{"id":11941,"date":"2009-12-31T20:00:08","date_gmt":"2009-12-31T19:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=11941"},"modified":"2016-03-30T11:10:19","modified_gmt":"2016-03-30T09:10:19","slug":"11-kapitel-die-erfahrung-der-kosmischen-gestalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/11-kapitel-die-erfahrung-der-kosmischen-gestalt\/","title":{"rendered":"11. Kapitel: Die Erfahrung der Kosmischen Gestalt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-17678 size-full\" src=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/arjunas-vision1.jpg\" alt=\"Arjunas Vision\" width=\"350\" height=\"509\" srcset=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/arjunas-vision1.jpg 350w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/arjunas-vision1-150x218.jpg 150w, https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/arjunas-vision1-275x400.jpg 275w\" sizes=\"auto, (max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/>Das 11. Kapitel ist der Wendepunkt der <a href=\"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/\" target=\"_blank\">Bhagavad Gita<\/a>. Bis dahin einschlie\u00dflich des Anfangs des 11. Kapitels fragt <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> immer wieder, stellt Krishnas Worte zum Teil fast respektlos in Frage. Er hat <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Zweifel\" target=\"_blank\">Zweifel<\/a>, er glaubt nicht, dass er umsetzen kann, was <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> ihm empfiehlt. Er wei\u00df nicht, was er tun soll. Im 11. Kapitel hat Arjuna eine ganz besondere <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erfahrung\" target=\"_blank\">Erfahrung<\/a>, n\u00e4mlich die Erfahrung von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Vishvarupa\" target=\"_blank\"><em>Vishvarupa<\/em><\/a>, der Kosmischen Gestalt Gottes. Mit anderen Worten, Arjuna macht die Erfahrung von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savikalpa_Samadhi\" target=\"_blank\"><em>Sarvikalpa Samadhi<\/em><\/a>. Er sieht <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a> in seiner Kosmischen Gestalt. Ab da sind die Zweifel von Arjuna erheblich schw\u00e4cher. Wer einmal eine wirklich tiefe <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gotteserfahrung\" target=\"_blank\">Gotteserfahrung<\/a> hatte, f\u00fcr den wird der spirituelle <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-wege\/\" target=\"_blank\">Weg<\/a> sehr viel klarer und sicherer. Zweifel werden viel schw\u00e4cher. Darum war das 11. Kapitel auch eines der Lieblingskapitel von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/yoga-anfaenger\/yoga-wissen\/yoga-tradition\/swami-vishnu-devananda\/\" target=\"_blank\">Swami Vishnu-devananda<\/a>. Ich habe ihn mehrmals \u00fcber dieses Kapitel sprechen h\u00f6ren. Swami Vishnu-devananda legte besonderen Wert auf die eigene Erfahrung. Er sagte, man kann das Pferd zur Tr\u00e4nke f\u00fchren, aber trinken muss es selbst. So hat er uns auf den Weg zur Tr\u00e4nke gef\u00fchrt. Bis man das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wasser\" target=\"_blank\">Wasser<\/a> getrunken hat, mag man zweifeln, ob \u00fcberhaupt Wasser zu finden ist. Wenn man es getrunken hat, wei\u00df man, ja, da ist tats\u00e4chlich Wasser.<br \/>\nSo ist es auch mit dem spirituellen Weg: Die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Meister\" target=\"_blank\">Meister<\/a> erz\u00e4hlen von der Gro\u00dfartigkeit Gottes, dass es m\u00f6glich ist, Gott zu erfahren und dass nur die Erfahrung Gottes allen menschlichen Sehns\u00fcchten wirklich gerecht wird. Dann zeigen sie uns den Weg dahin. Auf dem Weg mag man immer wieder Zweifel haben. Wenn man dann <em>Sarvikalpa Samadhi<\/em>, die Gotteserfahrung, gemacht hat, verschwinden diese Zweifel.