{"id":11930,"date":"2008-11-30T15:38:55","date_gmt":"2008-11-30T14:38:55","guid":{"rendered":"http:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/?p=11930"},"modified":"2015-04-28T15:00:58","modified_gmt":"2015-04-28T13:00:58","slug":"bhagavad-gita-zusammenfassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schriften.yoga-vidya.de\/bhagavad-gita\/bhagavad-gita-zusammenfassung\/","title":{"rendered":"Bhagavad Gita Zusammenfassung"},"content":{"rendered":"<p>Wir haben uns mit der vielleicht wichtigsten Yogaschrift \u00fcberhaupt, der <a title=\"Bhagavad Gita\" href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\">Bhagavad Gita<\/a>, auseinandergesetzt. Eine Schrift, von der es hei\u00dft, dass das Studium der Schrift einen direkt mit <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> verbindet. Ich m\u00f6chte die Bhagavad Gita kurz zusammenfassen, damit ihr die Logik der Schrift besser versteht und beim Selbststudium einen etwas besseren \u00dcberblick habt.<\/p>\n<p>Selbst wenn ihr euer ganzes Leben lang die Bhagavad Gita t\u00e4glich studiert, habt ihr etwas, aber nicht alles davon verstanden. Die Lehren sind so tief, dass wir mit jedem Schritt, den wir auf dem spirituellen Weg vorangehen, eine neue Dimension entwickeln.<\/p>\n<p>Die Hauptfragen, denen in der Bhagavad Gita nachgegangen wird, sind: &#8222;Wie lebt man ein spirituelles Leben im Alltag und ist ein spirituelles Leben in einer von Materialismus gepr\u00e4gten Welt \u00fcberhaupt m\u00f6glich?&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a>, der beste Krieger der Pandavas, ist in einem schweren ethischen Konflikt. Es herrscht die Tyrannei. Die B\u00f6sen regieren den Staat, Verhandlungen haben nichts gebracht, die Guten und die Pandavas haben gemeinsam eine Armee aufgestellt, die der Armee der Tyrannen, der Kauravas gegen\u00fcbersteht. Arjuna, der m\u00e4chtigste Krieger der Pandavas, bittet seinen Wagenlenker, <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Bilder\/Galerien\/Krishnatext.html\">Krishna<\/a>, Inkarnation Gottes, den Streitwagen zwischen die beiden Armeen zu fahren. Dann \u00fcberf\u00e4llt Arjuna eine Verzweiflung. Er sieht, dass es Verwandte sind, die ihm gegen\u00fcberstehen, gegen die er k\u00e4mpfen soll. Er wei\u00df nicht, ob es richtig ist zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>In seiner Verzweiflung macht er das, was spirituelle Aspiranten machen sollten, wenn sie selbst nicht zurecht kommen, er wendet sich an einen Lehrer, an Krishna. Krishna selbst sah er Jahrzehnte lang als seinen Freund an. Er war sich zwar bewusst, dass Krishna nicht ein normaler Mensch ist, aber f\u00fcr ihn war Krishna einfach ein Freund.<\/p>\n<p>Doch jetzt fragt er ihn: &#8222;Was ist das Richtige? Was ist mein <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/karma-gesetz\/4-karma-gesetz-der-evolution\/dharma-und-karma.html\">Dharma<\/a>?&#8220; Und &#8222;Wie kann ich es vermeiden, Papa zu begehen, S\u00fcnden zu begehen, Schuld auf mich zu laden?