{"id":1249,"date":"2010-10-24T20:00:39","date_gmt":"2010-10-24T18:00:39","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=1249"},"modified":"2015-09-16T20:23:11","modified_gmt":"2015-09-16T18:23:11","slug":"06-07-kommentar-sukadev","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/06-07-kommentar-sukadev\/","title":{"rendered":"06-07 Kommentar Sukadev"},"content":{"rendered":"<p>Das ist eines der grundlegenden Themen in der <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/\" target=\"_blank\">Bhagavad Gita<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> immer wieder anspricht. Im vorigen Vers hat Krishna gesagt: &#8222;Der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a> m\u00f6ge durch das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbst\" target=\"_blank\">Selbst<\/a> nur erhoben werden, er erniedrige sich selbst nicht. Denn allein das Selbst ist sein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Freund\" target=\"_blank\">Freund<\/a>, und allein das Selbst ist sein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Feind\" target=\"_blank\">Feind<\/a>.&#8220; Wir selbst sind uns also Freund und Feind und wir sollten lernen, uns freundlich gegen\u00fcber zu stehen. Und nat\u00fcrlich sollten wir unsere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Unterscheidungskraft\" target=\"_blank\">Unterscheidungskraft<\/a> nutzen, das zu tun, was f\u00fcr uns hilfreich und gut ist. Aber wie wir alle wissen, ist das alles nicht so einfach.<\/p>\n<p>Ich vermute, der ein oder andere macht ab und zu mal eine Dummheit und wei\u00df vielleicht vorher schon, dass das nicht gut ausgehen kann. Oft macht man es dann nicht, aber manchmal trotzdem. Dann sagt Krishna aber weiter, dass das h\u00f6chste Selbst immer gleich bleibt. Auch wenn wir mal eine Dummheit gemacht haben, egal ob das Resultat der Dummheit <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vergn\u00fcgen\" target=\"_blank\">Vergn\u00fcgen<\/a> oder <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Schmerz\" target=\"_blank\">Schmerz<\/a> ist, egal ob das Resultat der Dummheit Ehre oder Schmach ist, ob wir durch Hitze oder K\u00e4lte gehen &#8211; das Selbst bleibt gleich. Damit empfiehlt uns Krishna, dass wir das Ganze ein bisschen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gleichmut\" target=\"_blank\">gleichm\u00fctiger<\/a> sehen sollten. Wir sollten zwar daran arbeiten, dass wir uns geschickt verhalten und dass wir gut lernen, mit unserer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Psyche\" target=\"_blank\">Psyche<\/a> umzugehen. Aber bei allem, was wir auf der relativen Ebene tun, sollten wir immer im Hinterkopf behalten, dass das h\u00f6chste Selbst immer gleich bleibt, egal was passiert. &#8222;<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Paramatma\" target=\"_blank\">Paramatma<\/a>&#8220; ist das h\u00f6chste Selbst. &#8222;Samahitah&#8220; hei\u00dft &#8222;stets im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gleichmut\" target=\"_blank\">Gleichmut<\/a>&#8222;. Und aus diesem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/MandukyaUpanishad\/6Bewusstsein.htm\" target=\"_blank\">Bewusstsein<\/a> heraus, dass, was auch immer geschieht, wir das h\u00f6chste Selbst bleiben, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sein\" target=\"_blank\">Sein<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wissen\" target=\"_blank\">Wissen<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gl\u00fcckseligkeit\" target=\"_blank\">Gl\u00fcckseligkeit<\/a> bleiben, k\u00f6nnen wir an die ganze Sache mit mehr Gleichmut und vielleicht auch mehr Humor heran gehen. Das h\u00f6chste Selbst, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Paramatman\" target=\"_blank\">Paramatman<\/a> bleibt gleich, egal was wir tun. Aus Paramatman heraus sind wir selbstbeherrscht und friedvoll. Das kann uns einen gewissen Trost geben. Egal, was wir gemacht haben und egal, was wir erlebt haben, wir bleiben immer noch Paramatman, ewig unber\u00fchrt \u2013 so wie es Krishna im 2. Kapitel schon mal in einigen wundersch\u00f6nen Versen ausgedr\u00fcckt hat.