<\/p>\n<p>Arjuna hat im 11. Kapitel die Vision der Kosmischen Gestalt. Krishna gibt Arjuna diese Vision der Kosmischen Gestalt. Arjuna hatte vor dem Zwiegespr\u00e4ch in der Bhagavad Gita schon viele Jahre, ja Jahrzehnte praktiziert. In den ersten 10 Kapiteln hat Arjuna von Krishna die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Weisheit\" target=\"_blank\">Weisheit<\/a> bekommen, was Gott ist, was das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Universum\" target=\"_blank\">Universum<\/a> ist, was der <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/art_mensch.html\" target=\"_blank\">Mensch<\/a> ist. Er hat verstanden, worum es eigentlich geht. Anfang des 11. Kapitels bittet Arjuna Krishna: \u201eJetzt, wo ich alles verstanden habe, zeige es mir bitte auch. Bitte gib mir die Erfahrung. Ich will es nicht einfach nur verstehen, ich will es nicht einfach nur <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Glauben\" target=\"_blank\">glauben<\/a>, ich will es erfahren.\u201c<\/p>\n<p>Krishna \u00f6ffnet ihm das <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/chakra\/ajna-chakra-stirnchakra-drittes-auge\/\" target=\"_blank\">3. Auge<\/a>, das Auge der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Intuition\" target=\"_blank\">Intuition<\/a> (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Trikuti\" target=\"_blank\"><em>Trikuti<\/em><\/a>). Arjuna hat diese Erfahrung von <em>Vishvarupa<\/em>, auch <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Virat_Swarupa\" target=\"_blank\"><em>Viratsvarupa<\/em><\/a> genannt. Man kann auch sagen, es ist eine der verschiedenen Stufen von <em>Sarvikalpa Samadhi<\/em>, also noch dem dualistischen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samadhi\" target=\"_blank\"><em>Samadhi<\/em><\/a>. Es ist die erste Stufe von <em>Samadhi<\/em>, wie es <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Patanjali\" target=\"_blank\">Patanjali<\/a> in den <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Yogasutra\" target=\"_blank\">Yoga Sutras<\/a><\/em> beschreibt.<\/p>\n<p>In den <em>Yoga Sutras<\/em> (I 17-18, 42-44) werden 6 Hauptstufen von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Samprajnata_Samadhi\" target=\"_blank\"><em>Samprajnata Samadhi<\/em><\/a> beschrieben: <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savitarka\" target=\"_blank\"><em>Savitarka<\/em><\/a>, <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvitarka\" target=\"_blank\">Nirvitarka<\/a><\/em>, <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Savichara\" target=\"_blank\">Savichara<\/a><\/em>, <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Nirvichara\" target=\"_blank\">Nirvichara<\/a><\/em>, <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sananda\" target=\"_blank\"><em>Sananda<\/em><\/a> und <em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Sasmita\" target=\"_blank\">Sasmita<\/a><\/em>. Die 1. Stufe ist <em>Savitarka<\/em>: Man sieht das ganze Universum als miteinander verbunden. Man nimmt es als eine <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Einheit\" target=\"_blank\">Einheit<\/a> wahr. Zun\u00e4chst sieht Arjuna das ganze physische Universum als einen Organismus, in dem alles miteinander verbunden ist. Das entspricht <em>Savitarka Samadhi<\/em>, der Erfahrung der Einheit auf der physischen Ebene. Dann sieht Arjuna alle <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Astralwesen_Sanskrit\" target=\"_blank\">Astralwesen<\/a>, die verschiedenen Engelswesen, Naturgeister, Sch\u00f6pfungskr\u00e4fte. Damit hat er die Ebene von <em>Savichara Samadhi<\/em> erreicht, die Wahrnehmung des gesamten Astraluniversums einschlie\u00dflich aller Feinstoffwesen als Kosmischer Geist (<em><a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Hiranyagarbha\" target=\"_blank\">Hiranyagarbha<\/a><\/em>). Dann nimmt er gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahr, also das Universum jenseits von Zeit und Raum. Das entspricht den Ebenen <em>Nirvitarka<\/em> und <em>Nirvichara<\/em>. Dabei erf\u00e4hrt er einiges, was nicht nur sch\u00f6n ist. Er sieht, dass <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\" target=\"_blank\">Gott<\/a> nicht nur das Sch\u00f6ne ist, das Liebevolle, das Angenehme. Denn Gott ist alles, auch die Zerst\u00f6rung.