&#8220; Krishna hilft ihm, indem er ihn einige Wege zur spirituellen Entscheidungsfindung lehrt und ihm sagt, wie er handlen kann, um sein Dharma zu erf\u00fcllen ohne Papas auf sich zu laden. Krishna lehrt <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a>, dass es wichtiger ist, wie er etwas tut, als was er tut. Die Bhagavad Gita ist dabei keine systematische, philosophische Abhandlung. Sie ist ein psychologisch geschicktes Lehrgespr\u00e4ch, um Arjuna Schritt f\u00fcr Schritt aus seiner Froschperspektive herauszuf\u00fchren. Er kann das Ganze von einer \u00fcbergeordneten Perspektive, eben der Perspektive des Wissens, betrachten. Krishna vertritt dabei mehrere Standpunkte, zwischen denen er immer wieder wechselt. Zum einen zeigt er Arjuna die Welt aus dem Blickwinkel der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana\">Jnana<\/a> Yoga <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/was-ist-karma\/7-prinzipien-spiritueller-philosophie.html\">Philosophie<\/a>. Ihr zur Folge gibt es nur eine allumfassende, unendliche Wirklichkeit und diese materielle Welt ist an verschiedenen Stellen unwirklich. Sie ist nicht Sein. Ferner beschreibt Krishna auch, was auf dieser Welt geschieht, Gunas, handeln nach Gunas, das <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/MandukyaUpanishad\/6Bewusstsein.htm\">Bewusstsein<\/a> hat damit nichts zu tun.<\/p>\n<p>Zum anderen zeigt Krishna Arjuna die Welt aus dem Blickwinkel des <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\">Karma<\/a> Yoga. Er sagt:<\/p>\n<p>\u201eTue, was zu tun ist, so gut wie du es kannst und lasse los. Tue die Handlungen.&#8220;<\/p>\n<p>Zum letzten lehrt Krishna Ajruna die Welt aus dem Blickwinkel des Bhakti Yoga zu betrachten. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, hei\u00dft es: \u201eLetztlich machst du nichts, Gott macht alles.&#8220;<\/p>\n<p>Basierend auf diesen drei verschiedenen Standpunkten: 1. Nichts geschieht, 2. Du musst dein Dharma erf\u00fcllen und 3. Sei ein Instrument Gottes, ergeben sich immer wieder Widerspr\u00fcche.<\/p>\n<p>Die Lehre Krishnas ist, dass wir zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Situationen von unterschiedlichen Standpunkten heraus handeln m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Bhagavad Gita gibt es mehrere Gegensatzpaare.<\/p>\n<p>Ein Gegensatzpaar, das immer wieder aufgegriffen wird, ist: Entsagung versus Handlung. Die meisten Kommentatoren der Bhagavad Gita gehen auf dieses Gegensatzpaar besonders ein. <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a> selbst stellt ja diese Frage im zweiten Kapitel, im dritten, im f\u00fcnften und im 18. Kapitel immer wieder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das zweite Gegensatzpaar besteht zwischen Beherrschung versus Ausleben. Krishna sagt immer wieder: &#8222;Beherrsche deine Sinne.&#8220; Und einige Verse sp\u00e4ter: &#8222;Beherrschung ist nicht m\u00f6glich, die Natur wird dich zwingen das zu tun.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein drittes Gegensatzpaar, auf das Krishna immer wieder eingeht, ist der Gegensatz zwischen pers\u00f6nlicher Gottesverehrung und abstrakter Gottesverehrung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei all diesen Gegensatzpaaren hat Krishna durchaus seine Pr\u00e4ferenzen. Er lehrt, dass alles einen bestimmten Zweck hat. F\u00fcr die Mehrheit der Menschen ist Handlung besser als Entsagung. Die meisten Menschen, die entsagen, sind \u201ePseudoentsagte\u201c und machen sich und anderen etwas vor. Wer mal in Indien Urlaub gemacht hat und die Massen an Swamis (M\u00f6nche) gesehen hat, wird durchaus verstehen, was Krishna hier sagt. Bei einen ganzen Reihe von Swamis hat man den Eindruck, dass sie nicht mit dem Wissen von Jnana strahlen, sondern eher ein bisschen