Viveka Chudamani – Vers 337

Deutsche Übersetzung:

337. Welcher geschulte/befestigte Geist würde kindisch hinter dem Unwirklichen herlaufen – das mit Sicherheit die Ursache seines Verderbens / Niedergangs wird – wenn er zwischen dem Wirklichen und dem Unwirklichen unterscheiden kann, wenn er als Bewanderter in den Schriften die Höchste Wirklichkeit im Auge hat, einsichtig ist und sich nach Befreiung sehnt?

Sanskrit Text:

kaḥ paṇḍitaḥ san sad-asad-vivekī
śruti-pramāṇaḥ paramārtha-darśī |
jānan hi kuryād asato’valambaṃ
sva-pāta-hetoḥ śiśu-van mumukṣuḥ || 337 ||

कः पण्डितः सन्सदसद्विवेकी
श्रुतिप्रमाणः परमार्थदर्शी |
जानन्हि कुर्यादसतो ऽवलम्बं
स्वपातहेतोः शिशुवन्मुमुक्षुः || ३३७ ||

kah panditah san sad-asad-viveki
shruti-pramanah paramartha-darshi |
janan hi kuryad asato’valambam
sva-pata-hetoh shishu-van mumukshuh || 337 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • kaḥ : wer (Ka)
  • paṇḍitaḥ : der klug (Pandita)
  • san : ist („seiend“, Sat)
  • sad-asad-vivekī : der zwischen Wirklichem („Seiendem“, Sat) und Unwirklichem („Nichtseiende“, Asat) unterscheiden kann (Vivekin)
  • śruti-pramāṇaḥ : dem die heilige Offenbarung (Shruti) eine Autorität (Pramana) ist
  • paramārtha-darśī : der die höchste Wirklichkeit (Paramartha) erfährt („sieht“, Darshin)
  • jānan : er es (besser) weiß („wissend“, jñā)
  • hi : obwohl („weil“, Hi)
  • kuryāt : könnte fortsetzen („machen“, kṛ )
  • asataḥ : am Unwirklichen (Asat)
  • avalambam : das Hängen (Avalamba)
  • sva-pāta-hetoḥ : zur Veranlassung (Hetu) seines eigenen (Sva) Untergangs („Fall“, Pata)
  • śiśu-vat : wie (Vat) ein Kind (Shishu)
  • mumukṣuḥ : einer, der Erlösung erheischt (Mumukshu)     || 337 ||

Kommentar

Shankara will uns hier aufrütteln. Er will uns sagen: Renne nicht kindisch hinter dem Unwirklichen her. Die Vorstellung, dass mehr Besitz dich irgendwo glücklicher macht, ist unsinnig. Deine Zeit damit zu verschwenden auf immer neue Weisen herauszufinden, wie du deinen Besitz mehren kannst, ist unsinnig. Zu glauben, dass die Einrichtung deiner Wohnung und deines Appartements und deines Gartens so großartig ist, ist alles unsinnig. Das ist kindisch. Kleine Kinder denken, dass sie glücklich wären, wenn sie irgendetwas machen, was Erwachsene wissen, das stellt einen nur vorübergehend zufrieden. Daher sei nicht kindisch, sondern strebe nach dem Höchsten. Unterscheide zwischen dem Wirklichen und Unwirklichen, dem Ewigen und dem Vergänglichen und dann gehe den Weg, gehe ihn systematisch und gründlich. So erreichst du das Höchste. Für einen Moment magst du innehalten und vielleicht schauen, wo bist du letztlich kindisch? Wo rennst du diesen kleinen Dingen hinterher, die dich nicht glücklich machen? Wo vernachlässigst du deine spirituelle Praxis?

Triff jetzt die Entscheidung. Gehe den spirituellen Weg. Gehe ihn mit Konsequenz, mit Enthusiasmus und mit Begeisterung.

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