<\/p>\n<p>In den n\u00e4chsten beiden Versen beschreibt Krishna, wie wir sein werden, wenn wir die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verwirklichung\" target=\"_blank\">Verwirklichung<\/a> erreicht haben. Krishna erw\u00e4hnt an vielen Stellen die Kennzeichen des Vollkommenen. Es scheint, dass er sich dabei wiederholt. Man kann sich fragen, warum wiederholt sich Krishna immer wieder? Die Bhagavad Gita ist kurz. Sie umfasst nur 800 Verse. Eigentlich sind Krishna und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> ja auf dem Schlachtfeld. Die beiden Armeen haben die Waffen entsichert, warten darauf, dass Krishna und <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a> ihr Gespr\u00e4ch beenden, damit sie sich gegenseitig die K\u00f6pfe einschlagen k\u00f6nnen. Und Krishna erz\u00e4hlt \u00fcber die Eigenschaften des Vollkommenen. Er spricht sehr viel mehr \u00fcber die Eigenschaften des Vollkommenen als \u00fcber die Unvollkommenheit. Heute haben wir eine viel gr\u00f6\u00dfere Neigung \u00fcber Probleme zu sprechen. Wenn ich zum Beispiel einen Vortrag halte, spreche ich mehr \u00fcber die Schwierigkeiten und ihre \u00dcberwindung\u2026<\/p>\n<p>Aus der Hypnosetherapie kommt der Ausdruck \u201eAufmerksamkeitsfokussierung\u201c. Das hei\u00dft: Es kommen viele Informationen gleichzeitig. Nicht alles k\u00f6nnen wir gleichzeitig bewusst wahrnehmen. Wir m\u00fcssen w\u00e4hlen, worauf wir unsere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufmerksamkeit\" target=\"_blank\">Aufmerksamkeit<\/a> richten. Oder unsere Aufmerksamkeit richtet sich von selbst auf etwas Bestimmtes. Nehmen wir diesen Moment als Beispiel: Die Fu\u00dfbodenheizung macht es von unten her warm. Von den Fenstern her kommt eine angenehme K\u00e4lte. Ist es also jetzt kalt oder warm? Ist es jetzt angenehm oder unangenehm? Neben W\u00e4rme und K\u00e4lte kann man in diesem Moment die Aufmerksamkeit auch auf anderes richten: Man kann vielleicht die Pflanzen im Raum anschauen, vielleicht Ger\u00e4usche im Raum h\u00f6ren. Man k\u00f6nnte sich bewusst werden, dass drau\u00dfen die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sonne\" target=\"_blank\">Sonne<\/a> scheint. Man kann sp\u00fcren, dass das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Herz\" target=\"_blank\">Herz<\/a> klopft, wie der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Atem\" target=\"_blank\">Atem<\/a> flie\u00dft. Die meisten Menschen k\u00f6nnten auch, wenn sie ausreichend in sich hineinhorchen, eine Stelle finden, die schmerzhaft ist. Die meisten k\u00f6nnten eine andere Stelle finden, die sich angenehm anf\u00fchlt. Wenn man lange genug sucht, wird man irgendwo ein angenehmes <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/prana\/\" target=\"_blank\">Prana<\/a> finden und vermutlich irgendwo ein unangenehmes Prana. Das ist alles jetzt hier. Ihr k\u00f6nnt das jetzt gleich ausprobieren\u2026 Au\u00dferdem k\u00f6nnt ihr noch weiter in eurem Unterbewusstsein forschen: Da ist n\u00e4mlich eine wunderbare Stoffsammlung f\u00fcr die tollsten und die schlechtesten <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gef\u00fchl\" target=\"_blank\">Gef\u00fchle<\/a>. Worauf