tamassig aussehen. Dies gilt nicht f\u00fcr die Swamis in den gro\u00dfen <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ashram\">Ashram<\/a>s, wo sie ja auch zum Karma Yoga gebracht werden, aber es gilt f\u00fcr die Millionen von Wanderm\u00f6nchen. Krishna sagt aber auch, dass es einer Minderheit der <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\">Swami<\/a>s gelingt, \u00fcber reine Entsagung zur Vollkommenheit zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zur Dichotomie (Gegensatz) zwischen Beherrschung und Ausleben r\u00e4t Krishna uns, die tieferen Aspekte in uns, Prakriti, Swabhava oder auch Swarupa, auszuleben. Es macht keinen Sinn zu versuchen, sie zu beherrschen. Erstens, weil es \u00fcberfl\u00fcssige Energieverschwendung ist und zweitens, weil es nicht immer von Erfolg gekr\u00f6nt ist. Was wir aber beherrschen lernen k\u00f6nnen und sollen, ist unser Raga &#8211; Dwesha, unser pers\u00f6nliches M\u00f6gen und Nicht-M\u00f6gen. Zu unterscheiden, was pers\u00f6nliches M\u00f6gen und was Prakriti ist, ist nicht so einfach. Und bei allem, was Krishna uns sagt, gibt er uns nie eine hundertprozentige Empfehlung. Fast ist es tr\u00f6stlich, dass <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a> am Anfang des 18. Kapitels immer noch Krishna fragt: \u201eIch habe es immer noch nicht verstanden, was es eigentlich bedeuten soll. Jetzt hast du 17 Kapitel lang mit mir gesprochen, zwei Stunden lang mit mir gesprochen, du hast mir sogar eine \u00fcberbewusste Erfahrung gegeben und ich habe immer noch keine Ahnung, was ich tun soll.&#8220; Erst ganz zum Schluss des 18. Kapitels sagt er: \u201eJetzt wei\u00df ich es.&#8220; Und ausgerechnet nachdem Krishna noch einmal gesagt hat: \u201eW\u00e4ge all das ab. Dann tue, was du willst und opfere alles mir.&#8220; Gem\u00e4\u00df Krishna sollen wir unsere Prakriti leben, nat\u00fcrlich in \u00dcbereinstimmung mit unserem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\">Karma<\/a>, unter Beachtung der ethischen Gesichtspunkte, unter Beachtung von Sattva und unter Beachtung von Daiva versus Asura.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Frage pers\u00f6nliche Gottesverehrung versus abstrakte Gottesverehrung r\u00e4t Krishna eindeutig zur pers\u00f6nlichen Gottesverehrung. Er sagt, die Mehrheit der Menschen denke nicht so abstrakt. Die Mehrheit der Menschen denke mehr pers\u00f6nlich und konkret. Selbstverwirklichung, Gottverwirklichung \u00fcber ganz abstrakte, unpers\u00f6nliche Gottesverehrung schaffe nur eine Minderheit der Aspiranten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte jetzt die Kurzzusammenfassung der 18 Kapitel geben.<\/p>\n<p>Im ersten Kapitel wird der Konflikt ausgebreitet.<\/p>\n<p>Das zweite und 18. Kapitel sind die Rahmenkapitel. In beiden Kapiteln werden praktisch alle Themen der Bhagavad Gita angesprochen. Im zweiten Kapitel werden sie schon einmal angerissen, im 18. Kapitel nochmals aufgegriffen und dazwischen werden eigentlich die Themen, die im zweiten und 18. Kapitel behandelt werden, ausf\u00fchrlicher behandelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im zweiten Kapitel beginnt Krishna \u00fcber die Unsterblichkeit des Selbst, die Unver\u00e4nderbarkeit des Selbst, das g\u00f6ttliches <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/MandukyaUpanishad\/6Bewusstsein.htm\">Bewusstsein<\/a>, das durch nichts ber\u00fchrt