Viveka Chudamani – Vers 94

Deutsche Übersetzung:

94. Ahamkriti (Ahamkara) ist das Ich-Gefühl, die Identifikation mit dem Ich, weil es ich-bezogen ist. Chitta ist der Speicher von Gedanken und Gefühlen, hat die Fähigkeit, auf sich selbst zu reflektieren.

Sanskrit Text:

atrābhimānād aham ity ahaṃ-kṛtiḥ |
svārthānusandhāna-guṇena cittam || 94 ||

अत्राभिमानादहमित्यहंकृतिः |
स्वार्थानुसन्धानगुणेन चित्तम् || ९४ ||

atrabhimanad aham ity ahan-kritih |
svarthanusandhana-gunena chittam || 94 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • atra : in diesem Zusammenhang („hier“, Atra)
  • abhimānāt : aufgrund der Identifikation („des Selbstgefühls“, Abhimana)
  • aham : „(das bin) ich“ (Aham)
  • iti : im Sinne von („so“, Iti)
  • ahaṃ-kṛtiḥ : (heißt der Geist) Ichbewusstsein (Ahankriti)
  • svārthānusandhāna-guṇena : aufgrund seiner Eigenschaft (Guna) des in Erinnerung Rufens („Richtens der Aufmerksamkeit, Aneinanderreihens“, Anusandhana) seiner eigenen Angelegenheiten (Svartha)
  • cittam : (heißt er) Gedächtnis („das Angehäufte“, Chitta)     || 94 ||

Kommentar

Ahamkriti oder auch ahamkara ist das Ich-Gefühl. Die Identifikation mit dem Ich, weil es Ich-bezogen ist. Chitta ist der Speicher von Gedanken und Gefühlen und hat die Fähigkeit auf sich selbst zu reflektieren. In den letzten Teilen habe ich die letzten Verse und deren Eigenschaften in meinen Worten erklärt. Jetzt hören wir wie Shankaracharya die vier Teile des antakarana, des inneren Instrumentes definiert. Er sagt manas ist das Denkorgan, es ist das was auf Grund von sankalpa, Wunschvorstellungen und vikalpa funktioniert. Also kann man sagen, manas sind Wünsche und Gedanken und das alles ist sankalpa sind auch Vorsätze. Vicalpa sind andere Wünsche, Gedanken, Zweifel und Einbildungen. Alles was dort an Gedanken abläuft, das sind alles manas. Dann sagt er buddhi ist das was auf Grund seiner Eigenschaft dharma eine Entscheidung ahjavasaja hinsichtlich eines Gegenstandes der Betrachtung, phadarta treffen kann. Also hat buddhi die Kraft Entscheidungen treffen zu können. Deswegen im kantschen Sinne ist buddhi die Urteilskraft. Letztlich ist auch die Vernunft dabei. Man könnte auch sagen es gibt die praktische Vernunft, die reine Vernunft und es gibt die Urteilskraft, all das ist buddhi. Im manas sind Willensimpulse, Wünsche, Gedanken, Gefühle, Reflektionen im Sinne von einfaches nachdenken und buddhi trifft die Entscheidung, so ist es, so wird es sein, so wird es gemacht, so will ich es tun.
Hier spricht er über ahamkara und chitta und spricht über ābhimānā, die Identifikation. Auf Grund von Identifikation kommt aham, ich bin. Daraus kommt ahaṁkritiḥ, das Ich-Bewusstsein. Also identifizierst du dich mit etwas ābhimānā daraus entsteht aham, das ich bin und das ist letztlich ahamkara . Es gibt alles mögliche, aber du identifizierst dich damit und daraus entsteht das Ich. Als Beispiel hast du deinen Körper und du identifizierst dich damit und sagst: Mein Körper, ich bin der Körper. Du nimmst war, du hast ein besonderes Talent zum Beispiel kannst du gut musizieren also sagst du: Ich bin musikalisch. Du hast ein Fahrrad gekauft und denkst: Das ist mein Fahrrad. Ich besitze ein Fahrrad. Dann identifizierst du dich damit. Daraus entstehen so viele Probleme. Wenn es irgendein Fahrrad ist, ok, aber wehe dein Fahrrad einen Platten hat. Oder jemand anderes hat ein besseres Fahrrad oder jemand anders schimpft über dein Fahrrad und sagt: Ein so altes klappriges Ding, wirf es doch weg. Du fühlst dich gekränkt. Oder du identifizierst dich mit deiner Haarpracht. Ich habe so schöne Haare, wehe irgendjemand sagt: Dir fallen langsam die Haare aus. Du hattest auch schon mal eine schönere Frisur. Dann bist du getroffen. In diesem Sinne, das ist das Ich. Das Ich identifiziert sich. Du kannst jetzt selbst überlegen. Womit identifizierst du dich? Wo sagst du ich und mein und wo trifft dich etwas?
Dann gibt es noch chitta ist das angehäufte Gedächtnis und hat gunnar, die Eigenschaft des ānusandhāna, in Erinnerung rufen svarta, aus sich selbst heraus. Dort sind zum einen alle alten Erinnerungen, alles was du jemals erfahren hast auch alle Wünsche sind im chitta auch die Handlungsfähigkeiten, Neigungen aus diesem und früheren Leben. Eine ganze Menge im chitta und hat die Funktion diese aus dem Gedächtnis heraus zu holen. Angenommen jemand ist nicht freundlich zu dir und sofort kommt alles vor wie vielleicht dein Vater, deine Mutter nicht freundlich war, wie du vielleicht in Gefahr geraten bist und alles zu verlieren. Wie vielleicht dein Lehrer dich missachtet hat. All das kommt hoch. Das alles ist die Funktion von chitta. Hier könntest du auch überlegen. Wieviel von dem wie ich reagiere kommt einfach auf Grund meiner Vergangenheit. Auf Grund des Gedächtnisses. Das hilft alles wenn du eben erkennst, wo identifizierst du dich und welche Erinnerungen kommen hoch und prägen dich. In dem du das erkennst, löst du dich. Es ist auch eine Funktion der Psychotherapie. Du erkennst wie dein Geist funktioniert. Du erkennst wie wenig du Herr in deinem eigenen Hause bist. Du hörst auf zu denken das du das bist was du denkst und fühlst. Sondern weil du so viele geprägt durch Erinnerungen und Erfahrungen bist. Du selbst bist das unsterbliche Selbst.

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