seid ihr aber jetzt vermutlich gr\u00f6\u00dftenteils konzentriert? Wo geht eure Achtsamkeitsfokussierung hin? Vermutlich in diesem Moment auf meinen Vortrag bzw. auf das Lesen dieser Zeilen\u2026 Mindestens bis zum vorletzten Abschnitt\u2026<\/p>\n<p>Unsere momentane bewusste <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erfahrung\" target=\"_blank\">Erfahrung<\/a> entsteht aus Achtsamkeitsfokussierung. Diese Achtsamkeitsfokussierung k\u00f6nnen wir bewusst steuern oder sie steuert sich automatisch. Wenn wir keinen bewussten Einfluss darauf \u00fcben, steuert sie sich automatisch. Der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a> hat aber eine F\u00e4higkeit, die er dem Tier voraus hat: er kann w\u00e4hlen \u2013 bis zu einem gewissen Grad. Er hat Wahlfreiheit, wenn auch keine vollst\u00e4ndige.<\/p>\n<p>Du kannst dich zum Beispiel jetzt entscheiden, dich aus dem Lesen dieses Buches auszuklinken. Das w\u00e4re nicht allzu schwierig. Wir haben in vielerlei Hinsicht die M\u00f6glichkeit, unsere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Achtsamkeit\" target=\"_blank\">Achtsamkeit<\/a> auf das Eine hinzulenken oder auf das Andere. Und je nachdem, wo wir unsere Aufmerksamkeit hinlenken, ist f\u00fcr uns die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wirklichkeit\" target=\"_blank\">Wirklichkeit<\/a>. Wir haben vielleicht gerade in Deutschland die besondere F\u00e4higkeit, unsere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was uns nicht gef\u00e4llt, auf Probleme.<\/p>\n<p>So schreibt auch Krishna an einigen Stellen \u00fcber die Probleme, die wir haben und an anderen Stellen wieder \u00fcber die hohen Ideale, nach denen wir streben k\u00f6nnen. Und wenn dann Menschen, die mehr problemorientiert sind, von hohen Idealen lesen, dann denken sie pl\u00f6tzlich an all das, was sie davon abh\u00e4lt, die hohen Ideale zu verwirklichen. Wir sollten eine gesunde Mischung haben. Es ist gut, ohne <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-psychologie\/einsatzbereiche\/beschwerdebilder\/angst\/\" target=\"_blank\">Angst<\/a> Problemen ins <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yogatherapie\/frage-antwort\/augen.html\" target=\"_blank\">Auge<\/a> zu schauen und sie beim Namen zu nennen. Es ist genauso wichtig, unsere Achtsamkeit auf Positives zu lenken.<\/p>\n<p>In der westlichen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-psychologie.html\" target=\"_blank\">Psychologie<\/a> hat sich ja auch ein gewisses Umdenken breit gemacht. Fr\u00fcher hat man sich haupts\u00e4chlich auf die Probleme konzentriert. Viele kennen die Psychologie von Freud, wo letztlich die Annahme ist, dass es uns, wenn wir alle unsere Probleme kennen und verstehen lernen, besser geht. Es hat sich allerdings gezeigt, dass das nicht so ganz stimmt. F\u00fcr die Langzeit-Psychotherapien und Psychoanalysen konnte die empirische Forschung nicht belegen, dass sie den Menschen wirklich gl\u00fccklicher machen. Ephraim Kishon sagte mal, nach einer <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-psychologie.html\">Psychotherapie<\/a> werden Menschen zwar nicht gl\u00fccklicher, sie wissen aber wenigstens, warum sie ungl\u00fccklich sind\u2026<\/p>\n<p>Es gibt heute neue Richtungen in der Psychotherapie, z.B. die \u201el\u00f6sungsorientierte\u201c Psychotherapie, die \u201eressourcenorientierte\u201c Psychotherapie bzw. die \u201epositive Psychotherapie\u201c.