wird, von allem, was geschieht, zu sprechen. Danach spricht er \u00fcber Karma Yoga. Wir sollen nicht handeln, um gutes Karma zu erzeugen und schlechtem Karma zu entgehen, was in der Mimamsa <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/was-ist-karma\/7-prinzipien-spiritueller-philosophie.html\">Philosophie<\/a> und im Karma Kanda der Veden oft geschrieben wird. Das ist bis heute, obwohl die Bhagavad Gita so popul\u00e4r ist, die popul\u00e4re Religion Indiens ist. Es ist nicht wichtig, Punyas anzusammeln, Papas zu vermeiden. Krishna r\u00e4t uns vielmehr geschickt zum Wohl anderer als Dienst und Opfer, als Gabe, gleichm\u00fctig in Erfolg und Misserfolg, ohne Verhaftung an das Ergebnis zu handeln. Ohne das Gef\u00fchl, der Handelnde zu sein, kann ich die Fr\u00fccher Der Handlung <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> opfern. Danach beschreibt er die Eigenschaften einer Selbstverwirklichung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im dritten Kapitel stellt Arjuna eine Frage, da es ihm nicht gelingt, diese beiden Hauptlehren Krishnas aus dem zweiten Kapitel miteinander zu vereinen. Er versteht nicht, wie die Unsterblichkeit des Selbst (<a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana\">Jnana<\/a> Yoga) mit den Handlungen (<a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\">Karma<\/a> Yoga) zu vereinen ist. Und so fragt er Krishna: \u201eWas ist besser: Handlung oder Weisheit?&#8220; Krishna gibt ihm eine erste Antwort. Er sagt: \u201eEs gibt zwei Wege: Entsagung und Handlung.\u201c Aber am besten w\u00e4re es, wenn wir beide Wege miteinander verbinden und insbesondere als Opfernder handeln. Er erw\u00e4hnt das Beispiel des Opfers und f\u00fchrt es etwas detaillierter aus. Er sagt ferner, dass Weise und spirituelle Menschen Vorbild f\u00fcr andere sein sollten. Wenn alle spirituellen Menschen sich zur\u00fcckziehen w\u00fcrden, dann w\u00fcrde die Mehrheit der Menschen, die halbspirituell sind, denken, spirituelles Leben sei in der Welt nicht m\u00f6glich. Oder sie werden die anderen imitieren und dann nur in Tamas versinken. Gerade Weise sollten deshalb f\u00fcr andere ein Beispiel sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im vierten Kapitel sagt Krishna, was er lehrt, lehrt er nicht zum ersten Mal. Gott inkarniert sich wieder und wieder auf der Erde, um <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma\/karma-gesetz\/4-karma-gesetz-der-evolution\/dharma-und-karma.html\">Dharma<\/a> wieder herzustellen und verloren gegangene Lehren zurechtzur\u00fccken. Im vierten Kapitel entwickelt er das Thema des Karma Yoga und die Analogie des Opfers weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im f\u00fcnften Kapitel \u00e4u\u00dfert Arjuna nochmals Zweifel. Und Krishna empfiehlt ihm daraufhin erneut Entsagung in der Handlung, als die beste Weise um zu handeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im sechsten Kapitel f\u00fchrt er diese Thematik weiter aus. Er sagt, wir k\u00f6nnten nur durch Handlung Ruhe in den Geist bekommen. Und nur durch Handlungen kommen wir zum Selbst. Des Weiteren sagt Krishna, dass nur diejenigen f\u00fcr ein haupts\u00e4chlich kontemplatives Leben geeignet sind, die den Geist schon durch Karma Yoga beruhigt haben. Aber auch diejenigen, die Karma Yoga haupts\u00e4chlich \u00fcben, sollten regelm\u00e4\u00dfig spirituelle Praktiken machen. Deshalb erw\u00e4hnt