<\/p>\n<p>Und er sieht insbesondere auch, dass all diejenigen, mit denen er zu tun hat, bald sterben werden. Dabei gebraucht er eine recht plastische Ausdrucksweise. In den Versen 28\u201330 sagt er: \u201eWahrlich, so wie viele Flussl\u00e4ufe dem Ozean zuflie\u00dfen, betreten diese Helden der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Welt\" target=\"_blank\">Welt<\/a> deine flammenden M\u00fcnder. Wie Motten eilends auf das lodernde Feuer und somit ihrem Untergang entgegenfliegen, so eilen auch diese Gesch\u00f6pfe voller Hast deinen M\u00fcndern, ihrem Untergang entgegen. Du schl\u00e4ngelst hoch und verschlingst zu allen Zeiten alle Welten mit deinen flammenden M\u00fcndern. Dein unb\u00e4ndiges Strahlen, das die Welt erf\u00fcllt, versengt.\u201c<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Licht\" target=\"_blank\">Licht<\/a>, was so sch\u00f6n ist, versengt letztlich auch. Und eines ist ziemlich sicher: jeder der Leser wird in 100 bis 200 Jahren nicht mehr diesen physischen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/K\u00f6rper\" target=\"_blank\">K\u00f6rper<\/a> haben. Die physischen K\u00f6rper werden vernichtet sein. Wenn die Wissenschaft weiter voranschreitet und karmisch nichts dagegen spricht, werden manche der Leser vielleicht 100-150 Jahre alt. Aber irgendwann wird der K\u00f6rper sterben und h\u00f6chstwahrscheinlich wird die Mehrzahl der Leser in 60 Jahren diesen physischen K\u00f6rper nicht mehr besitzen.<\/p>\n<p>(Vers 31) \u201eAlso sage mir, wer du bist, dessen Gestalt so grimmig ist. Ich verbeuge mich vor dir, oh erhabener <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Gott\" target=\"_blank\">Gott<\/a>, habe <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Mitleid\" target=\"_blank\">Mitleid<\/a>. Ich habe den <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Wunsch\" target=\"_blank\">Wunsch<\/a>, dein Urwesen zu kennen, wahrlich dein Wirken verstehe ich nicht.\u201c Anfang des 10. Kapitels hat Krishna zu Arjuna gesagt: \u201eIch werde dir das nennen, nach dessen Erkenntnis es nichts mehr zu erkennen gibt.\u201c Dann hat er gesagt: \u201eDas ist Erkenntnis gepaart mit <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Verwirklichung\" target=\"_blank\">Verwirklichung<\/a>, beides geh\u00f6rt zusammen.\u201c Krishna hat erst Arjuna alles M\u00f6gliche erz\u00e4hlt und Arjuna hat es verstanden. Dann kommt die Verwirklichung. Krishna zeigt es Arjuna und l\u00e4sst ihn das nicht nur intellektuell erkennen, nicht nur glauben, sondern erfahren. Nachdem Arjuna es erfahren hat, braucht er wieder eine Erkl\u00e4rung. So geh\u00f6rt beides zusammen: Erfahrung und Erkenntnis. Wenn jemand einfach so in eine Erfahrung von Transzendenz hineinst\u00fcrzt, kann ihm das Probleme bringen. Wenn wir nur intellektuelle Erkenntnis haben, dann ist das auch nicht ausreichend. Beides geh\u00f6rt zusammen.<\/p>\n<p>So geht es im 11. Kapitel erst um die <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Erkenntnis\" target=\"_blank\">Erkenntnis<\/a>, dann folgt die Erfahrung, dann wieder die Erkl\u00e4rungen und damit wieder die Erkenntnis. <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Krishna\" target=\"_blank\">Krishna<\/a> wird gegen Ende des 11. Kapitels <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Arjuna\" target=\"_blank\">Arjuna<\/a> erkl\u00e4ren, was er gerade erfahren hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 11. Kapitel ist der Wendepunkt der Bhagavad Gita. Bis dahin einschlie\u00dflich des Anfangs des 11. Kapitels fragt Arjuna immer wieder, stellt Krishnas Worte zum Teil fast respektlos in Frage. Er hat Zweifel, er glaubt nicht, dass er umsetzen kann, was Krishna ihm empfiehlt. 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