<\/p>\n<p>In der \u201el\u00f6sungsorientierten Therapie\u201c \u00fcberlegt man, was man sich als die L\u00f6sung von dem Ganzen vorstellen k\u00f6nnte. Eventuell schaut man, welche Ressourcen man daf\u00fcr hat. Dann konzentriert man sich darauf. Man denkt also nicht immer mehr an die Probleme und ihre Ursachen. Die Achtsamkeit wird vielmehr auf die L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten und die Schritte zur L\u00f6sung und die Mittel zur L\u00f6sung gerichtet.<\/p>\n<p>Wenn wir uns mit unseren Negativit\u00e4ten besch\u00e4ftigen und unseren Unvollkommenheiten, bekommen wir ein sehr schlechtes Selbstbild. Wenn wir uns aber auf unsere St\u00e4rken konzentrieren und schauen, wie wir unsere St\u00e4rken einsetzen k\u00f6nnen, sp\u00fcren wir <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Kraft\" target=\"_blank\">Kraft<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Energie\" target=\"_blank\">Energie<\/a>, auch um unsere Probleme anzugehen.<\/p>\n<p>Das ist der Ansatz von Krishna, wenn er \u00fcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swarupa\" target=\"_blank\">Swarupa<\/a>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Prakriti\" target=\"_blank\">Prakriti<\/a> und <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swabhava\" target=\"_blank\">Swabhava<\/a> spricht: Wenn wir irgendeine karmische Aufgabe haben, dann k\u00f6nnen wir \u00fcberlegen: Welche St\u00e4rken habe ich, die dort einsetzbar sind? Und selbst wenn ich ein geistiges Problem habe, kann ich \u00fcberlegen, welche Ressourcen ich in mir habe, welche M\u00f6glichkeiten ich habe, um das anzugehen.<\/p>\n<p>Angenommen, du hast die Frage: Was kann ich tun, wenn ich von einem Gedanken verfolgt werde, den ich nicht loswerde?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst kannst du dich fragen: \u201eWelche Ressourcen habe ich in mir, die ich daf\u00fcr aktivieren kann?\u201c Vielleicht kommt dir von selbst eine Antwort. Du kannst Verschiedenes ausprobieren. (1) Vermutlich kennst du <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Raja_Yoga\" target=\"_blank\">Raja Yoga<\/a> Techniken des positiven Denkens. Vielleicht klappt das bei dir. Vielleicht auch nicht. (2) Es gibt die so genannten paradoxen Techniken. Wenn man mit alleiniger Positivit\u00e4t dort nicht hinkommt, kann es hilfreich sein, diesen Zwangsgedanken, den man nicht los wird, ein paar Minuten auf ein St\u00fcck Papier zu schreiben. Das w\u00e4re dann so, dass wir diesem Gedanken ein paar Minuten lang die Achtsamkeit geben, die er meint zu brauchen. Anschlie\u00dfend kann man sich davon l\u00f6sen. (3) Man kann den Gedanken auch l\u00e4cherlich machen, ihn ins L\u00e4cherliche \u00fcbertreiben, so weit, dass es irgendwo keinen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sinn\" target=\"_blank\">Sinn<\/a> mehr macht und man herzlich \u00fcber sich selbst lachen kann. Manchmal wirkt das ganz gut. (4) Als Hilfe kann auch die \u201e<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sakshi_Bhav\" target=\"_blank\">Sakshi Bhav<\/a>\u201c Technik des Benennens dienen. Man wird sich des st\u00f6renden Gedankens bewusst, benennt ihn, z.B. \u201eautomatischer <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/Wonne\/Gedanke.html\">Gedanke<\/a>\u201c. Dann richtet man seinen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Geist\" target=\"_blank\">Geist<\/a> wieder auf etwas Anderes. (5) Man wiederholt sehr bewusst ein Mantra. Wenn man ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Mantras.html\" target=\"_blank\">Mantra<\/a> mit gro\u00dfer <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_konzentration.html\" target=\"_blank\">Konzentration<\/a> wiederholt, verschwinden andere Gedanken von selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei dem einen oder anderen mag der fast zwanghafte Gedanke bleiben, egal was man macht. Dann empfehle ich dir Folgendes:<\/p>\n<p>Sage dir: \u201eEs ist eben ein <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gedanke\" target=\"_blank\">Gedanke<\/a>, der mag halt da sein. Er ist aber nicht so wichtig. Ich gebe ihm nicht so viel Achtsamkeit.