er in vielen Versen auch die <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/meditation.html\">Meditation<\/a>. Er gibt Anleitungen f\u00fcr die Meditation, sagt, wie wir meditieren k\u00f6nnen. Und selbst wenn wir ein aktives Leben f\u00fchren k\u00f6nnen wir uns w\u00e4hrend der Meditation vorstellen, wir meditieren in der Einsamkeit. Allein mit uns und mit Gott. Zwar verbunden mit allen, aber nicht in dem Sinne, dass wir irgendetwas erwarten und Pl\u00e4ne schmieden. Diese Phase der Ruhe m\u00fcssen wir uns g\u00f6nnen. Arjuna zweifelt und denkt: \u201eIch packe das nie, den Geist zur Ruhe zu bringen, um zu Nirvikalpa <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_samadhi.html\">Samadhi<\/a> zu kommen.&#8220; Und Krishna lehrt ihn zwei Dinge, wie Arjuna dort hinkommen kann, n\u00e4mlich mittels Abhyasa und Vairagya. Er soll sich Schritt f\u00fcr Schritt l\u00f6sen von der Verhaftung an W\u00fcnsche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab dem 7. Kapitel geht Krishna mehr auf <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/Wonne\/bhakti.html\">Bhakti<\/a> Yoga ein. Bhakti Yoga ist ein Mittel um unser Herz anzusprechen. Wenn es uns nicht gelingt, unseren Geist zu beherrschen, k\u00f6nnen wir unser Herz auf <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> richten und Gott wird uns helfen, unseren Geist zu beherrschen. Wenn wir uns mit Gott verbunden f\u00fchlen, dann entsteht eine intuitive Verbindung und ab dann wissen wir, was wir tun k\u00f6nnen und was unsere Aufgabe ist. Es ist dann so, wie wenn ein Diener die W\u00fcnsche seines Meisters ablesen kann oder ein Ehepartner wei\u00df, was der andere will. Er braucht nur mit den Wimpern zu zucken und der andere wei\u00df, was zu tun ist, wenn die Verbindung hergestellt ist. Wenn wir diese Verbindung zu Gott hergestellt haben, dann gibt Gott uns ein kleines Zeichen und wir wissen, was zu tun ist. Und au\u00dferdem hilft Bhakti, die Vorstellung, ein Handelnder zu sein, zu \u00fcberwinden. Es ist wahrscheinlich f\u00fcr mehr Menschen leichter das zu verstehen als Krishnas Aussage einige Verse vorher: \u201eDie Gunas wirken unter Gunas nur.&#8220; Im Bhakti Yoga sagen wir: \u201eGott tut alles. Ich bin nur sein Instrument. Ich bin der Diener, Gott ist der Meister. Gott, dein Wille geschehe.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem Krishna <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a> die Vorteile des Bhaktis erz\u00e4hlt hat, m\u00f6chte Ajruna wissen, wie er Bhakti entwickeln kann. Krishna erw\u00e4hnt zun\u00e4chst einmal in mehreren Kapiteln, dass man sich die Entwicklung von Bhakti leiterartig vorstellen muss. Zuerst einmal r\u00e4t er, immer an Gott zu denken. Wenn das nicht gelingt, sollen wir Gott in allem Sehen. Wenn das auch nicht gelingt, sollen wir ihn im Gro\u00dfartigen sehen oder mindestens die Handlung Gott darbringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im achten Kapitel greift Krishna seine \u00dcberlegung, die er im sechsten Kapitel begonnen hat, erneut auf. Er meint, dass alles, was wir in diesem Leben nicht erreichen k\u00f6nnen, im n\u00e4chsten Leben erreichen (s. 6. Kapitel). Ferner erweitert er diese Lehre und sagt Arjuna, wie wichtig der letzte Gedanke vor dem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/leben-nach-dem-tod.html\">Tod<\/a> ist, und wie wichtig es ist, in diesem Leben immer an <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> zu denken, so dass wir im letzten Moment auch an Gott denken k\u00f6nnen und dann die Befreiung erreichen. Und so k\u00f6nnen wir, selbst wenn wir in diesem Leben die Befreiung nicht erreichen, im Moment des Todes ausreichend an Gott denken, und damit die Selbstverwirklichung erreichen.