Viveka Chudamani – Vers 37

Deutsche Übersetzung:

37. Es gibt große Seelen (mahantah santah), die den Frieden gefunden haben, und den Menschen wie der Frühling Segen bringen. Sie haben den schrecklichen Ozean von Geburt und Tod selber überquert und helfen selbstlos auch anderen, ihn zu überqueren.

Sanskrit Text:

śāntā mahānto nivasanti santo
vasanta-val loka-hitaṃ carantaḥ |
tīrṇāḥ svayaṃ bhīma-bhavārṇavaṃ janān
ahetunānyān api tārayantaḥ || 37 ||

शान्ता महान्तो निवसन्ति सन्तो
वसन्तवल्लोकहितं चरन्तः |
तीर्णाः स्वयं भीमभवार्णवं जनान्
अहेतुनान्यानपि तारयन्तः || ३७ ||

shanta mahanto nivasanti santo
vasanta-val loka-hitam charantah |
tirnah svayam bhima-bhavarnavam janan
ahetunanyan api tarayantah || 37 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • śāntāḥ : die zur inneren Ruhe gelangt sind (Shanta)
  • mahāntaḥ : hochherzige („große“, Mahant)
  • nivasanti : es leben („wohnen“, ni + vas)
  • santaḥ : edle Menschen („Gute“, Sant)
  • vasanta-vat : wie (Vat) der Frühling (Vasanta)
  • loka-hitam : zum Wohle der Welt (Lokahita)
  • carantaḥ : die wirken („wirkend“, car)
  • tīrṇāḥ : die überquert, überwunden haben (Tirna)
  • svayam : selbst (Svayam)
  • bhīma-bhavārṇavam : den furchtbaren (Bhima) Ozean (Arnava) der weltlichen Existenz („des Werdens“, Bhava)
  • janān : Menschen (Jana)
  • ahetunā : ohne eigenes Motiv („grundlos“, Ahetu)
  • anyān : die anderen (Anya)
  • api : auch (Api)
  • tārayantaḥ : in dem sie erretten („hinüberführend“, tṛ) || 37 ||

Kommentar

„Nivasanti“ bedeutet „es leben, es gibt“. „Sāntā mahānto“, große Meister, die zur Ruhe gekommen sind, „śāntā“. Und es ist wichtig, öfter mal Biographien von den großen Heiligen und Weisen zu lesen. Es ist wichtig, dir bewusst zu machen: Ja, es gibt die Erleuchteten. Shankara sagt, es gibt sie auch heute, es gab sie nicht nur in grauer Vergangenheit, „nivasanti“, sie existieren, und „śāntā“, sie sind voller Frieden. Und es sind edle Menschen, „santo“ sind diejenigen, die voller Güte sind. Und sie sind wie „vasanta“, wie der Frühling. Der Frühling ist eine besonders schöne Jahreszeit. Alles erstrahlt, alles erblüht. In diesem Sinne können die großen Meister auch dich zum Erblühen, zum Frühling bringen. „Loka-hitaṃ“, sie wirken zum Wohle der Welt. Und sie haben selbst den Ozean der weltlichen Existenz überwunden. Nicht nur du selbst unter allem Möglichen leidest. Nicht nur du selbst erkennst, wie schwach du bist.
Die großen Meister waren genauso. Die großen Meister sagen: Ich war auch so wie du. Ich bin nichts Besonderes. Nur ist es mir gelungen, den Ozean zu überschreiten.
Jesus hat seine Jünger aufgefordert: Seid vollkommen wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Er hat gesagt: Ist der Jünger vollkommen, wird er wie sein Meister.
Swami Sivananda hat gesagt: Ich bin nichts Besonderes. Was ich erreicht habe, kannst du auch erreichen.
Alle großen Meister und Meisterinnen haben das gesagt. Jeder kann Gott verwirklichen. Und das ist es, was die großen Meister sagen. Der Heilige Franziskus hat immer gesagt: Ich bin der größte aller Sünder.
Und in diesem Sinne können wir alle es erreichen. Wir sollten nicht eine Ausrede nehmen und sagen, ja, das war ein großer Meister, der kann es, aber ich bin ein armer Schlumpf. Nein, du kannst es auch erreichen. Der Meister hat es erreicht, du kannst es auch. Und sie helfen dir, diesen Ozean von Samsara zu überqueren. Wende dich voller Hingabe an den Meister, egal, ob du einen Meister hast, der noch im physischen Körper ist oder nicht. Du musst dich öffnen, die Meister wollen dir helfen.

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