Viveka Chudamani – Vers 36

Deutsche Übersetzung:

36. „Beschütze mich vor dem Tod! Ich verglühe in dem unerträglichen Flammenmeer der Wiedergeburten (samsara), ich bin von den Stürmen eines unerbittlichen Schicksals hin- und hergerissen. Angsterfüllt nehme ich Zuflucht zu Dir. Ich kenne keinen anderen Schutz“.

Sanskrit Text:

durvāra-saṃsāra-davāgni-taptaṃ
dodhūyamānaṃ duradṛṣṭa-vātaiḥ |
bhītaṃ prapannaṃ paripāhi mṛtyoḥ
śaraṇyam anyad yad ahaṃ na jāne || 36 ||

दुर्वारसंसारदवाग्नितप्तं
दोधूयमानं दुरदृष्टवातैः |
भीतं प्रपन्नं परिपाहि मृत्योः
शरण्यमन्यद्यदहं न जाने || ३६ ||

durvara-samsara-davagni-taptam
dodhuyamanam duradrishta-vataih |
bhitam prapannam paripahi mrityoh
sharanyam anyad yad aham na jane || 36 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • durvāra-saṃsāra-davāgni-taptam : den in diesem unlöschbaren („schwer abzuwehrenden“, Durvara) Waldbrand (Davagni) des Daseinswandels (Samsara) gemarterten („erhitzten“, Tapta)
  • dodhūyamānam : den heftig durchgeschüttelt werdenden (Dodhuyamana)
  • duradṛṣṭa-vātaiḥ : von den Stürmen („Winden“, Vata) der Schicksalsschläge („Missgeschicke“, Duradrishta)
  • bhītam : den sich fürchtenden (Bhita)
  • prapannam : (zu dir) Zuflucht nehmenden (Prapanna)
  • paripāhi : bewahre (mich, pari + )
  • mṛtyoḥ : vor dem Tod (Mrityu)
  • śaraṇyam : Zuflucht (Sharanya)
  • anyat : (eine) andere (Anyad)
  • yat : weil (Yad)
  • aham : ich (Aham)
  • na : nicht (Na)
  • jāne : kenne (jñā)     || 36 ||

Kommentar

Ein Schüler kann sich an den Meister wenden, egal ob du als Schüler den Meister physisch siehst, dich zum Studium der Bhagavad Gita hinsetzt oder bevor du meditierst.
Verneige dich vor dem großen Meister zum Beispiel vor Shankaracharya, der große Meister, und sage: „Oh großer Meister, ich brauche deine Führung. Ich bin gefangen in diesem Kreislauf von Geburt und Tod. Bitte hilf mir. Bitte segne mich. Bitte lass mich Dich verwirklichen. Oh großer Meister, ich leide und mir gelingt es nicht meinen Geist zu beherrschen. Ich habe Emotionen und meine Fehler und so weiter.“
Sage dies als Schüler, auch wenn du schon vieles getan hast, um dich zu entwickeln. Letzlich brauchst du die Unterweisung durch den Guru, seine Führung und Gnade.
Richte dich jetzt in diesem Moment an den großen Meister, wer auch immer das sein mag. Du kannst dich auch direkt an Gott wenden, oder an Shankaracharya richten. Wenn du das Glück hast, einen persönlichen Meister zu haben, kannst du dich an den persönlichen Meister wenden, oder auch an Jesus, Buddha, Shankara oder dein höchstes Selbst.
Sprich die Worte von Shankara oder deine eigenen Worte formulieren: „„Beschütze mich vor dem Tod. Ich verglühe in dem unerträglichen Flammenmeer der Wiedergeburten. Ich bin von den Stürmen eines unerbittlichen Schicksals hin und hergerissen. Angsterfüllt nehme ich Zuflucht zu dir. Ich kenne keinen anderen Schutz.“

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