Viveka Chudamani – Vers 87

Deutsche Übersetzung:

87. Der grobstoffliche/physische Körper, eine Anhäufung von Haut, Fleisch, Blut, Sehnen, Fett, Mark und Knochen und ist voll von Urin und Kot, ist zu verachten (nindya).

Sanskrit Text:

tvaṅ-māṃsa-rudhira-snāyu-medo-majjāsthi-saṃkulam |
pūrṇaṃ mūtra-purīṣābhyāṃ sthūlaṃ nindyam idaṃ vapuḥ || 87 ||

त्वङ्मांसरुधिरस्नायुमेदोमज्जास्थिसंकुलम् |
पूर्णं मूत्रपुरीषाभ्यां स्थूलं निन्द्यमिदं वपुः || ८७ ||

tvan-mamsa-rudhira-snayu-medo-majjasthi-sankulam |
purnam mutra-purishabhyam sthulam nindyam idam vapuh || 87 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • tvaṅ-māṃsa-rudhira-snāyu-medo-majjāsthi-saṃkulam : bestehend aus („gefüllt mit“, Sankula) Haut (Tvach), Fleisch (Mamsa), Blut (Rudhira), Sehnen (Snayu), Fett (Medas), Mark (Majjan) und Knochen (Asthi)
  • pūrṇam : voller (Purna)
  • mūtra-purīṣābhyām : Urin (Mutra) und Kot (Purisha)
  • sthūlam : grobstoffliche (Sthula)
  • nindyam : ist zu verachten (Nindya)
  • idam : dieser (Idam)
  • vapuḥ : Körper (Vapus)     || 87 ||

Kommentar

Hier spricht Shankaracharya über den Körper auf eine andere Weise als ich es machen würde. Ich würde eher sagen: Dieser Körper ist ein großartiges Wunderwerk. Ja er besteht aus Knochen, aber Knochen ist ein unglaublich großartig konstruiertes statisches Element. Die Gelenke dazwischen, großartig. Die Muskeln, wunderbar. Die Haut wie sie Berührung zulässt. Wie sie Temperatur regeln kann, wie sie letztendlich auch Temperatur fühlen kann. Schweißabsonderung und vieles andere. Die ganzen Organe, großartig. Ich sage es ist großartig, Shankaracharya sagt: Der Körper ist nindya zu verachten. Wer hat Recht? Natürlich kannst du sagen: Shankaracharya hat Recht. Einen Unterschied gibt es zwischen Sukadev, das bin ich und Shankaracharya der Autor des Viveka Chudamani. Klar, Shankaracharya, er ist der selbstverwirklichte Meister. Aber letztlich haben wir beide Recht. Shankaracharya ist kein Körperverächter, er hat sich auch um seinen Körper gekümmert.
Aber worum es ihm letztlich geht, wir sollen uns nicht identifizieren mit dem Körper. Da gibt es zwei Möglichkeiten ihn mit Hochachtung zu betrachten, ihn als Wunder zu betrachten, als Tempel Gottes, als Fahrzeug der Seele. Der Körper ist großartig aber er gehört uns nicht. Noch weniger sind wir der Körper. So ähnlich wie, wir sind nicht das Auto, wir sind nicht das Fahrrad, wir sind nicht die Kleidung. Uns gehört das nicht, selbst wenn es nach dem rechten Gesetz uns gehört. Aber Eigentum ist sowieso ein eigenartiges Konstrukt, es ist eine Einbildung, Täuschung. Nichts gehört uns, es kann uns jeder Zeit genommen werden. Manchen hilft es irgendwo zu sehen, was ist der Körper. Der Körper schafft Schmerzen. Der Körper schafft allmögliche Probleme. Der Köper kann Unfälle haben. Die Haut kann in Probleme geraten. Er kann uns Magendarmprobleme und Grippe geben. Er kann Arten von Krebs geben. Er kann Herzprobleme geben. Er kann irgendwann nicht mehr fähig sein zu gehen. So großartig ist der Körper dann auch nicht mehr. In der Jugend ist der Körper großartig, zwischendurch ist er vielleicht krank, nachher wird er alt, irgendwann stirbt er. Zwar ein Wunderwerk, aber ein zu Ende gehendes Wunderwerk.
Du bist nicht der Körper. Wenn du verhaftet bist an dem Körper, wird es zu Problemen kommen, wenn du irgendwann tatsächlich merkst. Ja, ich bin nicht der Körper. Beziehungsweise wenn du es nicht merkst, dass du der Körper bist. Der Körper wird alt, krank und bekommt Probleme. Daher löse dich von dem Körper. Sei dir bewusst diesen Körper, den du hast, langfristig gesehen, wird er vermutlich alt werden. Er könnte schon im nächsten Moment in Probleme geraten. Irgendeine Ader platzt im Kopf, alles ist anders. Irgendwie ein Zufallsbefund beim Arzt, Krebs oder so etwas, alles ist anders. Einen Moment nicht geachtet auf einer Treppe, du fällst runter, alles ist anders. Der Körper, jeder Zeit in Probleme geratbar. Du bist das unsterbliche Selbst.

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