{"id":1688,"date":"2010-06-13T20:00:25","date_gmt":"2010-06-13T18:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=1688"},"modified":"2016-01-31T15:44:49","modified_gmt":"2016-01-31T14:44:49","slug":"08-17-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/08-17-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"08-17 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Mit dieser Aussage will <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> uns etwas aus unserem kleinen &#8222;Froschdenken&#8220; heraus bringen. Kennt Ihr das Beispiel: Froschperspektive versus Vogelperspektive?<\/p>\n<p>Der Frosch ist im Brunnen und denkt: Der Brunnen ist die ganze <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a>. Wenn er im Sumpf sitzt, denkt der Frosch: die f\u00fcnf Meter Sumpf um ihn herum ist die Welt. Und relativ h\u00e4ufig sind wir <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a> auch in unserem Sumpf gefangen und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Denken\" target=\"_blank\">denken<\/a>, die Probleme, die sich die letzten Wochen in unserem Bekanntenkreis abspielen, der letztlich vielleicht zehn Menschen oder 50 umfasst, das ist die ganze Welt.<\/p>\n<p>So wie auch <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> zu Beginn des 2. Kapitels zu <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> gesagt hat: &#8222;Ich wei\u00df nicht weiter. Es ist alles ganz schlimm und schrecklich.&#8220; Und Krishna Arjuna aus diesem Sumpf herauszieht, indem er sagt: &#8222;Weise Worte sprichst du, doch nicht zu Beklagende beklagst du. Die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weise\" target=\"_blank\">Weisen<\/a> sorgen sich \u00a0nicht um <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/tod\/\" target=\"_blank\">Tod<\/a> der Wesen. Denn in <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_wahrheit.html\" target=\"_blank\">Wahrheit<\/a> waren du und Ich und diese F\u00fcrsten niemals nicht, noch werden jemals wir nicht sein, in dem was hierauf folgt. (Bh G II 11-12)&#8220;<\/p>\n<p>Der Moment, in dem wir vor einer wichtigen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Entscheidung\" target=\"_blank\">Entscheidung<\/a> stehen, ist eigentlich gar nicht so wichtig. Denn wir haben immer gelebt, wir werden immer leben und unser <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbst\" target=\"_blank\">Selbst<\/a> ist unsterblich und ewig. Im Grunde genommen ist das, was wir als Einzelpersonen veranstalten, nur ein Sturm im Wasserglas. Manchmal erleben wir sehr gro\u00dfartige St\u00fcrme in einem gro\u00dfartig kleinen Wasserglas. Meine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mutter\" target=\"_blank\">Mutter<\/a> hat mich als <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/kind.html\" target=\"_blank\">Kind<\/a>, wenn ich in Problemen war, \u00f6fters gefragt: \u201eAngenommen du w\u00fcrdest das, was du mir erz\u00e4hlst, einem Besucher eines anderen Planeten erz\u00e4hlen. Was meinst du, wie wichtig w\u00e4re das?&#8220;<\/p>\n<p>Oder ihr kennt wahrscheinlich den Satz, wenn ihr als Kind mal krank ward oder ein Problem hattet: \u201eWenn du heiratest, ist das alles vergessen.&#8220; Das bedeutet, in 10, 20 Jahren hat das, was einem heute wichtig ist, keine gro\u00dfe Wichtigkeit mehr. Diese Sichtweise hilft uns, unser pers\u00f6nliches <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Leiden\" target=\"_blank\">Leiden<\/a> etwas zu relativieren. Krishna hat im Vers vorher gesagt: &#8222;Wenn diese gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Seele\" target=\"_blank\">Seelen<\/a> zu Mir gelangt sind, werden sie hier an diesem nicht ewigen Ort des Schmerzes nicht mehr wiedergeboren.&#8220; Auf der einen Ebene ist diese Welt ein Ort vom immer wiederkehrenden <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Schmerz\" target=\"_blank\">Schmerz<\/a>. Wenn wir aber unsere Sichtweise etwas relativiert haben, spielt das vom Standpunkt der Ewigkeit her keine Rolle. Hier nimmt Krishna nicht den Standpunkt der vollen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ewigkeit\" target=\"_blank\">Ewigkeit<\/a> ein, sondern er nimmt den Standpunkt von einem &#8222;Tag und Nacht kosmischer <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Brahma.html\" target=\"_blank\">Brahma<\/a>&#8220; ein.<\/p>\n<p>Es gibt in den verschiedenen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Purana\" target=\"_blank\">Puranas<\/a> verschiedene Erkl\u00e4rungen, wie lange so ein Zeitalter dauert. Auf der Seite 172 der \u201eSrimad Bhagavad Gita\u201c von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda\/\" target=\"_blank\">Swami Sivananda<\/a>, kann man eine Aufz\u00e4hlung der Dauer der Zeitalter, entnommen aus dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Surya_Siddhanta\" target=\"_blank\">Surya Siddhanta<\/a>, nachlesen. Hier eine kurze Zusammenfassung:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst gibt es die 4 Yugas: Das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kali_Yuga\" target=\"_blank\">Kali Yuga<\/a> dauert 432.000 Jahre, das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Dwapara_Yuga\" target=\"_blank\">Dwapara Yuga<\/a> dauert 864.000 Jahre, ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tetra_Yuga\" target=\"_blank\">Tetra Yuga<\/a> 1296.000 Jahre und ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krita_Yuga\" target=\"_blank\">Krita Yuga<\/a> 1728.000 Jahre. Nimmt man diese 4 Zeitalter zusammen, dann hat man ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mahayuga\" target=\"_blank\">Mahayuga<\/a>, welches 4.320.000 Jahre ausmacht.