{"id":1299,"date":"2010-09-26T20:00:31","date_gmt":"2010-09-26T18:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=1299"},"modified":"2015-10-21T20:30:31","modified_gmt":"2015-10-21T18:30:31","slug":"06-35-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/06-35-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"06-35 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> stimmt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> zu, dass der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> schwierig zu beherrschen ist.<\/p>\n<p>Allerdings suggeriert er ihm auch, dass er alle Waffen hat, um den Geist zu besiegen. Er hat alle Werkzeuge, ist nicht wehrlos und dem Geist nicht hilflos ausgeliefert, wie er es dem <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wind\" target=\"_blank\">Wind<\/a> gegen\u00fcber w\u00e4re. Die m\u00e4chtigen Werkzeuge sind Techniken aus dem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a>. Diese Techniken wiederum sind <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Abhyasa\" target=\"_blank\">Abhyasa<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_vairagya.html\" target=\"_blank\">Vairagya<\/a>, also \u00dcbung und Verhaftungslosigkeit. Dies sind Techniken, die auch <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Patanjali\" target=\"_blank\">Patanjali<\/a> seinen Sch\u00fclern schon empfohlen hat, um den Geist unter Kontrolle zu bekommen.<\/p>\n<p>Abhyasa hei\u00dft best\u00e4ndiges \u00dcben. Patanjali sagt: \u201eDie \u00dcbung ist fest verwurzelt, wenn sie \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum ohne Unterbrechung und mit aufrichtiger <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hingabe\" target=\"_blank\">Hingabe<\/a> ge\u00fcbt wird.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/patanjali-raja-yoga-sutra\/\">Yoga Sutra<\/a> I 14)<\/p>\n<p>L\u00e4ngere <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_Zeit.html\" target=\"_blank\">Zeit<\/a> bedeutet, \u00fcber mehrere <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> hinweg. Besonders schwierig ist es f\u00fcr viele <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Menschen<\/a>, ohne Unterbrechung zu \u00fcben. Viele Menschen \u00fcben ein halbes Jahr lang und dann wieder ein halbes Jahr nicht. Dann beginnen sie wieder und enden nach einigen Wochen erneut. Im Englischen sagt man dazu: \u201eA rolling stone gathers no moss \u2013 ein rollender Stein sammelt kein Moos.\u201c Ein st\u00e4ndig wieder aufh\u00f6render <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspirant<\/a> sammelt keinen spirituellen Fortschritt. Dieses &#8222;ohne Unterbrechung&#8220; ist von allergr\u00f6\u00dfter Wichtigkeit. Man wirft zum Beispiel einen Ball in die Luft, \u00fcberlegt sich ein paar Stunden Pause zu brauchen. Was passiert mit dem Ball? Er f\u00e4llt herunter und wir m\u00fcssen wieder von vorne beginnen. Es ist also sehr wichtig, dass wir die \u00dcbung nicht unterbrechen. Ohne Unterbrechung hei\u00dft zum Einen, dass wir t\u00e4glich meditieren \u2013 Krishna spricht ja gerade im 6. Kapitel von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation\/\" target=\"_blank\">Meditation<\/a> \u2013, dass wir unsere spirituellen Praktiken regelm\u00e4\u00dfig machen und zum anderen hei\u00dft es nat\u00fcrlich, dass wir in der Einstellung des <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Karma_Yoga\" target=\"_blank\">Karma-Yoga<\/a> best\u00e4ndig \u00fcben. Kurzfristige Unterbrechungen, wenn wir sehr viel zu tun haben, sind nicht dramatisch, sollten sich aber in Ma\u00dfen halten bzw. Ausnahmen sein.<\/p>\n<p>Ansonsten sollten wir uns jeden Tag bem\u00fchen, die Yoga Grunds\u00e4tze umzusetzen. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geduld\" target=\"_blank\">geduldig<\/a> sein, bis wir es wirklich in jedem Moment schaffen. In diesen D\u00fcrreperioden, in denen man die gro\u00dfe Neigung hat aufzuh\u00f6ren, dort scheidet sich die Spreu vom Weizen. Und dort unterscheiden sich die Menschen, die in diesem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> sehr weit kommen von den Menschen, die in diesem Leben immer wieder nur beginnen und ihr ganzes Leben immer wieder von neuem beginnen.<\/p>\n<p>Es gibt viele Menschen, die zyklisch veranlagt sind und die Perioden haben, wo sie sehr viel und sehr intensiv \u00fcben, hohe Bewusstseinsstufen erreichen und dann wieder in ein tiefes Loch fallen. Diese Menschen werden nicht immer gleich \u00fcben k\u00f6nnen. Es hilft ihnen, wenn sie in ihren Hochphasen sind, schon dort zu planen, was sie praktizieren werden, wenn sie nicht mehr in der Hochphase sind und ihnen das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sadhana\" target=\"_blank\">Sadhana<\/a> keinen Spa\u00df mehr macht.<\/p>\n<p>Unsere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swarupa\" target=\"_blank\">Swarupa<\/a> k\u00f6nnen wir durch <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> nicht \u00e4ndern. Wenn wir ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\">Mensch<\/a> sind, der \u00f6fter mal Hochs und Tiefs erlebt, dann werden durch die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yoga_Praxis\" target=\"_blank\">Yoga Praxis<\/a> nicht die Tieferfahrungen beseitigt. Sie werden weiter fortbestehen. Wenn wir manchmal extrovertiert und manchmal introvertiert sind, dann wird auch das bleiben.