\u201c Anstatt daran zu denken, dass der Gedanke ganz weg sein sollte, und dich dar\u00fcber zu \u00e4rgern, dass er weiter da ist, sage dir: \u201eDas ist einfach ein Gedanke.\u201c Menschen wohnen an einer vielbefahrenen Stra\u00dfe. Da sind st\u00e4ndige Hintergrundger\u00e4usche. Daran kann man sich gew\u00f6hnen und kaum mehr wahrnehmen. Manche <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga\/\" target=\"_blank\">Yoga<\/a> \u00dcbende haben die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Aufgabe\" target=\"_blank\">Aufgabe<\/a>, sich daran zu gew\u00f6hnen, dass im Nachbarzimmer der Fernseher der Mitbewohner (oder Nachbarn) l\u00e4uft. Man h\u00f6rt es irgendwie, man kann dem dann viel Achtsamkeit schenken und st\u00e4ndig \u00fcber die R\u00fccksichtslosigkeit der anderen schimpfen oder man kann sagen: \u201eGut, das ist eben ein Hintergrundger\u00e4usch. Ich richte meine Achtsamkeit woanders hin\u201c. So ist das auch mit Gedanken. Manche Menschen haben eigenartige Gedanken als Hintergrundger\u00e4usch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Etwas \u00c4hnliches kennt man auch in der modernen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-psychologie.html\" target=\"_blank\">Psychotherapie<\/a> und sogar Psychiatrie: Manche Menschen h\u00f6ren irgendwelche Stimmen oder sie sehen irgendwelche <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wesen\" target=\"_blank\">Wesen<\/a>. Man k\u00f6nnte sagen, vielleicht sind es irgendwelche Astralwesen, vielleicht sind es aber auch keine Astralwesen. Irgendwo spielt die Psyche ein bisschen verr\u00fcckt und irgendwelche Stimmen aus dem Unterbewusstsein manifestieren sich als \u00e4u\u00dfere Stimmen. Das gibt es z.B. bei Schizophrenie. Fr\u00fcher hat man mal gedacht, man muss den Menschen so weit bringen, dass er keine Stimmen mehr h\u00f6rt und dass er keine Bilder mehr sieht. Ein Schizophrener ist dann geheilt, wenn diese Stimmen verschwunden sind. Von diesem Therapieziel ist man heutzutage abgekommen. Das Therapieziel ist vielmehr, dass der Mensch lernt, damit zu leben und lernt zu unterscheiden zwischen Stimmen, die es tats\u00e4chlich gibt und Stimmen, die er sich nur einbildet. Die Stimmen, die er innerlich h\u00f6rt, sind eher so wie ein Radiohintergrundger\u00e4usch, das er nicht ganz abschalten kann. Wenn es nicht m\u00f6glich ist, die Stimmen im Geist ganz abzuschalten, dann brauchen wir uns nicht darum bem\u00fchen, sie unbedingt ganz und gar abzuschalten. Die Stimmen sind da, brauchen aber nicht besonders beachtet zu werden. Es gilt also Aufmerksamkeitsfokussierung weg vom Problematischen, den Stimmen, hin zu dem, was wirklich wichtig ist, zu richten.<\/p>\n<p>Dies gilt also \u00e4hnlich auch f\u00fcr den \u201eNormalmenschen\u201c, Nichtpsychotiker. Wenn man von einem wiederkehrenden Gedanke gest\u00f6rt wird, kann man Verschiedenes probieren, um ihn loszuwerden. Vielleicht gelingt es. Aber wenn bestimmte Gedanken bleiben wollen, egal was man anstellt, dann sind sie eben da. Wir k\u00f6nnen lernen, mit ihnen zu leben. So wie im Gro\u00dfraumb\u00fcro Menschen auch lernen, damit zu leben, dass Andere sich miteinander unterhalten und man trotzdem seine eigene Arbeit macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Krishna beschreibt die Kennzeichen