<\/p>\n<p>In einer Zeitschrift habe ich mal gelesen, dass Konstantin der Gro\u00dfe, der das Christentum stark gef\u00f6rdert hat, sich bis kurz vor seinem Tod nicht hat taufen lassen. Er galt als besonders klug und wusste, dass er als Kaiser viele unethische Handlungen ausf\u00fchren musste. Damals hie\u00df es, die Taufe w\u00fcrde einen von allen S\u00fcnden befreien. In sp\u00e4teren Jahren entwickelte sich das Konzept der letzten \u00d6lung, wo einem dann die begangenen S\u00fcnden vergeben werden. So zumindest im Katholizismus. Im Protestantismus muss man seine S\u00fcnden innerlich bereuen, an Jesus glauben und kann dann auch die Selbstverwirklichung erreichen. Krishna sagt durchaus etwas \u00c4hnliches. Wenn wir im Moment des Todes an Gott denken, dann kommen wir auch zu Gott hin. Vielleicht m\u00fcssen wir dann noch unser <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/karma.html\">Karma<\/a> ausarbeiten, m\u00fcssen deshalb noch ein oder zwei oder ein paar Leben ausleben, aber mindestens leben wir es dann auf spirituelle Weise.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im neunten Kapitel sagt Krishna, dass die ganze Welt der K\u00f6rper Gottes ist und von <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> gelenkt wird. Gott macht letztlich alles. Wir sind nur Instrumente. Verehrung stimmt uns darauf ein. Dieses Thema f\u00fchrt er im zehnten Kapitel weiter aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im zehnten Kapitel wiederholt er, dass Gott alles ist und lehrt Arjuna, wenn er Gott nicht in allem Allt\u00e4glichen erkennen kann, ihn dann erst einmal im Gro\u00dfartigen zu verehren. \u201eVerehre Mich im Gro\u00dfartigen. Mich als Inkarnation Gottes.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im elften Kapitel fordert Arjuna Krishna auf, ihm die Erfahrung Gottes zu schenken. Der Worte w\u00e4ren nun genug gewechselt, er m\u00f6chte es erfahren. Und so gibt Krishna die eine Erfahrung eines erweiterten Bewusstseinszustandes, Savikalpa <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_samadhi.html\">Samadhi<\/a>. Arjuna ist zuerst v\u00f6llig \u00fcberw\u00e4ltigt von dieser Vision. Bis zum elften Kapitel war Arjuna, wann immer er Krishna gesehen und ihn etwas gefragt hat, fast rebellisch. Er wollte zwar Wissen, hat aber immer wieder auch Zweifel ge\u00e4u\u00dfert. Ab dem elften Kapitel hat er diese Zweifel nicht mehr. Er fragt jetzt viel dem\u00fctiger als vorher. Wenn man bedenkt, dass der Autor der Bhagavad Gita vermutlich Arjunas Fragen noch etwas h\u00f6flicher formuliert hat, als Ajruna sie selbst gestellt hat, dann \u00e4ndert sich Arjunas Verhalten schon sichtlich. Ajruna fragte oft schon fast respektlos, wenn er sagt: \u201eMal sagst du dies, mal sagst du das, du bist unrealistisch, unklar, sprich doch endlich mal klar. Was du mir erz\u00e4hlst macht keinen Sinn. Kriege ich nie hin.