Viveka Chudamani – Vers 341

Deutsche Übersetzung:

341. Wie kann jemand die Welt loslassen, der sich mit dem Körper identifiziert, dessen Geist an dem Genuss der Sinnesobjekte hängt, und sich so in den Aktivitäten verliert? Die Weisen, die Seher der Wahrheit, die ewige Glückseligkeit im Selbst, die allen Pflichten, Taten und Sinnesobjekten entsagen und sich mit unerschütterlichem Glaube und Hingabe dem Ewigen Selbst zuwenden, müssen fest entschlossen die Welt loslassen/der Welt entsagen.

Sanskrit Text:

dṛśyasyāgrahaṇaṃ kathaṃ nu ghaṭate dehātmanā tiṣṭhato
bāhyārthānubhava-prasakta-manasas tat-tat-kriyāṃ kurvataḥ |
saṃnyastākhila-dharma-karma-viṣayair nityātmaniṣṭhā-paraiḥ
tattva-jñaiḥ karaṇīyam ātmani sadānandecchubhir yatnataḥ || 341 ||

दृश्यस्याग्रहणं कथं नु घटते देहात्मना तिष्ठतो
बाह्यार्थानुभवप्रसक्तमनसस्तत्तत्क्रियां कुर्वतः |
संन्यस्ताखिलधर्मकर्मविषयैर्नित्यात्मनिष्ठापरैः
तत्त्वज्ञैः करणीयमात्मनि सदानन्देच्छुभिर्यत्नतः || ३४१ ||

drishyasyagrahanam katham nu ghatate dehatmana tishthato
bahyarthanubhava-prasakta-manasas tat-tat-kriyam kurvatah |
sannyastakhila-dharma-karma-vishayair nityatmanishtha-paraih
tattva-jnaih karaniyam atmani sadanandechchhubhir yatnatah || 341 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • dṛśyasya : der sichtbaren Welt (Drishya)
  • agrahaṇam : die Nichtwahrnehmung (Agrahana)
  • katham : wie (Katham)
  • nu : denn, wohl („nun“, Nu)
  • ghaṭate : ist möglich (ghaṭ)
  • dehātmanā : mit einem mit dem Körper (Deha) identifizierten Geist (Atman)
  • tiṣṭhataḥ : für einen, der lebt („weilt“, sthā)
  • bāhyārthānubhava-prasakta-manasaḥ : dessen Denken (Manas) an der Erfahrung (Anubhava) äußerer (Bahya) Dinge (Artha) hängt (Prasakta)
  • tat-tat-kriyām : (und folglich) diese und jene (TadTad) Handlungen (Kriya)
  • kurvataḥ : ausführt („machend“, kṛ)
  • saṃnyastākhila-dharma-karma-viṣayaiḥ : von denjenigen, die sämtliche (Akhila) Sinnesobjekte (Vishaya), Verpflichtungen (Dharma) und Handlungen (Karman) vollkommen aufgegeben (Sannyasta) haben
  • nityātmaniṣṭhā-paraiḥ : die von dem beständigen (Nitya) Hingegebensein (Nishtha) an das Selbst (Atman) erfüllt (Para) sind
  • tattva-jñaiḥ : die die (höchste) Wirklichkeit kennen (Tattvajna)
  • karaṇīyam : ist  (die Nichtwahrnehmung der sichtbaren Welt) zu praktizieren (Karaniya)
  • ātmani : im Geist (Atman)
  • sadānandecchubhiḥ : von denjenigen, die beständige Wonne (Sadananda) erheischen (Ichchhu)
  • yatnataḥ : eifrig (Yatna)     || 341 ||

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