Viveka Chudamani – Vers 8

Deutsche Übersetzung:

8. Deshalb strebt der Weise nach Befreiung, indem er dem Wunsch nach Vergnügen und Befriedigung der Sinnesobjekte entsagt und den Lehren der großen Vedanta Lehrer folgt.

Sanskrit Text:

ato vimuktyai prayateta vidvān
saṃnyasta-bāhyārtha-sukha-spṛhaḥ san |
santaṃ mahāntaṃ samupetya deśikaṃ
tenopadiṣṭārtha-samāhitātmā || 8 ||

अतो विमुक्त्यै प्रयतेत विद्वान्
संन्यस्तबाह्यार्थसुखस्पृहः सन् |
सन्तं महान्तं समुपेत्य देशिकं
तेनोपदिष्टार्थसमाहितात्मा || ८ ||

ato vimuktyai prayateta vidvan
sannyasta-bahyartha-sukha-sprihah san |
santam mahantam samupetya deshikam
tenopadishtartha-samahitatma || 8 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • ataḥ : deshalb, daher (Atas)
  • vimuktyai : um Befreiung, Erlösung (Vimukti)
  • prayateta : bemühe sich (pra + yat)
  • vidvān : der Weise (Vidvams)
  • saṃnyasta-bāhyārtha-sukha-spṛhaḥ : der das Verlangen (Spriha) nach Glück (Sukha), das aus äußeren (Bahya) Dingen (Artha) entsteht, vollkommen aufgegeben (Sannyasta) hat
  • san : seiend (Sat)
  • santam : einen wahrhaftigen („guten“, Sat)
  • mahāntam : bedeutenden („großen“, Mahat)
  • samupetya : nachdem er aufgesucht hat („aufgesucht habend“, sam + upa + i)
  • deśikam : Meister (Deshika)
  • tena : von diesem (Tad)
  • upadiṣṭārtha-samāhitātmā : als einer, dessen Geist mit den Dingen (Artha), die gelehrt (Upadishta) werden, im Einklang („vereinigt“, Samahitatman) ist     ||8||

Kommentar

Wenn Du weise bist, dann strebe nach Befreiung.

In den vorangegangenen Versen betont Shankaracharya, dass Du Dich um die Befreiung bemühen sollst, wenn Du klug bist. Nur der Dummkopf denkt, dass er über relative Vergnügen glücklich ist. Du hast die Möglichkeit, spirituell zu praktizieren, sonst würdest du jetzt nicht die Zeit haben, diesen Vortrag zu lauschen.
Du hast alles, was du brauchst. Du hast einen Körper und eine Psyche. Es gilt in die Handlung zu gehen und das wirklich zu tun, nach Befreiung zu streben. Genau das macht der Weise und die Weise. Sie streben nach Befreiung.

Wie machen sie das?
Shankaracharya sagt, „…der Weise strebt nach Befreiung, indem er dem Wunsch nach Reichtum und Sinnesbefriedigung entsagt.“

Das ist wichtig. Viele Anfänger auf dem spirituellen Weg haben eine Neigung, ihre Sicherheit, Familie, Emotion, Beziehung, schönes Haus, regelmäßigen Urlaub, gewissen Reichtum zu priorisieren oder im Alter einen gewissen Wohlstand zu brauchen. Anschließend wird geschaut, ob Zeit bleibt für die Befreiung.
Shankaracharya verneint dies und sagt, dass du es anders machen sollst. Entsage dem Wunsch nach Reichtum, Wohlstand, Ansehen, Sinnesbefriedigung. Strebe zuerst nach der Befreiung. Auch Jesus sagt in der Bergpredigt, dass Du zuerst nach dem Reiche Gottes streben sollst, dann wird Dir alles andere von selbst zu fallen.

Strebe in diesem Sinne nach der höchsten Befreiung und alles andere kommt danach von selbst. Auf dem spirituellen Weg ist es wichtig, die Dinge in der richtigen Reihenfolge zu betrachten. Dies sagen die großen Meister immer wieder, Jesus, Shankaracharya, Mohammed, die großen Mystiker aller Traditionen.

Sieh die spirituelle Entwicklung als das Wichtigste in deinem Leben an und alles andere kann folgen.
Du kannst reich, wohlhabend sein, Ansehen haben und gleichzeitig spirituell wachsen. Aber das spirituelle Wachstum sollte als erstes kommen.

Beziehe in Deine sonstigen Aktivitäten, Handlungen und Entscheidungen immer mit ein, ob Dir diese auf dem spirituellen Weg weiterhilft. Überlege zum Beispiel bei der Frage, eine neue Partnerschaft einzugehen, einen neuen Job anzunehmen, eine neue Wohnung zu beziehen, einen Urlaub zu buchen, ob Dir das auf dem Weg zur Befreiung weiterhilft.

Die Überlegung, was mich näher zur Befreiung führt, ist charakteristisch für einen echten Aspiranten.

Überlege jetzt, in diesem Moment, ob irgendwelche Entscheidungen momentan in deinem Leben anstehen. Beziehe in deine Überlegungen mit ein, wie Du die Entscheidungen treffen kannst, so dass es Dich zur Befreiung hinführt.

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