<\/p>\n<p>Damit h\u00f6rt es aber nicht auf: 71 Mahayugas mit einem zus\u00e4tzlichen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sandhya\" target=\"_blank\">Sandhya<\/a> am Ende ergeben ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Manvantara\" target=\"_blank\">Manvantara<\/a>. Ein Manvantara dauert also 308.448.000 Jahre. 14 solcher Manvantaras mit einem weiteren Sandhaya sind ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kalpa\" target=\"_blank\">Kalpa<\/a>. Das sind 4.320.000.000 Jahre. Auf der Erde soll etwas mehr als ein Kalpa vergangen sein. Interessanterweise spricht auch die moderne Geologie davon, dass die Erde zwischen 4-8 Millionen Jahre alt sein soll.<\/p>\n<p>2 Kalpas sind ein Tag und eine Nacht Brahmas, also 8.640.000 Jahre.<\/p>\n<p>360 solche Tage sind ein Jahr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Brahma\" target=\"_blank\">Brahmas<\/a>, also 3.110.400.000.000 Jahre. Brahma wird 100 Jahre alt\u2026<\/p>\n<p>Das Leben von Brahma ist ein Sch\u00f6pfungszyklus. Ein Sch\u00f6pfungszyklus dauert nach dieser Zeitz\u00e4hlung 311 Billionen Jahre.<\/p>\n<p>Da die Zeit relativ ist, d\u00fcrfen wir diese Aussage nicht w\u00f6rtlich nehmen. Wie soll man letztlich <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zeit\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> messen, wenn es keine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sonne\" target=\"_blank\">Sonne<\/a> gibt und keine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erde\" target=\"_blank\">Erde<\/a> gibt, die sich um die Sonne herum dreht? Und wenn wir in einer Phase sind, wo sich das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Universum\" target=\"_blank\">Universum<\/a> nahe Lichtgeschwindigkeit auseinander bewegt, welche Bedeutung hat dann Zeit?<\/p>\n<p>Die Inder arbeiten noch heute mit erheblich l\u00e4ngeren Zeitdimensionen als wir im Westen. Moderne astronomische Berechnungen gehen davon aus, dass das Universum zwischen 20-30 Milliarden Jahre alt ist. Das ist wenig im Vergleich zu den oben erw\u00e4hnten 311 Billionen Jahren. Vor 500 Jahren wurde im Westen noch behauptet, dass die Erde 3.500 oder 4000 v. Chr. geschaffen wurde. Zu dieser Zeit haben die Inder das Alter des Universums schon in Billionen von Jahren berechnet. Inzwischen rechnen die westlichen Wissenschaftler ja immerhin schon in Jahrmilliarden. Wer wei\u00df, vielleicht werden sie in ein paar Jahrzehnten auch in Jahrbillionen rechnen.<\/p>\n<p>Ich schreibe das, um euch zu zeigen, in welchen Dimensionen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\">Yogis<\/a> schon vor Tausenden von Jahren gerechnet haben, als die Griechen, die Juden und die Christen das Zeitalter des Universums noch auf ein paar tausend Jahre datiert haben. Das gr\u00f6\u00dfte Schriftzeichen, das es bei den R\u00f6mern gab, war das M. In der Zeit haben die Inder schon in Billionen Jahren gerechnet.<\/p>\n<p>Manchmal werde ich gefragt, ob nach einem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kali_Yuga\" target=\"_blank\">Kaliyuga<\/a> ein Dwaparayuga beginnt usw. Dem ist nicht so, nach dem Kaliyuga f\u00e4ngt ein neues Kritayuga an. Wenn die Nacht am dunkelsten ist, f\u00e4ngt wieder ein Kritayuga an. Deshalb kommt auch ein Sandhya dazwischen. Und dann geht es r\u00fcckw\u00e4rts: Kritayuga, Tetrayuga, Dwaparayuga, Kaliyuga und dann geht es wieder mit Kritayuga weiter. Ich muss Euch\u00a0 allerdings eines dazu sagen, bevor ihr das zu w\u00f6rtlich nehmt: Es gibt, wie schon gesagt, solche Zeitalter-Darstellungen in verschiedenen indischen Schriften, die sich da nicht so ganz einig sind. Die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Essenz\" target=\"_blank\">Essenz<\/a> ist: Wir sollten in gro\u00dfen Dimensionen denken. Das ist ein gutes Mittel gegen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftung\" target=\"_blank\">Verhaftung<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Identifikation\" target=\"_blank\">Identifikation<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ego\" target=\"_blank\">Ego<\/a> und Gr\u00f6\u00dfenwahn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dieser Aussage will Krishna uns etwas aus unserem kleinen &#8222;Froschdenken&#8220; heraus bringen. Kennt Ihr das Beispiel: Froschperspektive versus Vogelperspektive? Der Frosch ist im Brunnen und denkt: Der Brunnen ist die ganze Welt. 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