eines Vollkommenen deshalb so h\u00e4ufig, damit wir uns immer wieder dar\u00fcber Gedanken machen. Es hei\u00dft: So wie du denkst, so wirst du. Worauf man seine Achtsamkeit richtet, das ist in diesem Moment wirklich. Wenn wir st\u00e4ndig \u00fcber Menschen nachdenken, die Probleme haben, dann werden diese Probleme in uns stark und dann entdecken wir pl\u00f6tzlich, dass wir auch alle m\u00f6glichen Probleme haben. Oder angenommen, man liest ein Lehrbuch \u00fcber psychische Krankheiten, pl\u00f6tzlich entdeckt man alle m\u00f6glichen Verr\u00fccktheiten in sich. Aus der Medizin ist bekannt, dass immer dann, wenn man eine bestimmte Krankheitsgruppe durchgeht, es eine Reihe von Studenten gibt, die diese Krankheiten an sich entdecken.<\/p>\n<p>Manche Menschen sind da besonders begabt. Sie werden Hypochonder genannt. 3 bis 4\u00a0% der Bev\u00f6lkerung sind nach einer Studie Hypochonder und verursachen 25\u00a0% der Krankheitskosten in Deutschland. Sie rennen von Arzt zu Arzt und bilden sich ein, sie h\u00e4tten irgendwelche <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krankheit\" target=\"_blank\">Krankheiten<\/a>. Das Internet hat die Sache noch schlimmer gemacht, denn jetzt kann man noch sehr viel mehr Krankheiten entdecken. Angenommen, jemand hier hat mal Oberbauchbeschwerden. Das k\u00f6nnte einfach eine Zwerchfellverkrampfung sein; es k\u00f6nnte aber auch eine Hepatitis sein \u2013 A, B, C; das k\u00f6nnte der Interferon-Behandlung bed\u00fcrfen; es k\u00f6nnte eine Gallenblasenentz\u00fcndung sein; es k\u00f6nnte eine irgendwie ausstrahlende Pankreas-Entz\u00fcndung sein, weil der Ausgang der Bauchspeicheldr\u00fcse verbunden ist mit dem Ausgang der Gallenblase. Und so findet man ausreichend Gr\u00fcnde, dass man zu mindestens 20 verschiedenen \u00c4rzten gehen muss. Hypochonder laufen von Arzt zu Arzt. Hypochondrismus ist eigentlich eine psychische Krankheit, die nicht medizinisch behandelt werden m\u00fcsste, sondern psychologisch. Hypochondrismus ist ein Krankheitsbild, das von daf\u00fcr ausgebildeten Spezialisten tats\u00e4chlich gut behandelt werden kann.<\/p>\n<p>Jeder von uns hat wahrscheinlich so eine Spur von Hypochondrismus, was letztlich hei\u00dft: Jeder hat eine gute Vorstellungskraft, Einbildungskraft und Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen. Deshalb ist es gut, wenn wir auch mal \u00fcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vollkommenheit\" target=\"_blank\">Vollkommenheit<\/a> und die Eigenschaften eines Vollkommenen h\u00f6ren. Denn wir sollten uns bewusst werden: diese Eigenschaften habe ich auch in mir. Hier liest du z.B.: \u201eDer <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogi\" target=\"_blank\">Yogi<\/a> ist unber\u00fchrt von Hitze und K\u00e4lte\u201c. Jeder kann sich an Situationen erinnern, wo es ihm wenig ausgemacht hat, dass es mal k\u00e4lter oder mal w\u00e4rmer war. Auch <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Schmerz\" target=\"_blank\">Schmerzen<\/a> konnte man mal besser aushalten als zu anderen Zeiten. Oder es gab auch Zeiten, wo es einem weniger ausgemacht hat, wenn ein anderer schlecht \u00fcber einen redet. Die Samen der Vollkommenheit, die Samen aller gro\u00dfartigen Eigenschaften, haben wir alle in uns. Wenn <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> im 6. Kapitel wieder von den Eigenschaften eines Vollkommenen spricht, spricht er von uns: Wir alle haben all diese Eigenschaften in uns angelegt!