\u201c Sogar noch zu Anfang des elften Kapitels verh\u00e4lt er sich so. Krishna bem\u00fcht sich mit Engelsgeduld, Arjunas Fragen zu beantworten. Schlie\u00dflich gibt er Arjuna die Vision der kosmischen Gestalt und Arjuna wird von da an sehr viel dem\u00fctiger, seine Fragen werden sehr viel dem\u00fctiger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im zw\u00f6lften Kapitel will Arjuna wissen, ob er Krishna pers\u00f6nlich oder abstrakt verehren soll. Er hat gesehen, dass Gott \u00fcberall ist, allumfassend und glaubt, es w\u00e4re vielleicht besser Gott, doch eher als allumfassend zu verehren, anstatt eines konkreten Aspekts von Gott. Krishna empfiehlt ihm jedoch klar die pers\u00f6nliche Gottesverehrung, da es ihm und den meisten Menschen eher entspricht. Vielen Menschen f\u00e4llt es leichter, ihre Emotionen auf etwas oder jemanden zu richten, wozu er oder sie eine Beziehung haben, als nur eine abstrakte Verehrung. Im zw\u00f6lften Kapitel lehrt Krishna Arjuna auch, wie er Gott verehren kann. Er lehrt ihn eine Art Stufenleiter des <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_sadhana.html\">Sadhana<\/a>s, beginnend beim Schwierigen endend beim Leichten. Er fordert Arjuna auf: \u201eSieh Gott in allem. Wenn du das nicht so ganz kannst, dann \u00fcbe wenigstens Yogapraktiken, wenn du das auch nicht kannst, dann bring wenigstens die Handlungen Gott dar. Wenn du das nicht kannst, dann bringe die Handlungen zum Schluss die Fr\u00fcchte der Handlung Gott dar. Schon das gibt dir Frieden. Haben wir Frieden, dann k\u00f6nnen wir die anderen Dinge auch tun.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im 13. Kapitel wechselt Krishna den Blickwinkel. Hat er Arjuna zuvor vom <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/Wonne\/bhakti.html\">Bhakti<\/a> Yoga Standpunkt aus unterrichtet, lehrt er ihn nun vom <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Jnana\">Jnana<\/a> Yoga Standpunkt aus. Er beschreibt das Feld und den Kenner des Feldes und lehrt wie wir zwischen dem Selbst und dem Nichtselbst unterscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im 14. Kapitel beschreibt Krishna die drei Gunas. Wir sollen Sattva erh\u00f6hen, Rajas und Tamas reduzieren und nicht an Sattva verhaftet sein. Detaillierte Ausf\u00fchrungen dar\u00fcber gibt er im 17. und 18. Kapitel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im 15. Kapitel verwendet Krishna eine Analogie. Er stellt die Welt als einen gro\u00dfen Baum dar. Die Wurzeln des Baumes sollen f\u00fcr die Kausalwelt stehen. Der Stamm oder die verschiedenen St\u00e4mme und \u00c4ste, f\u00fcr die Astralwelt, die Bl\u00fcten und die Knospen und die Bl\u00e4tter f\u00fcr die physische Welt. Wir sind letztlich alle in dieser Welt verbunden und auch gebunden. Krishna empfiehlt uns zun\u00e4chst, diesen Baum zu sehen, dass alles zusammen geh\u00f6rt und es dann aber auch notwendig ist, diesen Baum zu f\u00e4llen, indem wir zu dem gehen, was jenseits dieser Sch\u00f6pfung ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im 16. Kapitel beschreibt Krishna Daiva versus Asura. Unterscheidet zwischen g\u00f6ttlich und d\u00e4monisch, ethisch und unethisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im 18. Kapitel werden alle Themen der Bhagavad Gita noch einmal aufgegriffen und es endet damit, dass Krishna <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Buch\/bhagavad-gita\/arjuna\/\">Arjuna<\/a> sagt: &#8222;Tu, was du willst, aber vorher denke nach, \u00fcberlege, bringe alle diese Kriterien in deine \u00dcberlegungen mit ein. Nachher wirst du vielleicht immer noch nicht genau wissen, was richtig ist.