern, haben die sich f\u00fcr deine Eltern aufgeopfert?\u201c \u201eJa, selbstverst\u00e4ndlich!\u201c Da fragt er: \u201eWann endlich wird der geboren werden, der es wert war, dass sich Generationen von Leuten aufgeopfert haben?\u201c<\/p>\n<p>Ich will euch nicht dazu verleiten, eure Kinder zu vernachl\u00e4ssigen. Das K\u00fcmmern um die eigenen Kinder geh\u00f6rt zum <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dharma\" target=\"_blank\">Dharma<\/a> (Pflicht, Aufgabe) jedes Elternteils dazu. Es ist <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prem\" target=\"_blank\">Prema<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_liebe.html\" target=\"_blank\">Liebe<\/a>, ein Teil des spirituellen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Wegs<\/a>. Nur wenn das unser ausschlie\u00dflicher <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wunsch\" target=\"_blank\">Wunsch<\/a> ist, unsere ausschlie\u00dfliche <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hoffnung\" target=\"_blank\">Hoffnung<\/a>: \u201eWir opfern uns, damit unser Sohn es besser hat\u201c dann ist es nicht sehr klug. Die meisten Probleme der Kinder kommen, weil die Eltern denken, ihnen all das ersparen zu wollen, was sie selbst erleiden mussten. Daran leiden dann die Kinder.<\/p>\n<p>Deshalb spricht <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> davon, dass die Hoffnungen und die Handlungen, die auf Relativem ruhen, letztlich vergeblich sind. Alles muss man irgendwann aufgeben.<\/p>\n<p>\u201eIhr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wissen\" target=\"_blank\">Wissen<\/a> ist ohne <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sinn\" target=\"_blank\">Sinn<\/a>.\u201c Was nutzt es, alles m\u00f6gliche Wissen anzusammeln? Relatives Wissen f\u00fchrt nicht zur <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Freiheit\" target=\"_blank\">Freiheit<\/a>.<\/p>\n<p>Im sp\u00e4teren Kapitel beschreibt Krishna die Unterscheidung zwischen dem G\u00f6ttlichen und dem D\u00e4monischen. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/D\u00e4mon\" target=\"_blank\">D\u00e4monen<\/a> m\u00fcssen wir uns nicht so vorstellen, wie die Gestalten in Gruselfilmen mit langen Z\u00e4hnen und gr\u00e4sslichen Gesichtern, die durch W\u00e4nde gehen und sich mit schrecklichem Aussehen manifestieren und mit Mordsget\u00f6se in Szene setzen. Krishna versteht unter D\u00e4monen Menschen, denen es nur um das Materielle geht. Diese sind oft m\u00e4chtig. Es sind Menschen, die ihren <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> bis zu einem gewissen Grad unter Kontrolle gebracht haben.<\/p>\n<p>Als Beispiel k\u00f6nnte man einen Wirtschaftsf\u00fchrer nehmen, der machtvoll ist, nichts teilen m\u00f6chte mit anderen, keine altruistischen Motive besitzt oder einen Politiker, dem es nur um <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Macht\" target=\"_blank\">Macht<\/a> geht. Das hei\u00dft nicht, dass alle Politiker machtgierig sind. Ich trage sogar eine rosarote Brille und behaupte, die Mehrheit der Politiker sind Politiker geworden, weil sie irgendetwas verbessern wollten; dass Macht korrumpiert, steht auf einem anderen Blatt. Wenn jemand als Jugendlicher in eine Partei eintritt und sich engagiert, Plakate klebt etc. w\u00e4hrend andere Jugendliche sonstigen Dingen nachgehen, dann ist er sehr idealistisch. Ob dann alle Politiker korrumpiert sind, steht auch wieder auf einem anderen Blatt. Unsere Politiker m\u00fcssen einiges aushalten. Ein Politiker hat mal in einem Interview gesagt, die wichtigste Eigenschaft eines Politikers sei, zu l\u00e4cheln, wenn auf ihn eingepr\u00fcgelt wird. Ich habe viel verstanden, als ich dieses Interview gelesen habe.<\/p>\n<p>Wenn es einem nicht um das Gemeinwohl geht, sondern nur um das Materielle, dann ist man ein D\u00e4mon. Wir brauchen diese Menschen nicht zu bestrafen \u2013 sie sind in sich selbst bestraft. Sie werden irgendwann erkennen, dass ihr Leben sinnlos ist.<\/p>\n<p>Krishna formuliert das \u00e4u\u00dferst deutlich, f\u00fcr unseren heutigen Geschmack vielleicht etwas zu radikal. An einer anderen Stelle sagt er, jeder Mensch habe alles in sich. Jeder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a> hat <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sattva\" target=\"_blank\">Sattva<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Rajas\" target=\"_blank\">Rajas<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tamas\" target=\"_blank\">Tamas<\/a> in sich. Jeder Mensch hat etwas Idealistisches, etwas Materialistisches in sich. Es sind nur die Fragen, in welchem Mischungsverh\u00e4ltnis, welchem Teil unserer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Natur\" target=\"_blank\">Natur<\/a> wir Ausdruck verleihen und welchen Teil wir mehr entwickeln. Wir sollten deshalb niemals denken: \u201eAch, die sind die B\u00f6sen. Und ich bin ein Guter.\u201c Wir wissen nicht, wie wir in ein paar Jahren sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn wir Gott nicht erkennen in einer seiner Gestalten, sagt Krishna, sind letztlich alle Hoffnungen vergebens. 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