<\/p>\n<p>Es hilft, zu meditieren \u00fcber die Eigenschaften eines Vollkommenen. Es ist gut, Biografien zu lesen von Swami <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\" target=\"_blank\">Sivananda<\/a> und von anderen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Heilige\" target=\"_blank\">Heiligen<\/a>. Denke in der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\" target=\"_blank\">Meditation<\/a> dar\u00fcber nach: Wie ist\/war dieser <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a>. Und wenn du dar\u00fcber nachdenkst, stellst du vielleicht fest: Das habe ich auch in mir. In deiner n\u00e4chsten Meditation kannst du \u00fcberlegen: \u201eWie werde ich sein, wenn ich vollkommen sein werde? Wie werde ich als Selbstverwirklichter sein? Wie w\u00e4re ich, wenn ich jetzt ein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_heilige.html\" target=\"_blank\">Heiliger<\/a> w\u00e4re?\u201c<\/p>\n<p>Eines versichern uns die Schriften: jeder von uns wird irgendwann die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Selbstverwirklichung\" target=\"_blank\">Selbstverwirklichung<\/a> erreichen. Ob in diesem oder einem anderen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Leben\" target=\"_blank\">Leben<\/a>, wissen wir nicht. Aber wir werden es erreichen. Habt ihr dar\u00fcber schon mal nachgedacht? \u201eWie werde ich als Vollkommener sein?\u201c Oder: \u201eAngenommen, ich w\u00fcrde heute Abend in der Meditation die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erleuchtung\" target=\"_blank\">Erleuchtung<\/a> erlangen, wie w\u00e4re ich dann am n\u00e4chsten Tag?\u201c Denkt mal dar\u00fcber nach. So erz\u00e4hlt Krishna dem Arjuna immer wieder dar\u00fcber. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Jesus.html\" target=\"_blank\">Jesus<\/a> sagt: \u201eIst der J\u00fcnger vollkommen, ist er wie sein Meister\u201c (Lukas VI, 40). Und er sagt auch: \u201eSeid vollkommen wie euer Vater im <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Himmel\" target=\"_blank\">Himmel<\/a> vollkommen ist\u201c (Matth\u00e4us V, 48).<\/p>\n<p>Wenn Krishna uns mit den Eigenschaften eines Vollkommenen konfrontiert, will er uns kein schlechtes <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gewissen.html\" target=\"_blank\">Gewissen<\/a> einreden, weil wir jetzt so unvollkommen sind. \u00dcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Demut\" target=\"_blank\">Demut<\/a> spricht Krishna relativ selten in der Bhagavad Gita. Er spricht eher \u00fcber <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mut\" target=\"_blank\">Mut<\/a> als \u00fcber Demut \u2013 und \u00fcber Gleichmut. Also eine gro\u00dfe Ermutigung an dich: \u201eDenke dar\u00fcber nach, wie werde ich sein, wenn ich vollkommen sein werde.\u201c Und lass dich nicht von falsch verstandener Demut davon abbringen, dar\u00fcber nachzudenken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eines der grundlegenden Themen in der Bhagavad Gita, die Krishna immer wieder anspricht. Im vorigen Vers hat Krishna gesagt: &#8222;Der Mensch m\u00f6ge durch das Selbst nur erhoben werden, er erniedrige sich selbst nicht. Denn allein das Selbst ist sein Freund, und allein das Selbst &hellip; <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/06-07-kommentar-sukadev\/\" class=\"more-link\"><span class=\"morelink-icon\">Weiterlesen<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[313,28],"class_list":["post-1249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-06-kapitel","tag-6-kapitel-7-vers","tag-kommentar-sukadev"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1249"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":19188,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1249\/revisions\/19188"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}