Viveka Chudamani – Vers 125

Deutsche Übersetzung:

125. Es existiert Jemand, ein ewiges Etwas, in sich selbst Ruhendes (svayam), was unabhängig und ewig ist, das für sich besteht und die Grundlage des Ichbewusstseins ist. Es ist Zeuge der drei Bewusstseinszustände, und unberührt von den fünf Hüllen (panchakosha).

Sanskrit Text:

asti kaścit svayaṃ nityam ahaṃ-pratyaya-lambanaḥ |
avasthā-traya-sākṣī san pañca-kośa-vilakṣaṇaḥ || 125 ||

अस्ति कश्चित्स्वयं नित्यमहंप्रत्ययलम्बनः |
अवस्थात्रयसाक्षी सन्पञ्चकोशविलक्षणः || १२५ ||

asti kashchit svayam nityam aham-pratyaya-lambanah |
avastha-traya-sakshi san pancha-kosha-vilakshanah || 125 ||

Wort-für-Wort-Übersetzung:

  • asti : es gibt, es existiert (Asti)
  • kaś-cit : etwas („jemand“, Ka Chid)
  • svayam : aus sich selbst heraus (Svayam)
  • nityam : die ewige (Nitya)
  • ahaṃ-pratyaya-lambanaḥ : Grundlage (Lambana) der Vorstellung (Pratyaya) eines Ichs (Aham)
  • avasthā-traya-sākṣī : Zeuge (Sakshin) der drei („Dreiheit der“, Traya) Bewusstseinszustände (Avastha)
  • san : es ist („seiend“, Sat)
  • pañca-kośa-vilakṣaṇaḥ : verschieden (Vilakshana) von den fünf (Pancha) Hüllen (Kosha)     || 125 ||

Kommentar

Shankaracharya sagt hier asti, es gibt, es existiert etwas. Sowie auch Descartes mal gesagt hat: Du kannst an allem zweifeln. Du weißt von nichts. Es kann sein, dass die ganze Welt eine Illusion ist. Es kann sein, dass du dir Selbst Illusionen machst über deinen Körper. Es kann sein, dass du deine Persönlichkeit falsch einschätzt. Vielleicht träumst du. Nur an einem kannst du nicht zweifeln. Es gibt jemanden der existiert. Cogito, ergo sum. Ich denke, also bin ich. Was also heißen soll. Ja. ich bin und ich bin, weil ich denke es muss jemanden geben der denkt. Genauso auch hinter der ganzen Welt. Vielleicht ist sie nicht so wie wir sie uns vorstellen. Aber etwas muss existieren. Daher sagt er asti, es gibt, kaścit, etwas, cit, Bewusstsein, svayaṁ, aus sich selbst heraus, es ist von nichts abhängig. Es existiert als existierendes, nitya, ewig, lambanaḥ, die Grundlage von pratyaya, die Vorstellung eines ahaṁ, ich bin. Du hast die Vorstellung eines ich bin. Diese Vorstellung eines ich bin braucht eine Grundlage. Diese Grundlage ist dieses Selbst. Was ist dieses Selbst? Es ist sākśhī, Zeuge von avasthā, der Zustände, traya, drei. Also wachen, träumen und Tiefschlaf. Du gehst durch den Wachzustand, dort siehst du die Welt. Du bist im Traumzustand, dort siehst du die Traumwelt. Das sind alles avasthā, Zustände. Du hast auch den Tiefschlaf. Das Selbst bleibt gleich. Das was gleich bleibt im Wachzustand, Traum und Tiefschlaf. Du bist eben nicht der Körper. Der ist weg im Tiefschlaf. Du bist nicht die Persönlichkeit, auch weg im Tiefschlaf. Du bist auch nicht deine Besitztümer. Die sind auch weg im Traumzustand. Etwas bist du. Dieses etwas ist ewig und unendlich. Darüber kannst du nachdenken. Du kannst dir bewusst machen. Ja, ich bin das unsterbliche Selbst. Der Körper einer der koshas, annamaya kosha, Nahrungshülle, geht durch verschiedene Höhen und Tiefen. Pranamaya kosha geht durch verschiedene Höhen und Tiefen. Die verschiedenen Energien kommen und sie gehen. Dann gibt es manomaya kosha, die emotionale Hülle. Auch diese kommt und geht. Emotionen kommen und gehen. Vijnanamaya kosha, tiefes Nachdenken, buddhi und Ich-Gefühl. All das geht vorbei. Selbst anandamaya kosha, ekstatische Erfahrung voller Wonne auch die gehen vorbei. Aber etwas bleibt gleich und das ist deine wahre Natur. Mache das die nächsten Tage. Spüre was du körperlich empfindest. Spüre, was du geistig empfindest. Spüre was emotional, energetisch, intellektuell alles da ist aber sei dir bewusst, du bist der Beobachter. Du beobachtest du bist nicht das was beobachtet werden kann.

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