\u201c Wir sollten niemals hundertprozentig \u00fcberzeugt sein, genau zu wissen, was das Richtige ist. Es hei\u00dft, zwei Arten von Menschen wissen immer, was das Richtige ist: zum einen die Fanatiker und zum anderen die Selbstverwirklichten. Aber selbst von <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Swami\">Swami<\/a> <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/de\/yogi\/sivananda.html\">Sivananda<\/a> hei\u00dft es, dass er \u00f6fters nicht genau wusste, was zu machen war. \u00d6fters haben sich die Mitarbeiter seines <a href=\"https:\/\/wiki.yoga-vidya.de\/Ashram\">Ashram<\/a>s getroffen und \u00fcber Dinge gesprochen und diskutiert und Swami Sivananda wusste auch nicht, was zu tun ist. Vielleicht hat er manchmal auch einfach nur so getan, um eben die Ashramiten auf die Zeit nach seinem <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/reinkarnation-wiedergeburt\/leben-nach-dem-tod.html\">Tod<\/a> vorzubereiten. Wenn n\u00e4mlich ein Meister alles entscheidet, dann werden die Sch\u00fcler unselbstst\u00e4ndig und lernen nichts. Aber vielleicht war es auch so, dass Swami Sivananda sich wirklich nicht immer ganz sicher war, was das Beste ist. Ich habe ja auch schon beschrieben, dass Swami Chinmayananda behauptet hat, letztlich sei sogar Krishna in einiger Hinsicht gescheitert. Die Errichtung des Gottesstaates h\u00e4tte nicht geklappt. Krishna selbst sagt, er handelt viel, ist nicht an seine Handlungen verhaftet und sie w\u00fcrden einfach geschehen. Vielleicht hat Krishna einfach auch nur so gehandelt, um uns zu zeigen, dass es schon gut ist, nach dem Richtigen zu streben und es auch gut ist, nach dem Gro\u00dfartigen zu streben, auch wenn es einem nicht gelingt. Zum Schluss m\u00fcssen wir alle Handlungen <a href=\"https:\/\/www.yoga-vidya.de\/Yoga--Artikel\/Art-Artikel\/art_gott.html\">Gott<\/a> darbringen und wenn wir das tun, dann k\u00f6nnen wir nie falsch handeln. Von einem h\u00f6heren Standpunkt aus k\u00f6nnen wir ebenfalls nichts falsch machen. Denn letztlich k\u00f6nnen wir nur das machen, was im kosmischen K\u00f6rper Gottes, im Virat Swarupa, in der kosmischen Gestalt Gottes, \u00fcberhaupt angelegt ist. Wenn wir etwas aus dem Ego heraus machen, dann kommen wir nicht zum Gef\u00fchl der Einheit, sondern bleiben separiert. Und von einem noch h\u00f6heren Standpunkt aus sind wir eh das Selbst und tun \u00fcberhaupt nichts. Infolgedessen k\u00f6nnen wir entspannt und gleichm\u00fctig handeln, nicht gleichg\u00fcltig, nicht tamassig aber gleichm\u00fctig.<\/p>\n<p>Ganz zum Schluss erz\u00e4hlt Krishna noch, wie wichtig es ist, zu lehren. Das Lehren des Yogas w\u00e4re die vielleicht einfachste Weise, Gottes Gegenwart und Liebe zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte schlie\u00dfen mit Ausz\u00fcgen aus zwei Versen der Bhagavad Gita:<\/p>\n<p>XVIII 61&amp;62: Gott wohnt in den Herzen aller Wesen (\u2026). Fliege Ihm entgegen. Suche bei Ihm Zuflucht mit deinem ganzen Wesen. Duch Seine Gnade wirst du h\u00f6chsten Frieden und die ewige Wohnstatt erlangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben uns mit der vielleicht wichtigsten Yogaschrift \u00fcberhaupt, der Bhagavad Gita, auseinandergesetzt. Eine Schrift, von der es hei\u00dft, dass das Studium der Schrift einen direkt mit Gott verbindet. 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