<\/p>\n<p>Viele Aspiranten haben die falsche Vorstellung, wenn sie anfangen Yoga zu praktizieren, m\u00fcssten die Tief-Perioden aufh\u00f6ren und wenn sie dennoch kommen, dann ist das ein Zeichen daf\u00fcr, dass Yoga schlecht ist. Sie sind dann entt\u00e4uscht und sie haben nicht nur ein Tief, sondern sind dann auch noch dazu abgrundtief entt\u00e4uscht, dass sie wieder in ein Tief reingerutscht sind. Jeder <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aspirant\" target=\"_blank\">Aspirant<\/a> sollte seine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prakriti\" target=\"_blank\">Prakriti<\/a> (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Natur\" target=\"_blank\">Natur<\/a>) bzw. Swarupa (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wesen\" target=\"_blank\">Wesen<\/a>) annehmen mit allen Schattenseiten und sich trotzdem nicht damit identifizieren. Wenn er w\u00e4hrend dieser Tiefphase weiter praktiziert, vielleicht etwas gem\u00e4\u00dfigter als vorher, dann f\u00e4llt er nicht ganz so tief. Es gelingt ihm auch w\u00e4hrend der Tiefphase, sich zwischendurch von der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verbundenheit\" target=\"_blank\">Verbundenheit<\/a> mit diesem emotionellen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Schmerz\" target=\"_blank\">Schmerz<\/a> zu l\u00f6sen. Sogar in der Tiefphase selbst kann er in der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\" target=\"_blank\">Meditation<\/a> oder im <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana\/pranayama\/\" target=\"_blank\">Pranayama<\/a> oder durch Beobachtung oder <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hingabe\" target=\"_blank\">Hingabe<\/a> an <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftung\" target=\"_blank\">Verhaftung<\/a> l\u00f6sen und zur Hochphase zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Best\u00e4ndige und realistische <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/asana\/uebung.html\" target=\"_blank\">\u00dcbung<\/a> \u2013 man kann auch sagen: reife spirituelle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Praxis\" target=\"_blank\">Praxis<\/a>, beinhaltet, dass wir uns selbst akzeptieren, uns lieben lernen und lernen mit uns umzugehen. Aber Akzeptanz hei\u00dft nicht, dass wir uns einfach gehen lassen. \u201eYoga karmasu kausalam\u201c (BhG II 50). Yoga ist Geschick im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Handeln\" target=\"_blank\">Handeln<\/a>. Yoga ist Geschick in der \u00dcbung, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> ist Geschick im Umgang mit sich selbst.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen lernen, die richtige Mischung zwischen eigener Beherrschung und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_leben.html\" target=\"_blank\">Leben<\/a> unserer Swarupa zu finden. Dass dies eine Schwierigkeit ist, sehen wir auch daran, dass Krishna an verschiedenen Stellen in der Bhagavad Gita dar\u00fcber spricht, dass wir unsere Swarupa nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen, ihr nicht entgegenstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Spirituelles Leben besteht aus dem Spannungsfeld unsere Natur, unser Temperament zu leben, dem Herzen zu folgen, die eigene <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Pflicht\" target=\"_blank\">Pflicht<\/a> zu tun und der Notwendigkeit, den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> zu beherrschen. Wann immer wir in ein Extrem verfallen oder versuchen, dem Idealtypus von Aspiranten nachzueifern, werden wir scheitern, werden wir R\u00fcckschl\u00e4ge erleben. Wenn wir nur das tun, wobei wir uns gut f\u00fchlen, entsteht auch kein Fortschritt. Wir werden nur zu Egoisten, die alle Menschen in ihrer Umgebung st\u00e4ndig zur Verzweiflung treiben. Einfach seinen W\u00fcnschen folgen f\u00fchrt nicht zu spirituellem Fortschritt.<\/p>\n<p>Daher: \u00dcbung und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verhaftungslosigkeit\" target=\"_blank\">Verhaftungslosigkeit<\/a> sind die wertvollsten Eigenschaften auf dem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Weg<\/a>. Verhaftungslosigkeit hei\u00dft Vorurteilsfreiheit. Verhaftungslosigkeit hei\u00dft, nicht zu denken: \u201eIch wei\u00df genau, wie der Fortschritt zu sein hat.\u201c <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_vairagya.html\" target=\"_blank\">Vairagya<\/a> \u00fcben hei\u00dft auch, dass wir Dingen entsagen. Das ist Vairagya, \u00f6fters mal Dinge nicht zu tun, die wir gern haben, \u00f6fters mal Dinge tun, die wir nicht m\u00f6gen. Bewusster <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verzicht\" target=\"_blank\">Verzicht<\/a> und Verhaftungslosigkeit, Nichtanhaftung an den Fr\u00fcchten, am Ergebnis oder der Handlung sind ein wesentlicher Bestandteil spirituellen Fortschritts. Gleichzeitig sollten wir Verhaftungslosigkeit aber nicht als Ausrede verwenden f\u00fcr Pflichtvergessenheit, als Ausrede f\u00fcr <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Tamas\" target=\"_blank\">Tamas<\/a>. Wenn wir diese Lehre beherzigen, dann k\u00f6nnen wir den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> bez\u00e4hmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krishna stimmt Arjuna zu, dass der Geist schwierig zu beherrschen ist. Allerdings suggeriert er ihm auch, dass er alle Waffen hat, um den Geist zu besiegen. Er hat alle Werkzeuge, ist nicht wehrlos und dem Geist nicht hilflos ausgeliefert, wie er es dem Wind gegen\u00fcber w\u00e4re. &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/06-35-kommentar-sukadev\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Weiterlesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[341,28],"class_list":["post-1299","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-06-kapitel","tag-6-kapitel-35-vers","tag-kommentar-sukadev"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1299","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1299"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1299\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19319,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1299\/revisions\/19319"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1299"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1299"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1299"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}